Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 65, Nummer 22 › Seite 345
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. November 1909, Seite 345
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Luther 4 · Papfſttum · Papſttum · Papſttum 9 · Papſttum 12
8Der „DutheranedSs
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u
er Essen und Trinken und Schlafen darüber vergaß, ja selbst des
Rufens und Klopfens der Hausgenossen nicht achtete, bis sie in
ihrer Angst die Tür einstießen. Und auch dann blieb er noch
stundenlang im Geist abwesend, mit seinen Gedanken in ferne Ge⸗
biete entrückt, wohin ihm niemand folgen konnte. Einmal saß
er zwei Tage lang unbeweglich in seinem Stuhle, die Bibel auf
den Knieen, und sann den Geheimmissen Gottes nach und erwachte
erst aus seinem Brüten, als seine zum Tode erschrockene Gattin
ihn an der Schulter faßte und laut weinte.
Zu solch tagelangem Sinnen hat unser Geschlecht keine Zeit
mehr; es ist auch nicht jedermanns Ding. Aber das ist unsere
Sache, im rechten Glauben einem Luther nach ohne Unterlaß zu
beten, das Wort fleißig zu studieren und gegen Teufel, Welt und
Fleisch zu kämpfen.
Päpstliche Urteile über den Protestantismus.
Pius IX. bezeichnete im Jahre 1875 in einer Ansprache an
die römischen Fastenprediger die protestantischen Kirchen Roms
als das größere übel gegenüber den Hunderten von schlechten, im
Dienste der Unzucht stehenden Häusern daselbst.
Leo XIII. schrieb als Kardinalerzbischof von Perugia in
einem Hirtenbriefe: „Man will euren Sinn verderben mit dem
pestilenzialischsten Irrtum aller Irrtümer, mit dem Protestantis⸗
mus. Dieses dumme, wetterwendische System ist hervorgegangen
aus übermut und Gottlosigkeit.“
Im Jahre 1879 entrüstete Leo XIII. sich als Papst gegen
die „Unverschämtheit sondergleichen“, mit welcher protestantische
Schulen fast bis vor die Tore des Vatikans errichtet würden. Die
zarten Gemüter der Kinder würden darin mit „abscheulichen Irr⸗
lehren“ getränkt, deren „sittenverderbliche und gemeinschädliche
Einwirkungen“ keiner weiteren Ausführung bedürften. Kurz
vorher hatte er die Reformation in einer Enzyklika über den
Sozialismus eine „todbringende Pest“ genannt. 1881 wieder⸗
holte er diese unerhörten Beschuldigungen und bezeichnete den
Protestantismus als OQuelle aller unchristlichen Systeme der Zeit,
des Pantheismus, Materialismus, Nihilismus ꝛc. In seiner
Missions⸗Enzyklika vom 3. Dezember 1880 werden die evange⸗
lischen Missionare als „Männer voller Trug“ bezeichnet, die die
Herrschaft des Reiches der Finsternis zu verbreiten bestrebt seien.
In der Canisius⸗Enzyklika nannte er die Reformatoren Rebellen
gegen Gott und den Protestantismus das unheimliche Gift, das
die Völker durchseucht und zugrunde richtet. Die Reformation
habe die bereits sehr weit verbreitete Unsittlichkeit ins Maßlose
gesteigert.
Nach dem neuen Katechismus der christlichen Lehre des gegen⸗
wärtigen Papstes Pius X. ist der Protestantismus die „Summe
aller Ketzereien, die je gewesen sind, noch bestehen oder in Zukunft
sich bilden werden, um die Seelen zu verderben“. „Gegenwärtig
bedeutet der Protestantismus nicht mehr einen gemeinsamen, weit⸗
berbreiteten Glauben, sondern birgt in sich das monströseste Sam⸗
melsurium privater und individueller Irrtümer, faßt alle Sekten
in sich zusammen und vertritt alle Formen der Auflehnung gegen
die katholische Kirche.“
Das ist deutlich genug geredet.
Das Grundübel im Papsttum.
Alles, was da kommt voni Papst, das schreit: Gib, gib!
Tust du es nicht, so bist du des Teufels. Es wär' eine geringe
Sache, wenn man allein brandschatzte die Leute. Aber das ist
leider das größte übel, das in der Welt sein mag, daß man die
Leute dahin richtet, daß leibliche Werke können selig oder fromm
machen. (Luther.)
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cordia⸗Gottesacker christlich zur Erde bestattet.
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Todesanzeige.
Lehrer emer. Karl Stedingk ist am 18. Oktober in
St. Louis, Mo., im Alter von 62 Jahren, 10 Monaten und
16 Tagen am Herzschlag fein sanft und stille im Glauben an sei⸗
nen Heiland entschlafen und wurde am 20. Oktober auf dem Con⸗
Der Entschlafene
stand 38 Jahre an der Schule der Gemeinde in der Horse
Prairie, Ill., und war vor fünf Jahren in den Ruhestand ge⸗
treten. Er hinterläßt seine trauernde Gattin, geb. Schrieber,
5 Söhne und 6 Enkel. Rich. Kretzschmar.
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Neue Drucksachen.
Unterscheidungslehren der hauptsächlichsten sich lutherisch nennen—
den Synoden, sowie der namhaftesten Sektenkirchen in den
Vereinigten Staaten von Nordamerika. Von T. Joh.
Große. Vierte Auflage. St. Louis, Mo. Concordia
Publishing House. 1909. 176 Seiten, Kleinoktav.
Preis: 40 Cts.
Dieses ursprünglich im Auftrag der Nord-Illinois-Pastoraltonferenz
zusammengestellte Büchlein tritt jetzt zum vierten Male seinen Weg an.
Es ist revidiert und von dem Herrn Verfasser nicht unwesentlich vermehrt
worden. Ein langer Abschnitt über die katholische Kirche ist hinzugefügt
(S. 69—95), desgleichen kürzere Absätze über die Adventisten, Irvingianer,
die Heilsarmee, die Spiritisten und Christian Seientists. Da nach der
neuen Auflage seit langem ein starkes Verlangen rege war, so werden sich
auch ohne unsere besondere Empfehlung viele Hände nach dem Büchlein
ausstrecken, dessen Vorrede sein Verfasser mit dem Votum schließt: „Gott
der Heilige Geist erleuchte und regiere dich, lieber Leser, daß du Wyorbeit
und Irrtum wohl unterscheiden lernest!“
Der Ev.⸗Luth. Hausfreund. Kalender auf das Jahr 1910.
Herausgegeben von O. H. Th. Willkomm. 26. Jahr⸗
gang. Zwickau. Druck und Verlag von J. Herrmann.
102 Seiten 57½8½. Preis: 15 Cts.
Wiederholt haben wir in deutschländischen Blättern, die mit uns sonst
keine Berührung haben, die wärmsten Empfehlungen dieses freikirchlichen
Kalenders gelesen. Wir können auch dieses Jahr in solches Lob nur ein⸗
stimmen. Wir weisen besonders auf den Hauptartikel hin: „Was will aus
dem Kinde werden?“ in dem von Kindersegen, von Taufe, Taufnamen,
Taufpaten, Taufschmaus, Kindespflege und Kindeserziehung gehandelt
wird. Außerdem findet sich noch ein längerer interessanter Artikel: „Altes
Testament und alter Orient“, in dem Kalender, und mancherlei kürzere Er⸗
zählungen, Gedichte und Bilder, die alt und jung belehren und erfreuen
können. L. F.
Ordination und Einführungen.
Im Auftrag des betreffenden Distriktspräses wurde ordiniert:
Am 18. Sonnt. n. Trin.: Kand. Alwin Wahl in der Christus⸗
kirche zu Chicago, Ill., unter Assistenz der PP. Wagner, Fülling und Eggert
von P. E. Werfelmann.
Im Auftrag der betreffenden Distriktspräsides wurden eingeführt:
Am 14. Sonnt. n. Trin.: P. G. W. Steinmeyer in der Ge⸗
meinde bei und in Avon, S. Dak., von P. K. Rudolph. — P. J. Klein⸗
hans in der Gemeinde zu Staunton, Ill., unter Assistenz der PP. Andreä
und Hansen von P. C. Abel.
Am 16. Sonnt. n. Trin.: P. G. Steinert in der St. Matthäus⸗
gemeinde zu West Hoboken, N. J., unter Assistenz P. Frankes von P. J. H.
Volk. — P. V. Geist in der Gemeinde zu Waterbury, Conn., unter Assi⸗
stenz P. Kretzmanns von P. O. Düssel. — P. H. König in der Gemeinde
an der Ridge Road, N. D., und am Sonntag darauf in der Gemeinde zu
New Fane, N. V., von P. H. Löber.
Am 18. Sonnt. n. Trin.: P. Au g. C. Barz in der St. Johannes⸗
gemeinde zu Middletown, Conn., unter Asfistenz P. Steeges von P. S. F.
Glaser. — P. Th. Heine in der St. Johannisgemeinde zu Elizabeth,
Minn., unter Assistenz P. Feiertags von P. G. Grabarkewitz. — P. B. O.
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