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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. Januar 1913, Seite 17

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11 nun und mmen mh

S iegen mitten wurch den I
Hinimel, der hatte ein ewig 4

Evangtlium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sißen
+ und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Geschtechtern, und
Sprachen, und Välkern, und
sprach mil großer Blimme:
KTürchter Galt, und gebet
ihm die Chre; denn die.Zeit
seines Oerichts in hommen,
Rund betel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Ater, und die Wasser⸗
ö brumnen. Offb. Joh. 14, 6.7.
———

Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Itaaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

69. Jahrgang. Nr. 2.

St. Louis, Mo., den 21. Zanuar 1913.

4 D. G. Stöckhardt. 4

Eine Trauerkunde hat der „Lutheraner“ seinen
Lesern zu bringen. Ein schwerer Schlag hat unsere
hiesige Anstalt und unsere ganze Synode betroffen, da
es dem allmächtigen Gott gefallen hat, unsern lieben
und verehrten D. Stöckhardt aus unserer Mitte zu neh⸗
men und in die triumphierende Kirche zu versetzen. Sein
Tod kam unerwartet, indem ein Hirnschlag am 9. Ja⸗
nuar seiner irdischen Laufbahn ein Ziel setzte. So er⸗
schütternd uns die Nachricht von seinem so plötzlichen
Ende war, so fürchten wir doch gar nicht, daß sein schneller
Tod ihm ein bö ser schneller Tod gewesen wäre, vor
dem alle Christen bewahrt zu werden bitten. Er wußte
ja, daß sein Leben die Grenze bereits überschritten hatte,
welche die Schrift angibt mit den Worten: „Unser Leben

währet siebenzig Jahre“, und schon anfing, dem Ziel ent⸗
gegenzugehen, das es nur erreicht, „wenn es hoch kommt“,
Ps. 90, 10. Er bedachte deswegen, und schon längst, daß

er sterben müßte, und war dadurch klug. Und was die
rechte Bereitung zu einem seligen Sterben ist, das wußte
er ja schon lange; von der Gnade Gottes in Christo, von
Buße und Glauben hatte er viel geredet, gepredigt und
geschrieben; und seine Gewohnheit war, das, was er
andern predigte, auch selbst zu üben. Was er lebte im
Fleisch, das lebte er in dem Glauben des Sohnes Gottes,
der ihn geliebt und sich selbst für ihn dargegeben hatte,
Gal. 2, 20. Christus war sein Leben, so war Sterben
sein Gewinn, Phil. 1, 21. Ja für einen, der, wie er,
in der Gnade lebte und in der Furcht Gottes wandelte,
ist ein solch schnelles Sterben auch eine Wohltat. Ohne
Krankheit und Leiden und Schmerzen, ohne erst lange

untätig und arbeitsunfähig zu sein, ist er von Gott aus
frischer, gesegneter Tätigkeit, wo er eben Buch und Feder
aus der Hand gelegt hatte, aus der Arbeit und dem
Kampf zur Ruhe und zum Frieden gerufen worden.
Der Entschlafene hat ein bewegtes, ereignisvolles
Leben gehabt, das gewiß wert ist, daß jemand es einmal
ausführlich zur Darstellung bringt. Wir setzen hier nur
einige Hauptdaten her. Geboren war er am 17. Februar
1842 zu Chemnitz in Sachsen. Sein Vater war ein nam⸗
hafter Professor der Chemie. Seine Jugendjahre ver⸗
lebte er in Tharandt, in der Nähe von Dresden. Hier
empfing er in einer Lateinschule seinen ersten Unterricht,
und von 1857 bis 1862 war er auf der Fürstenschule
zu Meißen. Seinen theologischen Studien lag er ob an
den Universitäten zu Erlangen und Leipzig von 1862
bis 1866. Darauf erhielt er eine Anstellung als Ober⸗
lehrer an einem Mädcheninstitut in Tharandt. Im Jahre
1870 wurde er Hilfsprediger der deutsch⸗lutherischen Ge⸗
meinde in Paris; und als der deutsch⸗französische Krieg
ausbrach, diente er mehrere Monate als Feldprediger bei
der deutschen Armee. 1871 ließ er sich in Erlangen
nieder als Repetent der alt⸗ und neutestamentlichen Exe⸗
gese (Schriftauslegung) an der dortigen Universität und
als Religionslehrer am Gymnasium der Stadt. Da regte
sich in ihm wieder die Sehnsucht nach Wirksamkeit im
praktischen Predigtamt, und er wurde Pastor einer lan⸗
deskirchlichen Gemeinde in Planitz, nahe bei Zwickau in
Sachsen. In der sächsischen Landeskirche herrschten trau—
rige Zustände. Offenbar ungläubige und falsch lehrende
Pastoren blieben unbehelligt in Amt und Würden, ja
wurden zu den höchsten Ehrenämtern und Regierämtern
in der Kirche befördert. Den Pastoren wurde zugemutet,

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