Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 26 › Seite 413
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. Dezember 1913, Seite 413
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zweitenmal, nämlich mit Witwe Maria Jürgemeyer, die ihm eine
treue Stütze im Alter war und ihn in aufopfernder Liebe ge—
pflegt hat während seines letzten großen Schmerzenslagers. Auch
seine Söhne halfen bei der Pflege treulich mit. In den letzten
Tagen nahmen die Schmerzen ab, und es ging „fein sanft und
stille“ mit ihm zu Ende. Sein entseelter Körper fand in Luzerne,
Jowa, dem früheren Wirkungskreis des Entschlafenen, seine letzte
Ruhestätte. Sein Gedächtnis bleibe im Segen unter uns!
Ph. Wilhelm.
Am 26. November starb der in unsern Kreisen als lang⸗
jähriger, treuverdienter Sekretär der Allgemeinen Synode wohl—
bekannte P. em. August Rohrlack in seinem 78. Lebensjahre.
Der Entschlafene war am 27. Dezember 1835 zu Neu-Ruppin,
in der Provinz Brandenburg, Preußen, geboren. Seine Eltern
waren Handelsleute. In seinem siebzehnten Jahre trat er aus
der unierten Landeskirche aus und schloß sich der Breslauer
Shnode an. Im Jahre 1854 verließ er Neu-Ruppin und bezog
das Missionshaus zu Leipzig. Hier studierte er vier Jahre und
trat zu Anfang des Jahres 1858 wegen der unierten Stellung
dieses Missionshauses aus. Durch Vermittlung Pfarrer Löhes
zu Neuendettelsau, Bayern, in dessen dortiger Anstalt er sein
theologisches Examen gemacht hatte, siedelte er im Sommer des⸗
selben Jahres über nach Nordamerika. Nachdem er hier als
Kandidat eine kurze Zeit in der Nähe von Detroit bei P. P. Brand,
dem jetzigen ersten Vizepräses der Allgemeinen Synode, Hilfs⸗
prediger gewesen war, nahm er im Herbst 1858 nach vollzogener
Ordination den Beruf eines Reisepredigers im Staate Wiscon⸗
sin an. Aber bald darauf folgte er dem Berufe der Gemeinde
in Portage, Wis. Nach drei Jahren nahm er den Beruf einer
Landgemeinde bei Loganville, Wis., an und drei Jahre später den
Beruf eines Reisepredigers am Lake Superior. Da aber nach
Ablauf eines Jahres die Kupferbergwerke die Arbeit auf unbe⸗
stimmte Zeit einstellten und die Deutschen fortzogen, war auch
dort seines Bleibens nicht länger. Im Herbste des Jahres 1865
nahm er den Beruf der Gemeinde zu Oshkosh, Wis., an und nach
weiteren vier Jahren folgte er dem Berufe der Gemeinde zu
Reedsburg, Wis. Dort traf er ein im Herbst des Jahres 1869
und diente dieser Gemeinde vierzig Jahre lang. Dreißig Jahre
diente er der Allgemeinen Synode als ihr Sekretär und hat als
solcher mit rühriger Feder manches Blatt missourischer Kirchen⸗
geschichte geschrieben. Im Herbste des Jahres 1909 sah er sich
genötigt, sein Amt in Réeedsburg wegen vorgerückten Alters nieder⸗
zulegen, und zog mit seiner Frau zu seiner Tochter, Frau Karl
Freese, nach Chicago, wo er seinen Lebensabend beschloß. Der
Entschlafene war zweimal verheiratet, zuerst mit Fräulein Karo⸗
line Thalacker, in welcher Ehe ihm Gott vier Kinder bescherte,
von denen aber nur noch eine Tochter, die verwitwete Frau P. A.
Lübkemann, ihn überlebt. Nach zehnjähriger Ehe starb diese seine
erste Frau in Oshkosh im Jahre 1868. Im folgenden Jahre trat
er in die zweite Ehe mit Fräulein Luise Schwab. Auch in dieser
Ehe bescherte ihm Gott vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter,
die sämtlich verheiratet sind. — Die Gemeinde, in welcher der
Entschlafene die letzten Jahre seines Lebens verlebte, kannte ihn
als einen regelmäßigen Besucher des öffentlichen Gottesdienstes,
als einen fleißigen Gast am Tisch des HErrn, als ein reges und
treues Gemeinde- und Synodalglied, der allen Werken des Reiches
Gottes ein warmes Interesse entgegenbrachte. Sein letztes Leiden
war ein schmerzhaftes, obwohl er nur etliche Tage bettlägerig
war. Aber in seinem Leiden war er ein geduldiger Kreuzträger,
und als der HErr kam, um seinen müden Knecht auszuspannen,
fand er ihn bereit; in fröhlichen Glauben an seinen Heiland ist
er eingeschlafen. Die Beerdigung fand statt am Sonntag, den
30. November. Im Hause amtierte P. S. Mlotkowski, am
Grabe auf dem hiesigen Konkordia-Gottesacker P. E. Werfel⸗
mann, und der Unterzeichnete hielt in der Kirche die Leichenrede
über Sach. 14, 7 b. Im Namen der Allgemeinen Synode widmete
P. K. Schmidt der Wirksamkeit des Verstorbenen als Synodal⸗
Sein Gedächtnis bleibe im Segen!
IIrer E. Reinke.
sekretär einen Nachruf.
Neue Drudes achern.
Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Musikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.
Wo Gottes Brünnlein rauschen. Lieder und Gedichte von O. R.
Hüschen. Verlag des „Sängerboten“, Success Printing Co.,
St. Louis, Mo. 308 Seiten 4½ 6. Preis: 51.00.
In seinem Vorwort zu dieser Gedichtsammlung sagt P. Herzberger:
„Im Verlauf der letzten fünfundzwanzig Jahre, in denen diese Gedichte
in unsern christlichen Zeitblättern erschienen sind, haben sich Tausende von
Christen an diesen glaubensinnigen Liedern erquickt und werden es, nun sie
dieselben in Buchform vor sich haben, auch fernerhin tun und andere Chri⸗
sten auf sie aufmerksam machen können. Besonders aber unsern Pastoren
und Hausvätern ist mit dieser trostreichen Liedersammlung zugleich ein
köstliches Erbauungsbuch in die Hand gegeben für schwergeprüfte Kreuz—
träger, die sie unter ihrer geistlichen Pflege haben.“ Die erste Gruppe von
Liedern schließt sich an das Kirchenjahr an. Besonders die Gedichte für die
Passionszeit, für das Reformationsfest und für Weihnachten enthalten
eine Fülle schöner Gedanken und sind auch durch Vertonungen von Käppel,
Reuter, Polack, Hölter, Wismar und andern Komponisten aus unsern
Kreisen für den Chorgesang verwendbar gemacht worden (siehe das Spe—
zialregister). Unter den Naturliedern in dieser Sammlung gehören gewiß
die Herbstlieder zu den schönsten Früchten, die das Dichtertalent P. Hüschens
gezeitigt hat. Auch wo sich seine Gedanken mit der Schönheit und Gewalt
der Natur beschäftigen, leiten sie immer hin nach dem Schöpfer und Er⸗
halter aller Dinge und klingen in seinen Lobpreis aus. Wir wünschen
dieser Gedichtsammlung eine weite Verbreitung. G.
Ordinationen und Einführungen.
Im Auftrag der betreffenden Distriktspräsides wurden ordiniert
und eingeführt:
Am 2. Sonnt. d. Adv.: Kand. E. H. Bürger in der Gemeinde zu
Town Wein, Wis., unter Assistenz der PP. M. Bürger und Hartenstein
von P. W. Knuf.
Am 11. Dezember: Kand. W. Burmeister in der Gemeinde zu
Lace, Ill., unter Assistenz P. M. Nickels von P. H. C. Gübert.
Im Auftrag der betreffen den Distriktspräsides wurden eingeführt:
Am 24. Sonnt. n. Trin.: P. J. F. F. Gerite in der St. Johan⸗
nesgemeinde bei Kramer, Nebr., von P. W. Bäder.
Am 27. Sonnt. n. Trin.: P. W. Nolte in den Gemeinden zu El⸗
more, Minn., und Hebron, Jowa, unter Assistenz P. Otjens von P. G.
Matzat.
Am 3. Dezember: P. A. Schrein in der Bethlehemsgemeinde zu
Crete, Nebr., unter Assistenz P. Gerikes von P. W. Bäder.
Am 3. Sonnt. d. Adv.: P. E. A. L. Treu in der St. Paulsgemeinde
zu Janesville, Wis., von P. F. H. Eggers. — P. M. O. Burkhardt
in der Dreieinigkeitsgemeinde an der Pebble Creek bei Scribner, Nebr.,
von P. G. W. Wolter.
Als Lehrer wurde eingeführt:
Am 3. Sonnt. d. Adv.: Lehrer G. P. Wolf als Lehrer der ersten
Klasse an der Schule der St. Paulsgemeinde zu St. Louis, Mo., von
W. Hallerberg.
Einweihungen.
Dem Dienste Gottes wurden geweiht:
Kirchen: Am 1. Sonnt. d. Adv.: Die neue Kirche (30448, Turm
65 Fuß) der Salemsgemeinde bei Flatonia, Tex. Prediger: P. Buch⸗
schacher. Das Weihgebet sprach P. Klindworth. — Die neue Kirche (76440
Fuß) der St. Paulsgemeinde zu Austin, Tex. Prediger: PP. Kilian
und Fischer (englisch.. Das Weihgebet sprach P. Manz. — Die neue
Kirche (57495, Turm 135 Fuß) der Dreieinigkeitsgemeinde zu Chi⸗
cago, Ill. Prediger: P. Both, Präses Pfotenhauer und P. G. Schüßler
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