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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. Dezember 1913, Seite 405

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Weihnacht 4

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6 Hliegen mitten durch den
Jhinmel, der hatte ein emig
Euvangelium, zu nerkündigen

denen, die auf Erden sihen.

und mohnen, und allen Hei-
den, und Seschlechtern, und
Sprachen, und Valkern, und
sprach mil groher Slimme:
Kürchter Golt, und gebet
ihn die Chre; denn die Zeit
seines Oerichts ist hommen,
und betel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Mter, und die Wasser⸗
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6. 7.

— ——

9*

Berausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen ynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

69. Jahrgang.

Ht. Louis, Mo., den 23. Dezember 1913.

Nr. 26.

Weihnachten.

Mir ist's, als sollte ich vor Freuden weinen,

Wenn ich das Weihnachtsevangelium höre:

Das Wort ward Fleisch, mit uns sich zu vereinen.

Drum jubelten die sel'gen Engelchöre:

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden
Und den Menschen ein Wohlgefallen!“

Der Retter kam, der uns Vergebung spendet,

Den Tod besiegt, des Teufels Schreckensbande

Erbarmend löst und die Verzweiflung wendet;

Und nun erscholl dies Lied in alle Lande:

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden
Und den Menschen ein Wohlgefallen!“

O diese süße, gnadenreiche Kunde
Erquickt noch heute JIEsu Christi Glieder;
Drum jauchze, Gottesvolk, mit Herz und Munde,
Und dieser Ton durchdringe deine Lieder:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden
Und den Menschen ein Wohlgefallen!“
H. Osterhus.

——. —

Weihnachten.

Es ist Festzeit, lieber Mitpilger. Wirst darum ja sicher—
lich aufgeräumt haben im Hause, hast alles Gerät an seinen
Ort gesetzt, und bis in die Ecken hinein ist alles blink und blank,
daß der Herr Landespräsident eintreten dürfte, er fände deine
Wohnstatt traut und zum Bleiben einladend. Der Wind mag
im Schornstein rumoren, dein Feuer knattert. Du hast aber
doch auch das Schlößlein deines Herzens gesäubert? Trübe
Gedanken, Sorgen, Angst vor der Zukunft, all das Geseufz'
und Getu', das Ach und das Aber — garstiges Spinnengezücht!
— hast doch alles ohne langes Fackeln hinausgewischt, und
gründlich?

Denn der heutige Festtag ist aller Traurigkeit ein Be—
meisterer und mächtiger Gewalthaber, und wenn du mitten in
der Löwengrube vielfachen Elendes oder schwerer Krankheiten

säßest, so sollte dir in deiner Tiefe dennoch singerlich zumute
sein. Der 25. Dezember ist ein rechter großer Freudentag, ein
Tag der Ehren, ein Tag des Heils, ein Tag des Ruhmes, ein
Tag, dessen heller Schein voraus und hintennach den Lebens⸗
pfad vergoldet. Lieber, setze den Fall, der lichtglänzende Ga—
briel oder der strahlende Michael oder sonst der hohen Erzengel
einer finge heute vor dir eine Predigt an, würde er nicht ge—
stehen müssen, daß er die glorreiche Wohl- und Wundertat dieses
Tages nicht völlig ausdenken, geschweige sie mit Worten schil⸗
dern könne? Dies ist der Tag, auf den wir uns diese Advents—
wochen her bereitet und so innig gefreut haben. Gelobt sei
Gott, der ihn uns hat erleben lassen! Ja, dies ist der Tag,
den der HErr gemacht hat, darum sollen jauchzen und rühmen
alle, die den Namen unsers IEsus kennen. Dies ist der Tag,
dessen Freude den Engelheeren den weiten Himmel zu enge
machte, also daß sie hindurchbrachen, um uns Menschen unser
Glück zu melden und Gott darüber zu preisen. Es ist der Tag,
an dem die Leiter zwischen Himmel und Erde, die Jakob im
Traume sah, erst recht gezimmert wurde; denn der heilige Christ
ist Gott vom Himmel und Mensch von der Erde, und er ist so
die Straße, welche da heißet die Richtige und die ohne Biegung
zu Gottes Thron führt. Es ist heute der Tag, an dem der Her—
zog unserer Seligkeit, unser Immanuel, seinen Geburtstag be⸗
geht, darum laß doch in dir jede frohe Saite erklingen und dein
Herz musizieren mit wohlgestimmten Pfeifen. Dies ist der Tag,
an dem Gott der Vater sein Herz mit uns geteilt, uns seinen
eingebornen Sohn, den Trost aller Heiden, geschenkt hat. Dar—
um frisch auf, liebe Freundesseele, und schicke dich zur Freude!
Auf dies Gottesgeschenk des Erlöserleins in der Futterkrippe
kommt dir alles Wünschenswerte als notwendige Folge hinter—
drein. „Wie sollte er uns mit ihm nicht alles
schenken?“ schreibt Paulus an die Römer, und die Frage
schreib in die Tafel deines Gedächtnisses mit goldenen Tinten.

Albrecht Dürer, der Maler aus dem alten Nürnberg, ein
gar großer Meister, hat ja mehr als ein Bild von der heiligen
Nacht geschaffen, eins immer schöner als das andere, so scheint's

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