Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 23 › Seite 362
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. November 1907, Seite 362
Scan: Internet Archive item DerLutheraner63_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Bibliſche Geſchichte
162 .———
Agyptische Plagen.
Was hat nicht schon der Unglaube über die Erzählungen
der Bibel von den ägyptischen Plagen gespottet! Und nun zeigt
es sich, daß ähnliche Plagen in Afrika bis auf den heutigen Tag
vorkommen. Der Pariser Missionar Coillard hat vor einigen
Jahren die Stadt des Königs Lewanika am mittleren Sambesi
in Südostafrika besucht. Dort hatte er unter allerhand Plagen
zu leiden; in einem seiner Briefe findet sich folgende Stelle:
„Gegenwärtig wimmelt es hier von Fröschen; es ist, als ob sie
einander herbestellt hätten. Sie sind überall, auf dem Zimmer⸗
boden, an den Mauern, am Dache, sie fallen einem auf den Kopf,
ins Bett, auf den Tisch, in die Teller und Tassen. Während ich
dies schreibe, krabbeln sie auf meinem Schreibtisch herum, und
wenn ich sie wegscheuche, sitzen im Nu ein Dutzend andere da;
einer sitzt mitten auf dem Tintenfaß. Schon fangen einzelne zu
quaken an; sie stimmen ihre Instrumente für den Abend, und
ich weiß, welches Konzert meiner wartet. Es ist ein fürchterliches
Vergnügen; der König Lewanika hat seine Trommeln, und ich
habe meine Frösche.“ Nun vergleiche damit 2 Mos. 8,. 1—6.
Stinumt das nicht fast wörtlich?
—— — ͤTPͤ ———
Todesanzeige.
Wieder hat der HErr einen noch jungen Arbeiter in seinem
Weinberge heimgerufen. Am 21. Oktober entschlief zu Macon
City, Mo., P. Klaus Schröder im Glauben an seinen Hei⸗
land. Er war geboren am 31. Januar 1870 in Minstede, Amt
Brentervörde, Provinz Hannover. In früher Kindhert zag er mit
seinen Eltern, Gerhard und Katharina Schröder, in dieses Land,
nach Concordia, Mo. Nach seiner Konfirmation entschloß sich der
frommie und begabte Knabe zur Vorbereitung auf das heilige Pre⸗
digtamt. Er studierte auf unsern Anstalten in Concordia, Fort
Wahyne und Springfield. Im August des Jahres 1893 trat er zu
Sterling, Nebr., in den Dienst der Kirche. Etwa ein Jahr später
wurde er nach Clayton, Ill., berufen. Sechs Jahre lang bediente
er diese Gemeinde und zwei Jahre auch die Filiale Burton. Im
September des Jahres 1900 nahm er einen Beruf von der Ge⸗
meinde in Macon City, Mo., an. Hier und namentlich auch in
der von ihm gesammelten Filiale bei Hoffnungsberg arbeitete er
in reichem Segen. Er war ein eifriger Missionar, ein treuer
Seelsorger und ein waruier Freund der Gemeindeschule, die er
selbst hielt. Am 19. Juni 1896 war er mit Kunigunde Will
aus St. Louis in den heiligen Ehestand getreten. Seine Ehe war
mit sechs Kindern gesegnet, von denen der Heiland eins schon in
seinen Himmel genommen hat. — Vor etlichen Wochen erkrankte
P. Schröder an einem Magen⸗ und Unterleibsleiden. Während
die Synodalen des Westlichen Distrikts sich anschickten zur Reise
nach St. Louis zur Synode, schickte er sich an zur Reise nach der
herrlichen Synode droben. Sein Krankenbett war ein hartes, aber
ein erbauliches. Als er sein Ende herannahen fühlte, versammelte
er die Seinen um sein Sterbelager, nahm von allen einzeln Ab⸗
schied und segnete sie. Auch die Vorsteher der Gemeinde ließ er
kommen, ermahnte und segnete sie. Herbeieilende Amtsbrüder
reichten ihm Trost und Erquickung dar durch Wort und Sakra⸗
ment. Fröhlich bekannte er seinen Glauben an den Heiland, den
er gepredigt hatte. Die Anwesenden bat er, seine Lieblingslieder
zu singen. Als sie ihm den Vers vorgesungen hatten: „Ich habe
nun den Grund gefunden“, sagte er: „Deu Grund habe ich ge⸗
funden. Ist Gott für mich, wer mag wider mich sein?“ Dies
war sein letztes Wort. Sanft und stille schlief er ein. Sein Alter
brachte er auf 37 Jahre, 8 Monate und 21 Tage. Er hinterläßt
seine betrübte Witwe, 5 Kinder und andere Verwandte. Der
versammelten Synode wurde sein Tod mitgeteilt, und diese tat
in geeigneter Weise ihre Teilnahme kund. — Am 23. Oktober
wurde in Macon City ein Trauergottesdienst abgehalten. Im
Hause amtierte P. Vatthauer. In der Kirche predigte P. Th.
Walz von Quincy, Ill., deutsch über Röm. 8, 31, und P. W. Haller⸗
berg jun. von Quinch hielt eine Predigt in englischer Sprache
über Ps. 103, 15—18. P. H. J. Frey von Palmyra, Mo., sprach
zum Schluß ein Gebet. Dann wurde die Leiche nach St. Louis
übergeführt, und hier fand am 24. Oktober das Begräbnis statt.
Im Trauerhause amtierte P. Jul. Hamm. Amtsbrüder aus der
Konferenz des Entschlafenen waren Träger. In der St. Pauls⸗
kirche hielt der eine deutsche Predigt über 1 Mos.
48, 21. P. C. Dreives predigte in englischer Sprache über
Joh. 12, 26, und 1. J. H. Witte jun. schilderte kurz den Lebens⸗
lauf des Vollendeten. Am Grabe amtierte P. H. W. Rabe und
hielt dabei eine Rede über 2 Sam. 1, 26 a. H. Meyer.
—— — — —
Neue Drucksachen.
South Dakota-⸗Distritts der Deutschen
St. Louis,
88 Seiten
Zweiter Synodalbericht des
Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St.
Mo. Concordia Publishing House. 1907.
5 %½%8½. Preis: 18 Cts.
Der große, gewaltige Unterschied zwischen der Lehre der evangelisch—
lutherischen Kirche und der römischen Papstkirche bildet den Gegenstand der
ansführlichen Lehrverhandlungen dieses jungen, neugebildeten Distrikts.
Bei seiner nächsten Tagung will er vom Lehrunterschied der lutherischen
und der reformierten Kirche handeln. Sich in der Lehre fest und allein auf
Gottes Wort zu gründen und sich dabei des Gegensatzes recht bewußt zu
werden, in dem wir zu allen falschen Kirchen oder Sekten stehen, das ist
gewiß der Weg für einen neuen Distrikt zu innerer Stärtung und Er⸗
baunng. Wie der Distrikt auch äußerlich im Wachstum begriffen ist, zeigen
die Geschäftsverhandlungen, S. 69—78. Gewiß wird der Bericht nur
ini Distrikt selbst viel und mit Nutzen gelesen werden.
Erster Synodalbericht des Atlantischen Distrikts der Deutschen
Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. St. Louis,
Mo. COoncordia Publishing IIousc. 1907. 56 Seiten
5 ½ 8. Preis: 12 Ets.
Dieser Bericht behandelt nach einer Synodalrede, die wie eine Fanfare
wirkt, das wichtige Kapitel von der Kirchenvisitation (S. 9—21)).
Da wird denn erst die Aufgabe der Kirchenvisitation erörtert und die Art
und Weise, wie sie anzustellen sei; dann ihre Notwendigkeit.
zeigt, welch guten Schriftgrund Visitationen haben, und daß unsere Synode,
indem sie Kirchenvisitationen anordnete, damit nicht bloß in die Fußtapfen
der Apostel trat, sondern auch dem Vorbild unserer lutherischen Väter im
Glauben von der Reformationszeit her folgte. Von großem Interesse sind
auch die Schlußbemerkungen auf Seite 20 und 21, in welchen unter anderm
auch auf die Frage geantwortet wird, was zu tun sei, wenn ein
Pastor oder eine Gemeinde sich weigert, den Besuch
des Visitators zu empfangen. — Geschäftsverhandlungen und
die Inkorporationsakte des neuen Distrikts bilden den Rest des Berichts.
K.
Liturgische Feier zur heiligen Christnacht. Von Joh. Schlerf.
Vierte, revidierte Auflage. 16 Seiten 4½ 46 ½. Zu be⸗
ziehen vom Verfasser, 415 24 ½ Str., Milwaukee, Wis.,
oder vom Concordia Publishing House, St. Louis, Mo.
Preis: 5 Cts.; Dutzendpreis: 50 Cts.; Hundertpreis:
52.50 und Porto.
Beiblatt zur Liturgischen Feier, die Lieder enthaltend, welche von
der Gemeinde zu singen sind. Preis: 100 Exemplare
75 Cts.; 500: 52.00 portofrei.
Wir haben letztes Jahr diese Liturgie als eine der besten uns bekannt
gewordenen empfohlen und können diese Empfehlung nur wiederholen, um
so mehr, als noch zwei passende Wechselgesänge eingefügt, dagegen Ein⸗
leitung und Schluß der früheren Ausgaben weggelassen sind. Wir unter⸗
schreiben namentlich auch die Bemerkung des Verfassers unter den „Er⸗
Es wird ge⸗
den,
16
Büc
Ka:
neu
Ver
Jal
gefi
in e
Bil
für
Zw
ter⸗
in
in
⁰
English translation
Not yet translated.