Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 19 › Seite 294

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 16. September 1913, Seite 294

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294

S Der utheraned

wenn auch unsere Kinder ihre Gaben (sie für Mitschüler in
Brasilien) darbringen, dann ist geholfen, dann geht es voran
auf allen Linien. Und wenn jeder Beter unserer Synode
jeden Tag von Herzen betet: „O Gnadengott, dein Reich
komme nach Brasilien!“ — wenn von Herzen so gebetet wird,
dann wird's, meine ich, nie mehr an Männern und Geldern
fehlen. Ist es nicht so, lieber Mitchrist?

Ja, Amen, höre ich dich antworten!

Ja, wenn alle so beten und alle so opfern, dann ist es uns
ein kleines, Großes und immer Größeres auszurichten in Bra—
silien an den Hunderttausenden unserer dortigen Landsleute,
die in geistlichem und großenteils auch in leiblichem Elend sind.

Der SeErr ist da und wartet auf euch Christen der Missouri—
synode, daß ihr Pastoren, Lehrer und Gelder sendet. Er selbst
hat uns dies alles schon gegeben.

Auf, ihr Christen, auf, ihr Gemeinden, helft! Ihr könnt,
ihr wollt, ihr werdet es tun. Gott segne unsere Mission in
Brasilien und alle die, welche das Zion dort liebhaben!

R. P.

I

Möblierung der Zimmer des neuen Seminars in
River Forest.

Seit dem letzten Bericht im „Lutheraner“ sind noch fol—
gende Zimmer ausmöbliert worden:

A. Zum Andenken an: 1. P. W. Bartling vom Golden
Rod Sewing Circle“ in Chicago; 2. P. L. Lochner von P. A.
Both in Chicago; 3. Lehrer P. A. Wismar von seinen Söh—
nen; 4. H. W. Meyer von seinem Sohn C. M. in Chicago;
5. Konrad Tatge von Frau Sophie Tatge in Chicago; 6. P. W.
C. Kohn von der St. Andreasgemeinde in Chicago; 7. Lehrer
Wi. Ganske von Frau H. Ganske in Chicago; 8. Lehrer
J. G. Röcker vom Jugendverein der Gnadengemeinde in Oak
Park, Ill.; 9. W. H. Ernst von Herrn Wm. Schlake in Chi—
cago. Andere Stiftungen: 10. „Detroit“ vom Lehrerchor in
Detroit; 11. „Jowa“ vom Frauenverein in Boone, Jowa;
12. „Seymour“ von der Lutheran Social Aid Society in Sey—
mour, Ind.; 13. „Sheboygan“ von Herrn Julius Kroos in
Sheboygan, Wis.

B. Ferner gingen schriftliche Zusagen für je ein Zimmer
ein: 1. vom Jungfrauenverein der St. Markusgemeinde in
Chicago; 2. vom Frauenverein der Christusgemeinde in Cleve—
land; 3. vom Tabeaverein der Immanuelsgemeinde in Fort
— Ind.; 4. vom Jungmännerverein der Kreuzgemeinde
in St. Louis; 5. vom Jungfrauenverein der Christusgemeinde
in Chicago; 6. vom Frauenverein der St. Johannisgemeinde
in Chicago;

7. vom Jugend- und Frauenverein der St. Jo—
hannisgemeinde in Uunten Wis.; 8. von N. N. (.

F. Wol⸗
brecht) in Sheboygan, Wis.

C. Für die Einrichtung eines Klassenzimmers hat Herr
Seinrich Göppinger in Boone, Jowa, mir die Summe von
8100.00 durch seinen Pastor zustellen lassen. Wir haben noch
weitere sieben Klassenzimmer. Es wäre schön, wenn sich noch
einige unserer teuren Christen finden würden, die eine gleiche
Summe für diese einsenden würden. Das wäre eine große
Hilfe.

DD. Für die Waschküche s
laufen.

ind von A. K. 510.00 einge—
Theo. Kohn.

Versammlung des Mittleren Diistrikts.

Der Mittlere Distrikt unserer Synode versammelte sich zu
Fort Wayne, Ind., vom 6. bis zum 12. Juni dieses Jahres.
Die Sitzungen wurden in der geräumigen Aula des Gymna⸗—
siums abgehalten, und die Synodalgäste, etwa 450 an der Zahl,
nahmen das von den Fort Waͤyner Gemeinden besorgte Mit—
tagsmahl gemeinschaftlich in der Turnhalle des College ein.
Zehn Sitzungen fanden statt; außerdem traten die Pastoren,
die Lehrer und die Gemeindedeputierten noch zu besonderen
Konferenzen zusammen. Drei spezielle Synodalgottesdienste
füllten die Zeit an ebensovielen Abenden aus.

Die wichtigste Angelegenheit, mit der sich die Synodalver—
sammlung befaßte, war die Besprechung zweier Referate, in
denen Lehren des göttlichen Wortes dargelegt und auf die be—
stehenden Verhältnisse angewendet wurden. P. A. Lange be—
handelte „Die Lehre von dem göttlichen Beruf unserer Ge—
meindeschullehrer“. Die lebhaften Verhandlungen bewiesen,
daß man dieser Frage ein reges Interesse entgegenbrachte.
Aufs neue überzeugten sich die Synodalglieder davon, daß der
Gemeindeschullehrer, der im Auftrag der Gemeinde den Kin—
dern das Evangelium predigt, in einem göttlichen Berufe steht,
daß er durch die Gemeinde von Gott selbst in sein Amt gesetzt
wird, daß er es nach dem Willen und Befehl Gottes gewissen—
haft zu verwalten hat, und daß er es nicht eher aufgeben darf,
als bis ihm durch die Anwendung des göttlichen Wortes auf
die obwaltenden Umstände klar wird, daß Gott selber ihn wie—
der dieses Amtes énthebt. Ausführlich wurde dargelegt, wie
diese Wahrheit sowohl der Gemeinde als auch dem Lehrer
zum Trost und zur Ermunterung gereicht.

Das zweite Referat war die Fortsetzung der bereits im
Vorjahre begonnenen, von P. Wilhelm Moll vorbereiteten
Arbeit über „Die römische Lehre von der Kirche und ihre
Widerlegung“. Es würde gezeigt, daß die römische Kirche falsch
lehrt von dem Haͤupt der Kirche dadurch, daß sie den Papst
zu Rom zum sichtbaren Haupt der Kirche macht, während doch
Christus allein das Haupt der Kirche ist. Der Referent wider—
legte die römischen Anmaßungen aus der Heiligen Schrift und
aus der Geschichte und gab einen kurzen Überblick über die
Entstehung des Papsttums. Leider konnte die Besprechung
dieser Arbeit nicht vollendet werden; der Distrikt wird sie bei
seiner nächsten Sitzung wieder aufnehmen.

Viel Zeit wurde auf die Berichte der verschiedenen Ver—
treter und Kommissionen der Missionen verwendet. ‘'. Mat—
thias von Indianapolis berichtete über den Stand der fremd—
sprachigen Missionen. Er erinnerte daran, daß die Missouri—
synode jetzt Missionen betreibt unter den Slowaken, Esten,
Letten, Litauern, Finnen, Polen und Persern. Das Werk
wird von Gottes Segen reichlich begleitet, aber es mangelt an
Arbeitern. — Prof. F. Zucker hielt einen Vortrag über den
Stand unserer Heidenmission in Indien. In dieser Mission
befinden sich gegenwärtig etwa 500 getaufte Christen, gegen
900 Personen erhalten Unterricht in der christlichen Lehre, der
Kirchenbesuch an allen Stationen zusammengenommen beläuft
sich jeden Sonntag auf 1300, und die Schulen werden von
1400 Heidenkindern und 200 Christenkindern benutzt. Für
diese Mission sind alljährlich ungefähr §535,000 nötig. —
I'. Lankenau redete über die Negermission in den Vereinigten
Staaten; nach seinem Berichte haben wir jetzt an 38 Stationen

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