Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 18 › Seite 283
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. September 1913, Seite 283
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Wunder 2
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Zur kirchlichen Chronik.
Prof. Theodor Gräbner ist dieser Tage mit den Seinen
wohlbehalten eingetroffen. Er wird in Zukunft die Redaktion
des „Lutheraner“, das Kirchlich-Zeitgeschichtliche in „Lehre und
Wehre“ und den englischen Teil des „Homiletischen Magazins“
übernehmen und im Seminar hauptsächlich in der englischen
Arbeit helfen. Gott setze ihn zum Segen für unsere Anstalt und
unsere Synode! E. P.
Das fünfzigjährige Amtsjubiläum feierte am 6. August
P. W. Weinbach zu Pine Island, N. Y. P. H. C. W. Stechholz
hielt die Predigt. H. C. W. S.
P. J. Kunstmann, Präses der Sächsischen Freikirche, und
Prof. C. F. Gräbner, Professor und Direktor an der Lehranstalt
unserer Glaubensbrüder in Australien, weilen gegenwärtig in
unserm Lande und besuchen die jetzt tagenden Distriktssynoden.
E. P.
Kurze Nachrichten aus unserer Heidenmission. Kandidat R.
Görß wurde am 17. August bei Gelegenheit eines großen Mis—
sionsfestes in der Kirche P. A. Hansers zu Buffalo, N. Y., von
Prof. L. Fürbringer ordiniert und als Missionar in Indien abge⸗
ordnet. — Die feierliche Abordnung der ebenfalls nach Indien
berufenen Kandidaten O. Ehlers und J. Williems fand statt am
24. August bei Gelegenheit der Synodalbersammlung des West—
lichen Distrikts in der Zionskirche zu St. Louis durch den Unter—
zeichneten unter Assistenz zweier anderer Glieder der Heiden—
missionskommission, der Pastoren R. Kretzschmar und G. Chr.
Barth. — Missionar J. Williems, unsere Krankenpflegerin, Fräu—
lein Luise Ellermann, und Fräulein Johanna Scherer, Braut des
Missionars A. Lutz, reisen am 20. September mit dem Dampfer
„Berlin“ von New York direkt über Gibraltar nach Genua.
Missionare R. Görß und O. Ehlers reisen am 23. September mit
dem Dampfer „Kaiser Wilhelm II.“ von New RNork nach Bremen.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland treffen sie mit der
obigen Reisegesellschaft in Genua zusammen und treten am
7. Oktober mit ihr auf dem Dampfer „Scharnhorst“ die lange
Reise nach Indien an. Will's Gott, landen sie am 24. Oktober
in Colombo. Lieber Leser, wenn wir Sonntags im großen
Kirchengebete beten: „Geleite alle Reisenden auf den Wegen
ihres Berufs zu Wasser und zu Lande“, dann laßt uns dabei
auch gerade dieser Brüder und Schwestern gedenken, die in unserm
Auftrage diese lange, gefahrvolle Reise machen! — Missionar
G. O. Kellerbauer hat sich bereit erklärt, während seines Urlaubs
in Deutschland über unser nördliches Missionsgebiet ein Büchlein
zu schreiben unter dem Titel: „Das Tamulenland und seine
Bewohner.“ Es soll ein ähnliches Büchlein werden wie „Vanji
Bhumi“, das du, lieber Leser, gewiß schon gelesen hast.
J. A. Friedrich.
über das rechte Verhältnis von Pastor und Gemeinde hat
kürzlich ein amerikanischer Prediger diese schönen Worte geredet:
„Das Verhältnis eines Pastors zu seiner Gemeinde ist heutzutage
nur zu oft das eines Plattformredners zu seiner Zuhörerschaft,
eines Reformers zu seiner Umgebung, eines Maschinisten zu einer
Maschine und nicht das eines Freundes zu einer Schar von
Freunden. Wenn ein Prediger nur ein Sonntagsredner ist,
dann kann er jeden Tag die Stadt verlassen, und niemand weint
ihm eine Träne nach. Wenn er nur ein öffentlicher Reformer
ist, dann kann er am Ende jeder Woche sich verabschieden, und
viele Leute freuen sich. Wenn er ein Maschinenmann ist, ein
Expert im Handhaben von allerlei Organisationen, dann kann
seine Stelle jederzeit durch einen andern ersetzt werden; denn
Maschinisten gibt es reichlich. Wenn er aber ein Hirte ist, wenn
er seine Schafe bei Namen kennt, wenn die Schafe seine Stimme
Die
kennen, dann kann er nicht von einer Herde zur andern über—
siedeln ohne großes Herzweh und Betrübnis im Geist, und ohne
tiefe Wunden in den Herzen derer zurückzulassen, die er verläßt.
Eben weil die Vorstellung vom Pastor als einem Hirten so matt
und die eines Redners oder Predigers so vorherrschend ist, darum
können Gemeinden es so leicht über sich gewinnen, Pastoren zu
wechseln, und Pastoren können mit leichtem Herzen, ja sogar mit
Freuden von einer Gemeinde zur andern ziehen. Wenn der Kirche
Christi geholfen werden soll, dann muß die Vorstellung von Hirten
in ihr wieder Mode werden.“ — Es ist nicht umsonst, daß Chri⸗
stus die Diener am Wort des Namens würdigt, sie Pastoren zu
nennen. Pastor heißt Hirte. Christus selbst ist ja der große
Hirte der Schafe, und seine Diener würdigt er desselben Namens,
daß er sie Hirten nennt, seine Unterhirten. Pastor ist deswegen
der ehrenvollste Name für einen Diener am Wort. Wie kalt
klingt dagegen das Wort „Prediger“! Der Hirtenname erinnert
die Diener am Wort an die Liebe zu IEsu, ohne die er nieman⸗
dem die Weide seiner Schafe anvertraut. Nur mit Hirten ist der
Herde Christi gedient, mit Hirten, die Christi Sinn haben, die
die Schafe Christi lieben, sie weiden, den Christen Gehilfen ihrer
Freude sind, die ihre ganze Lebensaufgabe darin erblicken, sie
selig zu machen, und deren einziger und völliger Lohn ist, daß sie,
„wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der
Ehren empfangen“. Wenn solche Leute nach Gottes Führung
eine Herde Christi verlassen, da werden innige Bande zerrissen,
da bewahren die Christen ihnen ein liebendes und ehrendes An⸗
denken. Nächst der höchsten Freude, selbst ein Schäflein Christi
zu sein, ist das die größte Freude, die es für einen armen Men⸗
schen auf Erden geben kann, ein Unterhirte IEsu Christi zu sein.
Und nächst dem großen Hirten selbst sind die Pastoren, die Seel—
sorger und Hirten, die größten Wohltäter der Christen. Redner
können mit Geld bezahlt werden und haben ihren Lohn dahin;
Hirten muß und will Gott selbst lohnen. E. P.
Praktische Erklärung und Anwendung von Mark. 16, 17. 18.
Im Continent erzählt jemand: „Letzten Sommer predigte in
Hobson, Mont., ein W. P. Bootman, ein Missionar der Mor—
monen. In seinen Predigten gab er als Beweis für die Richtig⸗
keit seiner Lehre an, daß alle die Zeichen, die Mark. 16, 17. 18
aufgezählt werden, den rechtmäßig angestellten Dienern seiner
Kirche nachfolgten! Ich nahm ihn bei seinem Wort. Er for⸗
derte mich heraus zu einer zehntägigen Disputation über die
Frage, ob seine oder meine Kirche die rechte sei. Ich kümmerte
mich erst nicht um seine Hexausforderung. Dann nahm ich sie
an unter der Bedingung, daß er sich erst zu gewissen Dingen
verstehe. Das Wichtigste davon war, daß er die Erklärung unter—
schreiben solle, daß er alle die Dinge tun könne, die Mark. 16,
17. 18 aufgezählt werden. Das tat er. In V. 18 steht aber:
„So sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden.“
Meine Prüfung bestand nun darin, ihm ein tödliches Gift zu
reichen. Ich brauche wohl kaum zu sagen, daß er das Gift nicht
trank, und daß es keine Disputation gab. Nun erscheint mir dies
fast zu lächerlich, um es zu veröffentlichen. Aber das ist ja einer
ihrer Haupttrümpfe.“ — Es ist ganz in der Ordnung, wenn man
Glaubensheiler und anderes Geschwärm, das nur immer auf den
armen Kranken losgeht, weil geschrieben steht: „Auf die Kranken
werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden“,
daran erinnert, daß der HErr auch noch andere „Zeichen, die da
folgen werden denen, die da glauben“, nennt. Und wenn sie
nicht an die Toten, die Schlangen und das tödliche Gift dran
wollen, dann zeigt das, daß sie die göttliche Verheißung nicht
treibt. Gewiß, alle diese Dinge hat der HErr verheißen und
hält sie auch. Daß er sie wahr gemacht hat, berichtet das Neue
Testament, und gewiß hat er das öfter getan und tut es noch.
als uns bekannt umd bewußt ist. Aber Giott tut nichts zum
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