Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 24-25 › Seite 195
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-07-29, Seite 195
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3
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an mit den Indianern auf freundschaftlichem Fuße, wobei er denn auch nicht versäumte, sie für das Evangelium zu gewinnen. O hätte man sich nur stets so gegen unsere rothen miterlösten Brüder verhalten, so wären ihrer wohl mehr für das Evangelium gewonnen worden!
In Folge der guten Nachrichten von dem Aufblühen der Colonie in Georgien erließ durch Vermittlung des schon genannten Pastor Urlsperger die in England entstandene „Gesellschaft zur Pflanzung des Evangeliums im Auslande“ eine Einladung an die vertriebenen Salzburger zur Uebersiedlung nach Georgien. Freie Ueberfahrt, Versorgung mit den nöthigen Mitteln für den ersten Anfang, Land für sie und ihre Kinder, Freiheit von Abgaben auf 10 Jahre und nach Verlauf derselben Vergütung des Landpreises und der gemachten Vorschüsse durch eine jährliche mäßige Rente — das waren die edelmüthigen Anerbietungen, die ihnen gemacht und nachher auch treulich gehalten wurden. Es läßt sich denken, daß diese Einladung mit Freuden von denjenigen Salzburgern vernommen wurde, welche mit ihren Brüdern nicht nach Lithauen gezogen waren, sondern sich vornemlich in Schwaben und in den süddeutschen Reichsstädten niedergelassen hatten und sich wohl kümmerlicher nähren mußten, als die in Lithauen. So geschah es denn, daß sich noch im Jahre 1733 ein Häuflein von 90 Pilgrimen bildete, welches unter der Anführung zweier muthiger und gottseliger Prediger, des J. M. Boltzius und G. C. Gronau, beide Zöglinge des Halle'schen Waisenhauses, nach Georgien schiffen sollte. Durch eine ihnen gehaltene Abschiedspredigt erquickt, mit Bibeln, Catechismen, Gesangbüchern und andern Erbauungsschriften reichlich versorgt, und mit drei Wagen, wovon der eine ihre wenigen Habseligkeiten und ein jeder der andern beiden die Alten, Gebrechlichen und Kinder trug, traten sie am Reformationsfeste 1733 ihre Pilgerfahrt an.
Ihr nächstes Reiseziel war Frankfurt am Main, in das sie paarweise und mit Gesang einzogen. Nach kurzer Rast unter den Glaubensgenossen daselbst schifften sie sich auf dem Main ein, um nach Rotterdam und von da aus nach England zu gelangen. Und als sie so zwischen den herrlichen Ufern des Main und Rhein dahin schwammen, o wie ging ihnen da einmal über das andere der Mund über von Lob und Dank gegen den, der ihnen, den von ihrer Heimath Ausgestoßenen, sogar eine Heimath über dem Weltmeer drüben zu bereiten wußte. Auf dem Main und Rhein sind wohl seitdem nie mehr so viele Lobgesänge erklungen, wie damals, und schwerlich haben diese Ströme seitdem eine solche schwimmende Kirche auf ihrem Rücken getragen.
Als sie am 27. November in Rotterdam anlangten, trafen sie ihre beiden Prediger, Boltzius und Gronau. Da war nun die Freude und der Dank erst recht groß. Ohne langen Verzug eilten sie daher mit denselben über den Kanal hinüber nach Dover, wo sie am 3. Dezember wohlbehalten ankamen und von mehreren Mitgliedern des oben erwähnten Directoriums besucht wurden.
Unter den Zurüstungen zur Seereise kam das heil. Weihnachtsfest herbei — das erste und zugleich das letzte, das sie mit ihren neuen Predigern in der alten Welt begingen. Dann aber, im Januar 1734, sollten sie sich auf das Meer begeben. Ach nicht ohne Grauen der Natur sahen sie den Tag der Abreise herbeikommen. Zitternd vor den unbekannten Gefahren des Weltmeers und von mancherlei schmerzlichen Abschiedsgefühlen bewegt, gingen sie an Bord. Aber bald siegte der durch eine begeisterte Predigt eines ihrer Prediger gestärkte Glaube. Weg war alle Furcht und Blödigkeit für die ganze Seereise, wiewohl sie bei der ungünstigen winterlichen Jahreszeit eine lange, stürmische Fahrt hatten. Ja als einmal am 18. Febr. ein solcher Sturm wüthete, daß alle Segel eingezogen werden mußten und die Meereswellen das Schifflein zu verschlingen drohten — da erschollen mitten im Geheul des Sturmes und Brausen des Meeres Lobgesänge von ihren Lippen. Daß es auf der ganzen Seereise bei ihnen hieß: „Dein Wort sei meine Speise bis ich gen Himmel reise“ - brauche ich dem Leser nicht erst zu versichern. Ja während Viele unserer heutigen Emigranten schon auf dem Schiffe den letzten Rest von Ehrfurcht gegen Gott und sein Wort und Anhänglichkeit an ihre Kirche über Bord werfen, um so als Gottlose im eigentlichen Sinn des Worts in der neuen Welt zu landen, war es vielmehr der aufrichtige Wunsch der Salzburger, als rechte lautere Gottesdiener und Gottselige die neue Heimath zu betreten. Wenn sie daher bei ruhigerem Wetter sich zum gemeinschaftlichen Abendgottesdienst versammeln konnten, so unterließen sie nicht einander zu ermahnen, noch auf der See eine rechte Reformation des Herzens anzustellen und alle fremden Götter, die etwa noch darin wären hinauszuschaffen (1 Mose 35, 2–4) und dieselben in die Tiefe des Meeres zu versenken.
Nachdem sie nun so 104 Tage auf dem Weltmeere zugebracht hatten, landeten sie endlich im März 1734 in Charleston, in Süd Carolina. Sowie sie ans Land traten, fielen sie auf ihre Kniee und damit sie und ihre Nachkommen fort und fort nicht vergäßen, was Psalm 107, 23–32 geschrieben steht, so beschlossen sie, alljährlich den Tag ihrer Landung feierlich zu begehen. Bei der Nachricht von ihrer Ankunft ließ sie Oglethorpe sogleich willkommen heißen und zu Wasser gar nach Savannah führen, was sie nach fünf Tagen erreichten.
Nur wenige Tage rasteten sie daselbst und dann brachen sie auf nach Effingham County. Sie durch sein Beispiel aufzumuntern bei der so mühseligen und gefahrvollen Wanderung durch die ungebahnte Wildnis und ihnen bei der Wahl ihres Wohnplatzes mit Rath und That zu Hande zu geben, begleitete sie der wackere Oglethorpe selbst. Indianer waren ihre Führer durch das Dickicht, umgestürzte Bäume die Brücken, auf welchen sie über Sümpfe und Wasser ans jenseitige Ufer gelangen mußten; gar manche Nacht hatten sie, um ein Feuer gelagert, unter freiem Himmel zuzubringen. Endlich war ein passender Platz zur Niederlassung gefunden; am Savannahflusse, 25 Meilen von der Stadt Savannah schlugen sie ihre Wohnungen auf und nannten diesen ihren ersten Wohnort, der später zur Stadt emporblühte u. der Hauptort der Salzburger blieb, Ebenezer, d. i. Bis hieher hat uns der HErr geholfen. (1 Sam. 7, 12).
Wenn nun aber heutzutage noch die erste Ansiedlung in der Wildniß für deutsche Emigranten mit großen Mühseligkeiten und Entbehrungen aller Art verbunden ist, wie vielmehr war sie es damals, wie vielmehr für unsere Salzburger, die an das heiße, erschlaffende Klima der südlichen Staaten ja nicht gewöhnt waren. „Ihr Anfang war hart. Der Boden war meist unfruchtbar, Pferde und Rinder hatten sie nur wenige, sie verstanden weder Mahl- noch Sägemühlen zu machen und hatten kein Boot, Lebensmittel auf dem Flusse heraufzuholen. Wenn ihnen das Fahrzeug der Regierung nichts brachte, dann mußten die Männer auf ihren Schultern das Brot von der Stadt Savannah durch Sumpf und Wald im Sonnenbrande heraustragen. Dann kamen die Krankheiten u. legten sie nieder; zum Glück hatte ihnen das Halle'sche Waisenhaus von seinen berühmten Arzneien mitgegeben.“
Doch im Vertrauen zu dem HErrn hielten sie unter allen diesen Prüfungen der Anfangszeit aus. Und der HErr ließ sie nicht versucht werden über ihr Vermögen. Zu ihrer Aufhilfe wurden Sammlungen in Deutschland und England veranstaltet, auch die englische Regierung ließ es nicht an bedeutenden Geldunterstützungen fehlen und besoldete überdies ihre Prediger bis in das Jahr 1773. Ganz besonders aber nahm sich der edle Oglethorpe ihrer an. Da sie in den ersten beiden Jahren gar nicht aufkommen konnten, so begab sich derselbe zu ihnen und durch seinen Beistand mit Rath und That, trat bald ein anderer Zustand ein. Dankbar wird dieses Mannes von den Predigern in ihren nach Deutschland geschickten Berichten gedacht und in denselben von ihm gerühmt, daß er nach bestem Vermögen für die Salzburger sorge, daß er eine große Liebe zu den Kindern Gottes hege und daß, wo er gegenwärtig sei und Einrichtungen mache, in Einem Jahre gelänge, was andere in zehn Jahren nicht zu Stande bringen würden. Unter dem Segen Gottes und der Berathung eines solchen Mannes und eigenem unermüdlichen Fleiß konnten sich denn schon im dritten Jahre unsere Ansiedler eines solchen Erfolgs erfreuen, daß z. B. ihr Seidenbau, der erste in Amerika überhaupt, ihnen schon 10, 000 Pfund Rohseide abwarf; und gleiches Glück hatten sie mit dem Indigo, dessen Bau sie gleichfalls zuerst unternahmen.
Gerne möchte ich nun dem Leser ein Mehreres von der Hauptsache, von ihrem Kirchenwesen erzählen; allein hiezu fehlt mir gerade eine Hauptschrift, Urlspergers „Reisediarium.“
English translation AI translation
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on friendly terms with the Indians, whereby he also did not neglect to win them for the Gospel. Oh, if only men had always conducted themselves thus toward our red brethren, redeemed with us, many more of them would probably have been won for the Gospel!
In consequence of the good tidings of the flourishing of the colony in Georgia, through the mediation of the already mentioned Pastor Urlsperger, the "Society for the Propagation of the Gospel in Foreign Parts," which had arisen in England, issued an invitation to the banished Salzburgers to remove to Georgia. Free passage, provision with the necessary means for the first beginning, land for them and their children, freedom from taxes for 10 years and, after their expiry, repayment of the price of the land and of the advances made by a yearly moderate rent — these were the generous offers made to them and afterward also faithfully kept. It may be imagined that this invitation was received with joy by those Salzburgers who had not gone with their brethren to Lithuania, but had settled chiefly in Swabia and in the South German imperial cities and had probably to support themselves more scantily than those in Lithuania. So it came about that in the year 1733 there formed a little band of 90 pilgrims, which, under the leadership of two courageous and godly preachers, J. M. Boltzius and G. C. Gronau, both pupils of the Halle Orphanage, was to sail to Georgia. Refreshed by a farewell sermon preached to them, richly supplied with Bibles, catechisms, hymnbooks and other devotional writings, and with three wagons, of which one carried their few belongings and each of the other two the aged, infirm and children, they began their pilgrimage on the Feast of the Reformation 1733.
Their next destination was Frankfurt on the Main, into which they entered two by two and with singing. After a short rest among the fellow believers there they embarked on the Main, to reach Rotterdam and from there England. And as they floated down between the glorious banks of the Main and the Rhine, oh how their mouths ran over, time after time, with praise and thanks toward Him who knew how to prepare for them, the outcasts from their homeland, even a home beyond the ocean. On the Main and Rhine, no doubt, so many songs of praise have never since resounded as then, and hardly have these rivers since borne on their backs such a floating church.
When they arrived at Rotterdam on the 27th of November, they met their two preachers, Boltzius and Gronau. Then the joy and the thanks were first truly great. Without long delay they hastened with them across the Channel to Dover, where they arrived safe and sound on the 3rd of December and were visited by several members of the above-mentioned board of directors.
Amid the preparations for the sea voyage the holy Christmas feast came on — the first and at the same time the last that they kept with their new preachers in the old world. Then, however, in January 1734, they were to put to sea. Ah, not without the shuddering of nature did they see the day of departure approach. Trembling before the unknown dangers of the ocean and moved by many a painful feeling of parting, they went on board. But soon faith, strengthened by an inspired sermon of one of their preachers, conquered. Gone was all fear and timidity for the whole sea voyage, although, owing to the unfavorable wintry season, they had a long, stormy passage. Yes, when once on the 18th of February such a storm raged that all the sails had to be taken in and the waves of the sea threatened to swallow up the little ship — then, in the midst of the howling of the storm and the roaring of the sea, songs of praise rose from their lips. That throughout the whole sea voyage it was said among them: "Thy Word be my food until I journey to heaven" — I need not first assure the reader. Yes, while many of our emigrants of today already on the ship throw overboard the last remnant of reverence toward God and His Word and attachment to their Church, in order to land thus as godless in the proper sense of the word in the new world, it was much rather the sincere wish of the Salzburgers to enter the new home as true, pure servants of God and godly people. When, therefore, in calmer weather they could assemble for common evening worship, they did not fail to exhort one another to carry out a true reformation of the heart even at sea, and to put away all strange gods that might still be in it (Genesis 35, 2–4) and sink them in the depth of the sea.
When they had thus spent 104 days upon the ocean, they landed at last in March 1734 at Charleston, in South Carolina. As soon as they stepped ashore they fell upon their knees, and in order that they and their descendants might ever and ever not forget what is written in Psalm 107, 23–32, they resolved to celebrate solemnly every year the day of their landing. On the news of their arrival Oglethorpe at once had them bid welcome and conducted by water to Savannah, which they reached after five days.
Only a few days did they rest there, and then they set out for Effingham County. To encourage them by his example in the so toilsome and dangerous journey through the pathless wilderness, and to assist them with counsel and deed in the choice of their dwelling place, the brave Oglethorpe himself accompanied them. Indians were their guides through the thicket, fallen trees the bridges on which they had to cross swamps and water to the farther bank; many a night they had to spend lying about a fire under the open sky. At last a suitable place for settlement was found; on the Savannah River, 25 miles from the city of Savannah, they pitched their dwellings and named this their first dwelling place, which later blossomed into a town and remained the chief place of the Salzburgers, Ebenezer, that is, Hitherto hath the LORD helped us. (1 Sam. 7, 12).
But if even today the first settlement in the wilderness is attended for German emigrants with great hardships and privations of every kind, how much more was it so then, how much more for our Salzburgers, who were not accustomed to the hot, enervating climate of the southern states. "Their beginning was hard. The soil was for the most part unfruitful, horses and cattle they had only few, they understood neither how to make grist mills nor sawmills, and had no boat to bring provisions up the river. When the government's vessel brought them nothing, then the men had to carry on their shoulders the bread from the city of Savannah through swamp and forest in the heat of the sun. Then came the sicknesses and laid them low; fortunately the Halle Orphanage had given them some of its famous medicines."
Yet in trust in the LORD they held out through all these trials of the early time. And the LORD did not suffer them to be tempted above their ability. For their relief collections were made in Germany and England, the English government also did not fail to give considerable money-support and besides paid their preachers up to the year 1773. Quite especially, however, the noble Oglethorpe took them under his care. Since in the first two years they could not get on at all, he betook himself to them, and through his assistance with counsel and deed a different state of things soon set in. Gratefully this man is remembered by the preachers in their reports sent to Germany, and in them it is said in his praise that he cares to the best of his ability for the Salzburgers, that he cherishes a great love for the children of God, and that where he is present and makes arrangements, what others would not accomplish in ten years succeeds in One year. Under the blessing of God and the counsel of such a man and their own untiring diligence our settlers could already in the third year rejoice in such success that, for example, their silk culture, the first in America at all, yielded them already 10,000 pounds of raw silk; and they had the same good fortune with indigo, the cultivation of which they likewise undertook first.
Gladly would I now relate to the reader something more of the main matter, of their church affairs; but for this I lack just now a chief source, Urlsperger's "Reisediarium.