Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 18 › Seite 281
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. September 1913, Seite 281
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besteht schon seit einigen Jahren, ist aber noch recht schwach und
wird von unserer Kommission für fremdsprachige Missionen
unterstützt. Aber wenn auch schwach, so hat die Gemeinde, die
von Missionar Mikulski bedient wird, doch einen Kirchbau be⸗
schlossen. Bis jetzt hat sie ihre Gottesdienste in der Bethel—
kirche abgehalten.
Der HErr hat unserer Synode
Detroit aufgetan, nämlich unter den
lieber Leser: „Treibt unsere Synode auch Mission unter den
Slowaken?“ Ei gewiß! Die gehören doch auch zu „aller
Kreatur“, der das Evangelium gepredigt werden soll. „Aber
warum übergeben wir denn diese Mission nicht der Slowaki⸗
schen Synode, die doch auch zur Synodalkonferenz gehört?“
Die Slowakische Synode ist selber schwach und arm und kann
daher diese Mission nicht übernehmen. Würden wir uns dieser
Leute nicht annehmen, dann würde eine falschgläubige Synode
es tun, wie sie es schon versucht hat. „Wie sind wir zu dieser
Lission gekommen?“ Laß dir das erzählen!
Im südwestlichen Teile Detroits, früher Delray genannt,
das wegen seiner vielen Fabriken in ganz Michigan bekannt
ist, hat unsere Synode auch eine blühende deutsche Gemeinde,
die jetzt elf Jahre besteht und fast 1000 Seelen zählt. Diese
Gemeinde ist umringt von Magyaren und Slowaken, die mei—
stens streng katholisch sind. Beim Missionieren traf der Pastor
der deutschen Gemeinde auch eine lutherische slowakische Faͤ—
milie an und bewog sie, ihre Kinder in die deutsche Gemeinde⸗
schule zu senden. Sie tat es. Erst kamen nur zwei; doch
diese erzählten es weiter, und bald kamen mehr. Es dauerte
nicht lange, da wurde der deutsche Pastor gerufen, die slowaki⸗
schen Kindlein zu taufen, Trauungen zu vollziehen und Tote
zu begraben. Bei einem Leichenbegängnis, bei dem die Be⸗
teiligung groß war, bot sich dem Pastor Gelegenheit, mit den
Leuten über kirchliche Angelegenheiten zu reden, und er er—
munterte sie, doch auch Gottesdienste abzuhalten. O wie gerne
wollten sie das! Aber ein schweres Hindernis, wie sie meinten,
lag ihnen im Wege. „We too poor, we no can pay minister;
minister cost money.“ Das, lieber Leser, war das große Hin⸗—
dernis. Auf die Frage des Pastors, ob sie zum Gottesdienst
kommen würden, wenn er ihnen einen Pastor besorge, antwor⸗
teten sie mit vor Freude strahlendem Gesicht „Ja“.
Diese Sache wurde denn auch der Detroiter Pastoral—
konferenz berichtet, und diese beschloß, die Kommission für
fremdsprachige Missionen zu bitten, einen slowakischen Missio⸗
nar für Detroit anzustellen. Die Kommission ließ sich dazu
bewegen und berief Kandidat Jos. Kolarik. Dieser trat im
August 1912 sein Amt hier an. Bald war eine Gemeinde
organisiert. Schon im Oktober traf die neue Gemeinde ein
schwerer Schlag. Missionar Kolarik folgte einem Ruf nach
Tarentum, Pa. So war denn die Gemeinde wieder verwaist.
Sie wollte sich wieder auflösen, doch ließ sie sich von dem
Komitee der Pastoralkonferenz Mut einsprechen und begnügte
sich mit zeitweiliger Aushilfe von Cleveland her und mit Lese⸗
gottesdiensten. Aber siehe, der HErr erhört Gebete; er er⸗
hörte auch die Gebete dieses slowakischen Christenhäufleins.
Er bescherte der verwaisten Gemeinde wieder einen Seelsorger
in der Person des P. Jan Marcis, der am Sonntag Sexa⸗
gesimä im Auftrage und in der Gegenwart Präses Th. Engel⸗
ders vom Präses der Slowakischen Synode in sein Amt ein⸗
aeführt wurde. Ein feierlicher Gottesdienst mor Präsos
aber noch eine Tür in
Slowaken. Du fragst,
Pelikan predigte in slowakischer Sprache über 2 Tim. 2, 4—8
und schilderte die Arbeit eines evangelisch-lutherischen Predi—
gers; er zeigte im ersten Teil, worin diese Arbeit besteht, und
im zweiten Teil, wer diejenigen sind, die des Segens solcher
Arbeit teilhaftig werden. Welch eine Andacht bei den Zu⸗
hörern! Eine bessere ist auch in unsern deutschen Gemeinden
nicht zu finden. Nach der Predigt erfolgte die Einführung des
neuen Missionars unter Assistenz P. G. Claus' und des Unter—
zeichneten, die auch in slowakischer Sprache assistierten. — Siehe,
so sind wir zu dieser Mission gekommen.
Du willst, lieber Leser, aber auch wohl wissen, wie groß
diese neue Gemeinde ist. Sie zählt etwa 300 Seelen, meistens
Männer, von denen noch viele ihre Familien im alten Vater—
land haben. Die Kinder besuchen unsere Gemeindeschule, wer⸗
den aber Samstags vom Missionar unterrichtet; es sind 18
an der Zahl. Die Gottesdienste werden in der geräumigen
Schulhalle der Konkordiagemeinde abgehalten und werden
immer gut besucht. Auch hat die Gemeinde schon ein Grund⸗
stück gekauft für §1500.00; es lastet darauf aber noch eine
Schuld von §600.00, die in Raten von 820.00 monatlich abge⸗
tragen wird. Zum Gehalt des Missionars trägt sie monatlich
525.00 bei. Das übrige mußt du, lieber Leser, zahlen helfen;
es wird aus der Kasse für fremdsprachige Missionen genommen,
diese Kasse aber ist auf dich und andere Christen angewiesen.
Die junge Gemeinde strengt sich redlich an; sie kann nicht
mehr tun.
Noch eins, lieber Leser. Aus dem Kassenbericht des All⸗
gemeinen Kassierers wirst du erfahren haben, daß die Kasse
für fremdsprachige Missionen über §755.00 Schulden hat.
Könntest du nicht noch ein kleines Opfer für diese Kasse bringen?
Höre, was der Vorsitzer der Kommission unter dem 2. Novem⸗
ber 1912 an die Subkommission in Detroit schreibt: „Unsere
Kasse ist sehr verschuldet. Wir sind aufs höchste besorgt, wie
wir diesen Winter durchkommen und den Missionaren monatlich
ihren Gehalt auszahlen sollen. Das Werk der fremdsprachigen
Mission könnte sich mit Riesenschritten ausbreiten, wenn uns
mehr Mittel und mehr Arbeiter zur Verfügung stünden. Ich
bitte Sie, die Detroiter Brüder zu ermuntern, unserer Kasse
so oft und so viel als möglich zu helfen.“ Da bittet also dein
Heiland dich um eine Gabe auch für unsere Kasse sür fremd—
sprachige Missionen. Soll er eine Fehlbitte tun? Gewiß nicht.
Der SéErr wolle auch dieser Mission seinen Schutz und
Segen angedeihen lassen und unsern Missionar immer tüchtiger
machen, das Heil in Christo den Slowaken zu verkündigen!
Ru d. H. C. Meyer.
Versammlung des Ostlichen Distrikts.
Am 25. Juni, dem Gedächtnistag der Übergabe der Augs⸗
burgischen Konfession, trat der Sstliche Distrikt inmitten der
Emmausgemeinde (P. A. T. Hanser) zu Buffalo, N. Y., zu
seiner 45. Jahresversammlung zusammen. In seiner Präsi⸗
dialrede, der er das Wort Pauli: „Wir sind Gottes Mitarbei⸗
ter“, 1 Kor. 3, 9, zugrunde gelegt hatte, zeigte Präses Walker,
wie in diesen Worten eine ernste Mahnung liege zu herzlicher
Demut, zu gewissenhafter Treue und unermnüdlichem Eifer in
der uns Christen befohlenen Arbeit, das Evangelium auszu⸗
breiten: ferner ein krästiger Trast, mit Frandigfeit und mit
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