Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 4 › Seite 58

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 18. Februar 1913, Seite 58

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Philadelphia aus in See stechen, haben wir eine gute Fahrt.
Ich bin überzeugt, daß wir so gesegnet wurden, muß den Ge⸗
beten zugeschrieben werden, die für uns emporgestiegen sind.
Ich danke meinem Vater im Himmel für einen jeden Pastor,
der im Gebet der Seeleute gedenkt. Wir haben es auch nötig,
damit unsere Herzen warm bleiben. — Ich hatte diesmal eine
gute Mannschaft. Ihre Zuhörer haben sich“ darum waren
sie gebeten worden] „wiederholt in meiner Kabine um Gottes
Wort versammelt. Aus Ihren Schiffsgottesdiensten habe ich
großen Segen mitgenommen. Gott ruft die Seelen zu sich,
wie David im 50. Psalm sagt, vom Aufgang bis zum Nieder—
gang der Sonne. Er ruft die Sünder zum Kreuz auf Gol—
gatha, damit sie durch das Blut Christi gereinigt werden. Gott
segne Sie, und gedenken Sie meiner im Gebet!
„Ihr im SErrn verbundener

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Gottes Wort ist eine Kraft Gottes zur Seligkeit. Es wird
nach seiner Verheißung nicht leer zurückkommen. Dieser köst⸗
liche Trost gilt auch bei der Arbeit in der Seemannsmission.
Dem treuen Gott sei der ausgestreute Same seines Wortes be—
fohlen. Auch auf dem Weltmeere hat er seine Auserwählten
und sorgt in seiner Liebe dafür, daß sie, wie es im Liede heißt,
„erreichen die Anfurt nach der Zeit“ und „Segel streichen in
sel'ger Ewigkeit“. A. H. Winter,

Emigranten- und Seemannsmissionar.

Ihr Gemeinden, überlegt's!

Auf einer Konferenz der Pastoren unserer Synode in Chi⸗
cago legte ein Glied derselben folgendes vor: „Ein Glied mei—
ner Gemeinde, den sein Beruf in alle Gegenden unsers Landes
herumführt, und der oft genötigt ist, seine Sonntage in klei—
neren Städten zuzubringen, sagte neulich zu mir: ‚Warum
zeigen die Gemeinden unserer Synode nicht an, wann und wo
sie Gottesdienst haben? Fast überall findet man, daß die
andern kirchlichen Gemeinschaften im Bahnhof oder Hotel solche
Anzeigen haben; nur wir bilden eine Ausnahme. Man kommt
öfters am Samstagabend in einem solchen Städtchen oder einer
Stadt an, am Sonntagmorgen will man sich erkundigen, wo

lutherischer Gottesdienst ist, aber bekommt keine Auskunft. Ich
habe auch andere Lutheraner darüber klagen hören. Solche

Anzeigen wären mit keinen oder doch nur geringen Unkosten
verbunden, und gar manchen geschähe damit ein großer Dienst.
Wollen Sie das, bitte, einmal anregen.““

Die Konferenz war der ÜUberzeugung, daß der damit aus—
gesprochene Wunsch ein berechtigter sei, dessen Ausführung durch
Gottes Gnade Segen stiften kann. Mancher kleineren Ge⸗
meinde würde es gewiß Freude und Stärkung bereiten, Glieder
aus älteren, größeren Gemeinden in ihren Gottesdiensten zu
sehen und sie nach denselben zu begrüßen, und diesen wäre es
gewiß lieber und heilsamer, am Sonntag dem Gottesdienst bei⸗
zuwohnen, als sich den ganzen Tag im Hotel oder auf der
Straße zu langweilen. Wir Lutheraner halten ja nichts davon,
durch prahlerische Anzeigen und Kundgebungen die Augen der
Menschen auf uns zu richten. Aber wenn es gilt, einem Men⸗
schen Gelegenheit zu geben, Gottes Wort zu hören, da scheuen
wir gewöhnlich keine Mühe und Unkosten. Um letzteres han⸗
delt es sich, wenn die Konferenz sich dem Wunsch des Gemeinde⸗

gliedes anschließt und hiermit an die Gemeinden die Bitte
richtet, zu überlegen, ob sie den Ort und die Zeit ihrer öffent—
lichen Gottesdienste anzeigen sollten.
Im Namen der Pastoralkonferenz von Chicago
ö Karl Schmidt.

Das wollen wir überlegen. Wir sollen, was wir gehört
haben, predigen auf den Dächern, Matth. 10, 27. Wenn sogar
einer, der weiß, daß unsere Stimme in der Gegend erschallt,
und der die Ohren spitzt, sie zu hören, sie nicht vernehmen kann,
dann ist uns das ein Beweis, daß wir noch nicht hoch und sicht⸗
bar genug auf die Dächer steigen und noch nicht laut und
vernehmlich genng rufen. Wir sollen das Evangelium predigen
aller Kreatur, Mark. 16, 15. Wir bringen der Kreatur das
Evangelium noch nicht nahe genug, wenn ein Stück Kreatur
das Evangelium sogar sucht an einem Ort und nicht finden
kann. Wenn sogar Glaubensgenossen, die unsere Kirchen
und Gottesdienste suchen, Not haben, sie zu finden, dann
halten wir uns zu versteckt in Anbetracht unserer Missions⸗
aufgabe, sintemal die Kirche nicht den Auftrag hat, sich mit
mehr oder weniger Not und Mühe finden zu lassen, sondern
den Leuten nachgehen soll und sie nötigen hereinzukommen.
Die Welt zeigt ihre Waren an und weiß, es bezahlt sich. Der
Teufel und seine Gehilfen sorgen dafür, daß die Plätze leicht
gefunden werden können, an denen die Leute Schaden nehmen
an ihrer Seele. Da wird doch Gottes Kirche mit dem großen
Rettungsmittel, dem Evangelium, nicht sich versteckt halten
wollen. Und Gottes Kirche und Evangelium wird doch das
Recht haben, sich in der Welt finden und hören zu lassen, da doch
„die Erde ist des HErrn, und was drinnen ist“, 1 Kor. 10, 26.
Und der HErr der Kirche betont gerade da, wo er befiehlt, aus⸗
zugehen in alle Welt und alle Völker zu lehren, daß ihm alle
Gewalt gegeben sei im Himmel und auf Erden, Matth. 28, 18.
Wir können noch ein ganz Teil aggressiver, das heißt, ener⸗
gischer, vordringender werden. überlegen wir als Gemeinden,
was wir tun können in unserer Lage, je nach Ort und Umstän—
den, daß nicht nur auf Reisen befindliche Glaubensgenossen, die
unsere Gottesdienste suchen, sie finden können, sondern daß
auch Leute, die sie gar nicht suchen, sie so sehr vor Augen haben,
daß sie keine Entschuldigung haben, wenn sie sie nicht finden.

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——— —

Zur kirchlichen Chronik.

Zur Feier des 400jährigen Jubiläums der Reformation im
Jahre 1917. Im Lutheran findet sich hierüber die folgende Be—
merkung: „Es ist von verschiedenen Leuten und von verschiedenen
Seiten geraten worden, das 400jährige Jubiläum durch Er⸗
richtung von Denkmälern zu feiern. Die besten Denkmäler, die
Lutheraner Luther und der Reformation errichten können, sind
Lehranstalten und Gaben für Lehranstalten und Kirchen.“ Das
ist eine sehr richtige Bemerkung. Wenigstens sollte die ange—
ratene Weise der Feier immer die erste Stelle einnehmen.
Sodann ist nicht zu vergessen, daß' in den Lehranstalten und
Kirchen, die Luther und der Reformation zu Ehren errichtet und
erhalten werden, Gottes Wort rein und lauter gelehrt werden
muß, wie es durch Luther wieder an den Tag gebracht worden ist.
Die lutherische Kirche Amerikas sollte daher die Zeit bis zum
Jahre 1917 vornehmlich auch dazu benutzen, sich auf Luthers

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