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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 13. Oktober 1914, Seite 329

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeitſchriften 2

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Himmel, der hatte ein ewig

Cuangelium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sigen
und wohnen und allen Hei⸗
den, und Stschlechtern, und
Sprachen, und Völkern; und
sprach mil grohtr Stimme:
KLürchter Gott. und gebel
iinn die Chre; denn die Zeit
H seines Gerichts ist kommen,
und betel an den. der gemachi
hat Himmiel, und Erde, und
Mter, und dit Wasser⸗

Ferausgegeben von der Zeutschen Evangelisch⸗Lut

herischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

— —

70. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 13. Gätober 1914.

Nr. 21.

Das Festhalten am Evangelium unsere höchste Pflicht.

Die wahre Kirche JEsu Christi sucht bei ihrer Arbeit die
Ehre Gottes und das Heil der unsterblichen Seelen. Das ist
auch jederzeit das Ziel gewesen, das unsere teure Synode bei
ihren verschiedenen Unternehmungen im Auge gehabt hat. Um
dieses Ziel zu erreichen, hat sie bisher von keinem andern Mittel
wissen wollen als dem Evangelium von dem Sünderheiland.
Das Motto ihrer Glieder war und ist: „In meinem Herzen
herrscht allein und soll auch herrschen dieser einige Artikel, näm⸗
lich der Glaube an meinen lieben HErrn IEsum Christum,
welcher aller meiner göttlichen und geistlichen Gedanken, so ich
immerdar Tag und Nacht haben mag, der einige Anfang, Mittel
und Ende ist.“ Gerade aber weil IEsus und die von ihm er—
worbene Gnade Kern und Stern all unsers Beginnens ist, wird
unsere Synode heimlich und öffentlich aufs bitterste angefeindet
und bekämpft.

Unter denen, die am liebsten die Kirche des reinen Wortes
und der unverfälschten Sakramente vom Erdboden vertilgt sehen
möchten, steht selbstverständlich der römische Antichrist mit seinen
treuen Dienern obenan. Sie haben ihr Herz gegen die Stimme
der Wahrheit verstockt, die durch die Reformation auch sie zur
Buße rief, und in dieser Verstockung haben sie sich durch jenes
gottloseste aller Bekenntnisse, das die Welt je gesehen hat, die
Beschlüsse des Tridentinischen Konzils, befestigt. Ganz beson⸗
ders ist diesem Menschen der Sünde und seinen Lieblingssöhnen,
den Jesuiten, die Religionsfreiheit, die wir in diesem Lande
genießen, ein Dorn im Auge. Diese möchten sie am liebsten
völlig ausrotten. Natürlich ist es ihnen dabei darum zu tun,

10.. enen den Mund zu stopfen, die fort und fort ihre greulichen
ary. Irrtümer aufdecken und den Leuten das Wort Gottes rein und
sn lauter sagen. Und wer unter uns wollte es leugnen, daß die

Römischen auf diesem Gebiet in den letzten Jahren große Fort⸗
schritte gemacht haben? Um nur eins anzuführen: Steht es
nicht heutzutage so, daß fast keine weltliche Zeitung irgend etwas

auch über alltägliche Ereignisse aufnimmt, was gegen die rö⸗
mische Kirche spricht? Und sollte je — was Gott in Gnaden
verhüten wolle! — der Papst hierzulande zur Herrschaft ge⸗
langen, dann wäre es aus mit der Religionsfreiheit und der
Trennung von Kirche und Staat, die wir hier genießen; und
gerade wir Lutheraner würden dann die Hand des neuen Herr⸗
schers zu fühlen bekommen.

Eine andere Gefahr für unsere Kirche sind die vielen Sek⸗
ten unsers Landes, die der Mehrzahl nach den Grund umreißen,
indem sie nicht mehr glauben, daß die Bibel von Anfang bis
zu Ende, Wort für Wort vom Heiligen Geist eingegeben ist,
und lehren, daß man durch seine Werke vor Gott gerecht und
selig werden könne, ja häufig leugnen, daß es eine Hölle gibt.
Diese ihre verderbenbringenden Irrtümer suchen sie durch viele
Bücher, Zeitungen und Reden auch unter unsern Leuten zu
verbreiten. Wer unter uns aber müßte nicht zugeben, daß sie
durch diese ihre dem Fleisch so angenehmen Lehren manche von
unsern Gliedern von dem reinen Wort und den unverfälschten
Sakramenten wegführen?

Sehen wir uns weiter unter denen um, die gegen unsere
Kirche sind, und gegen die wir von ganzem Herzen sein müssen,
dann nehmen wir das große Heer der Logen wahr, die einen
Gott oder vielmehr Götzen bekennen, zu dem sogenannte Chri⸗
sten, Juden, Türken und Heiden beten können, und die IEsum
nicht den wahrhaftigen Gott und das ewige Leben und den
Seiland der Welt sein lassen, durch den wir allein selig werden,
sondern allen den Himmel verheißen, die die Werke ihrer Ver⸗
bindungen vollbringen. In dieser Zeit der Gleichgültigkeit in
der Religion, der Selbstgerechtigkeit und der Gewinnsucht

schießen diese Gesellschaften überall wie Pilze hervor und neh⸗
men riesig zu, und immer wieder kommt es vor, daß junge
Leute aus unsern Kreisen durch die lügenhaften Versprechungen
der Logen von Gewinn und Genuß bewogen werden, sich diesen
christusfeindlichen Vereinigungen anzuschließen, und deswegen
von uns hinausgetan werden müssen. Ja, triumphierend be—
haupten die Logen jetzt oft: Bald wird die Zeit kommen, da

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