Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 4 › Seite 60

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 20. Februar 1912, Seite 60

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8er V„DutheranebS

Todesanzeige.

Am 4. Januar starb zu Elgin, Ill., Prof. em. Ernst
Homann. Neunundzwanzig Jahre, fast ein Menschenalter, hat
der Entschlafene seine ganzen Kräfte dem Musik⸗ und Gesang⸗
unterricht an unserm Lehrerseminar in Addison gewidmet. Er
war einer unserer besten Kenner der Kirchenmusik, und sein Be⸗
streben war, bei seinen Schülern den Sinn für Kirchenmusik zu
wecken und zu pflegen. Insonderheit zierte den Entschlafenen
eine große Demut und Bescheidenheit; er war weit davon ent⸗
fernt, mit seinen Gaben glänzen zu wollen; er wollte nichts sein
als ein schwaches Werkzeug der Gnade Gottes. Durch seinen
Dienst wollte er nur dazu beitragen, daß durch die edle Musik
und durch den Gesang der große Gott verherrlicht und gepriesen
würde. — Der Entschlafene wurde geboren am 25. April 1851
zu Linden bei Hannover. Seinen Elementarunterricht erhielt er
durch einen Privatlehrer; dann besuchte er das Gymnasium in
Hannover. Seine musikalische Ausbildung genoß er in dem Kon⸗
servatorium zu Wien. Im Jahre 1872 kam er, durch P. Brunn
angeregt, nach St. Louis und trat in unser Predigerseminar ein.
Nach kurzer Zeit nötigte ihn eine Krankheit, die auch seine Mittel
erschöpfte, das Studium aufzugeben. Durch Musikunterricht ge⸗
wann er längere Zeit seinen Lebensunterhalt. Doch wurde er
bald durch eine Schulpredigt P. Brauers bewogen, nach Addison
zu gehen. Hier studierte er zwei Jahre und erhielt einen Beruf
nach Rondout, N. Y. Nach zivei Jahren nahm er einen Beruf
an P. Hölters Gemeinde in Chicago an, wo er drei Jahre wirkte.
Im August 1881 folgte er einem Berufe an das Lehrerseminar
in Addison und war an dieser Anstalt bis Weihnachten 1910
tätig. Da er schon monatelang kränkelte, gab ihm die Aufsichts⸗
behörde einen längeren Urlaub. Nach einigen Monaten jedoch
stellte es sich heraus, daß er nie wieder so erstarken werde, daß
er seine Arbeit werde voll verrichten können. Im Mai 1911
wurde er darum von der Synode in den Ruhestand versetzt. Im
Juli zog er nach Elgin. Hier war er stets leidend, und seine
Kräfte nahmen immer mehr ab. Seinem Wunsche gemäß wurde
sein Leichnam nach Addison übergeführt. In der Kirche amtierten
P. Kowert und der Unterzeichnete. Infolge der grimmigen Kälte

waren leider viele Auswärtige verhindert, an der Leichenfeier
teilzunehmen. — Sein müder Leib ruht auf dem Gottesacker
der St. Paulsgemeinde, seine Seele aber singt schon jetzt „das
Hosianna feine“.
Kinder.

Seinen Tod betrauern seine Witwe und sechs

A. Pf.

neue Drucksachen.

Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Musikalien, Bilder usw. können
durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerten, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.

LEVTLN PREAPERS. From „Meditations and Contemplations on
the Sufferings of our Lord and Savior Jesus Christ,“ by J. V.
Rambach. Compiled by Kev. N. W. Huebsch. St. Louis, Mo.
Concordia Publishing House. 1912. 40 Seiten 5X7, in Lein⸗
wand mit Goldtitel gebunden. Preis: 35 Cts.

Zu den guten, trefflichen Erbauungsbüchern unserer Kirche gehören die
Passionsbetrachtungen Rambachs, die auch in neuerer Zeit wieder aufgelegt
worden sind und schon viel Tausenden reichen Segen gebracht haben. Aus
diesem Werke sind die vorliegenden Passionsgebete genommen, die sich schön
für die Hausandacht verwerten lassen, nachdem man einen Abschnitt der
Leidensgeschichte aus der Bibel oder aus der bekannten Zusammenstellung
der vier Evangelisten gelesen hat. Deshalb sind auch die Gebete nach den
dort enthaltenen fünf Lektionen geordnet. Auf der regelmäßigen Haus⸗
andacht liegt ein großer Segen, ganz besonders auf der fleißigen Passions⸗
andacht. L. F.

7HE LAST TEINGS, or Death and the Future Life. By Rer. George
7. Cooperrider, 1036 E. Main St., Columbus, O. 210 Seiten
58, in Leinwand mit Gold- und Deckeltitel gebunden. Preis:
75 Cts., mit Porto 85 Cts.

Es ist ein ernstes Buch, wie schon der Titel anzeigt, für ernste Leser.
Die Lehre von den letzten Dingen wird dargelegt und alte und neue Irr⸗
tümer, wie der römische vom Fegfeuer und der moderne von einem Zwischen⸗
zustand zwischen Himmel und Hölle und einem Verkehr mit der Geister⸗
welt, werden zurückgewiesen und widerlegt. Dabei ist die Sprache nicht
theologisch gelehrt, sondern schlicht und einfach und doch edel. L. F.

Verhandlungen der Ev.⸗-Luth. Wohltätigkeitskonferenz zu Fort
Wayne vom I. bis zum 3. August 1911. 12 Seiten 9412. Zu
beziehen von A. Freese, 618 Creighton St., Fort Wayne, Ind.
Preis: 10 Cts.

Auf dieser Konferenz, zu der die verschiedenen Wohltätigkeitsanstalten

im Kreis unserer Synode, Waisenhäuser, Hospitäler, Kinderfreundgesell⸗

schaften und andere, Vertreter senden, wurde diesmal besonders über weib⸗

liche Diakonie gehandelt, und die Thesen darüber, von P. Herzberger ge—
slellt, mit kurzer Ausführung, bilden den Hauptinhalt dieses Berichts.

Daß die Aus bildung und Anstellung von weiblichen Gehilfen in der

Armen⸗ und Krankenpflege mit sorgfältiger Vermeidung alles Römischen

und Schwärmerischen, wie hier dargelegt wird, in Gemeinden und Missio⸗

nen von großem Nutzen und Segen sein kann, ist auch unsere überzeugung,

und wir empfehlen diesen Bericht allen, die sich einmal mit dieser Frage

befassen wollen. L. F.

Jaalahn. Die Geschichte einer Indianerliebe von Gustav Harders.
Mit 7 Illustrationen. Dritte Auflage. Hamburg. Agentur des
Rauhen Hauses. 271 Seiten 57, schön gebunden. Preis: 51.00.

Was das Buch will, sagt der wohlbekannte Verfasser, der unermüdliche
Indianermissionar der Wisconsinsynode in Arizona, in einem Nachwort:
„Dies Buch möchte zunächst ein Bild aus dem heutigen Indianerlager in
Amerika geben. Sodann möchte es jenen Leuten, die für die Indianer als
schmutziges, faules, durch Trunk verkommenes Volk nichts übrig haben,
zeigen, daß ihre Ansicht, es sei daraus nichts zu machen, eine irrige, auf
Unkenntnis der Indianerart beruhende ist. Es möchte ihnen dies eigen⸗
artige Volk näher bringen und sie ertennen lassen, daß alle Zivilisations⸗
versuche, zumal solche, die zwangsweise durchgeführt werden, vergeblich sind,
wenn nicht Evangelisation vorangegangen ist oder wenigstens mit den
Zivilisationsbestrebungen Hand in Hand arbeitet. Die in der Erzählung
berichteten Begebenheiten beruhen fast ausschließlich auf Wahrheit, nur
daß, wie man das ja wohl gelegentlich tut, um ein Zeit- und Sittenbild
in Erzählungsform zu bieten, von verschiedenen Erlebtes, Gehörtes, Ge—
sehenes an einen Ort, in eine Zeit und auf einzelne Personen zusammen⸗
getragen ist.“ Wir haben das, Buch mit Interesse gelesen und können sagen.
daß es hält, was es verspricht. Auch bloß als Erzählung betrachtet, ist
dem Verfasser das Werk gut gelungen, und wir begreisen es, daß es überal
sehr günstig aufgenommen worden ist. L. F.

Was jeder von der Gesundheitspflege wissen muß. Hygienischer Weg⸗
weiser von Dr. Karl Seher. Berlin 1910. Verlag von M.
Warneck. 176 Seiten, in Leinwand mit Titel gebunden. Preis:
45 Cts.

Ein Handbuch, das nicht den Arzt ersetzen, auch nicht den Leser zn
allerlei Kurversuchen verleiten will, sondern in gesunden Tagen den Weg
zu einer vernünftigen Lebensweise, in kranken Tagen den der richtigen
Pflege und nur in Notfällen den der Selbsthilfe zeigen soll. Das Buch ist
von einem, wie wir aus andern Schriften wissen, christlich gesinnten Arzt
geschrieben, und wenn wir auch nicht alles unterschreiben können, so scheint
es uns doch im ganzen seinen Zweck recht wohl zu erfüllen. L. F.

VOHNHNHHH LhðsOVS IN GHNRHANV. By R. . Huebsch and
I. N. Nmitli. Smith & Co.. Boston, Mass. 160 Seiten 4½ 7.
In Leinwand mit Goldtitel gebunden. Preis: 60 Cts.

Dieser Leitfaden, um Kinder, die aus halb oder ganz englisch gewor⸗
denen Familien kommen, die deutsche Sprache zu lehren, erscheint uns recht
gut und praktisch, hat sich auch schon in Hochschulen und Volksschulen be—
währt, wie Zeugnisse von Lehrern besagen, die ihn gebraucht haben. Das
gut ausgestattete Buch ist wirklich Progressive“, führt den Schüler be—
ständig vorwärts, ohne die nötige Wiederholung zu unterlassen. Einer der
Verfasser ist ein Pastor unserer Synode. L. F.

Der Verlag für Volkskunst, Richard Keutel in Stuttgart, hat wie⸗
der einige Hefte herausgegeben, die durch ihre treffliche Wiedergabe der 1
Bilder in Farbendruck, ihre wertvollen Einleitungen und ihre geschickte“
Auswahl die Beachtung aller verdienen, die sich für neuere edle Kunst
interessieren. Zwei Hefte sind Ludwig Richter gewidmet, dem finnigen

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