Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 2 › Seite 20

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 20. Januar 1914, Seite 20

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SEDer utheraner

Kreuzes Christi als seine Brüder und Gesinnungsgenossen an⸗
zuerkennen.

Schon beim Eintritt in den Freimaurerorden, ja schon vor
seiner Aufnahme in denselben muß der Christ seinen Heiland
und die erkannte Wahrheit des Evangeliums verleugnen. Nach⸗
dem er die drei Schläge an der inneren Tür der Loge gegeben
hat, wird er gefragt (von innen): „Wer kommt da, wer
kommt da, wer kommt da?“ Darauf hat er zu antworten:
„Ein armer blinder Kandidat, der schon lange die Rechte
und Wohltaten der Loge begehrt hat.“ Später wird er ge⸗
fragt, warum er „vom Westen zum Osten reise“, und die Ant⸗
wort, die er zu geben hat, ist: „Ich suche Licht.“ Kurz vor
der Einführung wird nochmals gefragt: „Was begehrst du
vor allem andern?“ Antwort: „Licht. Dann antwortet
der Meister: „Und Gott sprach: ‚Es werde Licht!“ und es
ward Licht.“ Dann folgt der Unterricht, und dieser ist durch⸗
weg religiös; aber es ist eine Religion, in der der
Name JéE su nicht genannt wird. Das ist das Licht
der Loge. Und um es zu empfangen, muß der Kandidat er⸗
klären, daß er blind sei und das Licht suche als einer,
der aus der Finsternis kommt. Damit hat er die Lehren
des Evangeliums als Finsternis bezeichnet. Kein Christ kann
zu einer religiontreibenden Gesellschaft den Eintritt begehren
mit einer Bitte um „Licht“, ohne sein Christentum, seinen
Heiland, die erkannte Wahrheit zu verleugnen. Daß die Frei⸗
maurer aber mit ihrem „Licht“ tatsächlich einen Ersatz für das
Christentum bieten, es verdrängen wollen, werden wir im fol⸗
genden aus ihrem eigenen Zeugnis nachweisen.

Wenn der Kandidat in die Loge eintritt, hat er folgenden
Eid zu schwören: Er werde die Geheimnisse der Loge wahren
„unter der Strafe, daß ihm andernfalls der Hals abgeschnitten
und die Zunge an der Wurzel herausgerissen werde“. Bei
dem zweiten Grad lautet der Eid, daß „ihm die linke Brust
aufgespalten, sein Herz herausgerissen und den wilden Tieren
zum Fraße vorgeworfen werde“, falls er die Geheimnisse preis⸗
gebe. Im dritten Grad, der ihn zum vollen Freimaurer macht,
lautet die Verpflichtung, daß ihm „der Leib entzweigeschnitten,
die Eingeweide herausgenommen und zu Asche verbrannt
werden“. Andere Eide drohen das Spalten der Zunge, das
Verfaulen des Herzens auf einem Misthaufen usw., verbunden
mit der eidlichen Verpflichtung, an andern nach erhaltenem
Auftrage solche Strafe zu vollführen.

Diese Eide sind entweder ernst gemeint, oder sie sind
es nicht. Sind sie ernst gemeint, so kann nur ein gewissen⸗
loser, entmenschter Bube sie leisten. Sind sie nicht ernst ge⸗
meint, so wird dadurch mit dem Namen Gottes ein frevles
Spiel getrieben, das den Zorn Gottes auf alle, die einen solchen
Eid fordern und ihn leisten, herausfordert. Einem jeden, der
daran beteiligt ist, gilt die Warnung: „Irret euch nicht; Gott
läßt sich nicht spotten!“

Feinde des Kreuzes Christi muß jeder, der Frei⸗
maurer wird, als seine Brüder und Gesinnungsge⸗
nossen anerkennen. Es gilt ja, einen Bund aufrichten, der
seine Glieder enger miteinander verbindet als alle andern
Bündnisse, die Menschen untereinander machen. Man ver⸗

pflichtet sich, jeden Freimaurer ohne Ausnahme als Bruder

anzuerkennen, und zieht eine Linie zwischen diesen Brüdern
und der ganzen übrigen Welt. Und unter den Gliedern der
Loge finden sich Freidenker, Juden, Atheisten, Spötter, Welt⸗

menschen, die allen Lüsten des Fleisches frönen, offene Feinde
der Kirche. Mit solchen ist der Christ, der dem Orden beitritt,
dann in das engste brüderliche Verhältnis eingetreten. Das
kann er nicht tun, ohne die Gemeinschaft mit den gläubigen
Kindern Gottes aufzugeben. „Was hat das Licht für Gemein⸗
schaft mit der Finsternis? Gehet aus von ihnen und sondert
euch ab, spricht der HErr, und rühret kein Unreines an, so
will ich euch annehmen.“

Fragt uns also ein Freimaurer: „Was habt ihr eigent⸗
lich gegen unsere Loge?“ so antworten wir: „Das haben wir
gegen eure Loge: sie treibt eine Religion, die nicht auf Chri⸗
stum und sein Wort aufgebaut, also heidnisch ist; sie will ein
Bündnis aufrichten zwischen Dienern Christi und Dienern
Satans und sie verpflichtet ihre Glieder mit schauerlichen,
gotteslästerlichen Eiden zum Geheimhalten alles dessen, was
in der Loge vorgeht.“

Was antwortet der Freimaurer auf diese Erklärung? Er
sagt: „Das ist nicht wahr.“ Wir weisen ihm die Wahr⸗
heit des Gesagten nach aus den gedruckten Ritualen des Ordens.
Was hat er dazu zu sagen? Er erwidert: „Die Schriften
sind unecht; niemand weiß, was in der Loge vorgeht,
außer die Glieder. Diese Rituale sind gefälscht. Ich werde
es doch wissen; ich bin in der Loge, und Sie sind nie
drin gewesen; Sie wissen nichts davon und können nichts
wissen.“

So viel ist allerdings wahr, aus eigenem Anschauen ken⸗
nen wir das Tun der Freimaurer nicht. Müssen wir deswegen
schweigen? Doch nicht! Wir haben auch noch nicht in einem
katholischen Beichtstuhl gesessen, wissen aber gar wohl, was
darin vorgeht, nämlich durch das Zeugnis anderer, auch durch
das Zeugnis der katholischen Lehrbücher. Und so verhält es
sich im gegenwärtigen Fall.

Vor uns liegt ein Schriftstück, das kommt aus der Office
des Sekretärs der Großloge von Minnesota. Es ist ein Bogen
Schreibpapier mit dem offiziellen Aufdruck der Grand Lodge
of Ancient Free and Accepted Masons of Minnesota sanmt den
Namen des Großmeisters W. Hayes Laird, des Großschatz⸗
meisters David W. Knowlton und des Großsekretärs John

Fishel. Darauf steht das Entlassungszeugnis eines
Freimaurers. Das Zeugnis lautet, wie folgt: „B. M.
Holt. Initiated April 17, 1906. Passed May 15, 1906.

Raised June 19, 1906. In Pierson Lodge No. 169, Barnes-
ville, Minn. Dimitted entlassen] June 4, 1912. Fishel.“
Der Sekretär fügt seiner Unterschrift die spöttische Bemerkung
bei: Bro. Holt. A little thing like this does not ruffle my
temper in the least.“ (Eine solche Kleinigkeit regt mich nicht
im geringsten auf.)

Das Dokument ist echt. Die Freimaurer prahlen ja
mit dem Wort: „Once a Mason, always a Mason.“ (Einmal
ein Freimaurer — immer ein Freimaurer.) Das ist aber
freimaurerische Lüge.

Ein Brief Herrn Holts vom 9. Januar 1913 lautet teil⸗
weise, wie folgt: „Ich bin seit Jahren ein aktives Logenglied
gewesen. Letztes Frühjahr hat es Gott in seiner großen Gnade
gefallen, mir den verdammlichen Charakter des Freimaurer⸗
tums zur Erkenntnis zu bringen. Ich lag krank in einem
Hospital zu Fargo, N. Dak., als ich ein lutherisches Blatt las,
in dem auf das Verderbliche der Loge hingewiesen wurde. Ich
besprach mich mit einem lutherischen Pastor, las die Schrift

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