Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 3 › Seite 41
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. Februar 1913, Seite 41
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Regiſter
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Lehre des Evangeliums bekennen, so kann das nur so geschehen,
daß er die Lehre dieser Union verwirft, ihr das Daseinsrecht
abspricht, ihr den Rücken kehrt, das Band löst, welches ihn,
falls er sich angeschlossen, an diese Union bindet, sich von ihr
absondert und von ihr ausgeht, 2 Kor. 6, 17. Daß dies ge—
schehen möge, eben dazu sind diese Zeilen geschrieben. Es
könnte noch mehr gesagt werden, aber für einen Christen wird
das bereits Gesagte genügen, ihn von einer solchen Union fern—
zuhalten und, falls er sich schon angeschlossen hat, seine Ver—
bindung durch Austritt aus der Union wieder aufzuheben.
X.
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Aus den Protokollen unserer Judenmission in
New Hork.
Wie einst Paulus unter dem gesetzesstolzen Israel klagen
mußte: „Wir predigen den gekreuzigten Christum, den Juden
ein Argernis“, so müssen auch wir jetzt in unserer Missions⸗
arbeit unter den Juden klagen. Wie den Aposteln allenthalben
fanatische Juden nachfolgten, die sie als Lästerer des mosaischen
Gesetzes darzustellen und die aus den Juden neubekehrten Chri—
sten zu überzeugen suchten, daß niemand selig werden könne,
der nicht das Gesetz Mosis halte, und daß nicht der Glaube an
den Gekreuzigten, sondern die Werke vor Gott gerecht machen,
so ergeht es auch jetzt unserm Judenmissionar. Als Belege
mögen einige Auszüge aus den beiden letzten Protokollen der
Judenmissionskommission dienen.
14. Oktober 1912: „Missionar Friedmann berichtete, daß
der Besuch der Gottesdienste trotz aller Gegenbemühungen der
Antimissionsliga von Harlem' ein guter war. 60 bis 90 Zu⸗
hörer waren in jedem Gottesdienst anwesend. Dennoch war
der ganze verflossene Monat eine Zeit voll Angst und Auf—
regung. Die genannte Gesellschaft ist eine Verbindung vieler
Synagogen und jüdischer Vereine, die es sich zur Aufgabe ge—
macht hat, alle Mittel, erlaubte und unerlaubte, zu ge—
brauchen, um die Mission unserer Kirche von Harlem zu
vertreiben. An den vergangenen jüdischen Festtagen standen
Hunderte von jüdischen Agenten dieser Liga vor der Tür un⸗
serer Mission und suchten die Leute, die zum Gottesdienst
kamen, dadurch vom Eintritt abzuhalten, daß sie jedem eine
Eintrittskarte im Werte von 52. 00j die ihn zu einem guten
Sitzplatze in einer großen Synagoge berechtigte, frei anboten.
Viele, die auf dieses Geschenk verzichteten, ergriffen diese Agen⸗
ten beim Arm und wollten sie von der Tür der Mission hinweg—
schleppen. Der Missionar telephonierte nach der Polizeistation
und bat um Schutz, der ihm auch sofort gewährt wurde. Drei
Polizisten hatten vollauf zu tun, uni den angesammelten Han—
fen von der Nähe der Mission zu vertreiben. Die genannte
Liga fuhr fort, neue Aufregung zu bereiten. Sie hat ein
Zirkular in jiddischer und englischer Sprache drucken lassen, in
welchem die Juden gewarnt werden, unser Missionslokal zu
betreten. Dieses Zirkular wird in jeder Synagoge, in jedem
Versammlungslokal, in welchem Juden verkehren, sogar in
den Wandelbildertheatern und vor der Tür unserer Mission in
Massen verteilt. Der jiddische Teil enthält eine Mahnung an
die Eltern; der englische Teil wendet sich direkt an die Kinder.
Ferner hat diese Gesellschaft im Laufe des Monats alle Namen
und Adressen der Kinder unserer Samstags- und Sonntags⸗
schule durch ihre Agenten erlangt. Die Eltern dieser Kinder
wurden von Gliedern der Gesellschaft besucht, und es ist letzteren
leider gelungen, die Mütter zu gewinnen und ihnen das Ver⸗
sprechen abzunehmen, ihre Kinder hinfort in die jüdischen Op⸗
positionsschulen, die in der Nähe unserer Mission eröffnet wur⸗
den, zu senden. Den Kindern aber jagten sie eine furchtbare
Angst vor dem Missionar ein, indem sie ihnen sagten, daß der
Meschumeth (das heißt, dieser entsetzliche Mensch) sie eines
Tages entführen, in ein Kloster stecken und taufen werde, so
daß sie dann keine Gelegenheit mehr haben würden, zu ihren
Eltern zurückzukehren. An jedem Samstag stehen weibliche
Agenten vor der Tür unserer Mission, machen zuweilen die Tür
auf und schauen stolz drein, wenn sie sehen, daß keine Kinder
mehr zur Schule kommen. Sie hoffen bald den Tag zu erleben,
an dem unsere Mission durch ihr Werk ganz geschlossen werden
soll. Ferner versuchen Glieder dieser Liga auch die Gottes⸗
dienste zu stören, indem sie gleich beim Beginn mit großem
Geräusch wieder hinausgehen, in der Hoffnung, daß auch andere
Zuhörer ihrem Beispiele folgen werden. Dies ist ihnen aber,
Gott Lob! nicht gelungen. Am 4. dieses Monats (Oktober)
gingen Glieder dieser Gesellschaft so weit, daß sie während der
Predigt durch lautes Reden Störung verursachten. Sie wurden
von dem Manne, der als Wächter an der Tür angestellt ist,
aufgefordert, das Lokal zu verlassen, aber sie stellten sich an,
als hätten sie das Recht, trotz aller Störung zu bleiben. Der
Missionar mußte mit der Predigt innehalten und den Polizisten
hereinrufen lassen. Dieser kam und wurde aufgefordert, die
Störenfriede zu verhaften. Nach dem Gottesdienst ging der
Missionar nebst zwei Zeugen zur Polizeistation. Von dort aus
mußten sie sich nach dem Nachtgericht an der 59. Straße be⸗
geben. Rabbi D. Mannes, der an der Spitze der Liga steht,
erschien sogleich im Gerichtssaal, sprach einige Minuten mit
dem Richter und entfernte sich dann. Als der Missionar um
½1 Uhr aufgerufen wurde und vortrat, fragte der Richter,
ob D. Mannes anwesend sei. Als diese Frage mit Nein be—
antwortet wurde, erklärte der Richter, daß er dann den Fall
noch nicht vornehmen könne, um dem genannten Doktor Ge⸗
legenheit zu geben, in dieser Sache als Zeuge zu fungieren.
Der Missionar protestierte dagegen, aber es half ihm nichts.
Da sich indessen der Saal immer mehr mit feindlichgesinnten
Juden füllte, so telephonierte der Missionar an Herrn Weber,
Glied der Missionskommission, der die Woche zuvor mit
p. Koßmann im Missionsgottesdienst gewesen war und das
Tun und Treiben der feindseligen Juden beobachtet hatte. Der
erschien auch bald. Als nun der Fall wieder aufgerufen wurde
und der Missionar auf den Zeugenstuhl trat, fragte der Richter
abermals, ob D). Mannes anwesend sei. Ihm wurde geant⸗
wortet, daß ein Vertreter desselben da sei. Der Missionar bat
den Richter, daß, wenn den Juden ein Vertreter, der gar nicht
Zeuge war, gestattet sei, dann auch ihin ein anwesender Ver—
treter der Judenmissionskommission, der die Woche zuvor im
Missionslokal gewesen sei, gestattet würde. Der Richter ging
darauf nicht ein. Doch handelte der Richter insoweit unpar⸗
teiisch, als er aus den Aussagen der Angeklagten selbst feststellte,
daß sie mit der Absicht in das Missionslokal gegangen seien,
um den Gottesdienst zu stören. Mit einem strengen Verweis,
die Mission nicht weiter zu belästigen und sich nicht noch einmal
vor Gericht bringen zu lassen, ließ er sie diesmal Unbestraft
gehen. Beim Herausgehen aus dem Gerichtshause drohten die
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