Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 23 › Seite 363
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 10. November 1914, Seite 363
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SEE „TutheraneS
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Darum auf zu den Waffen!
guten Kampf des Glaubens!“ „Kämpfet frisch an jedem
Orte!“ Kämpft in euren Häusern, in euren Gemeinden, in
eurer Umgegend, auf allen Missionsposten! Hinaus aus dem
Herzen mit allem Zank und Streit, aller Zwietracht, Bitterkeit,
Feindschaft, Unversöhnlichkeit! Ersäuft euren alten Adam!
Kämpft, daß ihr alles wohl ausrichten und das Feld behalten
mögt! Zerstört Satans Reich, wo immer ihr könnt. „Kämpfet
recht die wenig Jahre, eh' ihr kommt auf die Totenbahre. Kurz,
kurz ist euer Lebenslauf.“
Während die europäischen Mächte nach außen hin kämpfen,
sind sie zugleich dabei, ihre eigenen Festungen zu verschanzen
und zu verstärken. So laßt uns, während wir gegen den Feind
kämpfen, zusehen, daß wir wachsen an Weisheit und Erkennt⸗
nis, daß wir zunehmen im Glauben und in der Liebe.
Sodann lest Kriegsnachrichten! Wie manche Stunde
haben wir die letzten Wochen Zeitungen gelesen, um das Neueste
über den Krieg zu erfahren. Wie haben wir uns gefreut über
jede Siegesnachricht des Volks, mit welchem wir es im Herzen
hielten. So laßt uns auch die Kriegsnachrichten lesen in un⸗
sern kirchlichen Zeitschriften, in denen von den Kämpfen unserer
Kirche, den Hindernissen, auch von Mißerfolgen und Schwierig⸗
keiten, aber auch von herrlichen Siegen berichtet wird. In
Gegenden, wo früher keine Gemeinde des reinen Bekenntnisses
war, besteht jetzt eine blühende Gemeinde. Vor Jahren hat⸗
ten wir keine Gemeinde unter den Negern. Jetzt haben wir
Tausende von Negern, die mit uns im Glauben eins sind. Vor
Jahren hatten wir keine Heidenmission. Jetzt haben wir eine
große Schar bekehrter Heiden, die mit uns rühmen: „Mir ist
Erbarmung widerfahren.“ Wenn solche Siegesnachrichten kom—
men, wie sollten wir uns freuen! Man singt mit Freuden von
dem Sieg des HErrn in den Hütten der Gerechten.
Laßt uns nicht müde werden im Gebet! Wie manches
Mal wird uns in der Geschichte berichtet, daß Soldaten, ehe sie
in die Schlacht zogen, auf ihre Knie fielen und Gott um Schutz,
Beistand und Hilfe anflehten! Wie viele mögen jetzt in un⸗
serm Lande bitten, daß Gott diesem oder jenem Volk zum
Siege verhelfen möge! Wir wollen auch bitten: „Hilf dei⸗
nem Volk und segne dein Erbe!“ Segne alle unsere Arbeit!
Gib, daß noch viele zu dir bekehrt werden! Verleihe deinen
Kämpfern Sieg!
So laßt uns denn mit Leib und Seele weiterarbeiten und
kämpfen, bis einst die Friedensposaune ertönt.
für ein Jubel sein in Europa, wenn nach langem Kampf, nach⸗
dem die Schlachtfelder mit dem Blute Hunderttausender ge—
tränkt und Städte und Gegenden verwüstet sind, endlich die
Friedensbotschaft im Lande erschallt! Da wird manche Ge—
meinde im Gotteshaus singen: „Nun danket alle Gott.“ Was
muß aber das für ein Tag sein, wenn die Posaune Gottes er⸗
schallt, und der HErr seine Streiter abruft vom Kriegsplatz,
wenn wir als Sieger unsern Einzug halten in das himmlische
Jerusalem, wenn es von Millionen Stimmen durch den Him⸗
mel hallt: „Nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß; all' Fehd'
hat nun ein Ende! Preis und Anbetung sei unserm Gott!“
„O schöner Tag und noch viel schön're Stund', wann wirst du
kommen schier?“ E. E.
„Kämpfet den
In diesem Leben haben wir den Sieg im Wort und Glau⸗
ben, an jenem Tag auch in der Offenbarung. (Luther.)
Was mag das
Ein Hindernis in unserer Inneren Mission.
Wer mit dem Werke unserer Reiseprediger nur ein wenig
bekannt ist, weiß, daß ein großes Hindernis für erfolgreiche
Arbeit darin liegt, daß unsere Glaubensbrüder so weit zer⸗—
streut wohnen. Wenn ein Missionar etwa zehn Plätze zu be⸗
dienen hat, die weit voneinander entfernt liegen und nur mit
Fuhrwerk erreicht werden können, und wenn die einzelnen
Stationen wiederum aus Familien bestehen, die in einem
weiten Umkreise wohnen, so kann die Bedienung der einzelnen
Plätze mit der Predigt des Wortes und der Schulung der Kin⸗
der trotz aller Anstrengung des Pastors nur dürftig ausfallen.
Früher war das anders. Da ließen sich unsere Glaubens⸗
genossen in größerer Anzahl auf einem beschränkten Terrain
nieder, so daß in kurzer Zeit lebensfähige Gemeinden mit einem
eigenen Pfarr⸗, ja Schulamte eingerichtet werden konnten. Die
veränderte Sachlage hat teils ihren Grund darin, daß infolge
der gewaltigen Bahnnetze, die vor Besiedelung des Landes über
große Länderstrecken gespannt wurden, den Landsuchern ein
weites Gebiet sich aufschloß, teils anch darin, daß unsere Mit⸗
christen bei der Wahl einer neuen Heimat nicht immer genug
bedacht sind auf das eine, das not ist, und erst zu spät erkennen,
in welch mißliche Lage sie und ihre Kinder durch planlosen
Ortswechsel geraten sind.
Auch in diesem Stücke können wir von den ersten christlichen
Gemeinden lernen. Des öfteren lesen wir im Neuen Testa⸗
ment, daß wandernde Christen mit Empfehlungsbriefen an an⸗
dere Gemeinden von ihrer bisherigen Gemeinde entlassen wur⸗
den. Hieraus geht ein Dreifaches hervor: erstens, daß die
heimische Gemeinde sich um das fernere Wohl ihrer auswan⸗
dernden Glieder bekümmerte; zweitens, daß solche reisende
Glieder an Orte zogen, wo bereits Gemeinden bestanden; drit⸗
tens, daß die in der Ferne liegenden Gemeinden sich solcher
zuziehenden Brüder mit allem Fleiße annahmen. Gegenwärtig
steht es in den Vereinigten Staaten und Canada nun so, daß
nur selten ein Glied unserer Gemeinden gezwungen sein wird,
an einen Ort zu ziehen, wo es keine kirchliche Bedienung findet,
sondern sich einen solchen Wohnplatz aussuchen kann, wo bereits
eine rechtgläubige Gemeinde oder Predigtplatz eingerichtet ist.
Die beste Auskunft hierüber gibt unser lutherischer Kalender,
der in diesen Tagen wiederum erscheint. Man schlage nur das
Verzeichnis der Pastoren, nach den Postämtern geordnet, auf.
Welch eine Menge von Orten, an denen treulutherische Pa⸗
storen wirken! Unser Kalender zeigt in den Vereinigten Staa⸗
ten 2140 und in Canada 95 lutherische Postämter, von denen
viele ein weites Gebiet versorgen, auf. Wie leicht kann man
sich mit dem betreffenden Pastor in Verbindung setzen und alle
nötige Auskunft erlangen! Und wie freundlich wird man von
den dortigen Glaubensgenossen aufgenommen! Nicht nur emp⸗
fangen unsere Gemeinden gern neue Glieder, sondern sie neh⸗
men sich auch des leiblichen Wohles der Hinzuziehenden willig
an. Und es ist doch nicht zu leugnen, daß zum Beispiel ein
verständiger Farmer, der schon längere Zeit in einer Gegend
wohnt und ein Glaubensbruder ist, seinen Mitchristen in bezug
auf Bodenbeschaffenheit und dergleichen weit besseren Rat geben
kann als etwa ein Landagent, der gar oft besondere Interessen
verfolgt. Man sei also verständig und ziehe nicht aufs unge⸗
wisse in die weite Welt, sondern gebrauche fleißig unsern Ka⸗
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