Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 23 › Seite 366
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 10. November 1914, Seite 366
Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner70_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
366
S Ner utheranet
Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden auch nichts hin⸗
ausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so
lasset uns begnügen“, Kap. 6, 6—8. Alle unsere lieben Chri⸗
sten wie alle andern Menschen hinterlassen bei ihrem Abscheiden
aus diesem irdischen Dasein all ihr Geld und Gut. Warum
sollten sie nun, wenn sie ihr Testament machen, nicht auch der
Reichssache ihres Gottes und Heilandes und der Kirche, die
ihre geistliche Mutter war, gedenken? Es wird durch solche
Erbschaften, die der Kirche zufallen, viel Gutes gestiftet. Wir
glauben, daß eine Erinnerung daran manchen Christen bewegen
wird, unsere Synode in sein Testament mit einzuschließen.
Wir möchten aber hierbei im Interesse der Sache die Bitte
aussprechen, daß man an das Legat oder Vermächtnis nicht diese
oder jene Bedingung knüpfen sollte, deren Ausführung
vielleicht schwierig werden könnte, oder die auf Jahre hinaus
den Ertrag des Legats oder Vermächtnisses nicht zur Verwen⸗
dung kommen ließe.
Wird das hinterlassene Geld oder Gut für einen be⸗
stimmten kirchlichen Zweck gegeben, so sollte man nicht ver⸗
säumen, diesen ganz genau anzugeben. Die Legatkommission
ist auch gern bereit, im Zusammenhang mit dieser Sache diese
und jene Auskunft zu erteilen.
Daß man nun aber das Geben für Christi Reich, auch
das Geben größerer Summen, nicht bis zu seinem Tod auf⸗
schieben soll, wodurch es leicht ganz unterbleibt, ist ja unter
uns Christen selbstverständlich.
Gott aber wolle die Herzen seiner Kinder mit Liebe zu
ihm und seiner Kirche erfüllen, so daß sie auch gerne aus Liebe
und Dankbarkeit ihm von ihrem Geld und Gut willige Opfer
darbringen.
Im Namen und Auftrag der Legatkommission
deren Sekretär
Joh. H. C. Fritz,
2144 Salisbury St., St. Louis, Mo.
—————
Zur kirchlichen Chronik.
Kollekten für die vom Krieg Betroffenen in Deutschland.
Gemeinden, die Kollekten für die vom Kriege Betroffenen in
Deutschland erheben, werden ersucht, solche Gelder, wie alle andern
Kollekten, durch unsere Distriktskassierer quittieren zu lassen. Die
Absendung solcher Kollekten an ihren Bestimmungsort erfolgt
durch den Allgemeinen Kassierer der Synode, durch dessen Bücher
alle für diesen Zweck an die Distriktskassierer gesandten Gelder
gehen. G.
Von unsern Lehranstalten sind bisher folgende Berichte über
Neueingetretene und Schülerzahl eingelaufen:
Anstalten. Neueingetretene. Gesamtzahl.
St. Lououuunssss 89 316
Springfieeoowowobdtt 48 19⁴4
River Foreettt.... 52 201
Milwaukttee* 42 200
Bronxvillllldlll 24 12⁵
Concordieinnan 34 165
Winfieeddd. 42 109
Portladddddd. 3 21
Von der Gesamtzahl der in Winfield Eingeschriebenen sind 13
Mädchen. — Aus Springfield schreibt Prof. Streckfuß: „Die Zahl
der Studenten in unserm Seminar zu Springfield beträgt gegen⸗
wärtig 194, von denen 30 im Vikariat tätig sind. Ein Student,
der im Juni nach Deutschland reiste, um seine dort wohnenden
Eltern zu besuchen, kämpft jetzt gegen die Russen. In der An⸗
stalt befinden sich daher gegenwärtig 163 Studenten. Neuein⸗
getreten sind 48, und drei sind kürzlich noch angemeldet worden.
Unter unsern Studenten befinden sich 5 aus der Minnesota⸗
synode, 2 aus der Wisconsinsynode, 20 Slowaken, 3 Litauer,
1 Perser und 6 Australier und Neuseeländer, im ganzen also
37 Extraner. Außerdem haben wir noch einen Hospitanten. —
Bezüglich der Vikariatsgesuche mußte die Fakultät wegen der
großen Flut der auf sie eindrängenden Anfragen schon vor eini⸗
gen Wochen erklären, daß sie keine mehr berücksichtigen könne, da
sie keine verfügbaren Kräfte mehr habe. — Die durch den Weg⸗
gang von Prof. Pieper und Prof. Herzer in der Fakultät ent⸗
standene Lücke sucht die Fakultät nach besten Kräften so gut wie
möglich auszufüllen.“ G.
Die Angaben unsers „Statistischen Jahrbuchs“ über unsern
Brasilianischen Distrikt werden ergänzt durch eine Zusammen⸗
stellung im „Ev.⸗Luth. Kirchenblatt für Südamerika“, die fol⸗
gendes Resultat aufweist: 66 Gemeinden, 29 Predigtplätze,
16,168 Seelen, 6508 Kommunizierende, 2272 Stimmfähige,
51 Schulen, 18 Lehrer, 1550 Schulkinder. G.
Von dem Irrgeist Russell liegen uns zwei Predigten vor, in
denen er der Christenheit weiszumachen sucht, daß im jüngst⸗
vergangenen Monat Oktober das „tausendjährige Reich“ ange⸗
fangen hat. In einer dieser Predigten führt Russell aus, daß
die Welt nicht ein Ende durch Feuer nehmen wird, daß Christus
nicht als wahrer Mensch und Gott gen Himmel gefahren ist, und
daß er nicht sichtbarlich am Jüngsten Tage wieder erscheinen werde.
Daß „Pastor“ Russell für solche Lehren unter Christen Anhänger
werben kann, sollte schier unglaublich scheinen. Die Schrift lehrt
ganz unmißverständlich 2 Petr. 3, 10: „Es wird des HErrn
Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel
zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber wer⸗
den vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die
drinnen sind, werden verbrennen.“ Ist das nicht deut⸗
lich genug geredet? Daß Christus mit seinem verklärten mensch⸗
lichen Leibe gen Himmel gefahren ist, bezeugen nicht nur die
Evangelien und die Apostelgeschichte an allen Stellen, in denen
die Himmelfahrt beschrieben ist, sondern Christus selbst hat
Joh. 3, 13 vorausgesagt: „Niemand fährt gen Himmel, denn
der vom Himmel herniederkommen ist, nämlich des Menschen
Sohn, der im Himmel ist.“ Daß Christus nicht mit seinem
wahren, verklärten menschlichen Leibe gen Himmel fuhr, sondern
nur einen Scheinleib besaß, ist eine Irrlehre, die nicht erst der
Pastor des Brooklyn Tabernacle in Gang gebracht hat, sondern
die schon vor sechzehnhundert Jahren von den Manichäern vor⸗
getragen wurde. Damals erkannte man gar bald in den Mani⸗
chäern eine heidnische Sekte, die unter dem christlichen
Namen in die Kirche eindringen wollte. Daß IEsus aber am
Jüngsten Tage sichtbarlich wieder erscheinen wird, hat er
selbst gelehrt, da er spricht: „Alsdann werden heulen alle Ge⸗
schlechter auf Erden und wer den sehen kommen des Men⸗
schen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und
Herrlichkeit“, Matth. 24, 30. Russell lehrt in beiden vorliegenden
Predigten, daß Christus schon im Jahre 1874 gekommen sei und
jetzt, im Oktober 1914, sein tausendjähriges Reich angetreten habe.
Nun will es uns borkommen, als ob jeder lutherische Konfirmand
beweisen könnte, daß auch hier eine ganze Reihe klarer Schrift⸗
worte den Meinungen des falschen Apostels aus Brooklyn ent⸗
gegenstehen. Als die Christen in Thessalonich von Irrlehrern in
Aufregung gesetzt worden waren, die das Kommen Christi zum
Gericht als ganz nahe bevorstehend verkündigten, schrieb ihnen
der Apostel Paulus: „Von den Zeiten aber und Stunden, lieben
Brüder, ist nicht not, euch zu schreiben. Denn ihr selbst wisset
gewiß, daß der Tag des HErrn wird kommen wie ein Dieb in
English translation
Not yet translated.