Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 10 › Seite 159

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. Mai 1914, Seite 159

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S I utherane

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Kinder, in der Sonntagsschule zwanzig. — Trotzdem unsere
Gemeinde klein und schwach ist, sind doch in den letzten zehn
Jahren zwei Lehrer unserer Synode aus ihrer Mitte hervor⸗
gegangen, die Lehrer C. und Joh. Neukuckatz, beide in Addison
ausgebildet und beide im Weinberg des HErrn in Brasilien.
Gott der HErr setze unsere Mission im nördlichen London zum
Segen für viele! H.
Indien. Kirchweih in Maruchaltalei. Am 1. Fe⸗
bruar weihte unsere Gemeinde in Maruchaltalei, die von Mis⸗
sionar Hübener bedient wird, ihre neue Kirche, die ihr die Liebe
unserer Christen in Amerika gebaut hat, dem Dienste Gottes.
Zuerst versammelte sich die Gemeinde in dem alten Lokal zu
einem kurzen Abschiedsgottesdienste, in dem P. Nau sie auf
Grund von Ps. 50, 14 aufforderte zu Lob und Dank gegen
Gott und sie erinnerte an die großen geistlichen Wohltaten, die
ihr bisher in diesem Gotteshaus zuteil geworden seien. Er
schloß mit der Ermahnung, daß sie nun im neuen Gotteshaus
ihre Gelübde bezahlen und ihrem Gotte treu bleiben möchten.
Hierauf zogen die Gemeinde, die anwesenden Missionare und die
Glieder der andern Gemeinden, die auch zur Feier gekommen
waren, hinüber zur neuen Kirche, deren Tür, die von der Ge⸗
meinde prächtig geschmückt war, vom Pastor im Namen des
dreieinigen Gottes geöffnet wurde. Die kleine Kirche war bald
gefüllt, und die Anwesenden knieten alle nieder, während der
Pastor das Weihgebet sprach. In dem nun folgenden Fest⸗
gottesdienst predigte der Unterzeichnete über Matth. 17, 1—8
und zeigte, wie die Gemeinde allen Grund habe, hier in rechtem
Sinne des Wortes auszurufen: „SErr, hie ist gut sein“;
denn hier leuchtet das Licht der Herrlichkeit des wahren Gottes
und das Licht der seligmachenden Erkenntnis. — Das Schiff
der Kirche, die in einfachem gotischen Stil gebaut ist, mißt etwa
4020 Fuß und war an dem Tage bis auf den letzten Platz
gefüllt, und zwar zumeist von Christen unserer Gemeinden. Es
mögen wohl vier⸗ bis fünfhundert gewesen sein. Da die Kirche
keine Bänke enthält und alle auf der Erde saßen, konnten so
viele gut untergebracht werden. Wie reichlich hat Gott hier
unsere Arbeit gesegnet! Ja, die Ernte ist groß, darum bittet
den SErrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende!

— 2
—— —

Zur kirchlichen Chronik.

Die Gesamtsumme der Gaben für außergemeindliche Zwecke,
die in unserer Synode letztes Jahr aufgebracht wurden, be⸗
trägt nach genauer Summierung der in den verschiedenen Kassen
eingegangenen Gelder §830,477.15. Hiervon entfallen auf die
verschiedenen Missionen §380,797.00. Die Beiträge in allen
andern Kassen beliefen sich auf §449,680.05. Im Jahre
1900 waren die Gaben für alle außergemeindlichen Zwecke
5246,645.72; hiervon für Mission §101,008 und für alle an⸗
dern Zwecke §145,637.72. Da wir im Jahre 1900 422,565
kommunizierende Glieder zählten, ergibt das eine Durchschnitts⸗
gabe von 24 Cents das Jahr für Mission und 34 Cents für
Synodalkasse, Baukasse, Wohltätigkeit usw. Im Jahre 1913
waren es 575,299 kommunizierende Glieder. Das ergibt einen
Beitrag für Mission von 66 Cents jährlich pro kommunizierendes
Glied und 78 Cents für andere außergemeindliche Zwecke. Die
Totalsumme aller Gaben für außergemeindliche Zwecke ergibt
für das Jahr 1900 einen Durchschnittsbeitrag von 58 Cents für
jedes kommunizierende Glied und für das Jahr 1918 einen Durch⸗

schnittsbeitrag bon §1.44. Die angeführten Gesamtzahlen be⸗
ruhen auf einer Nachrechnung aller in den Kassen der Synode
eingelaufenen Gelder. Die Summen im „Statistischen Jahrbuch“
sind nach Distrikten zusammengerechnet und weichen etwas von
den hier genannten Zahlen ab. Doch sind eben nicht alle Gaben
durch die Hände der Diitriktskassierer gegangen, daher die
Differenz. — Als wir eben diese Berechnung abgeschlossen hatten,
kam uns ein Teil des Berichts über die letztjährigen Verhand⸗
lungen unsers Nebraska⸗Distrikts zu Gesicht. Dieser Bericht
enthält eine interessante Arbeit P. E. Eckhardts über das Finanz⸗
wesen unserer Synode. P. Eckhardt weist nach, daß seit dem
Jahre 1890 die Durchschnittsgabe pro kommunizierendes Glied
bon 50 Cents auf §1.23 im Jahre 1912 gewachsen war; die
Angaben über die Jahre 1890 bis 1912 stellen sich nach seiner
Berechnung im einzelnen, wie folgt, zusammen:

Kommunizierende
Glieder. Einnahme. Durchschnitt.
1890. 303183 5155465 3.50
1895555.. 370246 238733 64
1900́j... 422⁵65 24664⁵ 58
19000555555ĩ5n:. 475029 401307 84
1911i1öãwIö0öö 529287 618671 1.16
1911111ͤ1.ͤ. 555839 873369 1.57
1911ͤ1:ᷓ 565129 696613 1.23

Die verhältnismäßig hohe Einnahme im Jahre 1911 erklärt sich
dadurch, daß in diesem Jahre die Synode über §200,000 an Ver⸗
mächtnissen erhielt. G.

Im Jahre 1900 beliefen sich die Missionsfestkollekten in
unserer Synode auf §44,004.04. Letztes Jahr wurden auf Mis⸗
sionsfesten 5119,753.15 gesammelt. Das ist eine Zunahme von
etwa 147 Prozent, während die Zahl der kommunizierenden
Glieder in demselben Zeitraum um nur 36 Prozent zugenom⸗
men hat. Die Missionsfestkollekten der ganzen Shnode während
der letzten sechs Jahre zeigen folgendes Wachstum:

190. 38111⁵ 1911i1WwWw.. 5 99131

1900• ᷓꝰ̊·̊yyõ 90136 191ĩ»i·•ͤV.. 10613⁵

191010o0o0. 99198 1919•ᷓu⸗r.. 1197⁵³3
Es waren im Jahre 1900 die auf den Missionsfesten gesammelten
Gelder 44 Prozent der überhaupt für Mission eingegangenen
Summen. Im Jahre 1918 war diese Ziffer auf 31 Prozent ge⸗
sunken. Mit andern Worten, es sind nicht nur die Gaben für
Mission, die auf unsern jährlichen Missionsfesten gesammelt wer⸗
den, seit 1900 um beinahe 150 Prozent gewachsen, sondern es
werden auch immer mehr Gelder für die Mission auf anderm
Wege als durch die Kollekten am Missionsfest aufgebracht, also
durch Pribatgaben, durch Sammlungen in den Gemeinden, sei
es durch Kuvertbeiträge oder auf anderm Wege. Daß die Be⸗
nutzung der Sammelkuverte eine bedeutend größere Beteiligung
der einzelnen Gemeinden am Werke der Mission zur Folge hat,
geht aus folgender Zusammenstellung hervor. Es wurden in den
164 Gemeinden im Nord⸗Illinois⸗Distrikt im Jahre 1911 auf
den Missionsfesten kollektiert 86627. Damals waren fast aus⸗
schließlich noch die Korbkollekten im Brauch. Im Laufe des
Jahres 1912 sammelten achtzehn Gemeinden in Nord-⸗Illinois,
die jetzt das Kuvertsystem eingeführt hatten, §6408 — also bei⸗
nahe so biel, wie der ganze Distrikt im Jahre 1911 auf den
Missionsfesten gesammelt hatte. Die betreffenden achtzehn Ge⸗
meinden hatten im Jahre 1911 auf den Missionsfesten durch die
Korbkollekte 81597 aufgebracht, haben also durch Einführung
der Kuverte ihren Beitrag mehr als verbierfacht. Im einzelnen
haben diese achtzehn Gemeinden durch Einführung der Kuverte
folgende Zunahmen in ihrem Missionsbeitrag zu verzeichnen:
1911: 5100 — 1912: §430; 590: 5310; 875: 8521; 864:
9143; 8200: 8460; 860: 8250; 840: 5300; §120: 9360;
540: 8250; 925: 8110; 328: 8135; 820: 572; 835:
5135; 8120: §432; 8300: 81150; 58175: 8650; 550:

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