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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 22. Juli 1913, Seite 229
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vereinigung 7
*2.9.—2
Und ich sahe einen Engel
Sliegen mitten durch den
Hinmnel, der hatte ein ewig 17
MErvangcelium, zu verkiindigen
denen, die auf Erden sihen.
und wohnen, und allen Hei-
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Välkern, und
sprach mit groher Stiunne:
Lürchter Golt, und gebei
üimnn die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist ommen,
und betet an den, der geniacht
hat Himmel, und Erde, und
Aeer, und die Wasser⸗
—
brunnen. Offb. Joh. 14, 6.7.
.
DEDREEEEEE
HBerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.
69. Jahrgang.
Ht. Louis, Mo., den 22. Suli 1913.
Nr. 15.
Die Vereinigungsbewegung unter den norwegischen
Lutheranern.
Der Lutheran berichtet: „Was die größte Aufmerksam⸗
keit besonders im Nordwesten erregte, war die fast gleichzeitige
Versammlung der drei leitenden norwegischen Kirchenkörper,
der Norwegischen Synode, der Vereinigten Kirche und der
Haugesynode. Die erstgenannte versammelte sich in Minnea⸗
polis, die zweite in St. Paul, die dritte in Red Wing. Die
brennende Frage, die allen Kirchenkörpern vorlag, war die
vorgeschlagene Verbindung (union) auf Grund der Vereini⸗
gungssätze (agreement), die von einem gerneinsamen Komitee
erwogen wurden. Die Vereinigte Kirche und die Haugesynode
hatten die Sätze angenommen, und auch die verschiedenen Di—
strikte der Norwegischen Synode hatten ihre Zustimmung ge⸗
geben, aber die Sätze waren noch nicht von dem ganzen Körper
formell angenommen worden. Die diesjährige Versammlung
war deshalb besonders zusammengerufen worden, die Vorlage
zu erwägen. Es ist wohlbekannt, daß die Synodalkonferenz,
mit der die Synode einst verbunden war, alle möglichen An⸗
strengungen machte, eine Beschlußnahme zu verhindern und
eine Verbindung zu hintertreiben, die den Einfluß von Missouri
mit seinen eigentümlichen Ansichten in der Lehre von der Gnaͤ⸗
denwahl wesentlich schwächen würden. D. Stub, Vorsitzer der
theologischen Fakultät ihres Seminars in St. Paul, ist der
Präsident des Körpers und ein glühender Befürworter der
Verbindung. Aber die drei andern Professoren stimmten nicht
mit ihm und sandten vor der Versammlung der Synode einen
Brief an alle Pastoren, in welchem sie von der Verbindung
abrieten. Die Aufnahme, welche der Brief fand, war nicht
sehr ermutigend für die Rückschrittler (reactionaries). Bei
der Eröffnung der Synode wurde eine Petition, die von neun⸗
zig Pastoren aus einer Gesamtzahl von 480 unterschrieben war,
vorgelegt, die gegen die Annahme der vorgelegten Vereini—
gungssätze protestierte, bis diese wesentlich geändert seien.
Aber die Stimmung war so überwältigend zugunsten der Ver⸗
bindung, daß die Petition wenig Anklang fand, besonders auf
seiten der Laiendelegaten. Viele von diesen waren von ihren
Gemeinden instruiert worden, für die Vereinigungssätze zu
stimmen, obwohl die Pastoren dagegen waren. Als die Sache
zur Abstimmung kam, stimmten 400 für die Verbindung, 100
dagegen.“ (Die genauen Zahlen sind 394 gegen 106.) „Von
diesen 100 waren nur 16 Laien. Die Synodalkonferenz hatte
ein Komitee gesandt, das um Erlaubnis nachsuchte, vor der
Synode. zu erscheinen und über die vorgelegten Vereinigungs⸗
sätze zu verhandeln. Aber das Exekutivkomitee verweigerte
die Erlaubnis, so daß die Frage gar nicht vor die Synode kam
(the question was not opened up). Die Synode ernannte
jedoch ein Komitee, das mit dem Komitee der Synodalkonfe—
renz zusammenkommen und die Sache besprechen soll.“
So weit der Bericht im Lulneran, dem Organ des General
Council. Ein Bericht aus der Norwegischen Synode,
der uns einen genauen Einblick in die Einzelheiten der Ver⸗
handlungen gewährte, ist uns noch nicht zugänglich. Der Be⸗
richt in der „Kirketidende“ ist in bezug auf die Vereinigungs⸗
sache sehr kurz gehalten und verweist auf den Synodalbericht,
der später erscheinen soll. Weil aber der Bericht des Luteran
ein öffentliches Dokument ist, so erachten wir es für angezeigt,
auf einige Irrtümer in dem Bericht hinzuweisen.
Der Bericht des Luteran macht den Eindruck, als ob ein
Komitee der Synodalkonferenz zugegen gewesen und abgewiesen
worden wäre. Dies ist irrig. Es war gar kein Komitee der
Synodalkonferenz in Minneapolis anwesend. Die Sache ver⸗
hält sich so: Der Kirchenrat der Norwegischen Synode hatte
schon anfangs dieses Jahres sich dahin geäußert, daß er ein
Erscheinen des Komitees der Synodalkonferenz vor der Synode
nicht für zweckmäßig halte, sondern sich von einer Verhandlung
mit einem Komitee bessere Resultate verspreche. Das Komitee
der Synodalkonferenz hielt jedoch dafür, daß es keinen Auf⸗
trag habe, mit einem Komitee zu verhandeln, da ihr Auftrag
auf eine Verhandlung mit der Synode laute. Jedoch erklärten
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