Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 17 › Seite 269
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 18. August 1914, Seite 269
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tun?
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Darum hat man nun von verschiedenen Seiten den Vor⸗ Missionar Larsen hat seine Resignation eingereicht. Sie
schlag gemacht, daß die Staatsschule jeden Mittwoch⸗
nachmittag freigebe, damit den Kindern von ihrem
Pastor Katechismusunterricht erteilt werden kann. Dagegen
aber hätten wir einzuwenden, daß dann der Religionsunter⸗
richt auf zwei Stunden in der Woche zusammengedrängt würde,
anstatt über die ganze Woche verteilt zu sein. Kein Lehrer
würde das Unterrichten in diesen beiden Stunden zu seinem
Lebensberuf machen können. Was soll er an den andern Tagen
Wir müßten auf Gemeindeschullehrer ganz verzichten.
Wenn nun aber eine Gemeinde 100 oder 200 Schulkinder hat,
wo soll der Pastor am Mittwochnachmittag Assistenten herbe⸗
kommen, damit in den zwei Stunden auch einigermaßen etwas
erreicht wird? Mit den zwei Stunden könnte sich weder die
Gemeinde noch das Elternhaus begnügen lassen.
Wir erkennen aus alle diesem, daß wir Gemeindeschulen
haben müssen. Wir können die Kosten einer Gemeindeschule
nicht sparen, wir mögen es versuchen, wie wir wollen. Wollten
wir hier sparen mit dem Geld, so würden wir unsern Kindern
einen Schaden zufügen, der nie wieder gutzumachen wäre.
Wie manches unserer Kinder würde uns vielleicht im späteren
Leben bittere Vorwürfe machen, daß wir sie in bezug auf Re⸗
ligionsunterricht zu stiefmütterlich behandelt hätten! Wollten
wir die Gemeindeschule sparen, so würden wir unserer ganzen
Kirche die Lebensader abbinden. Die Erfahrung lehrt, wo
immer es um die christliche Schule gut bestellt war, da hatte
die Kirche ihre Blütezeit. E. E.
Kurze Nachrichten aus unsern Missionen.
Indianermission. — Unsere Indianermission zu Red
Springs, Wis., wurde vor einigen Wochen von einem schweren
Schlag getroffen. Das Pfarrhaus brannte an hellichtem Tage
bis auf den Grund nieder. Die Ursache des Feuers ist un⸗
bekannt. Da dem Verluste nur eine Versicherung von kaum
der Hälfte des Wertes des Gebäudes gegenübersteht, ist der
Verlust für unsere Kasse ein sehr empfindlicher. Außerdem
hat die von der letzten Synode neuerwählte Kommission alle
auf der Station befindlichen Gebäude in kläglichem Zustande
vorgefunden. Das Kirchgebäude ist dem Umfallen nahe. Es
steht auf einer Anhöhe, deren eine Seite an etlichen Stellen
bis unter das Fundament des Gebäudes von den schweren
Regengüssen der letzten Jahre weggewaschen worden ist. Es
ist daher unumgänglich nötig, eine größere Schutzmauer neben
dem Gebäude zu errichten, sowie das zum Teil zerrissene Fun⸗
dament zu entfernen und wieder aufzubauen. Die an der
Kirche verfaulten und umgefallenen Treppen müssen neugebaut
werden. Das Internat, in welchem die Zöglinge der Schule
und der Hausverwalter wohnen, muß innen gänzlich renoviert
werden. Die Heizungsanlage muß ausgebessert werden. Wir
halten mit der von der Synode erwählten Untersuchungskom⸗
mission es für dringend nötig, daß die dort befindlichen 20 Acker
zum Besten der Station verwaltet werden, und haben darum
beschlossen, ein Gespann Pferde und die nötigen Wagen und
Zubehör anzuschaffen usw.
Über den Stand der Mission gedenken wir später zu be⸗
richten, nachdem wir mit der Lage der Dinge besser vertraut sind.
als es in den wenigen Wochen unserer Tätigkeit möglich war.
ist von der Kommission angenommen worden und tritt am
1. September in Kraft. Wir haben bereits Berufe an je einen
Pastor und Lehrer ausgesandt und bitten Gott, daß er uns
die Berufenen zuführen und ihr schweres Amt an den armen
Heiden segnen möge. Ihr lieben Christen, tragt auch unsere
Indianermission auf betendem Herzen! H. Maack jun.
Negermission. Freunde der Negermission werden die
Nachricht, daß unser Concordia-Verlag ein Buch aus der Feder
unsers Missionsdirektors, P. N. J. Bakke, über die Geschichte
unserer Negermission veröffentlicht hat, mit Freuden begrüßen.
Wir verweisen auf die Besprechung dieses Buches unter „Neue
Drucksachen“ in dieser Nummer des „Lutheraner“. G.
Deutsche Freikirche. Als die Synode der Deutschen Frei⸗
kirche vom 4. bis zum 10. Juni in Wittingen, Hannover, tagte,
wurde auch über die Tätigkeiten des Schriftenvereins
der Freikirche Bericht abgelegt. Der Vorsitzende des Vereins
berichtete, daß das Buchgeschäft des Vereins bei einem Gesamt⸗
umsatz von 25,819 Mark einen Gewinn von 1166 Mark er⸗
zielt habe. Von diesem Gewinn mußten allerdings 956 Mark
als Zuschuß für die Kolportage verwendet werden, so daß
dem Verein ein Reingewinn von nur 209 Mark verbleibt.
Aber gerade diese Kolportage ist ein rechtes Missionswerk.
Durch sie kommen die schriftlichen Zeugnisse der amerikanischen
und deutschen Missourier in Kreise, die durch das mündliche
Zeugnis und durch den gewöhnlichen Buchhandel nicht erreicht
werden können. Durch die beiden Kolporteure wurden im ver⸗
gangenen Jahre über 13,000 Artikel verkauft, darunter neben
500 größeren Büchern, Bibeln, Predigtbüchern und dergleichen,
5000 Gebetbücher, Vorträge, Traktate und Kalender sowie fast
3000 gesunde Unterhaltungsschriften. Aus den Zinsen einer
vor zwei Jahren begründeten Jugendstiftung wurde an
arme Schulkinder innerhalb der freikirchlichen Gemeinden eine
ganze Anzahl von Bibeln, Gesangbüchern, Biblischen Geschich⸗
ten und Katechismen unentgeltlich geliefert. Auch eine Syn⸗
odalbibliothek besitzt die Freikirche. Da die darin ent⸗
haltenen Bücher, meist Schätze der rechtgläubig lutherischen
Literatur, auch an Nichtmitglieder ausgeliehen werden, und
zwar unentgeltlich, so dient auch sie dazu, die alte lutherische
Lehre und Kirche in Deutschland wieder bekannt zu machen.
Die Hauptarbeit der Freikirche geschieht aber, wie die
Arbeit der Kirche überhaupt, in der Stille. Sie besteht darin,
daß die hin und her über ganz Deutschland zerstreuten Ge⸗
meinden und Gemeindlein mit der lauteren Predigt des Evan⸗
geliums versorgt werden, und daß die heranwachsende Jugend
in der rechten Lehre gründlich unterwiesen wird. Darum muß
es auch die Hauptsorge der Freikirche sein, daß die bestehenden
Predigtämter erhalten bleiben, auch da, wo die Gemeinden
selbst nicht imstande sind, die dazu nötigen Mittel aufzubringen.
Es mag ja manchem, der die Verhältnisse in Deutschland nicht
näher kennt, verwunderlich erscheinen, daß zur Bedienung der
noch nicht 6000 Seelen, die die Freikirche in Deutschland und
Dänemark als Glieder zählt, nicht weniger als 26 Pastoren
nötig sein sollen. Es hat das aber seinen Grund darin, daß
die Glieder der meisten freikirchlichen Gemeinden an vielen,
oft weit voneinander entfernten, Orten wohnen. Obige 6000
Seelen verteilen sich auf 358 Ortschaften; an 78 Plätzen wird
von Pastoren der Freikirche in größeren oder kleineren Zwi⸗
schenzeiten regelmäßig Gottesdienst und Unterricht gehalten;
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