Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 15 › Seite 233
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 22. Juli 1913, Seite 233
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die Indianermission zu einer recht kostspieligen macht.
damit es nicht vergessen wird.
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SVer 2„Tutheranessee
nicht darüber wundern, daß unsere Missionsschule unter diesen
Leuten eine Beköstigungsschule ist und sein muß, was freilich
Die
Kinder müssen, wenn sie überhaupt kommen sollen, nicht nur
unterrichtet, sondern auch gekleidet und beköstigt werden. Die
kleine Mission wird darum auch in diesem Jahre wieder gegen
56000.00 kosten. Sie sollte freilich nicht so klein bleiben, son⸗
dern könnte sich bald weiter ausbreiten durch Inangriffnahme
neuer Felder. An Raum und Gelegenheit dazu fehlt es nicht,
wohl aber an Arbeitskräften und Geldmitteln. Hat doch der
bereits vor zwei Jahren von der Delegatensynode als durchaus
nötig erkannte und deshalb beschlossene Bau eines zweckent—
sprechenden Schulhaͤuses bis jetzt noch nicht aufgeführt werden
können, weil die Gaben allzu spärlich flossen, und es sogar an
dem Nötigen für die laufenden Ausgaben manchnial mangelte.
Daß bei solcher Lage der Dinge die Kommission nur mit schwe⸗
rem Herzen ihre Versammlungen halten kann, läßt sich leicht
denken. Wir sollten aber doch dafür sorgen, daß sie ihres
Amts mit Freuden warten kann; und wir können das auch
sehr leicht tun, wenn wir alle es uns zur Pflicht machen, auch
unsere Indianermission nur nicht ganz zu übersehen. Große
Kollekten hat sie ja bis jetzt nicht nötig; desto leichter sollte sie
alle Jahre wenigstens eine kleine Gabe von uns allen bekommen
können. Möchte doch sonderlich auch der so heißersehnte Schul—
hausbau für die Indianerkinder uns allen so lange nicht aus
den Gedanken kommen, bis er fix und fertig dasteht! Möge
es auch hier heißen: „Wohlzutun und mitzuteilen vergesset
nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl“, Hebr. 13, 161 Es
wird so leicht vergessen, sollte aber nicht vergessen werden, weil
solche Opfer Gott wohlgefallen (vergleiche auch Phil. 4, 18).
Darum muß es immer wieder in Erinnerung gebracht werden,
Unsere Kommission schreibt:
„Wir glauben gewiß nicht, daß die Christen diese Mission
nicht mit Gaben bedenken wollen; nein, im Gegenteil. Wir
glauben aber, daß diese Mission nicht genügend bekannt ge⸗
macht wird, und daß viele, die nicht Leser unserer Zeitschriften
sind, nicht einmal wissen, daß wir diese Mission treiben, und
darum auch die Bedürfnisse nicht kennen. Wir haben nun einen
Plan, nach dem wir diese Mission im ganzen Lande bekannt
machen möchten. Wir haben einen recht intelligenten (Stock—
bridge⸗) Indianer namens Samuel Miller, der, nachdem er
Christum, seinen Heiland, kennen gelernt hat, nun auch die
frohe Botschaft von Christo unter seinen heidnischen Stammes⸗
genossen weiter ausgebreitet sehen möchte, der auch das Ver⸗
langen hat, selbst einmal in den Dienst der Mission treten zu
dürfen. Unser Plan ist nun der, daß dieser Samuel Miller
in unsern Gemeinden Vorträge halten möge über das Leben
und Treiben der Indianer früher und jetzt, vor allem über die
Notwendigkeit der Mission, besonders unserer Mission unter
ihnen. Da er ein ausgezeichneter Baßsänger ist, so könnte er
auch einige Lieder vortragen. Wenn durch einen Indianer, der
seinen Heiland kennen und lieben gelernt hat, das Elend seiner
Volksgenossen den Christen vorgestellt wird, so werden gewiß
die Herzen für diese Mission warm schlagen. Wir hoffen und
erwarten nun, daß dieser Samuel Miller recht viele Einladun—
gen bekommen möge, seinen Vortrag, sei es in Kirchen, sei es
in Vereinsversammlungen usw., zu halten, damit auch auf diese
Weise unsere Indianermission weit und breit bekannt gemacht
werde.“ — Inzwischen hat Herr Miller bereits in etlichen Ge⸗
meinden vor einer großen und andächtigen Zuhörerschaft über
die geistige und geistliche Not der Indianer in englischer Sprache
geredet, mit seiner Rede einen tiefen Eindruck gemacht und gute
Kollekten für die Mission erzielt. Wenn in hiesigen Sekten⸗
kreisen christliche junge Männer indianischer Abstammung be⸗
reits anfangen, das Evangelium sogar unter den Heiden in
Indien zu verbreiten, was können und wollen wir für die
heidnischen Ureinwohner unsers Landes tun? Fr. S.
———
Versammlung des Minnesota⸗Distrikts.
Das Herz wallt einem vor Freude, wenn man einer Syn⸗
ode beiwohnen kann wie der diesjährigen Versammlung des
Minnesota⸗Distrikts, die vom 12. bis zum 18. Juni in der
gastlichen Gemeinde P. F. Randts zu Good Thunder tagte.
Der Minnesota⸗Distrikt ist vor allen andern, was die Ausdeh⸗
nung der Missionstätigkeit betrifft, der Missionsdistrikt unserer
lieben Synode. Die kirchliche Versorgung unserer Glaubens⸗
genossen in der Nähe und Ferne ist noch immer die Hauptauf—⸗
gabe unserer amerikanisch⸗lutherischen Kirche.
Mission war denn auch diesmal das eigentliche Syno—
dalthema. Der Ehrw. Allgemeine Präses, P. F. Pfotenhauer,
früher selbst Reiseprediger in diesem Distrikt und dann viele
Jahre einer der Leiter seines Missionswesens, eröffnete die
Synode mit einer gediegenen Predigt über 1 Kor. 2, die eine
rechte Missionspredigt war. Er zeigte nämlich: „Warum wir
nicht müde werden sollen, das Evangelium von Christo zu
predigen. 1. Weil das Evangelium die höchste, 2. weil es die
gewisseste und 3. weil es die kräftigste Weisheit ist.“ Unser
Distriktspräses, P. R. Köhler, strich in seiner Synodalrede die
rechte Treue in aller unserer Arbeit heraus, und der Referent,
Prof. W. Mönkemöller vom Concordia-College in St. Paul,
legte eine mit viel Fleiß ausgeführte Arbeit vor über „Einige
Hauptmissionsstationen des Apostels Paulus“. Er zeigte, wie
Gott diesen größten aller Missionare für seinen Beruf zuge⸗
rüstet und tüchtig gemacht, und wie der Apostel dann unter
den verschiedensten Zuhörern, Verhältnissen und Umständen in
aller Treue missioniert habe. Doch der Synodalbericht, der
wieder in den Gemeinden des Distrikts verteilt werden soll,
wird ja die Arbeit ausführlich wiedergeben.
Nächst den Lehrverhandlungen trat die Beratung über die
Mission unsers Distrikts in den Vordergrund. Wie die Arbeit
im Distrikt im allgemeinen zunimmt, zeigte schon einmal der
Präsidialbericht. Im verflossenen Synodaljahre sind 21 Pre⸗
digtamtskandidaten, 5 Pastoren und 7 Lehrer in den Distrikt
eingetreten; dazu kommen nun noch die neuen Kandidaten,
21 an der Zahl, und ein Pastor. Aufgenommen wurden
12 Gemeinden. Sodann hat der Distrikt nur noch einige Ge⸗
meinden, welche die Synode beherbergen können, weswegen
der Beschluß gefaßt wurde, die nächste Synode, will's Gott,
im Concordia⸗-College zu St. Paul abzuhalten; die Kosten
sollen die Gemeinden, nach der Rate von 86.00 pro Person,
tragen. Die wohlhabenderen Gemeinden werden gebeten, zur
Unterstützung der ärmeren eine besondere Kollekte für diesen
Zweck zu erheben.
Durch die Berichte der Missionskommission und einzelner
Missionare gewann sodann die Synode einen genaueren Ein—
blick in den gegenwärtigen Stand unserer Missionen. P. A. L.
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