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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. Dezember 1912, Seite 405

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Weihnacht 4

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Und ich sahe einen Engel

liegen mitten durch den E
Himmel, der hatte ein ewig

Evangclium zu uerkiindigen“
denen, die auf Erden sihen „
und wohnen, und allen Bei⸗
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Völkern, und
sprach mit grosser Stimme:
Lürchtei Golt, und gebei
ünn die Ehre; denn die Zeit. H
stines Serichts in ommen,
und betet an den, der gemacht
har Himmel, und Erde, und
Meer, und die Wasser⸗
brunnen. Ossh. Joh. 14, 6.7.
—

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HZerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.

68. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 24. Dezember 1912.

Nr. 26.

Fesftlied.

Uns, uns durchglänzt der Jakobsstrahl
Des Herzens dunkles Zimmer
Und wandelt es zum Spiegelsaal.
Wo bleibt da Sonnenschimmer!
Zu Bethlehem das teure Kind
Bereitet hold und lind
Freude,
Freude
Uns, seinem Hausgesind'.

Ein neues, schön'res Paradies
Hat Gott gepflanzt auf Erden!
Die arme Welt, ach! wüßte sie's,
Sie könnte fröhlich werden.
Nach Sün den hastet sie und Tand;
Das Best' im Erdenland,
Freude,
Freude,
Ist ihr ganz unbekannt.

Gott wird ein Mensch: o selig Band,

Das uns mit Gott verbindet!

O Wundernacht, die uns verwandt

Mit unserm Schöpfer findet!

O Welt, ergreif die Seligkeit,
Versäume nicht die Zeit!
Freude,

Freude,

Sie liegt auch dir bereit.
W. Schaller.

Gottes Brief bei seinem Weihnachtsgeschenk.

„Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.“
Tit. 2, 11.
„Werdet wie die Kinder“, sagt uns der Heiland. Dieser
Zuruf gilt uns auch gerade am Weihnachtsfeste, da er selbst
nicht nur wie ein Kind, sondern ein wirkliches Menschenkind
geworden ist. Ja, gebe Gott uns den rechten Kindessinn, daß
wir zu seiner Weihnachtsgabe uns so stellen wie liebe Kinder
zu den Gaben ihrer Eltern: sie hinnehmen und uns ihrer
freuen! Wohlan, so laßt euch sagen: Gott, euer Vater, hat
euch eine Bescherung veranstaltet, er will euch etwas Herrliches
geben, er ließ es sein Bestes kosten; er läßt euch alle einladen,
auch alle seine bösen Kinder sollen kommen und holen. Seine
Gabe liegt hier und sein Wort und Brief dabei, in dem er sagt,
was es ist, wem es vermeint ist und wozumes gut ist.

Es heißt in dem Brief: „Es ist erschienen die heilsame
Gnade Gottes.“ Das ist Gottes Geschenk; mit einem Wort!
seine Gnade. Gott sei ewig Dank, daß kein anderes Wort
dasteht für Gnade! Es steht nicht da: Es ist erschienen der
Zorn Gottes. Den hat Moses im Gesetz uns genugsam ge⸗
zeigt. Ja, den haben wir verdient. Aber davon sagt Gott
hier nichts: „Sein'n Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht
nach unsrer Schuld.“ Es heißt nicht: die Heiligkeit
und Gerechtigkeit Gottes. Wenn das dastünde, dann
würden wir schreien wie Israel am Sinai: Lies den Brief
ja nicht vor, laß Gott nicht mit uns reden; wir müßten sonst
sterben! Was Gerechtigkeit Gottes für den Sünder zu sagen
hat, das ist uns in der Buße klar geworden. Es ist ja be—
kannt, wie das Wort „Gerechtigkeit Gottes“ den armen Luther
im Kloster an den Rand der Verzweiflung brachte. Es heißt
auch nicht: Gott läßt euch armen Verlornen sein Mitleid
und Beileid ausdrücken. Was hülfe das? Beileid ist
eben beim Leid. Wo Beileid am Platze ist, da bleibt das
Leid. — Nein, ganz anders heißt es: die Gnade Gottes.
Gnade, das Gegenteil von Zorn, das Gegenteil von gerech—
tem Verdienst für den Sünder. Ja,

Wenn Gott nicht gnädig wär', wo blieb' ich dann?
Doch weil er gnädig ist, geht's himmelan.
„Bei dem SErrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm“,
Ps. 130, 7. „Setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade“,
1 Petr. 1, 13.
Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen
Das Herz des Vaters aufgetan,
Wenn's unter größter Angst und Schmerzen
Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann.
Wo nähm' ich oftmals Stärkung her,
Wenn Gnade nicht mein Anker wär'!
„Heilsame Gnade“, heilsame, helfende, rettende, seligmachende
Gnade; Gnade, die die Sünde vergibt, den Zorn wegnimmt,
den Himmel aufschließt.

„Gnade Gottes.“ Ja freilich, was nützt eines anderen

Gnade? Gott haben wir mit unsern Sünden beleidigt und

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