Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 24-25 › Seite 187
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-07-29, Seite 187
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3
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Und gerade diese Fälle machen es genugsam einleuchtend, wie annehmlich und angemessen gerade unser Vorschlag eines Colloquii mit Hrn. P. Grabau sei, womit auch die Breslauer lutherischen Brüder, sogar ohne diese unsre Orientirung einverstanden sind; denn es möchten nicht wenige Bannfälle vorliegen, die gerade — und das ist noch die beste Annahme — in Folge von Hrn. P. Grabau's falscher Lehre von der Gewalt des Predigtamtes und sonderlich seiner unevangelischen Auslegung von Ebr. 13, 17. sich zugetragen haben — Fälle, die er also, in Folge seiner Lehre für gerecht, wir aber, in Folge unsrer Lehre, die ja in That und Wahrheit die unsrer Kirche ist, für ungerecht halten. Wie könnten wir daher in Beurtheilung solcher Fälle Eins werden, ehe nicht eine Vergleichung in der Lehre stattgefunden hat?
Fürs Andre, was nun das „sofort“ der Aufnahme der „excommunicirten Sünder“ und der Absolution derselben durch unsre Pastoren (dessen die 2te Frage des Hrn. P. Grabau Ermähnung thut) betrifft, so sei es gestattet, der Ehrw. Conferenz eine kurze historische Uebersicht der Ereignisse und unseres Verfahrens zu geben, um daraus, ob Gott will, ein unpartheiisches Urtheil zu gewinnen, ob es sich mit diesem: „sofort“ also halte, wie vorgegeben.
Zuerst sendeten, noch ehe die Synode von Missouri ꝛc. ins Leben trat, die nach Missouri im Jahre 1838 ausgewanderten sächsischen Prediger einer Anzahl Lutheraner im Staate Wisconsin, die früher von Herrn Pastor Kindermann provisorisch bedient worden waren, auf ihr Bitten einen Prediger, unter denen nicht nur keiner im Bann lag, sondern die auch Herr Pastor Kindermann erst selbst an die genannten Prediger in Missouri gewiesen hatte, als von denen sie noch einen rechtgläubigen Prediger erhalten könnten. Später zwar, als es sich herausstellte, daß die Sachsen in die, in einem von Pastor Grabau erlassenen s. g. Hirtenbriefe enthaltene, Lehre, insonderheit von Ordination und Predigergewalt, nicht einstimmen könnten, war Herr Pastor Kindermann allerdings dem entgegen, daß sich jene Lutheraner durch die Genannten versorgen lassen wollten; weder jene aber, welche von der Schriftmäßigkeit der Lehre der sächsischen Pastoren überzeugt worden waren, fanden nun in der nunmehrigen Abgeneigtheit Herrn P. Kindermann's gegen dieselben einen Grund, einen Candidaten aus deren Mitte nicht zu rufen, noch die Sachsen, ihnen auf ihr dringendes Bitten einen solchen nicht zu empfehlen und zu senden. Dieß geschah im Spätherbst 1844.— Erst vom Jahre 1847 an, wo die Synode von Missouri ꝛc. zusammentrat, sind von Zeit zu Zeit Lutheraner von uns, und zwar nun von der ganzen Synode, aufgenommen worden, welche vorher zu Gemeinden der Synode von Buffalo gehört hatten und unter denen sich auch eine Anzahl von solchen befand, über welche bereits der Bann verhängt worden war. Nie aber sind sie „sofort“ aufgenommen worden. Wir haben vielmehr alles gethan, was wir nur mit gutem Gewissen thun zu können glaubten, um einen hierdurch möglicher Weise erfolgenden kaum heilbaren Riß abzuhalten. Nur Herr Pastor Grabau machte jeden Versuch zur Einigung in der Lehre und zur Verständigung über die practischen Fälle zu nichte. Er hatte, um hier noch einmal zurückzugehen, wie oben erwähnt, einen s. g. „Hirtenbrief“ geschrieben, welchen er im Jahre 1840 zu Beilegung entstandener Zerwürfnisse in seinen Gemeinden erlassen und u. A. auch an die sächsischen Prediger zur Beurtheilung zugeschickt hatte. Diese hatten denn auch ihr Urtheil über denselben ihm zugehen lassen. Da aber die sächsischen Prediger kurz zuvor durch Gottes Gnade zur Erkenntniß des falschen, halbpapistischen Lutherthums gekommen waren, zu dem sie sich durch den bekannten Pastor Stephan aus Dresden hatten verführen lassen, so waren sie allerdings mehr, als sonst der Fall gewesen sein würde, darüber erschrocken, in dem „Hirtenbrief“ ganz dieselben gefährlichen Grundsätze wieder zu finden, die sie an den Rand geistlichen und leiblichen Verderbens geführt hatten. So brüderlich daher auch die Gesinnung war, mit welcher sie jenes Urtheil über den „Hirtenbrief“ (im Juli 1843) abgefaßt hatten, so entschieden war jedoch das Zeugniß, was sie darin gegen die vorgefundene falsche Lehre aus Drang ihres Gewissens abgelegt hatten. Dieß hatte Herrn P. Grabau so sehr erbittert, daß er den sächsischen Predigern eine Antikritik zugesendet hatte, in welcher er, ohne z. B. seine dürr und rund aufgestellte Behauptung im Hirtenbriefe, daß erst durch das Amt die Sacramente kräftig und wirksam würden, und andere grobe Irrthümer zu widerrufen, deren Schrift- und Symbolwidrigkeit die sächs. Pastoren ihm auf die schonendste Weise nachgewiesen hatten, diesen vielmehr nicht nur 17 Irrthümer ohne allen Nachweis angeheftet, sondern ihnen auch u. A. erklärt hatte: „Schließlich versichere ich Ihnen, daß ich Sie nicht für solche lutherische Pastoren erkennen kann, die sich noch mit Ernst zu Gottes Wort und zu den Symbolen der Kirche halten.“ (1844.) Im Juni des Jahres 1845 hatten die Pastoren Grabau, von Rohr, Kindermann und Krause hierauf ihre erste Synode gehalten und trotz des in ihren eigenen Gemeinden laut gewordenen und an sie gebrachten Wunsches, daß auch die Sachsen zu Beilegung des entstandenen Zwiespaltes dazu eingeladen werden möchten, diesen vielmehr schon damals gemeldet, daß sie selbige unter den obwaltenden Umständen nicht einladen könnten. Noch hatten die Sachsen jetzt gegen Pastor Grabau und die mit demselben Einstimmenden nicht ein Wort veröffentlicht, sondern die Sache mit Fleiß privatim verhandelt, als Pastor Grabau die Sache zuerst in die Oeffentlichkeit zog und die Sachsen in seinem ersten Synodalbrief als falsche Lehrer mit offenbarer Verkehrung der von denselben dargelegten reinen Lehre öffentlich brandmarkte. Dieselben unterließen nicht, sich schriftlich zu rechtfertigen. Da aber der gepflogene Briefwechsel zu keinem günstigen Resultate geführt hatte, luden sie, die sächsischen Pastoren, schon im Jahre 1846 Herrn Pastor Grabau zu einem Gespräch in Fort Wayne ein, Herr P. Grabau kam nicht, sich mit den Umständen entschuldigend, jedoch mit dem Versprechen, spätestens im Frühjahr 1847 eine Conferenz mit den sächsischen Pastoren abzuhalten. Auch diese Zeit verfloß und Herr P. Grabau machte keine Anstalt zu einer Zusammenkunft. Ja, obgleich schon im Januar 1847 selbst der Pastor und die Vorsteher der zur Buffalo-Synode gehörenden Gemeinde zu Kirchhayn im Staate Wiskonsin Pastor Grabau im Namen der Gemeinde dringend baten, eine Synode abzuhalten, zu dem Zweck, „um die zwischen den missourischen Predigern und ihnen“ (von der Grabauischen Fraction) „obschwebenden Streitigkeiten beilegen zu können,“ so schlug dies dennoch P. Grabau ab und führte dadurch auch in der Kirchhayner Gemeinde eine Spaltung herbei.— In dieser Zeit wendeten sich eine Anzahl Lutheraner, gewesene Glieder der Gemeinden des Pastors Krause, an die sächs. Prediger mit der Bitte um ein Gutachten wegen gewisser höchst gravirender Beschuldigungen ihres vormaligen Seelsorgers in Betreff seiner Lehre und seines Lebens. Da im April 1847 die sich bildende Synode von Missouri ihre ersten Sitzungen in Chicago am Michigansee halten sollte, so wurde die Sache bis dahin verschoben und die Herren PP. Grabau und Krause eingeladen, dorthin zu kommen und mit den Sachsen über die obschwebenden Streitigkeiten brüderlich zu conferiren, mit Vermeldung, was jene Lutheraner den sächsischen Predigern vorgelegt. Die ersteren erschienen aber auch diesmal nicht, bestimmten vielmehr die ganze von ihnen geleitete Synode von Buffalo, als sich dieselbe im Juli 1848 zum zweiten Male versammelte, öffentlich zu erklären: „daß P. Grabau auf solche Einladung und solcher Weise hinzureisen nicht befugt gewesen,“ angeblich nehmlich weil nicht alle seine Amtsbrüder mit eingeladen worden seien, die Verhandlungen also ohne Zeugen hätten geschehen sollen (!), und weil endlich die s. g. „Rottenprediger“ noch nicht zurückgerufen worden seien. Es war dies außer allem Zweifel nur eine leere unehrliche Ausflucht, da es erstlich sich von selbst verstand, daß, wenn die beiden anderen Prediger, von Rohr und Kindermann, mitgekommen wären, die sächsischen Prediger das nur für eine günstige Aufnahme ihrer Einladung und für ein freundliches Entgegenkommen angesehen haben würden; es mußte jenen selbst offenbar sein, daß diese nur, um nicht unbescheiden zu sein, nicht die Gegenwart aller vier Pastoren verlangt hatten. Was nun ferner die vorgeschobenen „Rottenprediger“ betrifft, so verstand man damals den Pastor Geyer und einen gewissen Klügel darunter. Ersterer war allerdings, wie bemerkt, durch Vermittelung der sächsischen Prediger nach Wiskonsin gekommen, um Lutheranern zu dienen, welche früher Herr P. Kindermann provisorisch bedient und von denen er daher zu weiterer Bedienung eine neue Vocation verlangt hatte; allein diese Sendung war, wie gezeigt, in nichts weniger als rottirerischer Weise geschehen, sondern erst später von den
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And precisely these cases make it sufficiently clear how acceptable and appropriate precisely our proposal of a colloquy with Mr. P. Grabau is, with which the Breslau Lutheran brethren also, even without this our orientation, are in agreement; for there might be not a few cases of the ban which have occurred, precisely, and that is still the best supposition, as a result of Mr. P. Grabau's false doctrine of the power of the preaching office and especially of his unevangelical interpretation of Heb. 13:17, cases which he accordingly, as a result of his doctrine, holds to be just, but we, as a result of our doctrine, which is in deed and truth that of our Church, hold to be unjust. How could we therefore become one in the judgment of such cases before a reconciliation in doctrine has taken place?
In the second place, as regards the "immediately" of the reception of the "excommunicated sinners" and their absolution by our pastors (of which the 2nd question of Mr. P. Grabau's admonition makes mention), let it be permitted to give the Reverend Conference a brief historical survey of the events and of our procedure, in order to gain from it, God willing, an impartial judgment whether it stands as this "immediately" has it, as alleged.
First, before the Synod of Missouri, etc., came into being, the Saxon preachers who had emigrated to Missouri in the year 1838 sent, at their request, a preacher to a number of Lutherans in the State of Wisconsin who had formerly been served provisionally by Pastor Kindermann, a preacher among whom not only was none under the ban, but whom Pastor Kindermann himself had first referred to the said preachers in Missouri as those from whom they might still obtain an orthodox preacher. Later, to be sure, when it appeared that the Saxons could not agree to the doctrine contained in the so-called Hirtenbrief issued by Pastor Grabau, particularly concerning ordination and the power of the preachers, Pastor Kindermann was indeed opposed to those Lutherans being supplied by those named; but neither those who had become convinced of the Scriptural character of the doctrine of the Saxon pastors found in Pastor Kindermann's now existing aversion to them a reason not to call a candidate from their midst, nor the Saxons not to recommend and send one to them at their urgent request. This took place in the late autumn of 1844. — Only from the year 1847 on, when the Synod of Missouri, etc., came together, have Lutherans been received by us from time to time, and indeed now by the whole Synod, who formerly had belonged to congregations of the Synod of Buffalo and among whom there was also a number of such as had already had the ban pronounced upon them. But never have they been received "immediately." We have rather done everything that we believed we could do with a good conscience, in order to prevent a rift that might possibly follow from it and be scarcely healable. Only Pastor Grabau frustrated every attempt toward unity in doctrine and toward an understanding about the practical cases. He had, to go back here once more, as mentioned above, written a so-called "Hirtenbrief," which he issued in the year 1840 for the settling of disputes that had arisen in his congregations, and had sent, among others, to the Saxon preachers also for their judgment. These had thereupon sent him their judgment of it. But since the Saxon preachers had shortly before, by God's grace, come to the knowledge of the false, half-papistic Lutheranism into which they had let themselves be seduced by the well-known Pastor Stephan of Dresden, they were indeed more alarmed, than would otherwise have been the case, to find again in the "Hirtenbrief" the very same dangerous principles which had brought them to the brink of spiritual and bodily ruin. So brotherly therefore as was the disposition with which they drew up that judgment of the "Hirtenbrief" (in July 1843), so decided nevertheless was the testimony which they had given therein, from the constraint of their conscience, against the false doctrine they found. This had so embittered Mr. P. Grabau that he had sent the Saxon preachers an Antikritik, in which he, without retracting, for example, his bluntly and flatly stated assertion in the Hirtenbrief that the Sacraments become effectual and efficacious only through the Office, and other gross errors, whose contrariety to Scripture and the Symbols the Saxon pastors had pointed out to him in the gentlest manner, rather charged them with not merely 17 errors without any proof, but also declared to them among other things: "Finally I assure you that I cannot recognize you as such Lutheran pastors as still hold earnestly to God's Word and to the Symbols of the Church." (1844.) In June of the year 1845 the Pastors Grabau, von Rohr, Kindermann and Krause had thereupon held their first synod, and in spite of the wish that had become loud in their own congregations and been brought to them, that the Saxons also be invited to it for the settling of the discord that had arisen, they had instead already announced to them at that time that they could not invite them under the existing circumstances. The Saxons had still not published a word against Pastor Grabau and those agreeing with him, but had negotiated the matter privately with diligence, when Pastor Grabau first drew the matter into publicity and publicly branded the Saxons in his first Synodalbrief as false teachers with a manifest perversion of the pure doctrine presented by them. They did not fail to justify themselves in writing. But since the correspondence carried on had led to no favorable result, they, the Saxon pastors, already in the year 1846 invited Pastor Grabau to a conversation at Fort Wayne; Mr. P. Grabau did not come, excusing himself with circumstances, yet with the promise to hold a conference with the Saxon pastors at the latest in the spring of 1847. This time also passed, and Mr. P. Grabau made no preparation for a meeting. Yes, although as early as January 1847 even the pastor and the elders of the congregation at Kirchhayn in the State of Wisconsin, belonging to the Buffalo Synod, urgently begged Pastor Grabau in the name of the congregation to hold a synod, for the purpose "of being able to settle the pending disputes between the Missourian preachers and them" (the Grabauite faction), P. Grabau nevertheless refused this and thereby brought about a division also in the Kirchhayn congregation. — In this time a number of Lutherans, former members of the congregations of Pastor Krause, turned to the Saxon preachers with the request for an opinion on account of certain highly grave accusations against their former pastor concerning his doctrine and his life. As in April 1847 the Synod of Missouri, then forming, was to hold its first sessions at Chicago on Lake Michigan, the matter was put off until then and the Pastors Grabau and Krause were invited to come there and to confer brotherly with the Saxons about the pending disputes, with notice of what those Lutherans had laid before the Saxon preachers. The former, however, did not appear this time either, but rather induced the whole synod led by them, the Synod of Buffalo, when it assembled for the second time in July 1848, to declare publicly: "that P. Grabau was not authorized to travel there on such an invitation and in such a manner," allegedly, namely, because not all his fellow-ministers had been invited with him, the negotiations would therefore have had to take place without witnesses (!), and because, finally, the so-called "factious preachers" had not yet been recalled. This was beyond all doubt only an empty, dishonest evasion, since in the first place it went without saying that, if the two other preachers, von Rohr and Kindermann, had come along, the Saxon preachers would have regarded it only as a favorable reception of their invitation and a friendly meeting of them; it must have been manifest to those themselves that these had asked for the presence of all four pastors only in order not to be immodest. As to the "factious preachers" alleged, men understood by them at that time Pastor Geyer and a certain Klügel. The former had indeed, as remarked, come to Wisconsin through the mediation of the Saxon preachers, to serve Lutherans whom Mr. P. Kindermann had formerly served provisionally and from whom he had therefore demanded a new call for further ministration; but this mission had, as shown, been in nothing less than a factious manner, but only later by the