Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 17 › Seite 265

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 19. August 1913, Seite 265

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SE 2⁰ utheraner

etwas davon erzählen!
auf das Besondere über.

Groß und weit ausgebreitet ist unser Arbeitsfeld. In
allen Weltteilen sinden sich weite Strecken desselben, und all—
überall ist des HErrn Segen zu spüren gewesen. Hat auch
der „alt' böse Feind“ allenthalben gewütet und Gottes Werk
zu hindern, ja zu zerstören gesucht, auch wohl unter Gottes
Zulassung hin und wieder Unheil angerichtet, so ist es ihm
doch nicht gelungen, sein Ziel zu erreichen. Ein Sieg nach
dem andern ist über die Macht der Finsternis errungen, und
immer wieder ist es offenbar geworden, der rechte Gott sei
zu Zion. Der Ehrw. Allgemeine Vizepräses Brand, der auch
die Synode mit einer recht ermunternden und tröstlichen Pre—
digt über Kol. 1, 3—7 eröffnete, berichtete über den Stand
unsers Missionswerkes hier und im Auslande. — Aus dem
fernen Australien war überdies unser teurer Bruder Gräbner,
Professor und Direktor der dortigen Lehranstalt zu Adelaide,
anwesend und berichtete mit Lob und Dank, wie dort die recht⸗
gläubige Kirche unser lutherisches Zion, gar klein angefangen,
aber, wenn auch unter großen Schwierigkeiten, festen Fuß ge—
faßt, Boden gewonnen, sich ausgebreitet und auch bereits ans
denmeigenen Seninar die Erstlinge in die Arbeit im dortigen
Weinberg gestellt hat. Eine Tür nach der andern tue sich auf,
auch in Neuseeland, und immer mehr Gemeinden sanimelten
sich um das Panier des rechtgläubigen Bekenntnisses. Auch
unter den Eingebornen werde erfolgreich gearbeitet.

In Ostindien ist die Arbeit unserer treuen Missionare
namentlich im letzten Jahre sonderlich gesegnet gewesen. Wären
nur genug Arbeiter da, wieviel könnte eingeheimst werden! In
55 Schulen werden dort gegenwärtig 1622 Schüler unter—
richtet, und zwar von 70 Lehrern, unter denen aber auch noch
heidnische für die weltlichen Fächer sind. Gewiß, Ostindien
reckt seine Hände aus nach uns und ruft: Kommt herüber und
helft uns!

Derselbe Ruf tönt uns aber auch aus Südamerika ent—
gegen. Auch in Brasilien und Argentinien hat der HErr das
Werk unserer Hände gesegnet. Die Zahl unserer dortigen
Arbeiter hat sich bedeutend gemehrt, und unsere dortige Lehr—
anstalt hat auch schon angefangen, Helfer ins Feld zu stellen.
Aber noch immer sind ihrer viel zu wenige, um die Arbeit auf
dem großen dortigen Erntefeld bewältigen zu können. Und
so tönt die Bitte um Arbeiter auch noch aus unsern Arbeits—
feldern in Deutschland., Dänemark, England und Kuba; ja
auch China naht. ö

Und wie steht es auf dem Felde unserer Allgemeinen Inne—
ren Mission? Auch darüber berichtete der Ehrw. Vizepräses.
Unsere Synode hat gegenwärtig 400 Missionsstationen, 1000
Missionspätze, die von 400 Predigern und Missionaren bedient
werden. Allenthalben werden die zerstreuten Glaubensgenossen
gesammelt; eine Gemeinde um die andere entsteht. Doch dürf—
ten auch hier der Arbeiter noch mehr sein. Und nicht gering
sind die Bedürfnisse für diese Mission. Wir dürfen nicht müde,
sondern müssen noch eifriger werden. Die Kirchbaukasse kann
hier gut mithelfen, wenn sie nur nie leer ist. — Auch die Neger—
mission der Synodalkonferenz hat Erfolge zu verzeichnen. Sie
zählt jetzt 2331 Seelen, 1015 Abendmahlsglieder, 1780 Schü—
ler in den Gemeindeschulen und 1230 Sonntagsschulkinder.

Was das Werk der Inneren Mission innerhalb unsers

Wir gehen dabei vom Allgemeinen

Distrikts betrifft, so konnte unsere Missionskommission ebenfalls
von Gottes Segen und Förderung dieses Werkes berichten.
Etwa 26 Missionsplätze werden von ebensovielen Predigern und
Missionaren mit Wort und Sakrament versorgt. Einige Plätze
sind selbständig, und neue sind in Angriff genommen worden.
Unsere lieben Christen haben auch noch immer die Kosten zur
Betreibung dieses Werkes bestritten und werden — daran ist
kein Zweifel — auch die §59000.00, die das nächste Synodal⸗
jahr hierfür benötigt, aufbringen.

Auch christliche Wohltätigkeit ist unter Gottes Segen in
unserer Mitte geübt worden. Da ist fürs erste die Unter⸗
stützungskasse. P. D. Ehmann, der Vorsitzer der Unterstützungs⸗
kommission, konnte mit Freuden berichten, daß diesmal kein
Defizit, sondern sogar noch ein kleiner Kassenbestand zu ver⸗
zeichnen sei; doch dürfte die Notdurft der armen Kirchendiener
und ihrer nachgelassenen Witwen und Waisen nie außer acht
gelassen werden, sonst würde nur zu bald wieder Mangel ein⸗
treten. — Da ist ferner das Altenheim in Monroe. Es ist gut
bedacht worden, und die lieben Alten werden da aufs beste ver⸗
sorgt. Sie haben ein gar schönes Heim mit prächtigem Obst⸗,
Blumen- und Gemüsegarten. Letzteren bestellen sie auch meist
selbst. — Die Taubstummenanstalt zu North Detroit ist ein
weiteres Denkmal christlicher Liebestätigkeit. Auch sie hat ihren
gesegneten Fortbestand. Ebenso die Kinderfreundgesellschaft.

Dreiundsechzig Studenten wurden im vergangenen Jahre
von unserm Distrikt unterstützt, und zwar 26 aus der Stu⸗
dentenkasse und 37 von einzelnen Gemeinden. Für die Studen—
tenkasse wurden §1500.00 durch Kollekten aufgebracht, und ein
Glied der Gemeinde in Richville hat ihr §500.00 hinterlassen.
— Für die Synodalkasse wurden innerhalb unsers Distrikts
54389.03 aufgebracht und für die Baukasse 87264.86.

Und nun, wodurch all dieser Segen? Durch Gottes Wort,
durch die Predigt des Evangeliums. Das Wort, die Lehre,
deren Erhaltung und Ausbreitung, rein und lauter, läßt darunt
auch unsere teure Synode in ihrem Werke mit Recht stets die
Hauptsache sein. Zu dem Ende hat sie ihre Lehranstalten ge—
gründet und läßt sich die großen Summen Geldes, die deren
gedeihlicher Fortbestand jährlich erfordern, nicht gereuen. Dar⸗
um läßt sie auch die Lehre auf allen ihren Synodalversamni⸗
lungen die Hauptsache sein. So wurde auch diesmal in Monroe
den Lehrverhandlungen die meiste Zeit gewidmet. Ein treff.
liches Referat über drei Stücke der Haustafel (vierte Fortsetzung)
von P. Hagen aus Detroit erbaute uns. Erschöpfend und fein
wurde aus Gottes Wort gezeigt, was Gott von den Eltern, den
Kindern und der gemeinen Jugend fordert, und auch aus der
Erfahrung nachgewiesen, welchen Segen oder Unsegen die Be⸗
folgung oder Nichtbefolgung der göttlichen Forderung mit sich
bringt.

Gott allein aber die Ehre, der sein Wort gibt und nie leer
zurückkommen läßt! Daran erinnerte denn auch unser Ehrw.
Präses Engelder gleich von vorneherein in seiner Synodalrede,
anknüpfend an einen bekannten Ausspruch D. Walthers kurz vor
seinem Tode, den nämlich: „So helfe uns denn der liebe Gott,
daß wir uns nicht bloß freuen, daß durch alle Lehren, die in
unserer teuren lutherischen Kirche im Schwange gehen, Gott
allein die Ehre gegeben wird, sondern daß auch wir selbst ihm
allein die Ehre geben im Glauben, Bekennen, Leben, im Leiden
und im Sterben.“ Ja, das helfe Gott! J. F. Müller.

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