Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 2 › Seite 21
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 20. Januar 1914, Seite 21
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ů Geheimnisse der Loge nicht preisgeben werden.
das Freimaurertum für die Mutter des ganzen Logenwesens
und aller Üübel, die mit dem Logenwesen verknüpft sind....
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ö und kam zu der Einsicht, daß ich die Loge der Freimaurer
maufgeben müsse. Ich glaube, daß ein Verständnis der Logen⸗
geheimnisse nur aus Gottes Wort erlangt werden kann. Sie
wissen ja, was für Eide wir schwören müssen, daß wir die
Ich halte
Christen, die dem Freimaurerorden angehören, versuchen, Gott
Fund dem Teufel zu dienen.“
Tut nun ein Kind Gottes rechtschaffene Buße über einen
Fall, so fühlt es auch ein herzliches Verlangen, andere vor
ähnlichen Sünden zu warnen und solchen, die darin gefangen
liegen, zur Umkehr zu helfen. Das kann bei einer öffentlichen
Eünde nur geschehen durch Zeugnis gegen das begangene und
ietzt bereute Unrecht.
Ein solches Zeugnis ist schon der Aus⸗
tritt aus der Loge. Dadurch gibt der Christ seinen Brüdern
zu erkennen, daß er Buße tut über das gegebene Argernis und
das Wesen der Loge von Herzen verabscheut und verdammt.
— Zu diesem Zeugnisse gegen die Loge fügt nun der Schrei⸗
4 ber jenes Briefes noch ein weiteres hinzu. Er weist in einem
sehr aus führlichen Schreiben das Verwerfliche des Freimaurer⸗
tums nach, um andere vor gleicher Verführung zu warnen.
Er bestätigt darin nicht nur alles, was unsere Kirche von jeher
über die Loge geurteilt hat, sondern beweist aus Ritualen, die
ö er selbst mitgemacht, aus Gebeten, die er selbst mitgebetet, und
Jaus Eiden, die er selber geleistet hat, daß ein Christ nicht
Idem Freimaurerorden beitreten kann, ohne seinen Glauben zu
verleugnen und Gottes heiliges Gesetz mit Füßen zu treten.
Aus diesem Zeugnis des gewesenen Freimaurers B. M. Holt
Nwerden wir in den nächsten Nummern des „Lutheraner“ einige
Stücke darbieten. Man wird hier einmal nicht sagen können:
„Was weiß der davon? Er ist ja nicht drin gewesen.“ Der
Mann ist drin gewesen, wie der ganze Inhalt seines
Schreibens beweist und durch das vorliegende Entlassungs⸗
T zeugnis über allen Zweifel erhoben wird. G.
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Zurx kirchlichen Chrouik.
Durch die Wasserfluten in den texanischen Niederungen haben
auch unsere Glaubensbrüder Verluste erlitten; doch ist nur aus
einer Gemeinde so weit ein dringender Hilferuf gekommen.
Die Allgemeine Unterstützungskommission unserer Synode hat eine
Summe zur Linderung der Not an den Texas⸗Distrikt gesandt.
G.
Der Versuch, den unsere Pastoren in North Carolina vor
Weihnachten machten, gute, christliche Bücher in den Gemeinden
zu verbreiten, ist mit schönem Erfolg gekrönt worden. Nicht
weniger als §150.00 wert Bücher sind in diesen wenigen, zum
Teil sehr kleinen Gemeinden abgesetzt worden. Eine Parochie
on etwa dreißig stimmberechtigten Gliedern hat nicht weniger
als neunzehn Exemplare des Konkordienbuchs bestellt. Welch ein
ö 1 Segen wäre das für unsere Gemeinden, wenn die Bekenntnis⸗
schriften unserer Kirche auch nur annähernd in demselben Ver⸗
hältnis allenthalben in den Christenwohnungen zu finden wären!
Wo diese Bekenntnisschriften gelesen werden, kann es an reichem
geistlichen Gewinn nicht fehlen, denn wie kein anderes Buch leiten
sie ein in die seligmachende Wahrheit der Schrift. G.
ö Die Zurüstungen auf die Reformationsfeier in der Jowa⸗
Hsynode. In der letzten Nummer des „Kirchenblatts“ der Jowa⸗
synode findet sich ein begeisterter Aufruf zur Reformationsfeier,
den wir mit Interesse gelesen haben. Es heißt da: „Das Luther⸗
jubiläum ruft die Kinder der Reformation zu Taten auf. Und
siehe da: Stiftungen wurden gemacht von reichen Leuten, aber
auch von einfachen Arbeitern, die vom Tagelohn lebten. Opfer
wurden dargebracht, Dankopfer für irgendwelche Gotteswerke, die
dem Aufbau der Kirche IEsu und der Ausbreitung des reinen
Evangeliums zugute kamen. Taten will auch das kommende
Reformationsjubiläum von uns sehen, Taten, die aus unserm
werktätigen Glauben herausfließen. Es ist darum ein weiser
Beschluß der Synode von Oshkosh, den notwendigen Neubau
unsers Predigerseminars mit dem Reformationsjubiläum zu
verbinden. ‚„Wir beantragen“, so lautet jener Beschluß wörtlich,
‚daß aus dieser Jubiläumsgabe als Reformationsdenkmal dem
HErrn zu Ehren und kommenden Geschlechtern zum Zeugnis unser
neues Wartburg-Seminar errichtet werde, welches bei der Feier
des Reformationsjahrhunderts 1917 in seiner Vollendung da⸗
stehen soll. Ja, im Glauben wagt man es, 300,000 Dollars
zusammenzubringen, wovon das Seminar so, wie es den Bedürf⸗
nissen unserer Zeit entspricht, gebaut werden soll. Das übrige
soll als Fonds für Erhaltung theologischer Professoren und für
Stipendien Studierender, die in den Dienst der Kirche treten, ver⸗
wandt werden. Wir bleiben hier bloß bei dem Seminarbau stehen.
Ist das eben Genannte zu viel gewagt? Nein. Bei dem jetzigen
Umfang unserer Synode und bei der Zahl unserer Pastoren und
Gemeinden ließe sich das schon ermöglichen, wie überhaupt dem
Glauben nichts unmöglich ist. Was für ein herrlicher Jubiläums⸗
dank für die Großtaten der Reformation würde das werden: dort
am Mississippifluß eine neue Wartburg, eine unsern heutigen
Verhältnissen entsprechende, würdige Pflanzstätte der Lehren der
Reformation.“ So weit das „Kirchenblatt“. Wir müssen
daran erinnern, daß die Jowasynode einige Dinge in Ordnung
zu bringen hat, ehe sie mit vollem Rechte das Jubiläum der
Reformation feiern kann. Bei ihrer heftigen Bekämpfung der
Missourisynode ist ihr das Unglück passiert, daß sie in mehreren
Stücken die Lehre Luthers und der Kirche der Reformation be⸗
kämpft hat. Nicht nur hat sie eine schrift⸗ und bekenntnis⸗
widrige Stellung in der Lehre vom tausendjährigen Reich und in
der Lehre, daß das Papsttum der große Antichrist ist, vertreten,
sondern sie lehrt auch, daß Gott bei der ewigen Erwählung und
also auch bei jeder Bekehrung in der Zeit sich nach dem mensch⸗
lichen Verhalten — natürlich nach dem guten menschlichen
Verhalten — gerichtet habe. Das glauben nun zwar die Chri⸗
sten in der Jowashnode nicht, wie es denn keinen Christen in
der ganzen Welt gibt, der dies glaubte. Auch unser lutherisches
Bekenntnis sagt ausdrücklich, daß bei einem Vergleich der Er⸗
wählten mit den Verlorengehenden die Erwählten bekennen
müssen, daß sie sich auch übel verhalten und in gleicher Schuld
sind und daher allein Gottes Gnade in Christo ihre Erwählung
und Seligkeit zu verdanken haben. Aber die Jowasynode hat in
ihren öffentlichen Schriften nicht nur an der Lehre von einer Er⸗
wählung in Rücksicht auf das gute menschliche Verhalten festge⸗
halten, sondern hat auch uns „Missourier“ wegen Verwerfung
dieser schrift⸗ und bekenntniswidrigen Lehre bis auf diesen Tag in
der ganzen Welt beschuldigt, daß wir Calvinismus, einen doppelten
Heilsweg, eine Zwangsbekehrung usw. lehrten. Dies sollte die
Jowasynode abtun. Luther und die Reformation von Herzen
preisen und zugleich eine Erwählung und Bekehrung lehren, wobei
sich Gott nach dem guten Verhalten des Menschen richtet — die
Dinge vertragen sich miteinander wie Feuer und Wasser. Gegen
Erasmus, welcher behauptete, daß der Mensch sich noch wenig⸗
stens „zur Gnade schicken könne“, und damit Luther bekämpfte,
schrieb Luther: „Du bist mir an die Kehle gefahren!“ Das⸗
selbe würde Luther gegen Jowa sagen. Luthers Lehre, daß Gott
uns Menschen allein aus Gnaden, um Christi willen, ohne alles
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