Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 12 › Seite 187

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 10. Juni 1913, Seite 187

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ben Christkindlein §2500.00 für den Bau eines
Seminargebäudes in Nagercoil?

Mir ist's, als hörte ich jemand sagen: „Aber hör' mal,
blöde bist du gerade nicht!“ Ist recht geredet, bin ich auch
nicht! Es geht mir eben wie dem heiligen Apostel Paulus,
„ich freue mich, daß ich mich zu euch alles versehen darf“,
2 Kor. 7, 16. Und warum sollte ich blöde sein? Habt ihr mich
doch eben deswegen nach Indien geschickt, damit ich euch wahr—
heitsgemäß berichten soll, was dort nötig ist. Vou want kacts.
Here they are, cold, stubborn facts! Und da sollte ich blöde
sein? Ich bitte ja nicht für mich, sondern für das liebe Christ—
kindlein, „der, ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euret—
willen, auf daß ihr durch seine Armut reich würdet“, 2 Kor.
8, 9. Nun, ihm sei's befohlen!

Die oben erbetenen Gaben an Geräten usw. wolle man
gütigst, repaid, an Herrn Prof. F. Zucker, Concor⸗
dia College, Fort Wayne, Ind., die Gelder, mit An⸗
gabe des Zwecks, für den sie bestimmt sind, aber an mich oder
an die betreffenden Distriktskassierer einschicken.

Für alle die reichen Gaben dankt schon im voraus im
Namen des lieben Christkindchens

im HErrn Euer
Jul. A. Friedrich, Missionsdirektor.
St. Charles, Mo., 26. Mai 1913.

Zur kirchlichen Chäonik.

Aus der Synode. An einer andern Stelle dieser Nummer
des „Lutheraner“ ist das Nähere über die Arbeit der sogenannten
Verteilungskommission, die am 27. und 28. Mai in St. Louis
versammelt war, berichtet. Die Verteilung der Kandidaten ge—
schieht bekanntlich in der Weise, daß sämtliche Distriktspräsides
oder deren Vertreter sowie die Vertreter der Missionskommissionen
sich in St. Louis versammeln, um für die bei ihnen eingelaufenen
Prediger- und Lehrerberufe Kandidaten zu erlangen. Ebenso sind
die Lehrerkollegien unserer Lehranstalten oder doch Vertreter der
Lehrerkollegien anwesend und berichten über die verfügbaren Kan—
didaten ihrer Anstalten, also der Anstalten in St. Louis, Spring⸗
field, Addison und Seward. So gestaltet sich diese jährliche Ver⸗
sanimlung zu einer Art Inventaraufnahme sowohl in bezug auf
die Nachfrage nach Lehrkräften in Kirche und Schule als auch in
bezug auf unsere Fähigkeit, diese Nachfrage zu befriedigen. Die
Zahl der Berufe für das Predigtamt stand dieses Jahr nicht
in so großem Mißverhältnis zu der Zahl der Kandidaten des Pre—
digtamts als letztes Jahr. Die Zahl der Berufe betrug dieses
Jahr 126, die Zahl der verfügbaren Kandidaten 107. Es blieben
also 19 Berufe unbefriedigt. Ungünstiger stellte sich das Ver⸗
hältnis in bezug auf die Kandidaten des Schulamts. Es
wurden 76 Schullehrer begehrt, während die Zahl der verfügbaren
Schulamtskandidaten aus den beiden Schullehrerseminaren nur
43 betrug. Die Zahl der Berufe für das Schulamt äberstieg also
die Zahl der verfügbaren Kandidaten um 33. Es ist dies einer—
seits erfreulich, insofern daraus hervorgeht, daß das Verlangen
nach der christlichen Gemeindeschule noch immer ein großes ist.
Andererseits ist es zu bedauern, daß wir nicht al le Gesuche um
Gemeindeschullehrer befriedigen können. Eine christliche Ge—
meinde ist unter den bei uns bestehenden Verhältnissen in der
Regel erst dann recht versorgt, wenn sie neben dem öffentlichen
Predigtamt auch das christliche Schullehreramt unter sich aufge⸗
richtet hat. Der vorhandene Mangel an Schulamtskandidaten ist
somit eine dringende Mahnung, daß unser Eifer für unsere Schul⸗—

lehrerseminare nicht abnehmen darf, sondern noch zunehmen muß.
Die Zehntausende und Hunderttausende, die wir auf die rechte
Ausbildung von christlichen Lehrern verwenden, sind wahrlich gut
angelegt. Man darf jeder christlichen Gemeinde gratulieren, die
einen geschickten und frommen Schullehrer hat, wie Luther dem
Kurfürsten von Sachsen nach der Durchführung der Reformation
zu der Tatsache gratulierte, daß nun in des Kurfürsten Landen
die Jugend durch den Unterricht in christlichen Schulen so herrlich
heranwachse. Es ist aber auch eine fortgehende Mahnung in
bezug auf unsere Gymnasien (colloges) und die Predigerseminare
am Platze. Wenn dieses Jahr die Zahl der Berufe für das Pre⸗
digtamt die Zahl der Kandidaten nur um 19 überstieg, während
letztes Jahr das Mißverhältnis ein größeres war, so dürfen wir
daraus nicht den Schluß ziehen, daß wir in der Sorge für unsere
Gymnasien und Predigerseminare nachlassen könnten. Denn
erstlich ist es doch noch immer ein übelstand, daß wir 19 Ge⸗
suche um Prediger abschlägig bescheiden mußten. Sodann wurde
berichtet, daß Berufe für Predigtamtskandidaten aus gewissen
Distrikten deshalb nicht eingesandt wurden, weil diesen Distrikten
die nötige Geldunterstützung aus der Allgemeinen Kasse für
Innere Mission nicht gewährt werden konnte. Weil in der
Synode große Summen für Neubauten, sonderlich für den Bau
des neuen Lehrerseminars in Chicago, kollektiert wurden, so sind
die Kollekten für die Missionskassen etwas in den Hintergrund
getreten. Dies wird sich wieder ändern. Wir werden sicherlich
für die Missionskassen wieder reichlicher kollektieren, und die
Distrikte, die der Unterstützung bedürfen, werden den Mut ge—
winnen, überall dorthin Prediger und Missionare zu berufen, wo
man ihrer bedarf. üÜberhaupt: Solange es in einer Kirchen—
gemeinschaft recht steht, soll sie den äu ßersten Fleiß auf die
Ausbildung von Predigern verwenden und dabei gewiß sein,
daß Christi Wort wahr bleiben wird: „Die Ernte ist groß, aber
wenig sind der Arbeiter“, Matth. 9, 37. Selig sind wir, wenn
der HExr bei seiner Zukunft uns also im Glauben tätig findet!
F. P.

Aus unserm Predigerseminar zu St. Lonis werden am
12. Juni 78 Kandidaten entlassen werden. Nachstehend folgen
ihre Namen mit Angabe der Ortschaften, wohin sie Berufe er⸗
halten haben. Wir bemerken noch, daß die Kandidaten A. Beyer,
T. Müller und R. Steup erst noch auf andern Anstalten weiter—
studieren wollen und die Kandidaten A. Lehenbauer und B. Saager
ihres Gesundheitszustandes wegen jetzt noch nicht einen Beruf an⸗
nehmen wollten. Der letztjährige Kandidat O. Diersen hat sich
ordnungsmäßig der Verteilungskommission zur Verfügung ge—
stellt und einen Beruf als Professor an das lutherische College in
Clifton, Tex., zugewiesen erhalten. Die drei Kandidaten P. Buck,
W. Kühner und W. Fechner sind schon im April wegen der
Arbeiternot auf dem canadischen Missionsgebiet dorthin ent—
lassen worden. Einer der Kandidaten tritt in den Dienst der
Negermission (W. Schwehn), ein anderer in die Arbeit am College
in Conover, N. C. (M. Coyner), und vier Kandidaten sind in
unsere ostindische Heidenmission berufen worden: O. Ehlers,
R. Görß, Th. Roschke und A. Schwan.
P. Arndt; Woodward, Okla. W. Dommer; Murdo, S. Dak.
F. Bangert; Crawford, Nebr. O. Ehlers; Ostindien.
K. Behnke; Three Mile, Mont. W. Eifert; Poplar Bluff, Mo.
F. Behrmann; Pottsville, Ter. W. Fechner; British Columbia, Can.
A. Beyer. K. Ficken scher; Alberta, Can.
G. Beyer; Bonanza, Ark. G. Fleiß; Kremlin, Okla.
W. Biel; Vancouver, Wash. G. Förster; Inlet, Quebec, Can.
E. Bölling; Higgins, Nebr. K. Frese; Shawnee, Okla.
F. Bruch; Munich, N. Dak. C. Friedrichsen; Armour, S. Dak.
P. Buck; Saskatchewan, Can. E. Gallmann; Charlotte Hall, Md.
W. Burmeister; Power, Mont. L. Geiger; Delray, Fla.
O. Busse; San Antonio, Tex. K. Gieseler; Detroit, Mich.
M. Coyner; Conover, N. C. R. Görß; Ostindien.
W. Dannenfeldt; Casper, Wyo. R. Götz; Blairville, N. Y.
W. Dobberfuhl; Detroit, Mich. Osw. Gräbner; Davenport, Nebr.

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