Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 15 › Seite 115
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-03-14, Seite 115
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3
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an Unglauben, denn die heil. Schrift, in deren Sinne die Erzählung sollte wiedergegeben sein, ist nicht ein menschliches Fabelbuch, sondern Gottes eingegebenes und darum vollkommen wahres Wort,—
an Schmälerung der Ehre Gottes, die Schöpfung des Menschen aus Erde zu Gottes Ebenbilde mit Allem, was dazu gehört, ist die Krone der Schöpfung,—
an Schmälerung der Heilswahrheiten, denn wenn wir uns Adam so vorstellen sollen, daß er sich kaum messen könnte mit den später lebenden Menschen, so wäre der Verlust des Ebenbildes Gottes nicht zu beklagen und die Wiederherstellung desselben zum wenigsten eine gleichgültige Sache.
Genug hiervon.
Wir wenden uns noch zu einer andern Probe, bei welcher wir, nach dem bisher Gesagten, kürzer sein können. Dieselbe betrifft
den Verlust des Paradieses.
Die heil. Schrift sagt 1. Mos. 3, 24.:
„Und Gott der Herr trieb Adam aus und lagerte vor dem Garten Eden den Cherubim mit einem bloßen hauenden Schwert.“
Der hannöv. Kat. sagt (Kurze Rel. Geschichte S. 163.):
„Gott trieb sie vermuthlich durch Blitze oder durch einen entstandenen Feuerschlund aus der paradiesischen Gegend hinweg.“
Wir verwerfen nicht alle Vermuthungen auf dem Gebiete der heil. Schrift schlechtweg, aber es gilt von ihnen, was von aller Auslegung, Predigt und Lehrform gilt: sie soll dem Glauben ähnlich sein nach dem Spruche:
„Hat Jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich.“ Röm. 12, 7.
Der schriftmäßige Glaube nun weiß bei dieser Gelegenheit von nichts Anderem, als von Cherubim. Das sind (wie bekannt) Engel.
Der hannöv. Kat. aber übergeht die Engel ganz und gar und bringt eine Vermuthung von Blitzen und Feuerschlünden.
Nun sagt er zwar nicht, daß Gott der Herr Blitze und Feuerschlünde vor dem Garten gelagert, sondern, daß er sie damit ausgetrieben habe, setzt auch das Wörtlein „vermuthlich“ hinzu.
Aber,
1) ist eine Vermuthung im Munde eines Lehrers mehr, als im Munde eines gemeinen Mannes,
2) ist eine Vermuthung, die in Schrift und Druck gefaßt ist, mehr, als eine bloß mündliche,
3) Noch mehr ist eine solche, die sich findet in einem Volksschulbuche, das zum Gebrauch bestimmt ist für eine ganze Länderstrecke in Deutschland—
Demnach ist eine solche Vermuthung nicht weniger als ein Fingerzeig zum Verständniß der heil. Schrift.
Wo zeigt nun dieser Fingerzeig hin?— Eben dahin, wo die Weglassung der Engel hinzeigt. Denn wollte der Verfasser nun einmal vermuthen, warum vermuthet er nicht lieber, daß Gott diese Austreibung durch dieselben Diener, nämlich durch Engel, werde bewerkstelliget haben, durch welche er die Menschen von der Rückkehr zum Paradiese abhalten ließ?
und warum läßt er seine Vermuthung nicht gar weg?
Er hat ja eine kurzgefaßte Geschichte geben wollen. Dadurch gewinnt eine eingeschaltete Vermuthung an Bedeutung; denn der Verfasser hat lieber die Kürze fahren lassen, als seine Vermuthung.
Warum?— darüber denke nach, lieber Leser, und kannst du keinen Grund finden, der aus dem Glauben an die zuverlässige Wahrhaftigkeit des Wortes Gottes hervorgegangen ist, so erinnere dich des Spruches:
„Was nicht aus dem Glauben gehet, das ist Sünde.“ Röm. 14, 23.
Gilt dir die heil. Schrift nicht als Gottes eingegebenes und darum unfehlbares Wort, so würde möglicher Weise dein Unglaube die Rechtmäßigkeit meiner Anschuldigung des hannöv. Kat. bestätigen. Gilt sie dir aber als solches, so erzürne dich nicht über den, der denselbigen Glauben hat, bekennt und vertheidigt, sondern über den, der durch seine Vermuthungen über die Austreibung aus dem Paradiese, über die Sprache der ersten Menschen, sowie durch seine Lehrsätze von einem nicht eingegebenen, sondern nur unter außerordentlichem Beistande Gottes geschriebenen Worte Gottes diesen Glauben wankend zu machen droht — nicht über den, der das Aergerniß richtet, sondern über den, der das Aergerniß dargestellt hat.
Aber die bisjetzt vorgeführten Beispiele von jener unverantwortlichen Weise, die Quelle aller christlichen Erkenntniß verdächtig zu machen, werden noch weit übertroffen von dem, wie der Verfasser Geschichte und Lehre von der Person Christi behandelt.
Doch davon in einem besonderen Aufsatze.
(Fortsetzung folgt.)
(Für den „Lutheraner.“)
Karl Friedrich Wilhelm Catenhusen,
weil. Superintendent des Herzogthums Lauenburg, erster geistlicher Assessor des Königl. Consistorii, Pastor primarius an der St. Petrikirche, Ephorus der Gelehrtenschule zu Ratzeburg.
Das Gedächtniß dieses theuren Mannes verdient auch in der Nordamerikanischen Lutherischen Kirche begründet zu werden, weil es den verheißenen Segen bringen wird, den das Gedächtniß des Gerechten haben soll. Eine ausführliche von einem Lauenburger genau und schön gezeichnete Lebensbeschreibung desselben findet sich in Nr. 66 u. 67 des Sächsischen Kirchen- und Schulblattes, von der die gegenwärtige ein Auszug ist. — Der Selige war einer der ersten Vorkämpfer unserer evangelisch lutherischen Kirche in unserer Zeit, ein treuer Bekenner und Diener des göttlichen Wortes, ein Prediger der Gerechtigkeit allein aus dem Glauben, ein treuer, mit vielen Früchten gesegneter Hirte seiner Heerde, ein rechter Vater eines ganzen Landes, ein Mann mit einem Herzen voll Demuth und Gehorsam gegen Gott, voll Liebe Treue und Güte gegen Menschen, von Vielen verkannt und ohne Grund geschmäht, aber desto mehr und mit Grund von Vielen geliebt und verehrt. Was das Wesen lutherischer Frömmigkeit characterisirt: vor Allem unbedingtes felsenfestes Halten am Worte Gottes, ein Stehen auf dem Worte, das alle Höhen und Tiefen menschlicher Weisheit dagegen für nichts achtet und kein höheres Gut auf der Welt kennt, als dieses Wort; ein brennender Eifer für die reine Lehre und das schriftgemäße Bekenntniß der Kirche, der im Kampfe für das Heiligthum Gottes keinen Fuß breit weicht und Alles für dasselbe hinzugeben bereit ist, der es mit Schmerz zwar, aber mit Standhaftigkeit und Freudigkeit zu Gott trägt, wenn er von sonst lieben aber irrenden Brüdern um des Bekenntnisses willen verkannt und geschmäht wird; tiefer Ernst der Buße und Sündenerkenntniß und fröhlicher allezeit getroster Glaube an die zugerechnete Gerechtigkeit Christi; kindlich frohe Zuversicht in der Gewißheit der Rechtfertigung und ein von allem sauern gesetzlichen Wesen weit entfernter aber deshalb nicht minder gründlicher Ernst der Heiligung; Innerlichkeit des Seelenverkehrs mit Gott, die am liebsten vor der Welt verborgen mit Christo ein Leben in Gott führt, aber dabei jener priesterliche Sinn und jener Bekennermuth, der auch in die Welt aus gehen will mit dem Zeugnisse von Christo zur Rettung der Seelen und zur Mehrung des Reiches Gottes, verbunden mit der ächten altprotestantischen Nüchternheit, die sich weder auf die Wege sentimentaler Askese noch auf die selbstgemachten Dienste verlocken läßt, sondern vor Allem in treuer Erfüllung des göttlich angewiesenen Berufes dienen und Seelen gewinnen will; ja, was wir von den Vätern unserer Kirche rühmen: die männliche Stärke und Tapferkeit, vereint mit kindlicher Weichheit und Milde, der hohe Ernst des Streiters Christi, vereint mit kindlicher Fröhlichkeit und Hingebung, die allezeit tragende und hoffende Liebe, die Unterwürfigkeit unter göttliche und menschliche Ordnung, der Eifer und der eiserne Fleiß, die Standhaftigkeit unter dem Kreuze, die Demuth gegen Gott und auch gegen Menschen — das Alles fand sich auch an ihm und hat ihn uns als einen treuen Sohn der Kirche characterisirt, in dem der Geist Luthers und der Reformatoren lebte. Und das ist in unserer Zeit etwas Großes!
Carl Friedrich Wilhelm Catenhusen ward am 24. Aug. 1792 zu Ratzeburg im Herzogthum Lauenburg geboren. Sein Vater, Lehrer an der Töchterschule in Ratzeburg, war ein frommer, streng rechtlicher Mann, der ihn von früh an zur Gottesfurcht und allem Guten anhielt. So ward ihm das hohe Gut einer einfach bürgerlichen christlichen Erziehung zu Theil und der Segen derselben begleitete ihn durch seine ganze Lebenszeit. Denn obgleich seine Jugend in eine Zeit fiel, wo in Deutschland das Bekenntniß von Christo durch den herrschenden Unglauben fast
English translation AI translation
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from unbelief, for the Holy Scripture, in whose sense the narrative ought to have been rendered, is not a human book of fables, but God's inspired and therefore perfectly true Word,—
from the derogation of the honor of God, for the creation of man from earth in the image of God, with everything that belongs to it, is the crown of creation,—
from the derogation of the saving truths, for if we are to imagine Adam in such a way that he could scarcely be measured against the men who lived later, then the loss of the image of God would not be to be lamented, and the restoration of it would at the very least be an indifferent matter.
Enough of this.
We turn yet to another specimen, in which, after what has been said so far, we may be briefer. It concerns
the Loss of Paradise.
The Holy Scripture says, Gen. 3:24:
"So he drove out the man; and he placed at the east of the garden of Eden Cherubims, and a flaming sword which turned every way."
The Hanöv. Cat. says (Short Religious History, p. 163):
"God drove them away probably by lightnings or by a gulf of fire that had arisen, out of the paradisal region."
We do not reject all conjectures in the field of the Holy Scripture without exception, but what holds of all exposition, preaching and form of doctrine holds of them: it is to be according to the analogy of faith, after the saying:
"Or prophecy, let us prophesy according to the proportion of faith." Rom. 12:7.
The faith that conforms to Scripture knows on this occasion of nothing else than of Cherubim. These are (as is well known) angels.
But the Hanöv. Cat. passes over the angels altogether and brings a conjecture of lightnings and gulfs of fire.
Now it does not say, to be sure, that God the Lord stationed lightnings and gulfs of fire before the garden, but that He drove them out with these, and it also adds the little word "probably."
But,
1) a conjecture in the mouth of a teacher is more than in the mouth of a common man,
2) a conjecture which is set down in writing and print is more than one merely oral,
3) more still is one which is found in a common-school book, intended for use throughout a whole stretch of country in Germany—
Accordingly such a conjecture is no less than a finger-post toward the understanding of the Holy Scripture.
Now where does this finger-post point?— Precisely to where the omission of the angels points. For if the author once wished to conjecture, why does he not rather conjecture that God accomplished this expulsion by the same servants, namely by angels, by whom He kept men from returning to Paradise?
and why does he not leave out his conjecture altogether?
He wished, after all, to give a concise history. Thereby an inserted conjecture gains significance; for the author has rather let brevity go than his conjecture.
Why?— think upon it, dear reader, and if thou canst find no reason which has proceeded from faith in the trustworthy truthfulness of the Word of God, then remember the saying:
"For whatsoever is not of faith is sin." Rom. 14:23.
If the Holy Scripture is not esteemed by thee as God's inspired and therefore infallible Word, then possibly thine unbelief would confirm the justice of my accusation of the Hanöv. Cat. But if it is esteemed by thee as such, then be not angry at him who has the same faith, confesses and defends it, but at him who by his conjectures about the expulsion from Paradise, about the language of the first men, as well as by his doctrinal propositions about a Word of God not inspired, but written only under extraordinary assistance of God, threatens to make this faith waver—not at him who judges the offense, but at him who has presented the offense.
But the examples adduced so far of that irresponsible manner of making the source of all Christian knowledge suspect are far surpassed by how the author treats the history and doctrine of the Person of Christ.
But of that in a separate article.
(To be continued.)
(For the "Lutheraner.")
Karl Friedrich Wilhelm Catenhusen,
late Superintendent of the Duchy of Lauenburg, first spiritual Assessor of the Royal Consistory, Pastor primarius at St. Peter's Church, Ephorus of the Learned School at Ratzeburg.
The memory of this dear man deserves to be established also in the North American Lutheran Church, because it will bring the promised blessing which the memory of the righteous shall have. A detailed biography of him, accurately and beautifully drawn by a Lauenburger, is found in Nos. 66 and 67 of the Sächsisches Kirchen- und Schulblatt, of which the present one is an extract. — The departed was one of the first champions of our Evangelical Lutheran Church in our time, a faithful confessor and servant of the divine Word, a preacher of righteousness by faith alone, a faithful shepherd of his flock, blessed with many fruits, a true father of a whole land, a man with a heart full of humility and obedience toward God, full of love, fidelity and kindness toward men, misjudged and without cause reviled by many, but all the more, and with cause, loved and honored by many. What characterizes the nature of Lutheran piety: above all unconditional, rock-firm adherence to the Word of God, a standing upon the Word, which esteems all heights and depths of human wisdom as nothing against it and knows no higher good in the world than this Word; a burning zeal for the pure doctrine and the Scriptural confession of the Church, which in the struggle for the sanctuary of God yields not a foot's breadth and is ready to give up everything for it, which bears it with pain indeed, but with steadfastness and joyfulness toward God, when it is misjudged and reviled for the sake of the confession by otherwise dear but erring brethren; deep earnestness of repentance and knowledge of sin, and a joyful, ever-comforted faith in the imputed righteousness of Christ; a childlike glad confidence in the certainty of justification, and, far removed from all sour legalism, yet for that reason no less thorough earnestness of sanctification; inwardness of the soul's intercourse with God, which most gladly leads, hidden from the world, a life with Christ in God, yet therewith that priestly mind and that confessor's courage which also wishes to go out into the world with the testimony of Christ for the saving of souls and the increase of the Kingdom of God, joined with the genuine old-Protestant sobriety, which lets itself be allured neither upon the ways of sentimental asceticism nor to self-chosen services, but above all in faithful fulfillment of the divinely appointed calling wishes to serve and win souls; yea, what we praise in the fathers of our Church: the manly strength and bravery, united with childlike tenderness and mildness, the high earnestness of the soldier of Christ, united with childlike cheerfulness and devotion, the ever-bearing and hoping love, the subjection to divine and human order, the zeal and the iron diligence, the steadfastness under the cross, the humility toward God and also toward men—all this was found also in him and has marked him to us as a faithful son of the Church, in whom the spirit of Luther and of the Reformers lived. And that is something great in our time!
Carl Friedrich Wilhelm Catenhusen was born on the 24th of August, 1792, at Ratzeburg in the Duchy of Lauenburg. His father, teacher at the girls' school in Ratzeburg, was a pious, strictly upright man, who from early on held him to the fear of God and to all that is good. Thus the high good of a simple, middle-class Christian upbringing fell to his lot, and the blessing of it accompanied him through his whole lifetime. For although his youth fell in a time when in Germany the confession of Christ was almost