Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 17 › Seite 271
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 18. August 1914, Seite 271
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Wohltätigkeit 1
S. utheraner
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kennen — die vornehmsten unter den Sündern. Zwar haben wir
die rechte, reine Lehre des Evangeliums, aber wir lassen oft das
Evangelium in seiner Ausbreitung Not leiden, wie unsere nicht
selten leeren Kassen für Mission und andere kirchliche Zwecke be⸗
weisen. Unser einziger Trost ist, daß Gott nicht nach unserm
Verdienst, sondern nach seiner Gnade mit uns handeln will, so
wir Buße tun. Kyrieleison! HErr, erbarme dich unser!
F. P.
An dem Unglück, das unser altes Vaterland durch den großen
Völkerkrieg betroffen hat, nehmen wir um so innigeren Anteil,
als auch unsere Deutsche Freikirche darunter schwer
leiden muß. Wohl manch ein braves Glied unserer freikirchlichen
Gemeinden muß die Heimat verlassen und gegen den Feind ziehen,
und wenn die Listen derer angeschlagen werden, die fürs Vater⸗
land gefallen sind, wird auch manch ein freikirchliches Heim mit
Trauer und Wehklagen erfüllt werden. Auch in der Stadt
Mülhausen im Elsaß, in deren Nähe eine der ersten Schlachten
geschlagen wurde, haben wir eine Gemeinde. Pastor derselben
ist P. K. M. Willkomm, der in gegenwärtiger Nummer des
„Lutheraner“ über die Freikirche berichtet. Bitten wir unsern
HErrn, daß er unsere liebe Deutsche Freikirche mit ungebroche⸗
nem Glaubensmut aus diesen schweren Kriegsläuften hervor⸗
gehen lasse. — über die mißliche Lage, in die einige unserer
indischen Missionare, die sich in Deutschland bei Ver⸗
wandten und Freunden auf Heimatsurlaub befinden, durch das
plötzlich ausgezogene Kriegswetter geraten sind, berichtet unser
lieber Missionsdirektor Friedrich an einer andern Stelle. Wir
wollen es nicht unterlassen, diese Männer und ihre Familien in
unsere Fürbitte einzuschließen, daß sie vor Schaden bewahrt
bleiben und wohlbehalten nach ihrem Arbeitsfeld zurückkehren
mögen. G.
Die von der Synode beschlossene Vergrößerung des „Luthe⸗
raner“ auf zwanzig (statt sechzehn) Seiten wird, so Gott will,
von der ersten Nummer des Jahrgangs 1915 an zur Ausführung
kommen. Wir erlauben uns, auf die Begründung hinzuweisen,
die in dem genannten Beschluß zum Ausdruck kommt. Der Be⸗
schluß lautete nämlich so: Beschlossen, „daß der „Lutheraner“
um vier Seiten vergrößert werde, um namentlich mehr
Raum für Missionsnachrichten zu bekommen“.
Damit ist vorausgesetzt, daß der Redaktion aus den vielen vek⸗
schiedenen Missionen von solchen Personen, die in der Missions⸗
arbeit stehen, Berichte über ihre Tätigkeit, deren Umfang, die
Fortschritte, Arbeitsmethoden und Erfahrungen der Missionare
eingesandt werden. Nur so werden unsere Gemeinden über das
Werk, das sie als Synode gemeinschaftlich treiben, auf dem
laufenden gehalten. Es ergeht daher nochmals die herzliche Auf⸗
forderung an die Leiter unserer Missionen, vor allem jedoch an
die Missionare selber, aus ihren Erfahrungen sowie über Stand
und Fortschritt des Werkes recht häufig an den „Lutheraner“ zu
berichten. Gerade aus der Hauptmission unserer Synode, aus der
Allgemeinen Inneren Mission, die ihr Werk in Canada, an der
Westküste und im Süden hat, ist in diesem Jahre fast noch nichts
an unsere Leser gelangt. Andere Kirchenzeitschriften bringen
über die Innere Mission ihrer Gemeinschaft jede Woche Berichte,
zum Teil seitenlange Berichte. Wir glauben, einen lebhaft emp⸗
fundenen Wunsch unserer Leser auszusprechen mit der Bitte, daß
man ihnen doch in diese Hauptmission unserer Synode durch Ein⸗
sendungen an den „Lutheraner“ einen näheren Einblick gewähren
wolle. Es ist keine Frage, daß Tausende von Missionsfreunden
innerhalb unserer Synode gar keinen Begriff haben von dem Werk,
das wir auf dem Gebiete der Inneren Mission treiben. Ein
1 Verständnis für diese Arbeit wird geschaffen nicht durch Mit⸗
teilungen vorwiegend statistischen Inhalts, auch nicht durch einen
Aufruf, wenn die Kasse schließlich leer ist, sondern durch Mit⸗
teilungen über die Erfahrungen, die unsere Missionare auf
ihrem Arbeitsfeld machen. Für solche Berichte sind wir auf die
Missionare und die Kommissionen, die den verschiedenen Missio⸗
nen vorstehen, angewiesen. Dafür haben wir das Vorbild des
Heidenmissionars Paulus, der es nicht unterließ, den Gemeinden
mitzuteilen, was Gott durch ihn an den Herzen der Heiden aus⸗
gerichtet hatte. (Apost. 14, 27; 21, 19.) Dürfte die Redaktion
noch eine weitere Bitte aussprechen, so würde sie dahin lauten,
daß man solche Berichte, wenn sie für die „Kurzen Nachrichten aus
unsern Missionen“ bestimmt sind, nicht in Klagen über Kassennot
und Bitten um reichere Beiträge auslauten lasse. Kehrt das
immer wieder, so muß dem Leser die Lektüre dieser Spalten ver⸗
leidet werden. Die geistliche Not auf den Missionsgebieten soll
in diesen Spalten dem Leser vorgeführt werden. Die Not in den
Kassen zu schildern, steht in dem „Ermessen der zuständigen
Behörden, denen ja für „Notrufe“, die in ihrem Auftrage ver⸗
abfaßt sind, jederzeit Raum in den Anzeigespalten des „Luthe⸗
raner“ zur Verfügung steht. Es dürfte die Notwendigkeit solcher
„Notrufe“ in demselben Maße abnehmen, in dem man die Ge⸗
legenheit benutzt, unsere Gemeinden über unsere Arbeit durch
sachliche Berichte über dieselbe informiert zu halten. Jedenfalls
hat unsere Synode die Wichtigkeit solcher Berichterstattung er⸗
kannt und hauptsächlich dadurch sich bewogen gefühlt, den „Luthe⸗
raner“ um vier Seiten zu vergrößern. G.
Kollekten „mit Abzug“. über diesen Punkt spricht sich der
„Nebraska⸗Distriktsbote“ im Verlauf eines Artikels, der be⸗
sonders der Inneren Mission des Nebraska⸗Distrikts gewidmet
ist, folgendermaßen aus: „In vielen Gemeinden ist es auch noch
Sitte, die Reisekosten der Gastprediger am Missionsfest aus der
Festkollekte zu begleichen. Es ist gewiß richtiger, daß eine Ge⸗
meinde die Reisekosten der Gastprediger aus ihrer Kasse, der
Gemeindekasse, oder sonstwie bezahlt. Denn wenn alle Gemein⸗
den die Reisekosten ihrer Festprediger am Missionsfest der Kollekte
für Mission abziehen, so würde der Missionskasse (des Nebraska⸗
Distrikts! im Jahre eine Summe von ungefähr 5800 bis §1000
abgezogen. Eine Anzahl von Gemeinden hat allerdings schon seit
Jahren die Ordnung, die Reisekosten ihrer Festprediger bei Mis⸗
sionsfesten aus der Gemeindekasse zu bestreiten.“ G.
Die Ev.⸗Luth. Wohltätigkeitskonferenz war vom 28. bis
zum 30. Juli in Milwaukee versammelt. Es ist dies eine freie
Verbindung, welche die Leiter der größeren Wohltätigkeitswerke
innerhalb der Synodalkonferenz vor etwa fünf Jahren einge⸗
gangen sind zur gegenseitigen Unterstützung in ihrer gemein⸗
schaftlichen und speziellen Arbeit. Vertreter unserer Waisenhaus-⸗,
Altenheim⸗, Kinderheimgesellschaften, unserer Stadt⸗, Hospital⸗,
Gefängnis⸗, Seemanns⸗, Taubstummenmissionen und unserer
Arbeit an Epileptischen in der vielversprechenden Anstalt Bethesda
bei Watertown treten alljährlich zur Besprechung von allerlei
Gegenständen aus dem Gebiet dieser vielzweigigen Arbeit an den
Elenden und Notleidenden und zu gegenseitiger Berichterstattung
über die Arbeit des verflossenen Jahres zusammen. Die dies⸗
jährige Versammlung wurde in sehr wirksamer Weise eingeleitet
durch einen Lichtbildervortrag P. Ph. Wambsganß' am Vorabend
der Eröffnung der Konferenz in der Plankinton Hall. In Wort
und Bild wurden hier die verschiedenen Wohltätigkeitsanstalten
innerhalb der Synodalkonferenz, ihre Insassen und die darin vor⸗
kommenden Hilfeleistungen beschrieben, und zum Teil wurde die
interessante Geschichte der einzelnen Anstalten erzählt. In der
ersten Sitzung hielt P. Gieschen von Milwaukee einen höchst an⸗
regenden Vortrag über das Verhältnis der christlichen Wohl⸗
tätigkeitswerke zu dem höchsten Beruf der Kirche, der Wortver⸗
kündigung. Letztere ist und bleibt die große Hauptaufgabe der
Kirche, und dieser Aufgabe muß alles dienen, was durch die viel⸗
gestaltige Wohltätigkeitsarbeit der Christen geschieht. Die Kirche
darf in ihrer Wohltätigkeitsarbeit einerseits nicht aufgehen in der
rein leiblichen Verpflegung von Menschen, die mit allerhand
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