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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 20. Januar 1914, Seite 17
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Taufe · Taufe 49
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sind gesungen, und nun kommt noch eine Predigt.
, und ich sahe einen Engti M
Siegen mitten durch den CI
Himmel, der hatte ein ewig
Evangelium, zu verkiüindigen Us
denen, die auf Erden siden
und wohnen, und allen Hei-
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Dölkern, und
sprach mit großer Stimme:
Lürchlei Gott, und gebei
üinn die Ehre; denn dieZeit
seines Gerichts ist hommen,
I und vbetet an den, der geniacht
har Himmet, und Erde, und
Aeer, und die Wasser⸗
brunnen. Ofsb. J
HBerausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Louis.
* —7
70. Jahrgang.
St. Louis, Mo., den 20. Januar 1914.
Nr. 2.
„Wieviel euer getauft sind, die haben Christum
angezogen.“ Gal. 3, 27.
Komm einmal im Geist mit mir zur Kirche, mein lieber
„Lutheraner“-Leser! Wir haben etwa eine gute Predigt ge⸗
hört, Kirchengebet und Vaterunser sind gesprochen, einige Verse
„Was“,
sprichst du, „noch eine Predigt?“ Jawohl, wenigstens etwas,
was für dich und mich eine Predigt sein soll. Es wird ein
1Kindchen getauft. Und das ist jedesmal eine herrliche, ge⸗
waltige Predigt.
Welch reiche Gnadenschätze hält uns jede
Taufhandlung vor Augen! Welch reiche, unversiegbare Quelle
des Trostes, der Freude und des Friedens ist die heilige Taufe
für jeden getauften Christen!
ö Und doch, wie wenig, wie selten denken wir im täglichen
Leben an alles, was uns Gott in und mit unserer Taufe ge⸗
schenkt hat! Da wollen wir denn jetzt einmal ein wenig dar⸗
über nachdenken, was in dem Spruch, der über diesem Artikel
steht, für uns an Trost und Mahnung enthalten ist: „Wieviel
euer getauft sind, die haben Christum angezogen.“
Was „getauft sein“ heißt, weißt du ja, mein lieber Leser.
Da wird ein Kindlein unter Anrufung Gottes im Namen des
Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes mit Wasser be⸗
sprengt oder begossen und dann ist es getauft. Da urteilt
denn die blinde Menschenvernunft, daß eine solch geringfügige
Handlung keine besondere Wirkung haben könne, und rümpft
bverächtlich die Nase, wenn der lutherische Christ behauptet, daß
in dem Augenblick und durch dies Sakrament des Menschen
ganzes Verhältnis zu Gott ein anderes wird. Und auch die
Sektengemeinschaften urteilen, daß die Taufe wohl eine schöne,
bedeutungsvolle Zeremonie, aber auch nichts weiter und nichts
mehr sei.
Was sagt aber Gottes Wort? „Wieviel euer getauft sind,
die haben Christum angezogen“; ferner: „Es sei denn, daß
jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er
nicht in das Reich Gottes kommen“, Joh. 3, 5. „Christus hat
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geliebet die Gemeine ... und hat sie gereinigt durch das
Wasserbad im Wort“, Eph. 5, 26. „Nach seiner Barmherzig⸗
keit machte Gott uns selig durch das Bad der Wiedergeburt
und Erneurung des Heiligen Geistes“, Tit. 3, 5. Das alles
sind Sprüche der Heiligen Schrift, gewisse, untrügliche Aus⸗
sprüche aus dem Munde des wahrhaftigen Gottes, an dessen
Worten nichts zu deuteln noch zu ändern ist.
Sieh, mein lieber Freund, bei deiner leiblichen Geburt
kommst du auf diese Welt nicht nur leiblich, sondern auch geistlich
nackt, armselig, bloß und elend; du hast nichts Gutes, sondern
lauter Böses an dir; vor den Augen des heiligen Gottes bist
du ein Ausgeworfener und Verdammter. Nun bringt man
dich zur Taufe — und siehe, da wird ohne alles eigene Ver⸗
mögen oder Wollen aus einem vom Gesetz verfluchten und zur
Verdammnis verurteilten Sünder ein gerechtes, heiliges Kind
Gottes, das Gott da voll Liebe und Erbarmen in seine Vater⸗
arme nimmt und ihm versichert: Du bist mein Kind; siehe,
in die Hände habe ich dich gezeichnet; nichts Verdammliches sehe
ich nunmehr an dir. Darum soll meine Gnade dein Lebenslicht
sein; der Tod soll dir nicht mehr schaden, sondern dich einst
dahin führen, wo dir meine ganze Himmelsherrlichkeit zuteil
werden soll!
Ist das wirklich wahr? Geht wirklich in der Taufe etwas
so Großes, so Herrliches vor sich? Ja freilich; denn wie heißt
es Gal. 32 „Wieviel euer getauft sind, die haben Christum
angezogen.“ Hörst du also, was Gottes klares und gewisses
Wort sagt? In der Taufe zieht dir Gott ein Kleid an, das
Kleid, von dem wir in dem schönen Kindervers bekennen:
Christi Blut und Gerechtigkeit,
Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid;
Damit will ich vor GSott bestehn,
Wenn ich zum Himmel werd' eingehn.
Mit diesem hellglänzenden, unbefleckten Kleide bedeckt uns Gott
in der Taufe, bedeckt damit das ganze erbsündliche Verderben,
alles, wodurch der Teufel Recht und Anspruch an uns hat,
alles, was uns ewig von Gott trennen müßte, und wir stehen
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