Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 26 › Seite 409

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. Dezember 1913, Seite 409

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glauben, der Welt auch vorzuleben. Dadurch wird sie aufmerk—
sam auf das Wort, das allein ihre Seelen selig machen kann.

Es wäre gewiß zu wünschen, daß dieser Synodalbericht
mit D. Piepers Referat, das so zeitgemäß ist und von so großem
praktischen Wert für unser ganzes Gemeinde- und Synodal⸗
leben, recht vielerseits angeschafft und noch fleißiger gelesen
würde.

Direktor Käppel redete am Mittwochnachmittag etliche
Worte im Interesse unsers St. Panls-⸗Gymnasiums zu Concor—
dia, Mo., das auch aus unserm Distrikt fleißig mit Knaben be⸗
schickt wird. Herr Generalagent E. Seuel gab uns einen klei⸗
nen Einblick in unser Publishing House zu St. Louis. Es
erweist sich mit seinem Reingewinn als eine Fundgrube für
unsere Synode, könnte aber noch viel mehr abwerfen, wenn
unsere Zeitschriften mehr Verbreitung fänden und die Gemein⸗
den alle ihre Schulbücher und andere einschlägige Sachen von
ihm bezögen.

Präses Pfotenhauer machte uns in den Nachmittags—
sitzingen bekannt mit den verschiedenen Kassen und Missionen
der Synode. In den Kassen findet sich leider eine mehr oder
minder große Schuld, wodurch auch das Werk der Mission sehr
gehindert wird. Und doch beschert uns der SErr trotz unsers
Unwillens und Undanks allenthalben noch schöne Erfolge. So
arbeiten jetzt in unserer Inneren Mission in Nordamerika auf
einem Gebiet, das von 90 Millionen Menschen bewohnt wird,
450 Reiseprediger. Zumal im westlichen Canada, wohin sich
seit etlichen Jahren der Strom der Einwanderung besonders
stark ergießt, finden wir immer mehr Eingang und dort brau⸗
chen wir noch viel Arbeiter. In fast allen großen Städten
haben wir Stadtmissionare, und der HErr schenkt ihnen gerade
auch in ihrer Arbeit an einem verkommenen und verwahrlosten
Geschlecht einen Sieg nach dem andern.

Direktor N. J. Bakke machte uns bekannt mit dem jetzigen
Stand unserer Negermission. Es ist unsere Christenpflicht, der
Mission unter diesem Volk, das so lange in der Knechtschaft
gedient hat, mehr Eifer entgegenzubringen. Wären alle Neger
lutherisch, so gäbe es keinen Rassenhaß und keine Negerfrage.
Unsere schwarzen Prediger und Lehrer sind geliebt und geachtet
unter ihren Stammesgenossen. Damit des SErrn Werk vor⸗
angehe, möchte doch jede Gemeinde jährlich eine größere Kol⸗
lekte für diese Mission einschicken und die „Missionstaube“ und
der Lutheran Pioneer einen größeren Leserkreis finden.

P. J. Friedrich, Direktor unserer Heidenmission, führte
uns in einem interessanten Vortrag hinüber auf unser großes
Missionsgebiet im fernen Indien und zeigte uns, daß auch
dort unsere Arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn.

Auch in unserm eigenen Distrikt treiben wir Mission.
Wie es da geht und steht, das hat uns P. C. Broders berichtet,
der Vorsitzer unserer Missionskommission. Wir brauchen immer⸗
hin etwa §2000.00 bis §3000.00 jährlich. — P. E. Köstering
legte noch seinen Bericht über die Unterstützungskasse vor, und
P. H. Bartels von St. Louis redete zum Schluß herzliche
Worte über die segensreiche Einrichtung der Allgemeinen Kirch⸗
baukasse. Daraus wird armen Gemeinden Geld zinsfrei ge⸗—
liehen zum Bau von Kirchen und Schulen. Das ausgeliehene
Geld kommt zum Segen für andere bedürftige Gemeinden
immer in die Kasse zurück. Er bat darum, diese Kasse mit
Kollekten, Vermächtnissen, Legaten und zinsfreien Darlehen in
Zukunft reichlich zu bedenken.

Am Freitagabend hielt P. G. Beiderwieden die Schul⸗
predigt über Eph. 3, 19. Am Sonntag feierte die Gemeinde
in Centralia ihr Missionsfest mit drei Gottesdiensten. Vor⸗
mittags predigte P. Fr. Brauer über 2 Kön. 5, 1—5, nach⸗
mittags P. A. Bernthal über 1 Tim. 1, 15, abends P. J. Nickel
(in englischer Sprache) über Apost. 16, 9—15. Im Gottes⸗
dienst am Montagabend hielt P. M. Burkhardt die Beichtrede
und P. L. Reith die Pastoralpredigt über 2 Tim. 2, 1—8.
Am Dienstagmittag haben wir uns vertagt, gesegnet mit aller⸗
lei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum.

K. G. Schlegel.

Versammlung des Kansas-⸗Distrikts.

Am 8. Oktober versammelte sich der Kansas⸗Distrikt in
der Gemeinde P. R. Mießlers zu Independence, Kans. Er⸗
öffnet wurde die Synode durch eine herrliche Predigt des Ehrw.
Vizepräses J. W. Miller über Röm. 3, 28.

Den Lehrverhandlungen, die alle Vormittagssitzungen aus—
füllten, lag ein Referat Prof. A. W. Meyers über den Pro—
pheten Daniel zugrunde. Indem er die ersten sechs Kapitel
des Buches Daniel auslegte und ihnen die zum rechten Ver—
ständnis nötige geschichtliche Fassung gab, förderte er aus dem
Text so viel Lehre, Ermahnung, Ermunterung und Trost zu—
tage, daß es unmöglich ist, in einem kurzen Bericht, wie dieser
es sein soll, auch nur einigermaßen anzudeuten, was in dem
Referat und in den Bemerkungen, die es anregte, Lehrhaftes
geboten wurde. Im Synodalbericht soll aber das Referat un⸗
verkürzt gedruckt werden, und der Bericht soll dann wieder in
allen Gemeinden verteilt werden, damit alle Glieder der Ge⸗
meinden den Segen genießen können, der darin enthalten ist.

Während die Vormittagssitzungen den Lehrverhandlungen
gewidmet wurden, beschäftigte sich die Synode an den Nach—
mittagen hauptsächlich mit dem Werke der Inneren Mission.
Nachdem nämlich Vizepräses Miller über die vielen Missionen
der Allgemeinen Synode mit allem, was zu ihrer Betreibung
nötig ist, einen interessanten und begeisternden Bericht ab⸗
gelegt hatte, führte uns der Vorsitzer unserer Missionskommis⸗
sion, P. P. D. Müller, an der Hand eines statistischen Berichts,
der allen Synodalen gedruckt vorlag, durch unser ganzes
Missionsgebiet, das die Staaten Colorado, Kansas, Oklahoma
und einen Teil New Mexicos umfaßt. Bei der Besprechung
jedes einzelnen Gebietes legte der betreffende Missionar noch
einen mündlichen Bericht über seine Arbeit ab. Aus diesen
Berichten ging hervor, daß unsere Missionare trotz aller Schwie⸗
rigkeiten und Widerwärtigkeiten doch in großem Segen ar—
beiten. Dieser Segen zeigt sich auch in dem Wachstum des
ganzen Werkes. Im Jahre 1889, als der erste Missionsbericht
vorgelegt wurde, hatten wir 68 Missionsplätze, 11 Missionare
und gaben §1907.78 für die Innere Mission aus; jetzt aber
sind es 132 Missionsplätze, 45 Arbeiter, und unsere Mission
wird dieses Jahr §812,000 bis §13,000 nötig haben, wenn sie
nicht eingeschränkt werden soll. Das ist eine große Summe.
Aber sollten wir davor erschrecken? Erschrickt ein Geschäfts—
mann, wenn er merkt, daß sein Geschäft so gewachsen ist, daß
er größer bauen und mehr Kapital anlegen muß? Nun, dann
wollen wir auch nicht erschrecken vor der großen Summe, son⸗
dern freudig darangehen und immer zunehmen in dem Werk

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