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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. Mai 1914, Seite 155
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Theater 6
und ich sahe einen Engel WWV
liegen mitten durch den
O der halte ein ewig 4
vangelium, zu verkiindigen V3
denen, die aus Erden sißen
und wohnen, und allen Hei-
den, und Gesqlechtern, und
Sprachen, und Dölkern, und
sprach mil groser Stimme:
Lürchtei Golt. und gebet
üihun die Ehre; denn die Zeit
stinies Gerichts ist kommen,
und belel an den der gemacht
hal Himumel, und Erde, und
eer, und die Wasser⸗
runnen. Osfib. Joh. 14, 6.7. W..
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Zerausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.
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70. Jahrgang.
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X
Synodalrede.
(Zur Eröffnung der Delegatensynode in Chicaso am 6. Mai.)
Wir heben unsere Augen auf zu den Bergen, von welchen
uns Hilfe kommt. Amen.
Ehrwürdige und geliebte Väter und Brüder in dem
SErrn!
Im Jahre 1530 stellte Luther vierzig Thesen über die
Lehre von der Kirche auf unter der üÜberschrift: „Folgende
Stücke will D. Martinus Luther, der heiligen Kirchen zu Wit⸗
tenberg Prediger, mit Gottes Gnade erhalten wider die ganze
Satansschule und alle Pforten der Hölle.“ Aus diesen Sätzen
sind vor allem zwei Gruppen überaus wichtig für alle Kirchen⸗
versammlungen; sie mögen daher als Einleitung für unsere
Synodalsitzung dienen.
Zur ersten Gruppe gehören folgende Thesen:
„Die christliche Kirche hat keine Macht, einigen Artikel
des Glaubens zu setzen, hat's noch nie getan, wird's auch
nimmermehr tun.
„Die christliche Kirche hat keine Macht, einiges Gebor guter
Werke zu stellen, hat es auch nie getan, wird's auch nimmer⸗
mehr tun.
„Alle Artikel des Glaubens sind genugsam in der Heiligen
Schrift gesetzt, daß man keinen mehr darf setzen.
„Alle Gebote guter Werke sind genugsam in der Heiligen
Schrift gestellet, daß man keinen mehr darf stellen.
„Die christliche Kirche bestätigt das Evangelium und Hei⸗
lige Schrift als ein Untertan, zeigt und bekennet gleichwie ein
Knecht seines Herrn Farbe und Wappen.“
Die zweite Gruppe lautet also:
„Die christliche Kirche hat Macht, Sitten und Weise zu
stellen, die man halte in Fasten, Feiern, Essen, Trinken, Klei⸗
dern, Wachen und dergleichen.
„Doch nicht über andere ohne ihren Willen, sondern allein
§t. Louis, Mo., den 12. Mai 1914.
Nr. 10.
über sich selbst; hat auch nie anders getan, wird auch nicht
anders tun.
„Auch daß solche Sitten nicht wider die Artikel oder gute
Werke streben, das ist, dem Glauben und der Liebe ohne Ge⸗
fahr und Schaden seien.
„Auch daß sie die Gewissen nicht verwirren oder be⸗
schweren.
„Auch daß sie nicht ewiglich bleiben, sondern alle Stunde
aus Ursachen mögen nachbleiben und geändert werden.“
Luther betont hier ein Doppeltes. Erstens, die christliche
Kirche kann nicht Artikel des Glaubens und irgendein Gebot
guter Werke stellen, hat auch nie versucht, solches zu tun. Alle
Artikel des Glaubens und alle Gebote guter Werke hat Gott
in der Heiligen Schrift gestellt. Die Bibel ist ein abgeschlosse⸗
nes Ganzes, zu dem die Kirche weder etwas hinzutun noch
davon etwas abtun soll. Der Beruf der Kirche ist, als ein Un⸗
tertan die ganze Heilige Schrift zu bestätigen, sie zu zeigen
und sich zu ihr zu bekennen, wie ein Knecht seines Herrn Farbe
und Wappen trägt, zeigt und bekennt.
Zweitens sagt Luther, daß die Kirche auf dem Gebiete der
Mitteldinge allerlei Ordnungen treffen darf, jedoch mit der
Einschränkung, daß solche Einrichtungen niemandem gegen
seinen Willen aufgelegt werden dürfen, noch dem Glauben und
der Liebe irgendwie gefährlich sind; auch dürfen solche kirch⸗
liche Sitten und Gebräuche die Gewissen nicht beschweren und
sollen mit dem Verständnis geübt werden, daß sie nötigen falls
zu irgendeiner Zeit ohne viel Schwierigkeit abgeschafft und
verändert werden können.
Die Kirchengeschichte lehrt nun, daß gerade dadurch un⸗
sagbares Unheil von Konzilien und Synoden angerichtet ist,
daß man obige Sätze umgekehrt hat. Man hat aus diesem und
jenem Grunde zu diesem und jenem Artikel des Glaubens nicht
ja sagen wollen, die Farbe und Wappen des SErrn der Kirche
nicht getragen und gezeigt, ja seine eigenen Meinungen und
Gedanken als Gottes Wort ausgegeben. Und auf der andern
Seite hat man mit großem Eifer und heftiger Erbitterung für
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