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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 10. Juni 1913, Seite 181

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vorſehung

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Und ich sahe einen Engel
sliegen mitten durch den C
Himml, der hatte ein ewig 7
uangclium zu verkündigen
denen, die auf Erden sihen
und wohnen, und allen Hei-⸗
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Välkern, und
spradimit groher Stimme:
Lürchter Golt, und gebei
imn die Chre; deun die Zeit
seines Oerichis ist kommen,
„und betel au den, der gemacht
har Himmck, und Erde, und
Meer, und die Wasser⸗
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.
———

Berausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.

69. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 10. Zuni 1913.

Nr. 12.

——

—

Unsere Missionen.

3. Die Mission in London, England.

Mitten in dem bunten Getriebe jener gewaltigen Welt⸗
stadt, die gerade jetzt durch ganz besonders wüsten Lärm be⸗
unruhigt wird, hat auch die rechtgläubige Kirche eine Stätte
für ihre Missionsarbeit gefunden, die auf ihrer stillen, aber
gesegneten Bahn dahinwandelt. Zwei Pastoren und ein Lehrer
unserer Synode stehen dort in der Arbeit an zwei Gemeinden.
Wir dürfen freilich den Erfolg ihrer mühsamen Arbeit nicht
nach Zahlen zu berechnen suchen. Die meisten Leser dieser
Zeilen haben wohl noch nie eine Millionenstadt gesehen, ge⸗
schweige denn genau kennen gelernt. Nur die wenigsten wer⸗
den sich darum auch nur eine kleine Vorstellung davon machen
können, mit welchen Schwierigkeiten in einer Achtmillionen⸗
stadt, wie London es ist, allein schon der Besuch der Gottes⸗
dienste und der Schule sowie die seelsorgerliche Bedienung und
die Missionstätigkeit verbunden sein muß. Die lieben Leute
haben jedoch nach wie vor das Zeugnis (und zwar auch von
auswärts), daß sie nicht nur selbst heilsbegierig, sondern auch
recht opferwillig und für die Ausbreitung des seligmachenden
Gotteswortes eifrig sind mit Wort und Tat. Für dieses Jahr
werden sie wohl nur noch etwa §700.00 Unterstützung von
uns bedürfen. Letzten Herbst wurde berichtet: „In unserer
Mission in der Weltstadt geht es mit Gottes Hilfe zwar lang—
sam, wie man das in Europa bald gewohnt wird, aber doch
vorwärts. Das lebendige Wort des SeErrn richtet auch hier
an den Seelen aus, wozu es gesandt ist. Unser Kirchsaal in
Kentish Town ist Sonntags häufig fast ganz gefüllt. Ein Ge⸗
meindeglied hat eine schöne Kanzel geschenkt; und eine kleine
Pfeifenorgel begleitet und hebt jetzt den an sich schon guten
Gemeindegesang. Die Andacht der Gläubigen aber wird er—
höht durch die Liturgie, welche wir nach reichlicher Belehrung
aus Schrift und Kirchengeschichte eingeführt haben.“ Zu ihrer
ganz besonderen Freude und zu neuer Ermunterung, fortzu⸗
fahren im Werke des SErrn, wurden unsere Londoner Ge—
meinden im Laufe des vorigen Sommers amtlich besucht von

dem Ehrw. Präses des Atlantischen Distrikts, dem sie ange⸗
hören. Der Herr Präses hielt Visitation und predigte zum
Missionsfest, welches ein Dankopfer von 549.31 für Christi
Reichssache einbrachte.

4. Die Mission der Ev.-Luth. Freikirche in Sachsen u. a. St.

Dieser Titel deckt zwar große, volkreiche Gebiete, bezeich⸗
net aber doch eigentlich nur eine „kleine Herde“, die überdies
noch weit und breit in europäischen Ländern zerstreut ist. Der
Undank und die Verachtung haben, wie Luther es geweissagt
hat, das reine Evangelium gerade da nicht bleiben lassen, wo
es zuerst aus beinahe tausendjähriger Finsternis des römischen
Papsttums so hell und herrlich aufgeleuchtet war. Anstatt
dessen liegt die dortige Christenheit seit Jahrhunderten und
heute noch unter dem unseligen Druck einer fortwährenden tat⸗
sächlichen Verleugnung des Wortes Christi: „Mein Reich ist
nicht von dieser Welt.“ Desto mehr müssen wir uns freuen
und Gott preisen, daß doch auch drüben von der rechtgläubigen,
bekenntnistreuen Kirche noch so viel übriggeblieben oder wieder
gesammelt ist „wie ein Häuslein im Weinberge, wie eine Nacht⸗
hütte in den Kürbisgärten“, Jes. 1, 8. Unsere europäische
Schwestersynode zählt in Sachsen, Preußen, Hamburg usw.
sowie im Elsaß, im Großherzogtum Hessen und in Dänemark
unter der Pflege von 26 Pastoren 5598 Seelen und besteht
aus 36 Gemeinden, deren Glieder jedoch in 356 verschiedenen
Ortschaften zerstreut wohnen und an 76 Predigtorten zu ihren
regelmäßigen Gottesdiensten zusammenkommen. Von diesen
36 Gemeinden sind nur 5 in der Lage, ihre Pastoren so zu
stellen, daß sie sich vom Evangelium nähren können.
übrigen alle sind mehr oder weniger auf ihre Synodalkasse
angewiesen; und wer kann diese füllen? Die allermeisten
Gemeinden sind klein, sehr klein an Gliederzahl; und ihre
Glieder sind fast ausnahmslos arme und geringe Leute. Sie
sind aber eifrig, und zwar auch recht missionseifrig, wie man
aus den Beschreibungen ihrer Missionsfeste ersehen kann. Sie
halten zum Beispiel eigene Kolporteure in beständiger Tätig⸗—
keit, gute Bücher, Traktate usw. in immer weiteren Kreisen

Die

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