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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 10. November 1914, Seite 361
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Leufel
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Berausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.
70. Jahrgang.
NMr. 23.
St. Louis, Mo., den 10. November 1914.
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Des HErrn Krieg.
Auf, mein Volk, zu den Waffen! So hieß es kürzlich in
Europa. Auf, mein Christenvolk, zu den Waffen! so heißt es
heute und zu allen Zeiten auch in der Kirche Gottes. Der
HErr ruft euch, ihr Streiter Christi! Das Werk der Mission,
alle kirchliche Tätigkeit ist ein Kampf gegen Satans Reich.
Alle unsere Arbeit, die wir als Gemeinde, als Kirche tun, steht
in Verbindung mit dem Krieg, den wir Christen führen.
In Europa rast der Krieg noch ununterbrochen. Tau⸗
sende von Menschen liegen tot und verwundet auf den Schlacht⸗
feldern. Städte, Dörfer, ganze Gegenden werden verwüstet
und zerstört. Wir sind Bürger eines neutralen Landes und
danken Gott, daß er uns vor solchem blutigen Krieg behütet
hat, und bitten ihn, daß er seine Hand auch ferner in Gnaden
über uns halten wolle. Und obwohl weitab vom europäischen
Kriegsschauplatz, nehmen wir doch ein reges Interesse an allem,
was wir von drüben hören. Manche von uns sind drüben
geboren, andere haben Eltern oder Geschwister und sonstige
Verwandte daselbst. Wenn wir nun schon solch reges Interesse
nehmen an einem Krieg, dem wir eigentlich fernstehen, wieviel
Teilnahme sollten wir zeigen an dem Krieg, der in uns und
um uns, in unsern Familien, in unsern Häusern, in unsern
Gemeinden geführt wird! Von diesem Kriege wollen wir
schreiben.
Wer sind die streitenden Parteien? Wer in
Europa auf der einen und wer auf der andern Seite steht,
ist allenthalben bekannt. Wie steht es in unserm Krieg? Die
Schrift sagt: „Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu
kämpfen, sondern mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“
Auf der einen Seite „wir“, wir Christen. Jeder Christ ein
Streiter Christi. Durch dein Taufgelübde, durch dein Kon⸗
firmationsgelübde hast du dich unter die Fahne deines Hei⸗
landes gestellt und ihm Treue geschworen bis in den Tod.
Und zwar hat jeder Christ zu kämpfen gerade an dem Ort,
wo er wohnt, jede Gemeinde in ihrer Gegend. Da die Chri⸗
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sten über die ganze Welt zerstreut sind, so ist das ein Welt⸗
krieg im eigentlichen Sinne des Wortes. Er wird gekämpft in
allen Ländern und Weltteilen, in allen Sprachen und Zungen.
Das ist die eine Seite: wir Christen. Und wer sind unsere
Gegner? „Die bösen Geister unter dem Himmel“, das Reich
Satans. Ein wohlgeordnetes Reich. Da gibt es keine Par⸗
teien noch verschiedene Richtungen, die sich gegenseitig bitter
bekämpfen. Kein Teufel treibt den andern aus. Und wie
steht es mit der Stärke des Gegners? Darüber ist nie eine
Statistik veröffentlicht worden. Einer von ihnen sagte einmal:
„Unser ist Legion.“ Also eine große Zahl von Teufeln ist es,
mit denen die Christenheit den Kampf aufzunehmen hat.
In Europa hat man sich nach Bundesgenossen um⸗
gesehen. Man fühlte, allein gegen mächtige Feinde kämpfen,
ist schwer. Man hat einen Dreibund und einen Gegendreibund
geschlossen. Mächtige Völker haben sich zusammengetan und
kämpfen Schulter an Schulter. Ähnliches hat der Teufel schon
längst getan. Er hat einen Vertrag, einen Bund, geschlossen
mit der ungläubigen Welt. Die Schrift sagt von den bösen
Geistern, daß sie in der Finsternis dieser Welt herrschen. Diese
Finsternis ist nicht eine irdische, sondern die Finsternis im
Herzen der Menschen, die Finsternis des Unglaubens. Da
herrscht Satan und lenkt und leitet die Gedanken nach seinem
Willen. — So haben wir also auch zu kämpfen gegen alle
Ungläubigen dieser Welt. Nicht gegen ihre Personen, die sind
uns lieb und wert, oft verbunden durch Bande des Blutes,
sondern gegen den Geist, der in ihnen steckt, den Geist des
Unglaubens.
Das allerschlimmste aber ist, daß wir einen Feind in
unserm eigenen Herzen haben. Uns allen hängt noch an das
sündige Fleisch, das gern mit den Feinden unserer Seele ge⸗
meinsame Sache macht. Wie gefährlich die Stellung einer
Festung, wenn sie von außen belagert wird von allen Seiten,
während innerhalb Aufruhr und Empörung herrscht, und viele
die Festung dem Feind überliefern möchten! Wie gefährlich,
wenn ein General ein Regiment Soldaten gegen den Feind
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