Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 24 › Seite 378

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. November 1914, Seite 378

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeitſchriften

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Lutherane.

du nur an die Verheißung deines Gottes glaubst, du wirst
genug Ursache finden, seinen Namen zu preisen. Und der
fromme Dichter hat recht, wenn er sagt:

Wenn du Gott wolltest Dank

Für jede Lust erst sagen,

Du fändest gar nicht Zeit,

Noch über Weh zu klagen.

Und nun denken wir doch an die geistlichen Segnungen,
die wir Christen genießen! Hat Gott nicht seinen lieben Sohn,
IEsum Christum, für dich in den Tod gegeben? Bist du nicht
in Christi Tod getauft und zum Kinde Gottes angenommen?
Hat er dir nicht sein liebes Wort so reichlich gegeben und dir
im Wort und Sakrament Vergebung aller deiner Sünden ge⸗
schenkt? Hat er dich nicht durch seinen Geist bisher im Glau⸗
ben erhalten? Hat er dich nicht wiedergeboren zu einer leben⸗
digen Hoffnung, zum ewigen Himmelserbe? Und du wolltest
dich nicht in den Chor dankbarer Gotteskinder mengen, wolltest
fernstehen von den Reigen preisender Lobsänger?

Und das in einem Jahre wie das Jahr 1914? Welch eine
reiche Ernte hat Gott in diesem Jahre unserm Lande wieder
erblühen lassen! Zwar hat, wie in jedem Jahre, mancherorts
die Scholle nicht ihren vollen Ertrag gegeben. Stellenweise
ist eine Mißernte zu verzeichnen. Doch haben andere Gegenden
um so reichlicher getragen; ja, wer die Ernteberichte nicht ganz
ignoriert hat, der muß staunen über die Fülle der leiblichen
Gaben, die Gott über unser Land ausgeschüttet hat, und wir
haben alle Ursache — vornehmlich aber der Landmann hat dazu
hohe Ursache — zu sprechen:

Die Garben sind herein,

Drum sollen Korn und Weizen,
Die Gaben groß und klein,

Zu Lob und Dank uns reizen,

Zu preisen unsern Gott,
Der seine Kinder liebt

Gut ist, o HErr, das Land,

Darein du uns gesetzet;

Groß deine starke Hand,

Die uns so oft ergötzet;

Unendlich deine Macht

Und ohne Ziel dein Ruhm.
Und alle Jahr ihr Brot Drum lobt man mit Bedacht
Zur Zeit der Ernte gibt. Dich jetzt im Heiligtum.

Und die geistlichen Segnungen — hat Gott mit denselben
im Jahre 1914 zurückgehalten? Unser Christenvolk ist so
reichlich gesegnet worden mit der Predigt des lauteren Gottes⸗
wortes und mit der Spende der heiligen Sakramente, daß nur
der diesen geistlichen Segen nicht erfahren und genossen hat,
der ihn selber durch seine Gleichgültigkeit gehindert hat. Er⸗
kenne den Segen, o Christ, und danke Gott!

Ja das Jahr 19141 Legt diese Jahreszahl uns in unserm
Lande nicht noch eine ganz besondere Dankespflicht nahe? Richte
deinen Blick über das Weltmeer! Welch ein Jammerbild er⸗
blickst du da! Der Ruf: „Auf zu den Waffen!“ rief den Land⸗
mann vom Pflug oder vom Erntefeld, den Bürger vom Ge⸗-
werbe, den Lehrer vom Katheder, den Hausvater von der Fami⸗
lie, den Sohn von den Eltern, den Bräutigam von der Braut.
Wohin? Aufs blutige Schlachtfeld, in Pulverdampf und Kugel⸗
regen. Schon geht die Zahl der gefallenen Krieger in die
Hunderttausende. Und zu welcher Höhe mag die Zahl noch an⸗
schwellen, ehe der letzte Glockenschlag die Jahreszahl 1915
herzuruft! Wir dagegen sitzen in stillem Frieden. Wenn einst
das Blut Abels zu Gott um Rache schrie, ruft dann nicht das
Blut der in diesem Völkerkrieg so massenhaft fallenden Krieger
uns hier mit lauter Stimme zu: O du glückliches Land, lobe
den HErrn, der fest' macht die Riegel deiner Tore und schaffet
deinen Grenzen Frieden!? Das wollen wir tun: nicht allzu⸗

scharf zu Gericht sitzen über etliche der kriegführenden Nationen,
sondern Gott danken, daß er die Kriegswolken, die in den letzten
Jahren auch über unserm Lande sich drohend gelagert hatten,
sich glücklich hat verziehen lassen und uns den edlen Frieden
erhalten hat. Das wollen wir tun: nicht sicher sein, nicht
uns brüsten, als seien wir besser als andere Nationen, son⸗
dern bedenken, daß wir vielmehr auch Krieg und anderes Un⸗
glück tausendfach verdient haben, daß es allein Gottes große
Barmherzigkeit ist, die uns gnädiglich verschont hat. Das
wollen wir tun: über dem Völker krieg des HErrn Kriege
nicht vergessen, fleißig beten und kräftig helfen, daß der Krieg
des SErrn wider den Satan und sein Heer zu einem Sieg
nach dem andern führe, das heißt, daß durch das Evangelium
des Friedens immer mehr Seelen aus dem Reich des höllischen
Fürsten herausgerissen und in das selige Reich des großen
Friedefürsten, unsers HErrn JEsu Christi, gebracht werden.
Dazu wollen wir unsere Dankopfer darreichen, reichlicher als
bisher von unsern leiblichen Gütern mitteilen und sie in den
Dienst des himmlischen Eroberers stellen.

Mit unserm Dank, der da komme aus vollem Herzen,
und der sich äußere in Worten und Werken, verbinden wir die
Bitte: O SErr, du SErr der Kriegsscharen und du Gott des
Friedens, sprich du dein allmächtiges Friedenswort! Senke die
Palme des Friedens über die Herzen, die Häuser, die Nationen
und über deine Kirche in allen Landen! — So wollen wir Dank—
tag feiern. B. Sievers.

Unsere Kirchenblätter.

Es ist fast eine Gewohnheit geworden, daß wir, wenn
Kirchenjahr und bürgerliches Jahr sich ihrem Ende zuneigen,
an dieser Stelle ein Wort über unsere Kirchenblätter sagen,
deren Bedeutung ins rechte Licht stellen und die alten Leser
auffordern, auch im neuen Jahre treue Leser derselben zu
bleiben und dazu zu helfen, daß neue Leser gewonnen werden.
Wir können freilich mit gutem Grunde sagen, daß Tausende
unserer Leser den Wert ihres Kirchenblattes schon längst er⸗
kannt haben und nicht daran denken würden, ihren „Luthe⸗
raner“ abzubestellen. Lieber würden sie sich eine andere Aus⸗
gabe versagen. In Tausenden von Häusern innerhalb unserer
Synode ist der „Lutheraner“ seit Jahren ein Hausfreund, den
man unter keinen Umständen missen möchte. Aber es gibt ohne
Zweifel auch gar manche unter unsern Christen, die den „Luthe⸗
raner“ wohl halten, aber nicht fleißig und regelmäßig
lesen, die es noch nie so recht bedacht haben, was sie an
ihrem Kirchenblatt haben, welche Dienste es ihnen leisten kann,
wenn sie es recht benutzen, die darum auch unter Umständen
geneigt sein möchten, am Jahresschluß es abzubestellen. Und
es sind auch viele, viele Häuser und Familien in unsern Ge⸗
meinden, in denen weder der „Lutheraner“ noch sonst ein kirch⸗
liches Blatt einkehrt. Eine wöchentliche oder tägliche politische
Zeitung wird gehalten und gelesen, in gar manchen Häusern
zwei oder drei. Aber für ein kirchliches Blatt hat man keine
Zeit, kein Interesse, kein Geld. Ist das recht?

Fragst du aber: Was nützt mir das Kirchenblatt? Warum
soll ich es halten, lesen und weiterempfehlen? so laß dir hier
sieben Gründe mitteilen, die wir kürzlich in einem andern
kirchlichen Blatt verzeichnet fanden. „1. Durch das Kirchen⸗

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