Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 2 › Seite 26
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. Januar 1913, Seite 26
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S Ver „„Tuthieraners
meinde zu Purcell und in Vincennes mit Predigen aus und unter⸗
richtete sein Großkind, das krankheitshalber die Gemeindeschule
nicht besuchen konnte. So hat er gewirkt im Reiche Gottes bis
an sein Ende. Wohin ihn Gott auch führte, immer war er darauf
bedacht, den Kindern in den Gemeinden einen christlichen Unter⸗
richt zuteil werden zu lassen, und er hat es sich auch nicht ver—
drießen lassen, bis in sein hohes Alter selbst Schule zu halten.
Einer seiner früheren Amtsnachbarn gibt ihm folgendes Zeug—
nis: „Als ich vor nun fünfzehn Jahren mit Vater Bauer be—
kannt wurde, und sooft ich mit ihm zusammentraf, zeigte er sich
stets als ein entschiedener, lebendiger Christ, der, wenn auch in
Schwachheit, seinem Glauben gemäß lebte. Den rechten Glauben
an seinen Heiland und dessen Wort bekannte er auch allezeit ohne
Menschenfurcht und ohne Ansehen der Person vor Freund und
Feind. Besonders strafte er auch die Sünde, wo immer sie ihm
entgegentrat. Dabei konnte er aber auch fein trösten und die
Sünder auf ihren Heiland hinweisen. Er war auch ein guter
Prediger.“ — Der Entschlafene verheiratete sich im Jahre 1853
mit Frl. Christine Behrens aus Friedheim, Ind., die ihm zwei
Söhne schenkte. Nach zehnjähriger Ehe starb seine Gattin.
Hierauf schloß er eine zweite Ehe mit der ihn überlebenden Witwe
Sophie, geb. Könemann, ebenfalls aus Friedheim, Ind., die ihm
48 Jahre als Gattin treu zur Seite gestanden und Freud' und
Leid redlich mit ihm geteilt und getragen hat. Außer seiner
Witwe hinterläßt er vier Söhne und zwei Töchter. Sein Alter
brachte er auf 81 Jahre, 10 Monate und 4 Tage. Am 29. No⸗
vember fand das Begräbnis statt. Im Hause amtierte P. P.
Clausen von Vincennes; er hielt eine Ansprache über Joh. 8, 51.
In der Kirche predigte sein Seelsorger, P. C. Holst, über 5 Mos.
34, 4—8, und eine Ansprache hielt der Unterzeichnete auf Grund
von Ps. 16, 6. Am Grabe amtierte P. J. H. Meyer von Horn—
ville. Außer den Genannten waren von seinen Amntsbrüdern noch
zugegen die Pastoren G. Mohr von Evansville und C. M. Colditz
von Cowling, Ill. — „Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort
Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem
Glauben nach“, Hebr. 18, . E. W. Heinicke.
Am 8. Januar entschlief im Glauben an seinen Heiland
P. August Schüßler. Der Entschlafene wurde am 29. August
1848 in St. Louis, Mo., geboren. Seine Eltern zogen bald
darauf nach Belleville, Ill. wo er die Gemeindeschule besuchte
und Ostern 1862 von P. Mangelsdorf konfirmiert wurde. Nach—
dem er unsere Anstalten in Fort Wayne und St. Louis besucht
hatte, bestand er 1871 sein Examen. Er verwaltete zuerst das
heilige Predigtamt einige Jahre in Ellisville, Mo., und Bon⸗
field, Ill., und folgte dann im Jahr 1878 einem Beruf an die
Gemeinde in Joliet, Ill. Dort hat er 35 Jahre lang bis an sein
Ende mit großem Segen im Weinberg des HErrn gearbeitet. Die
unter ihm erbaute prächtige Kirche und Schule zeugen von dem
Aufblühen der Gemeinde. Gottes Segen ruhte sichtbar auf seiner
treuen Amtsverwaltung. Bei seiner vielen Amtsarbeit hat er
fleißig studiert. Sonderlich waren es Luthers Schriften, die er
nächst der Heiligen Schrift fleißig mit der Feder in der Hand ge—
lesen hat. Am Danksagungstag 1912 hielt er seine letzte Predigt.
Sein Leiden, womit er schon einige Jahre heimgesucht war, ent—
wickelte sich zu Leberkrebs. Etwa drei Wochen lang währte sein
Krankenlager, bis am 8. Januar Gottes Stunde für ihn schlug.
Das Wort von der Gnade, das er sein Leben lang gepredigt hat,
war sein einziger Trost. Sein letztes Bekenntnis war: „Auf
den lutherischen Glauben, den ich immer gepredigt habe, ist gut
sterben. Aus Gnaden um JEsu willen selig.“ Auf diesen Glau⸗
ben ist er sanft und ruhig eingeschlafen. Die Beerdigung fand
unter großer Beteiligung der Gemeinde am 11. Januar in Joliet
statt. P. Albert Brauer predigte über Dan. 12, 13 und P. E. F.
Härtel in englischer Sprache über Luk. 2, 25—32. Der Ent—
schlafene brachte sein Alter auf 64 Jahre, 4 Monate und 10 Tage
und hinterläßt seine Witwe, sechs Söhne, eine Tochter und neun
Enkel. Dan. 12, 3. Fr. Brunn sen.
Lehrer August J. Schefft, geboren den 27. Februar
1851 in Karbow, Mecklenburg-Schwerin, konfirmiert im Jahre
1865 von P. J. H. Werfelmann, trat im letztgenannten Jahre
in das Lehrerseminar zu Addison ein. Im Jahre 1870 nahm er
den Beruf der St. Johannisgemeinde zu South Newburg, O., an.
Dieser Gemeinde diente er in ihrer Schule 41 Jahre lang in
reichem Segen. Im Frühjahr 1911 legte er sein Anit nieder.
Im Herbst 1912 wurde er schwer krank, und am 9. Dezember
nahm ihn Gott zu sich in die ewige Ruhe. Am 12. Dezember
fand der Leichengottesdienst statt, in dem Präses J. Wefel über
1 Kön. 19, 4 predigte. Der Unterzeichnete hielt eine kurze eng—
lische Rede über Luk. 2, 29—32 und predigte über 2 Tim. 4,
7. 8 in der Kirche. Der entseelte Leichnam wurde unter zahl⸗
reicher Beteiligung der Gemeinde sowie der Lehrerschaft Cleve⸗
lands zu Grabe getragen. Gott schenke uns viele Lehrer, die es
so treu meinen! H. C. Weidner.
———
Neue Drucksachen.
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nen durch das Concordia Publishing IIouse, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
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wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.
EVOHIRIDIOV. The Small Catechism of Dr. Martin Luther. Con⸗
cordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preis: Einzeln 1 Ct.;
das Hundert 80 Cts.; das Tausend 57.00. Porto immer extra.
(Einzelne Exemplare also 2 Cts. per Post.)
Jawohl, für einen Cent den ganzen Kleinen Katechismus Luthers
samt der Haustafel und den Fragestücken. Das ist gewiß billig genug.
Dieser als Traktat gedruckte Katechismus ist natürlich auf Massenverbrei⸗
tung berechnet. Und glücklich die Massen und die einzelnen, denen er in
die Hand gegeben wird, wenn sie ihn begierig lesen, fleißig lernen nud
gläubig ins Herz aufnehmen. Denn ein besseres Buch außer der Bibel
selbst gibt es nicht als den Kleinen Katechismus Luthers. Die Ausgabe
von einem Cent und auch mehreren Centen wage man getrost und gebe den
Katechismus Leuten in die Hand, die die lutherische Lehre nicht kennen,
aber kennen sollten! E. P.
Dreiunttzwanzigster Synodalbericht des Jowa-Distrikts der Deut⸗
schen Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. 1912. Con⸗
cordia Publishing House, St. Louis, Mo. 80 Seiten. Preis:
15 Cts.
Die Wanderung Israels nach dem Lande der Ver⸗
heißung wird in den Lehrverhandlungen dieses Berichts fortgesetzt,
und zwar in etwas beschleunigterem Tempo, so daß zu erwarten steht,
daß die Verhandlungen — auch die Rastplätze der Delegatensynoden mit
eingerechnet — doch nicht ganz so lange dauern werden wie das historische
Ereignis selbst, welches sie beschreiben. Durchs Rote Meer und über Mara
und Elim bis hin zum Sinai begleitet uns der Referent, I'. C. Runge,
diesmal. Die Einwände alten und neuen Unglaubens gegen die Glaub⸗
würdigkeit der biblischen Erzählung weist er oft tressend und immer sehr
entschieden zurück und lehrt überall erkennen, daß Gottes Werk und Wege
richtig sind und ihren Fortgang haben müssen, auch wenn sich viel mensch⸗
liche Versündigung dazwischenlegt. So bietet der Synodalbericht eine
wirklich erbauliche Lektüre. K.
Die Reformation nicht ein übel, sondern der größte Segen für
Kirche und Staat. Von F. Pieper. Concordia Publishing
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IHE PRIVCIDLEN OF PHEOμρεανTIIUH. By William Dallmann.
Derselbe Verlag. Je vier Seiten. Preis: Je 2 Cts.; das Dutzend
je 10 Cts.; das Hundert (auch gemischt) je 50 Cts.
Diese beiden Neden wurden bei Gelegenheit einer gemeinschaftlichen
Feier des Reformationsfestes gehalten. Wer sie gehört hat, wird sie gern
noch einmal für sich durchlesen. Wer sie nicht gehört hat, wird es um so
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