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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. Februar 1907, Seite 59
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57½ —
I, und ich sahe tinen EngttA
lliegen mitten durch den
U immei, der hatte tin emig
Tvangelium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sißen
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechlern, und
Sprachen, und Völkern, und
sprach mit großher Slimmie:
Lürchter Holt, und gebel
inm dit Chre; denn die Stit⸗
fseines Gerichis ist hommen,
und betel an den. der gemachi
hat Himmcl, und Erde, und
Alter, und die Wasser⸗
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.
— — .
8
Zerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.
—
63. Jahrgang.
Ht. Louis, Mo., den 26. Februar 1907.
No. 5.
An die Hände des HErrn JEsu.
Nach den sieben lateinischen Passionssalven des heiligen Bernhard hat Paul
Gerhardt „sieben Lieder aun die Gliedmaßen des HErrn JEsu“ gedichtet. Zwei davon
sind in unser Gesangbuch aufgenommen: An die Füße des HErrn IEsu (No. 91) und:
An das Angesicht des HErrn JEsu (No. 84). Die fünf übrigen haben folgende Titel:
7
An die Kniee des HErrn IEsu, an die Hände, an die Seite, an die Brust, an das Herz
des HErrn IEsu.
Sei wohl gegrüßet, guter Hirt,
Und ihr, o heil'gen Hände,
Voll Rosen, die man preisen wird
Bis an des Himmels Ende.
Die Rosen, die
Ich mein' allhie,
Sind deine Mal' und Plagen,
Die dir am End'
In deine Händ'
Am Kreuze sind geschlagen.
Du zahlst mit beiden Händen dar
Die edlen roten Gulden
Und bringst die ganze Menschenschar
Dadurch aus allen Schulden.
Ach! laß von mir,
O Liebster, dir
Die Hände herzlich drücken
Und mit dem Blut,
Das mir zu gut
Vergossen, mich erquicken.
Daneben geb'
Und also bleib'
Ich, weil ich leb',
In diese deine Hände
Herz, Seel' und Leib
Wie freundlich tust du dich doch zu
Und greifst mit beiden Armen
Nach aller Welt in Lieb' und Ruh',
Uns ewig zu erwarmen.
Ach! HErr, sieh hier,
Mit was Begier
Ich Armer zu dir trete!
Sei mir bereit
Und gib mir Frend'
Und Trost, darum ich bete.
Zeuch allen meinen Geist und Sinn
Nach dir und deiner Höhe;
Gib, daß mein Herz nur immerhin
Nach deinem Kreuze stehe,
Ja, daß ich mich
Selbst williglich
Mit dir ans Kreuze binde
Und mehr und mehr
Töt' und zerstör!
In mir des Fleisches Sünde.
Ich herz' und küsse wiederum
Aus rechtem treuen Herzen,
HErr, deine Händ', und sage Ruhm
Und Dank für ihre Schmerzen.
Ich dein bis an mein Ende.
Rechte Betrachtung des Leidens Christi.
Mir hast du Arbeit gemacht in deinen
Sünden und hast mir Mühe gemacht in dei⸗
nen Missetaten. Ich, ich tilge deine Über⸗
tretung um meinetwillen und gedenke deiner
Sün den nicht. Jes. 43, 24. 25.
Die bedenken das Leiden recht, die es also ansehen, daß sie
herzlich davor erschrecken und deren Gewissen gleich in ein Ver—
zagen sinkt. Das Erschrecken soll daher konnnen, daß du den
gestrengen Zorn und unwandelbaren Ernst Gottes über die
Sünde und die Sünder siehst, da er auch seinem eigenen aller⸗
liebsten Sohn nicht die Sünder hat losgeben wollen, er täte denn
für sie eine solche schwere Buße, Jes. 53, 8.
Bilde dir tief ein und zweifle gar nicht, du seiest es, der
also Christum martert; denn deine Sünden haben's gewiß⸗
lich getan. Die Juden, wiewohl sie nun Gott gerichtet und ver—
trieben hat, sind doch deiner Sünde Diener gewesen, und
du bist es wahrhaftig, der durch deine Sünde den Sohn
Gottes erwürget und gekreuzigt hat. Darum siehe, wo den
SErrn Christus ein Dorn sticht, sollten dich billig mehr denn
hunderttausend Dornen stechen. Wo Christo ein Nagel seine
Hände oder Füße durchmartert, solltest du ewig solche und noch
ärgere Nägel erleiden, wie denn auch denen geschehen wird, die
Christi Leiden an ihnen verloren werden lassen. In diesem
Punkt muß man sich gar wohl üben, denn fast der ganze Nutz
des Leidens Christi ist daran gelegen, daß der Mensch zu seiner
selbst Erkenntnis komme und vor sich selbst erschrecke und zer⸗
schlagen werde; und wo der Mensch nicht dahin kommt, ist ihm
das Leiden Christi noch nicht recht nutz worden.
Wenn nun der Mensch also seiner Sünde gewahr worden
und ganz erschreckt in ihm selbst ist, muß man achthaben, daß
die Sünde nicht also im Gewissen bleibe, denn es würde ge⸗
wiß eitel Verzweifeln daraus; sondern gleichwie sie aus Christo
geflossen und erkannt worden sind, so muß man sie wieder auf
ihn schütten. Dann wirfst du aber deine Sünden von dir auf
Christum, wenn du festiglich glaubst, daß seine Wunden und
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