Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 19 › Seite 293

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 16. September 1913, Seite 293

293 294 295 296 297 298 299 300 301 302

Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner69_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription machine transcription, uncorrected

⤓ Download .txt · copy text

Himmel, der hatte ein ewig 7
Cuangelium, zu verkündigen
dentn, die auf Erden siten
und wolhhnen, und allen Hei-
den, und Grschlechtern, und
Sprachen, und Völkern, und
sprach mil großer Slinmne:
Lürchter Gott, und gebet
ihm dit Ehre; denn die Zeit
seints Oerichts ill kommien,
und hetel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Mett, und die Wasser⸗
Jbrunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.
AIIE

I sliegen mitten durch den

— +

— — 4 6 —
SSSISS VN 3

Derausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.

—

69. Jahrgang.

Hl. Louis, Mo., den 16. Heptember 1913.

Nr. 19.

Brasilien.

Die Nord-Illinois-Pastoralkonferenz tagte vom 26. bis
zum 28. August im schönen Arlington Heights. Am ersten
Nachmittag legte der Vorsitzer der „Allgemeinen Kommission
für Innere Mission im Ausland“, P. Karl Schmidt, einen
ansführlichen, gerade eingelaufenen Bericht über unsere Mis⸗
sion in Brasilien vor. Und was wurde da nicht alles berichtet!
Von herrlichen Siegen und großen Erfolgen; von großen,
gerade jetzt eintretenden Gefahren für unsere Mission; von
Hilferufen und schreiender Not; von wirklicher, die Herzen
rührender Aufopferung unserer dortigen Missionare. O, hättet
ihr das alles mitanhören können, ihr lieben „Lutheraner“-
Leser, ihr teuren Missionsfreunde! Da wurde das Herz weit
vor großer Freude, aber auch bedrückt vor großer Scham.
Vor Freude: Nach dreizehn Jahren Missionsarbeit haben wir
dort schon 70 Gemeinden, 20 Predigtplätze, überall blühende
Schulen. 15,000 Seelen stehen unter unserer Seelsorge, 6192
Abendmahlsberechtigte, 1500 Schulkinder, bedient von 31 Pa⸗
storen und 23 Lehrern. 882 Kindlein wurden letztes Jahr
getauft; konfirmiert wurden 400.

Und noch ertönt von überall her der Hilfeschrei: Kommt,
ihr Missourier, und helft uns! Ja, das Feld ist weiß zur
Ernte. In Brasilien ganz besonders. O die Freude, dies
hören zu dürfen! Auf welch anderm Missionsfeld haben wir
wohl in so kurzer Zeit so über alles Verstehen herrliche Erfolge
sehen dürfen? Ja, Gott hat uns dahin gerufen, daß wir mit
seinem Evangelium dorthin kommen sollten, und eine über—
reiche Ernte sollte der Segen unserer Arbeit sein.

Dies alles bestätigte P. J. Busch, der gerade aus dem
fernen Brasilien hier angekommen ist, um sich eine Lebens⸗
gefährtin zu holen, die die Einsamkeit im Urwald Brasiliens
mit ihm teilt und ihni bei seiner so schweren Arbeit eine Ge—
hilfin ist. Er ist bereit, überall in größeren Gemeindekreisen
Vorträge über unsere Mission zu halten. Man melde sich bei
P. K. Schmidt. ö

Die unierte Synode in Brasilien, unterstützt vom Kirchen⸗
regiment dieser Synode in Deutschland, sendet Scharen von
Predigern und Lehrern in die Arbeit und wendet große Geld—
summen an, unsere Arbeit dort zu vernichten, unsere Gemein⸗
den dort zu stehlen, unsere Schulen in die Hände zu bekom—
men, was wir gebaut haben, zu verderben. Diese Synode,
die früher sich nicht um die armen Kinder bekümmerte, arbeitet
jetzt mit Hochdruck, um überall freie deutsche Schulen zu er—
richten. Sie hat erst von uns gelernt, daß die Zukunft der
Kirche gehört, welche die Jugend hat. Und sie scheint große
Mittel zu haben — uns zuwider! Doch der HErr hat uns
dahin gerufen, unsern von Haus aus lutherischen Landsleuten
das Heil zu bringen; er wird uns auch nicht verlassen. Also,
vorwärts zum Sieg — zum Heil noch vieler tausend Seelen,
die Gott durch uns retten will!

Und die Kasse, aus der diese Mission unterstützt wird, hat
— hört und staunt! — zehntausend Dollars Schulden! Wir
sollten und könnten §50,000 in Kasse haben — aber nein,
wir haben §10,000 Schulden! Der Synodalschatzmeister kann
nicht mehr aus andern Kassen für diese Kasse borgen; die
Schuld ist zu groß.

Darf das sein? Soll das so bleiben? Jeder Christ, der
dies liest, sagt: „Wie ist das möglich? Wir 565,129 kom—
munizierenden Christen, so reich an allerlei geistlichem und
irdischem Reichtum, wir haben diese Segenskasse so in Schul—
den geraten lassen? Wie ist das nur möglich? Ach, wir
haben diese Kasse vergessen, haben gedacht, andere werden wohl

reichlich dafür sorgen. Ja, so muß es gekommen sein. Aber
— hier muß geholfen werden, tüchtig und sofort! Jeder

wird helfen wol len, aber ich ganz besonders reichlich nach
all meinem Vermögen! Die Losung muß jetzt sein:
Die Schulden müssen getilgt, und die Kasse muß reich gefüllt

werden! Denkt einmal: jährlich nur 50 Cents von jedem
Abendmahlsgast! 565,129 halbe Dollars — könnte das

jeder geben? Welche Summe!“

Recht so, lieber Missionschrist! Wenn jeder so spricht,

English translation

Not yet translated.