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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. Mai 1914, Seite 163

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeugen 1

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8er „Tuthsran

163

Bekennst du IEsum?

In den ersten Jahrhunderten nach Christo lebte in Karthago
ein heidnischer Philosoph namens Viktorinus. In seinem Alter
wurde er mit dem Worte Gottes bekannt und im stillen bekannte
er sich zu Christo. Im Vertrauen entdeckte er einem christlichen
Freunde, daß er ein Christ sei. Dieser antwortete: „Ich kann
es nicht eher glauben, bis ich dich in einer christlichen Kirche sehe.“
Jener antwortete: „Dann machen wohl die Kirchenwände den
Christen?“ Aber wie der Glaube wuchs, wuchs auch die Lust
zum öffentlichen Bekenntnis.

Als er getauft werden sollte, wollte man ihm bewilligen, daß
dies nur vor einem kleinen Freundeskreise geschehe. Er aber
entgegnete: „Ich habe vorher mein Heidentum öffentlich bekannt,
also muß ich wohl viel eher IEsum Christum öffentlich bekennen.“

Es ist eine merkwürdige Erscheinung, daß es dem Menschen
leichter fällt, seinen Unglauben zur Schau zu tragen, als seinen
Glauben zu bekennen. Wie viele spotten und höhnen über Chri⸗
stum, und wie wenige bekennen ihn! Und doch soll Gottesfurcht
über Menschenfurcht gehen. Wer Christum recht im Herzen hat,
der hat auch die Kraft, um seinetwillen Schmach und Spott auf
sich zu nehmen. Wer ein lebendiger Christ ist, den treibt es auch
zum öffentlichen Bekennen. H. L.

—— — — — c
Todesanzeigen.

Am 28. September 1913 entschlief im fröhlichen Glauben
an seinen Heiland P. Karl Friedrich Wilhelm Brandt.
Der Entschlafene wurde am 29. Oktober 1839 in Hamburg,
Deutschland, geboren. Nachdem er als Jüngling eine Zeitlang
Helferdienste in gewissen rheinischen Missionen geleistet hatte,
empfand er den Wunsch, Missionar zu werden, und wanderte zu
dem Ende im Jahre 1869 nach Amerika aus. Hier trat er zuerst
in das evangelische Seminar in St. Louis ein. Doch erkannte
er bald, daß die reine biblische Lehre Luthers da keine Stätte
hatte. Sonderlich erkannte er aus D. Walthers Schriften die
reine Lehre und den Ort, wo sie gelehrt werde, und so trat er in
unser Concordia-⸗Seminar ein. Im Jahre 1873 absolbierte er
die praktische Abteilung desselben und wurde bald darauf von
P. A. Ernst in Flora, Waterloo Co., Ont., ordiniert und diente
der Gemeinde bis zum Jahre 1877. Er folgte dann einem Rufe
der Gemeinde bei Clarinda, Jowa, und hat dieser Gemeinde mit
großer Treue etwa neunzehn Jahre lang gedient. Im Jahre
1896 wurde er nach Sanborn, Jowa, berufen und war zuletzt
an der Gemeinde bei Honey Creek, Jowa, tätig. An allen von
ihm versorgten Gemeinden hat er sich besonders auch der Schule
mit unermüdlicher Treue angenommen. Am 28. September,
frühmorgens, ist er fein sanft und stille in kindlich fröhlichem
Glauben eingegangen zu seines HErrn Freude. Am 1. Oktober
fand inmitten seiner Gemeinde die Leichenfeier statt, an welcher
eine Anzahl Glieder der Denison⸗ und der Dexter⸗Spezialkon⸗
ferenzen teilnahmen. Im Trauerhause amtierte der Unter⸗
zeichnete, in der Kirche die PP. Haar, Jäbker und Lindemeyer
(englisch). Die Leiche wurde darauf nach Grand Rapids, Mich.,
gesandt und dort von P. Poch zu Grabe geleitet. Sein Ge⸗
dächtnis bleibe im Segen! F. W. Heinke.

Am 25. Februar starb nach kurzem Leiden P. David
Ehmann, Seelsorger der ev.⸗luth. Immanuelsgemeinde zu
Sheboygan, Wis. Der Entschlafene wurde am 3. Oktober 1870
zu Eaton, N. Y., geboren. Nachdem er seine Studien in Mil⸗
waukee und St. Louis beendet hatte, trat er im Jahre 1896 ins
Predigtamt. Er verehelichte sich mit Frl. Karoline Müller,

Tochter von P. em. J. F. Müller, und begann seine Amtswirk⸗
samkeit an einem Missionsposten zu Posen, Mich. Fünf Jahre
lang missionierte er dort mit sichtlichem Segen. Infolge schwerer
Strapazen zog er sich jedoch eine gefährliche Erkältung am Kopf

zu, und diese Krankheit wiederholte sich später, bis er derselben

zum Opfer fiel. Einem Ruf der Trinitatisgemeinde bei Conk⸗
lin, Mich., folgend, diente er dieser Gemeinde dreizehn Jahre
lang, ebenfalls in großem Segen, und übernahm im Herbst
vorigen Jahres die Immanuelsgemeinde zu Sheboygan, Wis.
Nach nur fünfmonatiger Arbeit wurde er durch heftige Ohren—
schmerzen, die sich aufs Gehirn ausdehnten, auf das Krankenbett
geworfen, das nach fünf Tagen sein Sterbelager werden sollte.
Er hatte noch kurz vorher seine Passionspredigt ausgearbeitet.
Er war somit auf sein eigenes Leiden und Sterben fein vor⸗
bereitet, denn er bekannte ja mit der lutherischen Kirche von sei⸗
nem Heilande das, was in jenem bekannten Passionslied zum
Ausdruck kommt: „Sein Kampf ist unser Sieg, sein Tod ist unser
Leben.“ Kurz vor seinem Tod wurde noch eine Operation vor⸗
genommen, die sich leider erfolglos erwies. — Nach vorherge⸗
gangener Trauerfeierlichkeit im Hause, wo P. G. Meyer das
Gebet sprach, und in der Kirche, wo P. C. Schulz die Predigt
über Jes. 45, 15 hielt und der Unterzeichnete seinen Lebenslauf
verlas, wurde die Leiche am Freitagnachmittag unter großem
Gefolge von seiten seiner Amtsbrüder und. Gemeindeglieder zum
Bahnhof gebracht und nach Bay City, Mich., übergeführt. Am
Sonntag wurde er dort zur letzten Ruhe gebettet. Im Hause
sprach P. Andres das Gebet, in der Kirche predigte P. Budach
über Jes. 28, 29, und P. Speckhard redete vom Altar aus über
die Worte: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Am
Grabe amtierte P. J. Schinnerer. Gott erweise sich der hinter⸗
lassenen Gattin und dem einzigen Sohn als ein Vater der Witwen
und Waisen nach seiner teuren Verheißung!
W. Wambsganß.

Am 31. März wurde in Brooklyn, N. Y., durch einen seligen
Tod abgerufen P. Johannes T. Frey. Der Entschlafene
wurde am 15. November 1876 in Brooklyn, N. Y., geboren.
Nachdem er unser College in Fort Wayne und das Prediger⸗
seminar in St. Louis absolviert hatte, wurde er im Jahre 1898
von seinem Vater in der St. Markuskirche in Brooklyn ordiniert
und als Hilfsprediger eingeführt. In dieser Stellung verblieb
er bis zum Tode seines Vaters im Jahre 1905. Die Gemeinde
berief nun den Hilfsprediger zu ihrem Seelsorger, und als solcher
diente er seither der Gemeinde treu und fleißig mit den Gaben
und Kräften, die ihm der HErr verliehen hatte. Obwohl ihm die
Gemeinde letzten Sommer längere Ferien zur Erholung gab,
schwanden seine Kräfte doch allmählich, und so ist er am 31. März
im Alter von 37 Jahren und 4 Monaten selig entschlafen. Die
christliche Leichenfeier fand am 1. und 2. April statt. Es am⸗
tierten die PP. A. Beyer, F. E. Tilly. Th. Petersen, W. Köpchen,
Dir. H. Feth und P. J. P. Riedel. — Der SErr, unser Gott,
aber heile aufs beste die Wunden, die er geschlagen hat! Er
sei der trauernden Hinterbliebenen Freund und Vater! Er tröste
sie alle mit der süßen Hoffnung eines fröhlichen und seligen
Wiedersehens und schenke auch der Gemeinde bald wieder einen
Hirten und Seelsorger nach seinem Herzen; ja er mache uns alle
recht bereit zur ewigen Freude und Seligkeit!

H. C. W. St.

In Cleveland. O., starb im Glauben an seinen Heiland am
14. April P. em. Otto F. Kolbe im Alter von 79 Jahren,
6 Monaten und 10 Tagen. Der Entschlafene wurde am 4. Ok⸗
tober 1834 bei Göttingen, Königreich Hannover, geboren. Er
studierte in den Jahren 1855 bis 1858 auf der Universität in
Göttingen. Von 1862 bis 1867 war er Pastor bei ültzen und

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