Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 3 › Seite 43

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. Februar 1913, Seite 43

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vereinigung 5 · Gemeindeſchule

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in Sachen der christlichen Lehre klug sein wollen. Dasselbe Thema hat, einen Augenblick ihre Augen nach Chicago richten. Mag

behandelt Luther auch in der letzten Predigt, die er am 14. oder
15. Februar, also kurz vor seinem Tode, in Eisleben gehalten hat
und die er wegen Schwachheit des Leibes abbrechen mußte. Der
Text dieser Predigt war Matth. 11, 25—30: „Zu derselbigen
Zeit antwortete IEsus und sprach: Ich preise dich, Vater und
HErr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und
Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbaret.“
Luther sagt in dieser Predigt: „Das ist's nun, daß der HErr
Christus hier spricht, er sei den Naseweisen feind, er wolle sie
nicht leiden in seiner christlichen Kirche, sie heißen Kaiser, Könige,
Fürsten, Doctores, die ihm sein göttliches Wort meistern und mit
ihrer eigenen Klugheit in den hohen großen Sachen des Glaubens
und unserer Seligkeit regieren. . . . Der Teufel reitet die Leute,
daß sie aus der Heiligen Schrift und Gottes Wort einen hohen
Namen, eigen Lob und Ehre suchen und mehr sein wollen denn
andere Leute. Aber wir sollten hier sagen: Lieber himmlischer
Vater, rede du, ich will gern ein Narr und Kind sein und schwei—
gen; denn sollte ich das Regiment aus meinem eigenen Witz,
Weisheit und Vernunft führen, so stäke der Karren längst im
Dreck und wäre das Schiff lang zu Trümmern gegangen! Darum,
lieber Gott, regiere und führe du es selbst; ich will mir gern
meine Augen ausstechen, die Vernunft zutun und dich allein durch
dein Wort regieren lassen. Aber das kann man bei der Welt
nicht erhalten, die Rottengeister stehen darum auf, suchen im
Grund nichts anderes, denn daß sie bei dem Volk große Ehre
haben mögen, daß man von ihnen sage: Das ist der rechte Mann,
der wird's tun! und daß sie sich selbst auch mit solchem Ruhm
kitzeln und brüsten können: Das hast du getan, das ist dein Werk;
du bist der treffliche Mann, der rechte Meister; das taugt nun
für alle Hunde nicht. Denn rechte Prediger sollen allein Gottes
Wort fleißig und treulich lehren und des Ehre und Lob allein
suchen. Desgleichen sollen auch die Zuhörer sagen: Ich glaube
nicht an meinen Pfarrherrn, sondern er sagt mir von einem an—
dern HExrn, der heißt Christus; den zeigt er mir, auf des Mund
will ich sehen, und sofern er mich auf denselben rechten Meister
und Präzeptor, Gottes Sohn, führt. Also würde es recht in der
Kirche stehen und wohl regiert heißen und allenthalben Einigkeit
bleiben.“ Solche Lehrer und solche Zuhörer gebe und er—
halte Gott unserer Synode um Christi willen! F. P.
„Daß das Wort des HErrn laufe und gepreiset werde wie
bei euch.“ Daß das geschehe, dazu helfen und arbeiten und leben
ja alle Christen gern. Und wenn es geschieht, dann freuen sie sich.
Konnten wir letztes Mal von unserm neuen südlichsten Posten,
von Cuba, ein fröhliches Vorangehen des Werkes berichten, so
kommt jetzt eine gute Missionsnachricht aus dem hohen Norden
unsers Landes. In British Columbia hat P. J. E. Herzer vor
etwas über einem Jahr in Vernon Fuß gefaßt. Und Gott hat
seine Arbeit so gesegnet, daß den Leuten ihr Kirchlein zu klein
wird, und sie bitten um unsere Hilfe beim Bau eines größeren
Gotteshauses, das die Leute aufnehmen kann, die von unserm
eifrigen jungen Pastor das Wort Gottes hören wollen. Das ist
die Meinung der Anzeige, die sich an anderer Stelle findet unter
der überschrift: „Vernon winkt.“ Das wollen wir bedächtig
lesen und uns so über den schönen Zug, den der HErr uns be—
schert hat, freuen, daß wir sie nicht vergeblich winken lassen, son—
dern tüchtig ziehen helfen. Gott segne unsere Mission, unser
großes Rettungswerk, au allen Enden! E. P.
über die Grundsteinlegung zu unserm neuen Lehrerseminar
berichtet der Lulktran ausführlich und bringt sogar das Bild der
im Entstehen begriffenen Gebäude und einen längeren Auszug
aus der dabei gehaltenen englischen Rede. Dabei sagt er folgende
freundlichen Worte der Anerkennung und Ermunterung: „Laßt
diejenigen, die da meinen, daß das Gemeindeschulwesen in der
lutherischen Kirche in diesem Lande seinen Todesstoß bekommen

immerhin der englisch gewordene Teil der lutherischen Kirche
zweifeln, ob es möglich ist, diese altehrwürdige Einrichtung, die
amerikanische Jugend im Glauben der Bäter zu erziehen, wie—
der in Gang zu bringen, das ist gewiß, solche Zweifel haben in
der Missourisynode noch keinen Fuß gefaßt. Weil man die be—
ängstigende Frage nicht lösen kann, was dann geschehen soll, um
jedem Christenkinde den christlichen Unterricht zu geben, der sein
Erbrecht ist, da mögen diejenigen lutherischen Gemeinden, welche
glauben, daß die Gemeindeschule in unserm Lande keine Zukunft
habe, sich ja aufraffen und sich einmal darüber klar werden, was
sie denn an die Stelle solcher Gemeindeschulen setzen wollen. Die
Hände in den Schoß legen und die Sache laufen lassen, wie sie
will, das ist ein Zeichen der Schwäche. Den Missouriern kann
man solche Schwäche nicht vorwerfen.“ — Zeigen wir uns dieses
Lobes und Vertrauens würdig! Bei uns dürfte auch noch vieles
besser werden. Nicht alle unsere Glieder wissen den Segen der
Gemeindeschule recht zu schätzen. Nicht alle Gemeinden tun für
ihre Schulen, was sie können, um sie zu pflegen und zu fördern.
Lassen wir alle, Gemeinden, Pastoren und Lehrer, dieses Lob
und dieses Zutrauen, das diese Leute, die nicht zu unserer Synode
gehören, uns zollen, uns zur Aufmunterung und auch zur Ge—
wissensschärfung dienen. Und zeigen wir uns dieses Lobes, daß
wir solche Freunde und Beförderer christlicher Jugenderziehung
sind, auch dadurch würdig, daß wir dafür sorgen, daß unser neues
Lehrerseminar bald fertig und bezahlt dasteht! E. P.

Das „Schulblatt“ gibt in seiner Februarnummer eine aus—
führliche Beschreibung unsers neuen, jetzt im Bau begriffenen
Lehrerseminars. Unsere Lehrer werden das Blatt ja aus andern
Gründen schon halten, weil es eben ein Fachblatt ist für die Schule.
Aber weil das „Schulblatt“ im Laufe des Jahres noch mehr Nach—
richten über den neuen Bau bringen wird, so wird dieser Jahrgang
von besonderem Interesse sein. Auf Wunsch der Redaktion des
„Schulblatt“ erwähnen wir das hier. E. P.

Die Martin Luther⸗Konferenz, bestehend aus Gliedern der
Missourisynode und der norwegischen Schwestersynode, versam—-—
melte sich am 7. und 8. Januar in der Gemeinde P. H. Maacks
zu Clintonville, Wis. Die Konferenz beschäftigte sich hauptsäch—
lich mit dem sogenannten „Opgjör“, und die Verhandlungen er—
wiesen sich als überaus segensreich. Es wurde bedauert, daß
sich nicht alle Glieder aus beiden Synoden eingestellt hatten. Das
Resultat der Verhandlungen zeigte, daß eine mündliche Bespre—
chung dieser Sache zurzeit der Einigkeit im Geist noch dienlicher
und segensreicher sei als öffentliche Verhandlungen in kirchlichen
Zeitschriften. Darum empfehlen wir, daß, wo immer möglich,
gemischte Konferenzen zwischen Brüdern der Missourisynode und
der Norwegischen Synode eingerichtet werden. Möge Gott die
Einigkeit im Geist bewahren! Im Namen der Martin Luther—
Konferenz von Wittenberg D. M. — Das ist gewiß das Richtige,
daß auf solchen gemischten Konferenzen, und wo sich sonst Ge—
legenheit bietet, die Vereinigungssache zum Gegenstand der münd—
lichen Verhandlung gemacht wird. Auch die hiesige Fakultät hat
schon öfter mündliche Besprechung angeboten und erklärt sich dazn
immer noch bereit. E. P.

Eine besondere Gefahr für den Pastor sieht ein Sektenblatt
in der Tatsache, daß man dem Pastor in der Predigt nicht wider—
sprechen dürfe. Der Lehrer könne von dem Schüler unterbrochen
und zur Rede gestellt werden; ein Advokat müsse sich auf Wider—
spruch gefaßt machen vom Richter oder von dem Advokaten der
Gegenpartei; ein Redner im Kongreß könne bei einer falschen
Behauptung auf der Stelle unterbrochen werden. Nur der Pastor
dürfe sagen, was er wolle; den dürfe niemand unterbrechen, der
habe das Wort ganz allein. Der Schreiber habe sogar einmal
gesehen, wie ein Pastor einen Menschen, der ihm in der Predigt
widersprochen habe, durch die Vorsteher habe entfernen lassen.

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