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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. April 1913, Seite 117

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Widerſprüche

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E 2 S 7

Und ich sahe tinen Engel N

Sfliegen mitien durch den
Himmel, der hatte ein ewig
Euvangelium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sißen
und wolnnen, und allen Hei-
den, und Seschlechtern, und
Sprachen, und Vülkern, und
sprach mit groher Alimme:
Lürchter Gott, und geben
üimm die Ehre; denn die Ztit
stines Strichts is Kommen,

und betel au den, der gemacht

hat Himmel, und Erde, und

AMleer, und die Wasser⸗
bru

Zerausgegeben von der Zeutschen Evangelisch⸗Lutherischen SZynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

69. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 15. Kpril 1913.

Nr. 8.

„Ist das nicht ein Widerspruch?“

Keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen.
Ps. 91, 10.
Ich bin geplagt täglich. Ps. 73, 14.
1.

Der 91. Psalm ist ein hohes Lied von der Schutzverheißung,
die Gott denen gegeben hat, die auf ihn hoffen: „Wer unter
dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des All⸗
mächtigen bleibt, der spricht zu dem HErrn: Meine Zuversicht
und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe!“ (V. 1. 2.)

Wovor zu schützen verheißt Gott? „Denn er errettet mich
vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. Er
wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird
sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und
Schild, daß du nicht erschrecken müssest vor denn Grauen des
Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pesti⸗
lenz, die inn Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag
verderbet. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend
zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, du
wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie es
den Gottlosen vergolten wird. Denn der SeErr ist deine Zu—
versicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein übels
begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen.“
(V. 3—10.) Also wovor zu schützen verheißt Gott? Vor
allem übel, vor aller Plage dieses Lebens.

Und durch welches Mittel will Gott diesen Schutz aus⸗
richten? „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß
sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den
Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest.
Auf den Löwen und Ottern wirst du gehen und treten auf den
jungen Löwen und Drachen.“ (V. 11—13.)

Ah, nun redet Gott ganz persönlich und verheißt seinen
Schutz jedem, der in rechtem Glauben auf ihn hofft: „Er begehrt
mein, so will ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen,

1darum will ich ihn schützen; er rufet mich an, so will ich ihn

erhören. Ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen
und zu Ehren machen; ich will ihn sättigen mit langem Leben
und ihm zeigen mein Heil.“ (V. 14 —-16.)

Das ist der 91. Psalm.

Demgemäß sagen wir in unserm Katechismus, daß uns
Gott „wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem übel
behütet und bewahret“. Und wir singen im sogenannten großen

Glauben:
Allem Unfall will er wehren,
Kein Leid soll uns widerfahren.

2.

Der 73. Psalm ist das Lied eines Gottesfürchtigen, der
viel geplagt war, sich aber dennoch Gottes getröstete: „Israel
hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.“
(V. 1.)

Und doch, da er sah, daß es den Gottlosen so wohl ging,
da wäre er schier irre geworden: „Ich aber hätte schier ge—
strauchelt mit meinen Füßen, mein Tritt hätte beinahe geglitten.
Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, da ich sah, daß
es den Gottlosen so wohl ging. Denn sie sind in keiner Fahr
des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast. Sie sind nicht
in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Men⸗
schen geplagt. Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und
ihr Frevel muß wohlgetan heißen. Ihre Person brüstet sich
wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken. Sie
vernichten alles und reden übel davon und reden und lästern
hoch her. Was sie reden, das muß vom Himmel herab geredet
sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden. Darum fällt
ihnen ihr Pöbel zu, und laufen ihnen zu mit Haufen wie
Wasser und sprechen: Was sollte Gott nach jenen fragen? Was
sollte der Höchste ihrer achten? Siehe, das sind die Gottlosen;
die sind glückselig in der Welt und werden reich.“ (V. 2—12.)

Und er verglich sein, des Gottesfürchtigen, Los mit dem
der Gottlosen und klagte zweifelnd: „Soll's denn umisonst sein,
daß mein Herz unsträflich lebt, und ich meine Hände in Unschuld

FFI

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