Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 2 › Seite 24
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. Januar 1913, Seite 24
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Staatsſchule 2 · Taufe 17
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Lust an dem HErrn! Es gehe dir und deinen Kindern das eine,
was not tut, über alles! Es sei uns um eine wahrhaft christliche
Erziehung zu tun, um unsere eigene und um unserer Kinder Be—
kehrung zu dem lebendigen Gott; dann, wenn wir durch Gottes
Wort und Geist regiert werden und uns ihm je länger, je mehr
unterwerfen“, kann es nicht ausbleiben, daß die Kirche erhalten
wird und sich mehrt und ausbreitet — und alsdann ist auch die
Gemeindeschulfrage richtig gelöst.“ — Wir wollen „Bibel, Got—
tes Wort und Bekenntnis“, wir wollen das Heil unserer Kinder
und das Wohl der Kirche. Und darum wollen wir so „die Ge—
meindeschulfrage richtig lösen“, daß wir unsere Schulen immer
lieber gewinnen und immer besser pflegen. E. P.
Was religionslose Schulen für ein Volk bedeuten, hat ein
Franzose namens Villeh in seinem Buche „Die Gefahren, die dem
französischen Volke drohen“ dargetan. Frankreich hat ganz reli⸗
gionslose Schulen. In Büchern, die jungen Kindern in die Hand
gegeben werden, werden solche Dinge ausgesprochen: „Man kann
nicht wissenschaftlich beweisen, daß es ein Leben nach dem Tode
gibt, in dem die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden;
man kann gar nicht nachweisen, ob es einen Gott gibt oder nicht.“
Da sagt Villey: „Da hilft keine Sophisterei über den einfachen
Schluß hinweg: Wenn es keinen Gott gibt, dann gibt es auch kein
göttliches Gesetz. Da ist dann zwischen gut und böse kein Unter⸗
schied, und die einzige Regel für das Leben ist dann, allen seinen
Lüsten und Begierden freien Lauf zu lassen.“ Und er führt nun
an Zahlen nach, wie das Heer der jugendlichen Verbrecher immer
größer wird. — Wir haben in unserm Lande auch religionslose
Schulen, und es gibt viele ernste Leute im Lande, denen vor dem
Geschlecht graut, das da herangezogen wird. Da soll die Kirche
fleißig sein, den Unterricht in Gottes Wort zu bieten, den der
Staat nicht liefern kann. Mit unsern christlichen Gemeinde—
schulen, in denen den Kindern die Gottesfurcht ins Herz ge—
pflanzt wird, tun wir auch unserm Lande den größten Dienst.
Denn es bleibt inimer wahr: „Gerechtigkeit erhöhet ein Volk;
aber die Sünde ist der Leute Verderben“, Spr. 14, 34.
Der liberale Parochialverein der Berliner Himmelfahrts⸗
gemeinde veröffentlichte kürzlich eine Erklärung zugunsten der
abgesetzten Pastoren Jatho und Traub, in der es geradezu heißt:
„Wir lehnen die Lehre von der Gottheit und Messianität JEsu,
seiner Wundermacht und seinem Versöhnungstode ab. Wir leh⸗
nen das Apostolische Glaubensbekenntnis und seine Anwendung
bei der evangelischen Taufe, der Konfirmation und der Trauung ab.
Den Wunderglauben der Bibel lehnen wir in jeder Form ab.“ —
Und das wollen noch Christen sein! Wahrlich, das traurigste,
aber doch zuverlässigste Zeugnis für Jatho und Traub, das jedem,
der nicht sehen kann, die Augen öffnen muß darüber, daß der
Oberkirchenrat gar nicht anders konnte, als solchen Leuten die
Kanzel zu verbieten. (E. K. Z3.)
Schiffstanfe. In einem deuntschländischen Blatte finden wir
folgende Mitteilung: „über empörende Vorgänge auf dem deut—
schen Kriegsschiffe Panther' wird aus Swakopmund berichtet.
Bei der Linientaufe“ soll ein Hofprediger Neptuns das Wort er—
grissen, seine Predigt ganz in der Weise christlicher Predigten
eingeleitet und in derselben selbst solche Worte wie Tut Buße,
denn das Reich des Gottes Neptun ist nahel' und: Kommet her
zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid!‘ gebraucht, auch
wiederholt versichert haben: ‚Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,
es steht geschrieben“, ebenso die Predigt geschlossen haben mit
einem dreifachen Segen und der Aufforderung zu einer reichen
Kollekte. Ob der Kaiser wohl etwas ahnt von solchem gottes—
lästerlichen Unfug, der in Gegenwart von Offizieren und See—
leuten auf einem deutschen Kriegsschiffe ganz offen ausgeübt
wird?“ — Schon der Gebrauch des Wortes „Taufe“ bei Schiffen
und andern Dingen ist Christen mit Recht anstößig; dadurch wird
das Heilige verunehrt. Und es ließ sich erwarten, daß das weiter⸗
gehen werde. Witze über heilige Dinge sind nämlich die leichte—
sten und billigsten. C. P.
In Japan ist die Macht der alten nichtchristlichen Religionen
unter dem Einfluß der westlichen Kultur wohl bedeutend er—
schüttert, aber noch keineswegs gebrochen. Von den modernen
Japanern als von einem religionslosen und für Religion kaum
noch empfänglichen Volk zu reden, ist eine starke üÜbertreibung,
obgleich dies nicht nur im Abendlande vielfach geglaubt wird,
sondern selbst Japaner so über die religiöse Lage ihres Landes
urteilen, sei es, daß sie den Verfall der Religion beklagen, sei
es, daß sie ihn als kulturellen Fortschritt rühmen. Der Bericht
der Edinburgh-Weltmissionskonferenz warnt davor, die religiöse
und missionarische Lage Japans nach dem Maßstabe der Groß—
städte zu beurteilen, wie das meist geschieht. Seien auch in den
großen Städten in Japan vielfach die Tempel weniger zahlreich.
und würden von verhältnismäßig wenigen besucht, so treffe dies
auf die kleineren Städte und auf das Laud meist nicht zu. Von
den 40 Millionen Japanern, die dort wohnen, heißt es, daß sie
ein sehr religiöses Volk seien, die das Bedürfnis haben, mit den
höheren Städten, wie man sie auch nennen mag, auf bestem Fuß
zu stehen. Für die christliche Mission ist die Lage zwar eine
schwierige, aber nichtsdestoweniger eine aussichtsvolle.
(Allgem. Missionszeitschrift.)
über die Stellung der einzelnen Regierungen zur Frage der
Festlegung des Osterfestes wurde kürzlich amtlich folgendes mit—
geteilt: Die belgische Regierung erkennt den unbestreitbaren
Nutzen der geplanten Neuerungen an, aber sie gibt gleichzeitig
der Ansicht Ausdruck, daß nichts Entscheidendes in dieser Sache
ohne das Einverständnis der griechischen und der römisch-katho—
lischen Kirche geschehen kann. Sie glaubt übrigens zu wissen,
daß die Frage der Reform des gregorianischen Kalenders im
Vatikan geprüft wird; eintretendenfalls ist sie geneigt, an einer
internationalen Konferenz über diesen Gegenstand teilzunehmen.
Die französische Regierung hat ohne Vorbehalt bejahend auf die
Vorschläge des Bundesrates geantwortet; sie ist bereit, die ge—
plante Konferenz durch Abgeordnete zu beschicken. Die nieder—
ländische Regierung nimmt mit Vergnügen die Einladung an.
Die britische Regierung ist bereit, sich auf der geplanten Konferenz
vertreten zu lassen, wenn alle übrigen Großmächte an ihr teil—
nehmen. Die deutsche Regierung steht dem Gedanken, die Kon—
ferenz zusammenzuberufen, sympathisch gegenüber; sie hat aber
ebenfalls den Eindruck, daß die Frage gründlich geprüft werden
muß. Aber auch sie meint, daß ohne die Zustimmung des Vati—
kans und Rußlands nichts geschehen kann. Die österreichisch—
ungarische Regierung hat vor nicht langer Zeit den Schweizer
Bundesrat wissen lassen, daß sie nicht die Absicht hat, an der die
Kalenderreform betreffenden Konferenz teilzunehmen. Die italie—
nische, spanische und russische Regierung haben ihre Antwort bis⸗
her noch nicht mitgeteilt. ö (D. A. G.)
Als der bedauernswerte John Schrank, der kurz vor der
Präsidentenwahl Colonel Roosevelt in Milwaukee zu ermorden
suchte, verhaftet wurde, berichtete eine katholische Zeitung, man
habe in seiner Tasche Luthers Lied „Ein' feste Burg ist unser
Gott“ gefunden, und machte dazu die höhnische Bemerkung, daß
er ja nun im Gefängnis Zeit haben werde, das Lied zu seiner
Erbauung in gutes Englisch zu übersetzen. Tatsache ist aber,
daß der Mensch ein Katholik ist. Bei seiner Festnahme fand man,
daß er einen Rosenkranz um den Hals trug. Der Aufforderung
des Gefängniswärters, denselben abzugeben, weil man befürchtete,
er möge sich damit erdrosseln, weigerte er sich als guter Katholik
entschieden Folge zu leisten, und hielt krampfhaft an seinem
Rosenkranz fest. E. P.
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