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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. Februar 1907, Seite 49

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Hoheprieſter 3 · Lutheraner 1 · Opfer 6

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40 Und ich sahe einen Engtl J 2
sliegen mitten durch den
Hinnmnelz der hatte ein ewig 4

Tvangelium, zu verkündigen

denen, die aus Erden sihen
und wohnen, und allen Bei-
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Völkern, und
sptach mit grosser Stimme:
Lürchtei Golt, und gebet
inu die Chre; denn die.Zeit.
srines Gerichts ist kommen,
Hundbetet an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Meer, und die wasser⸗
brunneu. Ossh. Joh. 14
—

Herausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zuynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.

63. Jahrgang. St. Louis, Mo., den 12. Februar 1907. No. 4.

——

Zur heiligen Passionszeit.

O hehre Trauerzeit, in der mein Heiland litt

Und mich mit schwerem Streit dem ew'gen Heil erstritt,
Erfülle mein Gemüt mit heiligen Gedanken.

Versenk' in Christi Schmerz und herbe Seelenqual

Mit Ernst mein ganzes Herz und meinen Geist zumal,

Führ' mich, du hehre Zeit, ans dieser Sinne Schranken,
Daß mich durchströmet die himmlische Glut,

Für das vergoss'ne hochheilige Blut

Herzinniglich und treu und ohne Wanken

Dem teuren SErrn zu danken.

Verbann' aus meinem Sinn die schnöde Eitelteit,

Zeuch mich zu Christo hin und seinem blut'gen Leid,
Mit heil'gem Trauerernst durchdringe all mein Wesen.
Den Hochmut und die Lust der Selbstgerechtigkeit

Vertilg' in meiner Brust, du hehre Trauerzeit,

Und lehr' mich, daß ich nur durch Christum kann genesen!
Eignes Verdienst, ach! erlöset uns nicht

Von der Verdammnis in Gottes Gericht.

Es ist kein andres Heil, als das uns Christ erworben,
Da er am Kreuz gestorben.

O laß dies teure Heil der Himmelsseligteit,
Solang' ich unten weil', du hehre Trauerzeit,

Mit rechtem Lebensernst von Herzen mich bedenken.
Ich will in IEsu Blut und all' sein' Wun deumal'
Mit heil'gem Trauermut, ich will in seine Qual
Und blut'ge Seelenpein andächtig mich versenken.
Ich will in Demut nach Golgatha gehn,

Unter dem Krenze des Heilands zu stehn.

O laß das rechte Heil mich aus dem Trauersinuen
In Geist und Herz gewinnen!

Christi großes Opfer.

Christus hat uns geliebet und sich selbst

dargegeben für uns zur Gabe und Opfer,

Gott zu einem süßen Geruch. Eph. 5, 2.

In diesen Worten ist von einem Opfer die Rede. Viel

wurde im Alten Testament geopfert, und zwar für die Sünden

des Volkes Israel. Um den Zorn Gottes über die Sünden
zu fühnen, Gott zu versöhnen, opferte man.

Aber was brachte man dar? Gaben, die Erstlingsfrucht,
und Opfertiere, Schafe und Rinder, der Böcke und der Kälber
Blut. Diese Tiere ließen sich nur mit Widerstreben schlachten
und opfern und mußten wider ihren Willen bluten und bren⸗
nen. Diese Opfer hatten auch an sich keinen Wert. Sie konn⸗
ten, soweit sie selbst in Betracht kamen, auch nicht das kleinste
Vergehen gegen das Gesetz sühnen. Sie konnten und sollten
nur hinweisen auf das eine große Opfer, das der verheißene
Messias darbringen sollte, wenn die Zeit erfüllt sein würde.
Sie hatten nur Kraft wegen des einen zukünftigen Opfers,
das sie abbildeten und vorbildeten, und nur für die Zeit, bis
daß das Lamm käme, das es übernommen hatte, die Sünden
der Welt zu tragen und zu sühnen, der Priester, der das große
Weltopfer leisten wollte und sollte.

Dieses Opfer hat Christus dem Zorne Gottes dargebracht.
Er hat die Sünden der Welt geopfert an seinem Leibe auf dem
Holz. Er war Priester und Opferlamm in einer Person.
Er opferte und ward geopfert zu gleicher Zeit.

Ja, das war ein Opfer — ein ganz anderes Opfer als
die Opfer der Priester des Alten Bundes. Während sie für
jede einzelne Sünde ein oder gar mehrere blutige Opfer dar⸗
brachten und damit doch die Sünde nicht wirklich abtun konnten,
hat Christus mit seinem einen Opfer in Ewigkeit alle vollendet,
die geheiligt werden, und dem Zorn Gottes über die Sünden
aller Menschen, aller Orten und aller Zeiten genuggetan.

Welch ein Hoherpriester muß das sein, der ein solches Opfer
darbringen konnte! welch ein Opferlamm, das die Sünden
aller Welt tragen konnte! welch ein Opfer, das den unend⸗
lichen Zorn Gottes über die Sünden aller Welt zu sühnen
vermochte! Wie muß der Priester gearbeitet haben! Wie muß
das Lanim getragen und geduldet haben! Wie muß das Opfer
gebrannt haben, wie hell, wie heiß!

Ja, das war ein anderer Priester — nicht ein irdischer,
sondern ein Priester vom Himmel, einer aus der Gottheit selbst.
Das war ein anderes Opferlamm — nicht ein Tier, auch nicht
ein bloßer Mensch, sondern Gottes Sohn. Das war ein an⸗

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