Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 15 › Seite 113

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-03-14, Seite 113

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jahresſchluß · Katechismus 3

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Der Lutheraner.

„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“

Herausgegeben von der Deutschen Ev. Luther. Synode von Missouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrg. 10.  St. Louis, Mo., den 14. März 1854.  No. 15.

Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.
Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, sind an den Redakteur, alle andern aber, welche Geschäftliches, Bestellungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu senden.

Jesuitismus.

Vielleicht manche Leser des „Lutheraner“ werden begierig sein, zu erfahren, was denn wohl der hiesige „Herold des Glaubens“ auf das, was wir ihm über die Jesuiten zum Besten gegeben, geantwortet habe. Die Leser werden sich erinnern, daß dieser „Herold des Glaubens“ uns selbst dreist dazu aufgefordert hatte. Er hatte geschrieben: „Zum Schlusse möchten wir noch gerne irgend eine Schrift oder ein Werk eines Jesuiten wissen, wo der Grundsatz ausgesprochen ist, daß der gute Zweck ein sonst böses Mittel heilige. Sie („Editor des Lutheraner“) „wollen die Jesuiten, deren Institut und Werke so genau kennen, es wird Ihnen demnach ein Leichtes sein, diese Stelle zu citiren.“ Hierauf haben wir nun dem Herrn nicht Eine, sondern ein ganzes großes schwarzes Register von dergleichen Stellen vorgelegt und unwidersprechlich dargethan, daß die Jesuiten von den lutherischen Theologen mit vollkommenem Rechte für jene unreinen Geister gehalten werden, welche nach der Offenbarung St. Johannis (Cap. 16. Vers 13 u. 14.) gleich den Fröschen aus dem Munde des Drachen, des Thieres und des falschen Propheten hervorgehen sollten. Was thut nun der „Herold des Glaubens?“ — Er ist mausstille! Er zuckt und muckt nicht. — Herr Maximilian Oertel, dieser sonst so große rauflustige Maulheld, auf den sich der gute „Herold“ verlassen und den er schon vorher in Erwartung der kommenden Nöthen zu Hülfe gerufen hatte, scheint sich wieder auf den „Herold“ verlassen zu haben, und beobachtet daher ebenfalls ein vielsagendes Stillschweigen. Wahrscheinlich hatten beide die stille tröstliche Hoffnung gehegt, die Bücher des Jesuitengezüchtes lägen bestaubt in den Bibliotheken drüben über dem Meere; hier wisse man von ihnen nur von Hörensagen; hier könne man daher schon wagen, mit der Miene eines guten Gewissens zu sprechen: Beweise her! Da nun aber die armen Schlucker mit Schrecken gesehen haben, daß dem nicht so ist, daß vielmehr die gottlosen Altlutheraner sich selbst mit solchen alten Jesuitenschriften schleppen, die sie doch selbst für ketzerisch und gottlos halten, und daß sie undelicat genug sind, die allerdings nicht gerade duftenden Heimlichkeiten der „Gesellschaft Jesu“ dem Publikum zur Schau auszustellen, so achten beide, Herold und Herr Oertel, es für das Gerathenste, die Unschuldigleidenden zu spielen und zu schweigen, und wenigstens zu warten, bis sich der fatale Eindruck, den dergleichen Schaustellungen machen, etwas verloren hat und die Erinnerung daran nicht mehr so lebendig ist. Sollten die Herrn aber, wenn sie meinen, diese Zeit sei endlich gekommen, sich noch regen, so haben wir nicht übel Lust, unsern Aufsatz über Jesuitismus, wenn nicht verbessert, doch vermehrt, in Pamphletform herauszugeben und dann, wenn die Herrn die betreffenden Nummern des „Lutheraner“ etwa verlegt haben sollten, denselben mit je einem Exemplare ein Präsent zu machen, da wir fürchten, sie werden meinen, ihr Weniges zu nöthigeren Ausgaben zu bedürfen, und die Jesuiten ihnen schwerlich das Geld dazu vorstrecken werden, nachdem sie selbige in so großen Nöthen so schändlich im Stiche gelassen haben.

(Eingesandt.)

Der sogenannte Große hannöverische Katechismus,
beurthellt von
Wege.
(Fortsetzung.)
Einige Proben aus der heiligen Geschichte.

Der hannöverische Katechismus lehrt — wie wir bereits gezeigt haben — nicht ein eingegebenes Wort Gottes, sondern nur ein unter außerordentlichem Beistande Gottes geschriebenes.

Wie viel aber dem Verfasser des hannöverschen Katechismus auch dieser — wie er sagt, außerordentliche — Beistand gegolten habe, ist ersichtlich an etlichen Stücken aus der Geschichte der ersten Menschen. Man vergleiche nur die Erzählung der heil. Schrift mit der des Verfassers in der Kurzen Religions-Geschichte.

English translation AI translation

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Der Lutheraner.

"God's Word and Luther's doctrine pass away nevermore."

Published by the German Ev. Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States.
Edited by C. F. W. Walther.

Volume 10.  St. Louis, Mo., March 14, 1854.  No. 15.

Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks, at the yearly subscription price of One Dollar for out-of-town subscribers, who are to pay the same in advance and bear the postage. — In St. Louis each single number is sold for 5 Cents.
Only those letters which contain communications for the paper are to be sent to the Editor; all others, which contain business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent hither under the address: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.

Jesuitism.

Perhaps some readers of the "Lutheraner" will be eager to learn what the local "Herold des Glaubens" has answered to what we served up to it about the Jesuits. The readers will remember that this "Herold des Glaubens" had itself boldly challenged us to it. It had written: "In conclusion we should like to know of some writing or work of a Jesuit in which the principle is stated that a good end sanctifies an otherwise evil means. You (the "Editor of the Lutheraner") "claim to know the Jesuits, their institute and works so exactly; it will therefore be an easy matter for you to cite this passage." Thereupon we laid before the gentleman not one, but a whole great black register of such passages, and demonstrated irrefutably that the Jesuits are held by the Lutheran theologians, with perfect right, to be those unclean spirits which, according to the Revelation of St. John (Chap. 16, vv. 13 and 14), were to come forth like frogs out of the mouth of the dragon, of the beast, and of the false prophet. What does the "Herold des Glaubens" do now? — It is mouse-still! It neither stirs nor mutters. — Mr. Maximilian Oertel, this otherwise so great, quarrelsome braggart, upon whom the good "Herold" relied, and whom it had already called to its aid in anticipation of the distress to come, seems again to have relied upon the "Herold," and therefore likewise observes a very eloquent silence. Probably both had cherished the quiet, comforting hope that the books of the Jesuit brood lay dusty in the libraries over the sea; that here one knew of them only by hearsay; that here one could therefore venture to speak with the mien of a good conscience: Produce the proof! Now since the poor wretches have seen with terror that this is not so, that on the contrary the godless Old Lutherans drag themselves about with such old Jesuit writings, which they themselves hold to be heretical and godless, and that they are indelicate enough to put on public display the not exactly fragrant secrets of the "Society of Jesus," both, Herold and Mr. Oertel, consider it most advisable to play the innocent sufferers and to be silent, and at least to wait until the fatal impression which such exhibitions make has somewhat worn off and the memory of it is no longer so lively. Should the gentlemen, however, when they think this time has at length come, still stir themselves, we have no little inclination to publish our essay on Jesuitism, if not improved, yet enlarged, in pamphlet form, and then, in case the gentlemen should perhaps have mislaid the relevant numbers of the "Lutheraner," to make them a present of it, one copy to each, since we fear they will think they need their little all for more necessary expenses, and the Jesuits will hardly advance them the money for it, after they have so shamefully left them in the lurch in so great a distress.

(Communicated.)

The So-called Large Hanoverian Catechism,
reviewed by
Wege.
(Continuation.)
Some Specimens from the Sacred History.

The Hanoverian Catechism teaches—as we have already shown—not an inspired Word of God, but only one written under extraordinary assistance of God.

How much, however, even this assistance—extraordinary, as he calls it—counted with the author of the Hanoverian Catechism is evident from several pieces out of the history of the first men. Let one but compare the narrative of the Holy Scripture with that of the author in the Short Religious History.