Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 24-25 › Seite 197
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-07-29, Seite 197
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3
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dadurch können wir unsererseits doch wohl am besten verhüten, daß der unschätzbare Schatz der reinen Lehre, den Gott nun in unsere Hände gegeben hat, von unsern Kindern nicht wieder aus den Händen gegeben werde, wenn wir zu Grabe gegangen sind. Mögen wir aber vor allem den Vätern in der Kraft des HErrn nacheifern, und die Zeit der Ruhe und des Friedens wohl auskaufen, um auf unsern allerheiligsten Glauben uns immer mehr durch den hl. Geist zu erbauen, um für uns und die Kirche um Treue und Standhaftigkeit und Vermehrung der Gaben des Geistes zu beten, um uns in der Liebe Gottes zu behalten und in der brüderlichen Liebe immer fester zusammenzuschließen und wartend auf die Barmherzigkeit Gottes und los von dem Unrath der Erde in guten Werken nach dem ewigen Leben zu trachten. Denn gar bald dürfte Gott uns auf die Probe stellen und sehen wollen, was für Schüler des Wortes wir seien und wer weiß, wie bald, in der neuen Welt Zustände heraufgeführt werden können, in denen wir Lutheraner mit jenen Salzburgern Gleiches, wo nicht Schwereres von unserm alten Erbfeind, der römischen Hure, erfahren müssen. Darum
Schwäng're vor, o güldner Regen,
Uns, dein dürres Erb' und Erd!
Daß wir dir getreu sein mögen,
Und nicht achten Feuer und Schwert.
Als in Liebe trunken,
Und in dir versunken!
Mach dein' Kirch' am Glauben reich,
Daß das End' dem Anfang gleich!
M. F. L.
Todesnachricht.
So reichgesegnet und erquickend die diesjährige Versammlung unserer Synode in St. Louis für alle, die daran Theil nehmen konnten, durch Gottes Gnade war, so hat es doch Gott gefallen, die Glieder derselben in dieser Zeit zugleich in tiefe Trauer zu versetzen. Unter den Gegenwärtigen befand sich auch Herr Pastor Otto Eißfeldt aus Sheboygan im Staate Wisconsin. Frisch und gesund war derselbe in St. Louis angekommen u. hatte in den ersten sechs Sitzungstagen an allen Verhandlungen den regsten thätigen Antheil genommen. Die in dieser Zeit hier gerade herrschende ungewöhnliche fast unerträgliche Hitze scheint aber endlich auf die eigenthümliche körperliche Constitution des Genannten (er war sehr vollblütig) einen besonders nachtheiligen Einfluß ausgeübt zu haben. Schon an der Nachtsitzung am Dienstag den 27 Juni konnte er nur noch mit Mühe theilnehmen. Am Tage darauf erschien er in der Morgensitzung gar nicht, sein Nichterscheinen mit Unwohlsein entschuldigen lassend. Noch bis Mittag zwölf Uhr hatte das Uebelbefinden keinen bedenklichen Character angenommen, daher er es noch immer für unnöthig erachtete, deswegen einen Arzt zu consuliren, wozu Schreiber dieses ihn aufgefordert hatte. Wenige Minuten jedoch darnach erhob sich der Patient und verließ plötzlich mit der Erklärung, den, wenige Schritte vom Hause wohnenden, Arzt aufsuchen zu wollen, unter Begleitung eines Freundes das Zimmer. Der Arzt erklärte die Krankheitsäußerungen für Vorboten eines hitzigen Fiebers, dem er aber noch begegnen zu können hoffe, verordnete die Dem entsprechenden Medicamente u. forderte den Kranken auf, zunächst in seiner, des Doktors, Wohnung zu bleiben, bis er von einigen Krankenbesuchen werde zurückgekommen sein. Ehe dies jedoch geschehen war, hatte sich der fieberhafte Zustand über Erwarten schnell gesteigert, es trat Bewußtlosigkeit ein und mit derselben die Symptome eines sich vorbereitenden Steck- und Schlagflusses. Als Schreiber dieses Nachmittags um die vierte Stunde in des Doktors Wohnung trat, fand er mit Bestürzung den theuren Bruder bereits in diesem Zustande. Alle angewendeten Mittel zeigten sich jetzt völlig erfolglos und schon eine halbe Stunde darnach mußten wir denn mit Thränen sehen, wie der HErr Seinen jungen Knecht aus der Arbeit zur Ruhe rief. Der Leser kann sich denken, wie erschütternd die Kunde von dem erfolgten Abscheiden des geliebten Bruders den versammelten Brüdern war. Am Tage darauf gegen Abend geleitete die Synode nebst einer großen Anzahl hiesiger Gemeindeglieder den sterblichen Leib des Entschlafenen zu seiner Ruhe auf den in der Nähe des Colleges befindlichen Gemeindegottesacker.
Der Heimgegangene war ein Zögling des Concordia-Collegiums. Behufs seiner Aufnahme in dasselbe, resp. in das Seminar, reichte derselbe nach hiesigem Gebrauch einen in lateinischer Sprache geschriebenen kurzen Abriß seines Lebens ein. Hieraus theilen wir denn Folgendes mit:
„Ich bin im Jahre 1825 den 6. Mai auf einem von meinem Vater gepachteten Lande des Grafen Stolberg Wernigerode, Sophienhof genannt, geboren. Meine Eltern wandten großen Fleiß an, mich zur Gottseligkeit und Erkenntniß des göttlichen Wortes zu erziehen. Sie hatten jedoch damals noch nicht den Grad christlicher Erkenntniß erreicht, um die schändliche Lehrweise unserer Lehrer zu durchschauen; daher es denn geschah, daß wir, obgleich in der biblischen Geschichte und in der Glaubenslehre unterwiesen, dennoch die heilsame Speise nicht empfingen. Bis zum zwölften Jahre blieb ich im väterlichen Hause, worauf ich auf das Lyceum zu Hannover gethan wurde, um hier eine wissenschaftliche Ausbildung zu erhalten. Als jedoch meine Eltern sahen, daß die Verführungen der Stadt einen verderblichen Einfluß auf mich äußerten, riefen sie mich wieder in das elterliche Haus zurück, wo ich nun wieder ein Jahr lang den Unterricht vermittelst eines Hauslehrers genoß. Im Herbst des Jahres 1840 wurde ich hierauf von meinen lieben Eltern auf das Pädagogium zu Ilefeld gesendet, um hier zum academischen theologischen Studium vorbereitet zu werden. Hier blieb ich 4 Jahr 6 Monat, erhielt auch nun zwar das Zeugniß der Reife zum Abgang auf die Universität, hatte aber mit den in der Jugend empfangenen Eindrücken des Wortes Gottes zugleich die Lust zum theologischen Studium verloren. Es war mir daher ganz erwünscht, jetzt eine Anstellung als Eisenbahn-Offiziant zu erhalten, in welcher Stellung ich denn 1 Jahr 6 Monate verblieb. Mein Vater starb, und meine theure Mutter nahm daher die Stelle einer Vorsteherin an einer Kranken- und Armen-Anstalt in Hannover an, dahin nun auch ich mich wendete, um hier auf der polytechnischen Anstalt Mechanik und Architectonik zu studieren. Ich kann Gott nicht genug preisen, daß Er mich dahin geführt hat, indem ich hier theils durch den Umgang mit einem gläubigen Christen, theils durch die Predigten des berühmten und ausgezeichneten Pastors Dr. Petri aus den betretenen verderblichen Wegen der Welt herausgerissen und nicht nur zur Einsicht in mein geistliches Elend, sondern auch zur lebendigen Erkenntniß meines Heilandes und des Heils in Ihm gebracht wurde. Nachdem ich nun später die Stelle eines Revisors in Clausthal während Eines Jahres bekleidet hatte, erwachte in mir wieder mächtig der Trieb, in den Beruf zu kommen, zu welchem ich ursprünglich bestimmt war, nehmlich ein Verkündiger des seligmachenden Evangeliums zu werden. Herr Dr. Petri bestärkte mich hierin und verschaffte mir Mittel, in Begleitung meiner theuren Mutter nach Amerika, dahin schon drei meiner Brüder gegangen waren, auszuwandern und mich hier zum Dienste der Kirche vorzubereiten. Erhaltener Anweisung gemäß, wendete ich mich zunächst nach Fort Wayne, wo ich im September des Jahres 1849 durch Gottes Hülfe glücklich ankam und in das dortige Seminar eintrat. Meinen verehrten Lehrern, Herrn Dr. Sihler und Prof. Biewend, erschien es jedoch angemessener, daß ich meine theologischen Studien in dem Concordia-College vollendete, daher ich denn, die Ueberzeugung derselben theilend, mich nun hieher gewendet habe.“—
So weit die eigenen Worte des Seligen. Am 16. April 1850 kam derselbe, begleitet von seinem vertrauten Freunde, den ihm bereits in die selige Ewigkeit vorangegangenen Georg Bolck, nachmaligem Pastor zu New Orleans, hier an und verblieb mit demselben bis Ostern 1853 in der Anstalt; mit seinem Freunde ein Vorbild eines gottseligen Studenten. Hierauf erhielt er einen Ruf als Pfarrer der lutherischen Gemeinde in Scheboygan, Wiskonsin (mit zwei Filialen), in deren Mitte er am Trinitatisfeste den 22. Mai v. J. ordinirt wurde, an demselben Tage, an welchem auch sein Freund Bolck in New Orleans zum heil. Predigtamte eingesegnet wurde. Er führte sein beschwerliches Amt mit großer Treue und ausnehmendem Eifer. Die damit verbundenen herrlichen Gaben, womit der Selige ausgerüstet war, ließen einen großen Segen für unsre Kirche hier von seiner Arbeit hoffen. Doch der HErr, dessen Wege nicht unsre Wege, und dessen Gedanken nicht unsre Gedanken sind, hatte es anders beschlossen. Ihm sei Preis und Ehre in Ewigkeit. Amen
English translation AI translation
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by this we, for our part, can best prevent the priceless treasure of pure doctrine, which God has now placed in our hands, from being given out of the hands of our children again, when we have gone to the grave. But above all may we emulate the fathers in the power of the LORD, and redeem the time of rest and peace, that we may build ourselves up ever more in our most holy faith through the Holy Ghost, that we may pray for ourselves and for the Church for faithfulness and steadfastness and an increase of the gifts of the Spirit, that we may keep ourselves in the love of God and join ever more firmly together in brotherly love, and, waiting for the mercy of God and free from the filth of the earth, strive in good works after eternal life. For very soon God may see fit to put us to the test and to see what kind of disciples of the Word we are; and who knows how soon conditions may be brought about in this New World in which we Lutherans must experience the same as those Salzburgers, if not worse, from our old hereditary foe, the Roman harlot. Therefore
Hasten on, O golden rain,
Upon us, thy parched heritage and land!
That we may be true to thee,
And heed not fire and sword.
As drunk with love,
And sunk in thee!
Make thy Church rich in faith,
That the end may equal the beginning!
M. F. L.
Notice of a Death.
However richly blessed and refreshing this year's assembly of our Synod in St. Louis was, by God's grace, for all who could take part in it, yet it pleased God to plunge its members at the same time into deep sorrow. Among those present was also Pastor Otto Eißfeldt of Sheboygan in the State of Wisconsin. He had arrived in St. Louis fresh and well, and in the first six days of the sessions had taken the most active part in all the proceedings. But the unusual, almost unbearable heat prevailing here at just that time seems at last to have exerted a particularly harmful influence on the peculiar bodily constitution of the deceased (he was of very full-blooded habit). Already at the night session on Tuesday the 27th of June he could take part only with difficulty. On the following day he did not appear at all at the morning session, excusing his absence on account of indisposition. Until noon twelve o'clock the ailment had assumed no alarming character, wherefore he still thought it unnecessary to consult a physician on that account, to which the writer of this had urged him. A few minutes afterward, however, the patient rose and suddenly left the room, accompanied by a friend, with the declaration that he would seek out the physician, who lived but a few steps from the house. The physician pronounced the symptoms of illness to be forerunners of a violent fever, which he yet hoped to be able to counter, prescribed the appropriate medicines, and bade the sick man remain for the present in his, the doctor's, dwelling until he should have returned from some visits to patients. Before this had happened, however, the feverish condition had increased with unexpected speed; unconsciousness set in, and with it the symptoms of an impending apoplexy. When the writer of this entered the doctor's dwelling that afternoon about the fourth hour, he found with dismay the dear brother already in this condition. All the means applied now proved wholly without effect, and half an hour later we had to see with tears how the LORD called His young servant from his labor to rest. The reader may imagine how shocking the news of the departure of the beloved brother was to the assembled brethren. On the following day toward evening the Synod, together with a great number of members of the local congregation, escorted the mortal body of the departed to its rest in the congregation's burial ground near the College.
The departed was a pupil of Concordia College. For his admission into it, that is, into the Seminary, he submitted, according to the custom here, a brief sketch of his life written in the Latin language. From this we communicate the following:
"I was born in the year 1825, on the 6th of May, on a piece of land of Count Stolberg-Wernigerode, called Sophienhof, leased by my father. My parents took great pains to bring me up in godliness and in the knowledge of the divine Word. But they had not at that time attained such a degree of Christian knowledge as to see through the shameful manner of teaching of our teachers; wherefore it came to pass that we, although instructed in biblical history and in the doctrine of faith, nevertheless did not receive the wholesome food. Until the twelfth year I remained in my father's house, whereupon I was sent to the Lyceum at Hannover, to obtain a scholarly education there. But when my parents saw that the temptations of the city exerted a ruinous influence upon me, they called me back into the parental house, where I again enjoyed instruction for a year by means of a private tutor. In the autumn of the year 1840 I was thereupon sent by my dear parents to the Pädagogium at Ilefeld, to be prepared there for academic theological study. Here I remained 4 years 6 months, and received indeed the certificate of maturity for leaving for the university, but with the impressions of the Word of God received in youth I had at the same time lost the desire for theological study. It was therefore quite welcome to me now to obtain a position as a railway official, in which position I remained 1 year 6 months. My father died, and my dear mother therefore took the position of matron at a hospital and poorhouse in Hannover, whither I also now turned, to study mechanics and architecture at the polytechnic institute there. I cannot praise God enough that He led me thither, since here, partly through intercourse with a believing Christian, partly through the sermons of the renowned and distinguished Pastor Dr. Petri, I was torn out of the ruinous ways of the world which I had trodden, and brought not only to an insight into my spiritual misery, but also to a living knowledge of my Savior and of the salvation in Him. After I had later held the position of a revisor in Clausthal for one year, the impulse awoke mightily in me again to enter upon the calling for which I was originally destined, namely to become a preacher of the saving Gospel. Dr. Petri strengthened me in this and procured for me the means to emigrate to America, whither three of my brothers had already gone, in company with my dear mother, and to prepare myself here for the service of the Church. According to the direction received, I turned first to Fort Wayne, where by God's help I arrived safely in September of the year 1849 and entered the seminary there. To my honored teachers, Dr. Sihler and Prof. Biewend, it seemed however more fitting that I should complete my theological studies in Concordia College, wherefore I, sharing their conviction, have now turned hither."—
So far the words of the departed himself. On the 16th of April 1850 he arrived here, accompanied by his intimate friend Georg Bolck, who had already preceded him into blessed eternity, afterwards pastor at New Orleans, and remained with him in the institution until Easter 1853, being with his friend a pattern of a godly student. Thereupon he received a call as pastor of the Lutheran congregation at Scheboygan, Wisconsin (with two branches), in whose midst he was ordained on Trinity Sunday, the 22nd of May of last year, on the same day on which his friend Bolck was also consecrated to the holy ministry at New Orleans. He conducted his burdensome office with great faithfulness and exceeding zeal. The glorious gifts connected therewith, with which the departed was equipped, gave ground to hope for a great blessing for our Church here from his labor. But the LORD, whose ways are not our ways, and whose thoughts are not our thoughts, had decided otherwise. To Him be praise and honor in eternity. Amen