Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 2 › Seite 21

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. Januar 1913, Seite 21

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glanz seiner Liebe zu dir, die du erfahren hast. Und solche
Liebe wird dich mächtig bewegen, auch deinen Nächsten zu er—
wecken und zu stärken in und zu solchem Liebespreis Gottes
durch IEsinn Christunn. Denn Gott liebt ja auch deinen Näch—
sten wie dich.

Auch deinem Nächsten, wie dir, ist nahe kommen das Ende
aller Dinge. Auch dein Nächster, wie du, muß sich recht ver—
halten gegen Gott. Wie du, so muß auch dein Nächster Gott
preisen durch IJEsum Christum.

Ja, wenn du im Gebet Gott anrufst um Hilfe, um ewige
Hilfe, bei dem so nahen Ende aller Dinge, so preise Gott durch
IEsum Christum als den, der in Gnadenherrlichkeit strahlt und
allein mächtig ist zu helfen.

In allen Dingen sollst du Gott preisen durch IEsum
Christum.

O Christ, du kannst nicht anders! Wen, was willst du
preisen, wenn nicht Gott? Gott ist der allein Herrliche von
Ewigkeit zu Ewigkeit; ihm allein gebührt Ehre und Preis.
Gott ist der allein Mächtige und Gewaltige von Ewigkeit zu
Ewigkeit; ihm allein gebührt Ehre und Preis. Und durch
IEsinn Christum ist Gottes Herrlichkeit dir eine Gnadenherr—
lichkeit und Gottes Gewalt eine dir gnädig helfende Gewalt.
In allen Dingen preise — mußt, wirst du Gott preisen durch
IEsinn Christum.

Wer Gott nicht preist durch IZEsum Christum, der ist ganz
tot, geistlich tot, zeitlich und ewig tot.

Es ist nahe kommen das Ende aller Dinge!

Verhalte dich, Christ, so, daß in allen Dingen Gott ge—
priesen werde durch JEsum Christum, welchem sei Ehre und
Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. C. M. 3.

Der Stand unserer Kassen.

Der Unterzeichnete erlaubt sich, nach Rücksprache mit un—
„Lutheraner“ abgedrucktem Kassenbericht einige Bemerkungen
zu machen und kurz auf die Bedürfnisse unserer Allgemeinen
Synode für das nun begonnene Jahr hinzuweisen. Dies ge—
schieht im Einklang mit folgendem Synodalbeschluß: „Der
Allgemeine Präses in Verbindung mit dem Allgemeinen Kas—
sierer soll gehalten sein, jährlich zu ermitteln, welche Summe
etwa in dem betreffenden Jahre von den Gemeinden aufzu—
bringen ist, um den Hanshalt der Synode aufrechtzuerhalten.
Diese Summe soll anfangs eines jeden Jahres den Gemeinden
durch den „Lutheraner“ bekannt gegeben werden.“

1. Unsere Synodalkasse. Diese weist eine Schuld
anf von §57,099.31. Der Kassierer bittet alle unsere Gemein⸗
den und Predigtplätze, in Bälde, etwa zu Beginn der heiligen
Passiouszeit, eine Extrakollekte zu erheben, damit die Schuld
gelöscht wird. Für das Jahr 1913 gebrancht er wieder die—
selbe Summe wie im verflossenen Jahre: §150,000. Er hofft,
vom Ertrage des Concordia Publishing House §100,000 ziehen
zu können, da nun der von der Synode beschlöͤssene Anbau an
unsere Druckerei, der im letzten Jahre allerlei Ausgaben ver—
ursacht hat, fertiggestellt ist. Von den Gemeinden erbittet er
demnach für die laufenden Ausgaben §50,000. Alle Gemein—
den sollten die Synodalkasse so regelmäßig bedenken wie ihre
eigene Gehaltskasse, damit die vielen Prediger und Lehrer, die

imsere Gemeinden und Missionen jährlich nötig haben, ohne
Störung ausgebildet werden können.

2. Unsere Allgemeine Baukasse. Der Kassierer
teilte mir mit, daß der Stand dieser Kasse ein normaler sei.
Werden, die Gemeinden in diesem Jahre in der begonnenen
Weise dafür zu sammeln fortfahren, so werden am Schlusse
des Jahres die von der Synode bewilligten 5200,000 zusammen
sein. Ich füge hier einen Brief ein, der heute bei mir einlief.
Er lautet also: „Einliegend schicke ich Ihnen einen check für
52000.00. Die Hälfte können Sie für die Musikhalle ge—
brauchen und die andere Hälfte für die Seminargebände. Ich
gebe diese Süumme meiner alma mater aus dankbarem Herzen,
denn durch sie hat mich der gnädige Gott in seine rechtgläubige
Kirche geführt und hat mir auch die Grundlage zu den Kennt—
nissen gegeben, ein großes Geschäft zu führen. Mit herzlichem
Gruße Ihr ergebener J. N.“

3. Unsere Missionskassen. Unsere Allgemeine
Innere Missionskasse, aus der ja bekanntlich bedürftige Syno—
daldistrikte beim Betreiben ihrer Inneren Mission unterstützt
werden, hat rund P20,000 erhalten. Sie bedarf für 1913
die Summe von §25,000 bis 530,000.

Unserer Heidenmission konnte der Allgemeine Kassierer
830,000 überweisen. Ebendieselbe Summe wird dieses Jahr
nötig sein. Der in Indien unter viel Mühsalen ansgestreute
Same fängt nun an, mächtig zu keimen und aufzugehen. Die
Kollekten für das Bergheim sind, wie der Bericht zeigt, über
Bitten und Verstehen geflossen. ö

Brasilien hat gegen 530,000 verbrancht; 55000.00 wur⸗
den verwendet für das in Porto Alegre errichtete und bereits
eingeweihte Concordia-College. Im laufenden Jahre werden
525,000 nötig sein.

Unsere andern inländischen Missionen: Taubstummen—
mission, fremdsprachige Missionen, Indianermission, Juden—
mission und Emigrantenmissionen, haben die zu ihrem Werke
nötigen Gelder erhalten und gebrauchen 1913 dieselben Sum—
men, welche die Abrechnung des Kassierers für 1912 zeigen.

In bezug auf unsere ausländischen Missionen ist noch zu
erwähnen, daß es unsern Brüdern in Deutschland immer
schwieriger wird, ihr Predigtamt zu erhalten. Die für die
europäische Freikirche nötige Sunnne von 56000.00 muß daher
unser Kassierer regelmäßig ausbezahlen. Der Bericht des Kas—
sierers zeigt übrigens auch, daß die Brüder in der sächsischen
Freikirche sich fleißig durch Kollekten an unsern Missionen be—
teiligen.

Im ganzen sind im verflossenen Jahre durch die Hände
unsers Kassierers für die Geschäfte der Allgemeinen Synode
rund §5340,000 gegangen. Wir werden demnach 1913, da
wir eine Schuld von 568,000 haben, etwa §5400,000 bedürfen,
wovon §100,000 auf das Concordia Publishing House fallen
und §300,000 zu kollektieren wären.

Nun noch eine Schlußbemerkung. Wie ihr lieben Glieder
unserer Synode wißt, wohnt unser Allgemeiner Kassierer, Herr
J. F. Schuricht, der für alle diese Kassen zu sorgen hat, in
St. Louis. An dieser Stadt fließt jahrein, jahraus in breitem
und tiefem Bette der Mississippi vorbei. Der gewaltige Strom
verdankt seine Fülle all den vielen Nebenflüssen, Bächen und
Qnellen, die in seinem weiten Gebiete liegen und ihm jedes
Jahr treulich und regelmäßig ihr Wasser zuführen. Kein noch
so kleiner Bach in den Wiesen, kein noch so verborgener Quell

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