Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 18 › Seite 282

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. September 1913, Seite 282

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SE Der utheraneE

Vertrauen auf Gott diese Arbeit zu verrichten, und endlich
eine köstliche Verheißung, daß diese Arbeit im Weinberg des
SErrn nicht vergeblich, sondern von Gott gesegnet sein werde.
P. W. Bröcker brachte seine Arbeit über das Thema „Pau⸗
lus, der Apostel IEsu Christi“ zum Abschluß, indem er Paulus
als Theologen und Märtyrer behandelte. Er schilderte ihn
als den vornehmsten Theologen der Schrift, als Dogmatiker,
Prediger und Seelsorger. Er wies nach, wie Paulo das
Grundprinzip, das, woraͤuf er alle seine Lehren gründete, nicht
etwa die erleuchtete Vernunft, sondern einzig und allein das
von Gott inspirierte Wort der Schrift war. Aus dieser Quelle
schöpfte er alle seine Lehren, und zwar so reich und ergiebig,
daß wir in seinen Briefen alle Lehren, die die christliche Kirche
glaͤubt und lehrt, klar und deutlich dargelegt finden. Der Refe—
rent wies das auch nach, indem er aus den Briefen Pauli die
verschiedenen Lehren skizzierte. Er unterließ es auch nicht, auf
den überall in Pauli Schriften zutage tretenden Ernst in der
Verteidigung der reinen Lehre, seinen Eifer und seine Ent—
schiedenheit in der Widerlegung aller Irrtümer hinzuweisen.
Zum Schluß schilderte der Reserent das Märtyrertum des
Apostels, seine vielen großen Leiden, die er nach Christi Weis⸗
sagung zu dulden hatte auf seinen Reisen und während seiner
Gefangenschaft bis zu seinem Märtyrertod. — Dem Referenten
wurde für die ausgezeichnete Arbeit, die ihm jahrelange Arbeit
gekostet hat, der herzliche Dank der Synode ausgesprochen.
Der Geschäfte der Synode waren dies Jahr so viele und
manche so wichtig, daß man sechs Sitzungen darauf verwenden
mußte und selbst dann nicht fertig wurde, sondern einige An—
gelegenheiten bis zur nächsten Versammlung verschieben mußte.
Die wichtigste Angelegenheit, auf die man auch die meiste
Zeit verwandte, war natürlich die Innere Mission des Distrikts.
Der Bericht der Kommission zeigte, daß 16 Pastoren, 4 Stu⸗
denten und ein Lehrer im Dienste der Mission standen, die an
38 Gemeinden und Predigtplätzen mit durchschnittlich gutem
Erfolg arbeiten. Es ist wunderbar, wie in unserm alten
Synodaldistrikt und besonders in den schon so lange besiedelten
Staaten wie Maryland und Virginia sich noch immer neue
Missionsfelder finden. Die Ausgaben der Missionskasse be⸗
liefen sich im letzten Jahr anf 87036.78. Die Gesamtsumme,
die die Synode für diese Mission für das kommende Jahr be⸗
willigte, einschließlich einer Schuld in der Kasse, die im kom—
menden Jahr abgetragen werden soll, beträgt §7200.00.
Verichte über verschiedene Kassen der Synode wurden vor—
geleégt, und sie zeigten größtenteils einen erfreulichen Bestand.
Aus der Studentenkasse, die dank des bekannten Beckerschen
Legats ein Kapital von §30,000 hat, konnte im verflossenen
Rechnungsjahr 24 Studenten und Schülern auf unsern Lehr—
anstalten Unterstützung gewährt werden. Die Sumine von
52061.35 wurde für den Zweck veransgabt. Die Kirchbaukasse
des Distrikts, der aus dem Beckerschen Vermächtnis bis jetzt
550,888.80 zugeflossen sind, so daß sie ein Guthaben von
564,972.50 hat, könnte im verflossenen Jahr §16,773.00 an
arme Gemeinden ausleihen. Zurückgezahlt wurden §2921.58,
während im ganzen §56,847.04 ausstehen. Der Bericht der
Unterstützungskasse des Distrikts zeigte, daß im vergangenen
Rechnungsjahr 13 Witwen, 9 Kinder und 2 bedürftige Pastoren
unterstützt wurden. Es war allen klar, daß die dargereichte
Unterstützung nicht ausreiche, und die Gemeinden wurden daher
ermuntert, für diese Kasse doch mehr zu tun, damit den Hilfs⸗

bedürftigen eine für die jetzigen Zeitverhältnisse genügende
Unterstützung gewährt werden könne.

Durch die Hände des Kassierers des Distrikts, Herrn Spil⸗
man in Baltimore, gingen im verflossenen Jahr §25,977.29,
die sich verteilen, wie folgt: für die Synodalkasse §2796.64,
für Missionen §13,293.60, für Wohltätigkeitszwecke §55384.70;
für Synodalbauten §4321.13; verschiedenes 5181.22.

Es war allen Synodalen eine große Freude, den Ehrw.
Allgemeinen Präses unserer Synode, P. F. Pfotenhauer, in
ihrer Mitte begrüßen zu dürfen. Er nahnt denn auch die Ge⸗
legenheit wahr, über den Stand der ganzen Synode, ihre
Anstalten und Missionen zu berichten. In kurzen, kräftigen
Zügen schilderte er besonders das große Arbeitsfeld, das Gott
uns nicht nur hier im eigenen Land, sondern in fast allen Erd—
teilen aufgetan hat, machte aufmerksam auf die Bedürfnisse der
verschiedenen Synodal- und Missionskassen und ermunterte zu
kräftiger Unterstützung derselben.

Drei herrliche Gottesdienste wurden während der Synode
gehalten. Der erste war der Synodalgottesdienst am Mittwoch⸗
abend, abgehalten in der Dreifaltigkeitskirche ('. A. Senne).
Er wurde am Abend abgehalten, um auch den lieben Gemeinde—
gliedern, die während des Tages arbeiten müssen, Gelegenheit
zu geben, sich an dem Synodalgottesdienst zu beteiligen. So
war denn auch die geräumige Kirche fast bis auf den letzten
Platz gefüllt, und eine schier tausendköpfige Menge lauschte mit
Andacht der herrlichen Synodalpredigt des Ehrw. Allgemeinen
Präses über 1 Kor. 2, worin er zum treuen Festhalten an der
Predigt des Evangeliums vom gekreuzigten Heiland ermahnte.

In dem Pastoralgottesdienst, der am Freitagabend in der
St. Andreaskirche (P. J. Sieck) abgehalten wurde, hielt P. H.
Schröder aus Washington, D. C., eine tief zu Herzen gehende
Predigt über Matth. 5, 13.

Der dritte Gottesdienst war der gemeinsame Missions⸗—
gottesdienst, der am Sonntagnachmittag in der EImwood
Musie Hall gehalten wurde. Nachdem am Vormittag in sämt⸗
lichen Kirchen unsers Synodalverbandes in Buffalo die gewöhn—
lichen Gottesdienste gehalten worden waren, versammelten sich
nachmittags um drei Uhr trotz der großen Hitze an die 3000
Glieder unserer Gemeinden mit den Synodalen, um einen ge—
meinschaftlichen Missionsgottesdienst zu feiern. Die Redner
waren der Ehrw. Allgemeine Präses, P. F. Pfotenhauer, und
P. H. Eckhardt aus Pittsburg. Ersterer zeigte an der Hand der
Geschichte unserer Synode, was unsere Synode durch Gottes
Gnade getan hat im Werk der Inneren Mission, wie es unter
Gottes Segen dem Missionseifer der Väter zu verdanken sei,
daß unsere Synode sich in den wenigen Jahrzehnten so rasch
ausgebreitet hat. P. Eckhardt schilderte in englischer Sprache,
was wir nach Gottes Willen auf dem Gebiet der Synode noch
zu tun haben, wieviel mehr getan werden könnte im Verhältnis
zu unserer Größe und unserm jetzigen Reichtum. Verschönert
wurde der Gottesdienst durch zwei Vorträge des 200 Stimmen
starken Walther-Chorus. Die bei dieser Gelegenheit erhobene
Kollekte brachte über §500.00 für die Innere Missionskasse.

Am Montagabend veranstaltete der Walther-Chor ein
Konzert und bereitete mit seinem in jeder Hinsicht gut durch—
geführten Programm den Synodalen einen seltenen Genuß.

Am Dienstagnachmittag vertagte sich die Synode mit dem
Singen von Nr. 346, V. 3, und mit dem Vaterunser, um im
Frühjahr 1915, w. G., sich in Nork, Pa., zu versammeln N R

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