Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 8 › Seite 124
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. April 1913, Seite 124
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—
Sohnes IEsu Christi, unsers Heilandes, willen in der neuen Zu—
kunft unsere Arbeit segnen, sein Reich mehren zum Heil und zur
Seligkeit vieler Menschen! Amen.“ E. P.
Daß unser Concordia⸗Seminar in St. Louis mit seinen mehr
als 300 Studenten wohl die größte theologische Anstalt des Landes
sei, haben wir in letzter Zeit in vielen Kirchenblättern gelesen.
Man fragt sich: Wie bringen die Missourier das fertig, so viele
Kandidaten für das Predigtamt zu gewinnen? Folgende schöne
Auslassung darüber bringt der Lutheran: „Wie komnit es, daß
die Missourier im Vergleich zu andern Kirchen und auch zu andern
Synoden unserer eigenen Kirche so viele Kandidaten für das Pre⸗
digtamt haben? fragte ein Beobachter. Die prompte und wahr⸗
scheinlich richtige Antwort war: Gemeindeschulen und strenges
Festhalten am lutherischen Bekenntnis. Es liegt eine Lektion
beides in der Frage und in der Antwort.“ — Wir fügen hinzu:
Jawohl, eine Lektion, die wir vor allen Dingen selber immer
wieder lernen wollen, daß wir nämlich unsere Gemeindeschulen
pflegen und ja an Gottes Wort und dem lutherischen Bekenntnis
festhalten. E. P.
Der frühere Präsident von Harvard, Dr. Eliot, hat kürzlich
einen Vortrag in Boston gehalten, worin er wiederum seinen gänz⸗
lichen Abfall vom Christeutum ausspricht. Er sagte unter anderm:
„Wir können mit unsern überlieferten Lehren nicht zu den Chi⸗
nesen und Japanern gehen. Nehmen wir die Lehren von der
Rechtfertigung durch den Glauben oder von der Versöhnung durch
Christum oder die Lehre von der Dreieinigkeit. Die Chinesen und
Japaner wollen diese Lehren nicht.“ In dem letzten Satz stimmt
Dr. Eliot mit dem Apostel Paulus überein. Der Apostel Paulus
sagt auch: „Wir predigen den gekreuzigten Christum, den Juden
ein Argernis und den Griechen eine Torheit“, 1 Kor. 1, 28. Der
Apostel Paulus aber setzt noch etwas hinzu. Er fährt fort:
„Denen aber, die berufen sind“, das heißt, die nicht mehr blinde
Heiden sind, sondern erleuchtete Augen des Verständ nisses haben,
„predigen wir Christum göttliche Kraft und göttliche Weisheit.“
Es kommt also, was das Urteil über Christum und die durch
Christum ausgerichtete Versöhnung betrifft, ganz auf die Men⸗
schenklasse an, zu der man gehört. Solange man ein Jude oder
ein heidnischer Chinese und Japaner oder auch ein heidnischer
Amerikaner und Universitätspräsident ist, urteilt man von Christo
und dem Evangelium: „Not acceptable. Sobald die heidnische
Blindheit durch das Licht des Evangeliums aus dem Herzen ge⸗
wichen ist, urteilen Juden, Chinesen, Japaner, Amerikaner, Uni⸗
versitätspräsidenten und Universitätsprofessoren über Christum
und den Glauben an sein Versöhnungsblut: „Most acceptable“,
„göttliche Kraft und göttliche Weisheit“C. Wenn die Zeitungen
recht berichten, hat sich auch Prof. Taft, bis vor kurzem Präsident
der Vereinigten Staaten, ähnlich über die christliche Religion aus⸗
gesprochen wie Dr. Eliot. Wir erlauben uns, Dr. Eliot und Prof.
Taft an die Worte zu erinnern, die Christus an die ungläubigen
Juden richtete: „Murret nicht untereinander! Es kann niemand
zu mir kommen, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich
gesandt hat“, Joh. 6, 43. 44. F. P.
90 Eskimos auf einmal getauft — das ist bei der außer⸗
ordentlich dünnen Bevölkerung Alaskas eine bemerkenswerte
Kunde. Der Missionar der Brüdergemeinde Hinz sendet sie.
Bereits im Frühjahr 1909 hatte er, als er die Gegend an der
Kuskokwimbucht besuchte, den Eindruck, daß hier das Feld reif
sei zur Ernte. Im Jahre 1911 drückten ihm die Einwohner eines
dortigen Dorfes Tschalim ihr einmütiges Verlangen nach Unter⸗
richt und Taufe aus. Er versprach ihnen wiederzukommen und
schrieb einstweilen ihre Namen auf. Bei seiner letztjährigen An⸗
kunft umringten sie voll Freuden seinen Schlitten und schüttelten
ihm die Hände; fast alle wollten getauft werden. In der Paschim.
dem Gemeindehause, wurde der Taufunterricht erteilt; sie war
meist gedrängt voll. An ihrer Aufmerksamkeit und an ihrem
ernstlichen Verlangen, Christen zu werden, konnte der Missionar
nur Freude haben. Schließlich konnte er 54 Erwachsene und
36 Kinder taufen. In drei andern Dörfern hatte er vorher
68 Personen getauft; auch da war es eine Lust gewesen, die
lernbegierigen Leute zu unterrichten. Infolge dieser großen
Anzahl von Taufen ist die Zahl der zur Brüdermission gehörigen
Christen Alaskas im letzten Jahre um 209 gewachsen, ein noch
nie dagewesenes Wachstum. (D. D. Luth.)
Des Papstes Urteil über die verschiedenen Länder. Der
Papst hat sich in kürzlich berichteten Aussprachen über die katho⸗
lischen Länder, wie Spanien, Portugal und Frankreich, beklagt
und dagegen die protestantischen Länder, wie Deutschland, Eng⸗
land und sonderlich Amerika, sehr gelobt. Amerika nennt er
geradezu ein „ideales“ Land für seine Kirche. Dies ist leicht
verständlich. Die genannten katholischen Länder sind bereits
durch Schaden klug geworden, wir in Amerika nrüssen es erst
noch werden. F. P.
Auch in Brasilien weiß das Papsttum sich Anerkennung zu
verschaffen. Im „Ev.⸗Luth. Kirchenblatt für Südamerika“ be⸗
richten unsere Brüder: „Der Kardinal Arcoverde hat sich un⸗
längst einem Berichterstatter gegenüber geäußert, daß sich die
katholische Kirche unter dem republikanischen Regime in Brasilien
sehr wohl befinde, und daß Brasilien eins jener Länder sei, die
heute dem römischen Papste am meisten zum Troste gereichen. In
der Tat kann der Papst mit unsern Regierungen recht zufrieden
sein. Denn diese beweisen gelegentlich eine Auffassung des
republikanischen Gesetzes der Trennung von Kirche und Staat,
wobei sich die katholische Kirche nur wohl befinden kann. Als
im Dezember hier in Porto Alegre ein neuer Erzbischof ein⸗
gesetzt wurde, wurde zur Verherrlichung der lalholischen Kirche
und zur Ehrung des römischen Würdenträgers der ganze Regie⸗
rungsapparat auf die Beine gebracht. Nicht nur waren bei der
Zeremonie, wobei natürlich aller Pomp entfaltet wurde, der
Präsident des Staates und der Staatskongreß vertreten, auch
das Obergericht, die Militärkommandantur, Nationalgarde und
Staatsmiliz und selbst das Postanit waren vertreten. Besser hätte
es der Papst unter dem katholischen Kaisertum wohl auch nicht
haben können. Bei öffentlichen Veranstaltungen muß auch stets
die katholische Klerisei ihren Segen dazu geben. Selbst eine Feier,
wie die Einweihung des hiesigen zoologischen Gartens. der zugleich
auch Belustigungspark ist, konnte ohne Mitwirkung des erzbischöf⸗
lichen Vertreters und Segenspenders nicht begangen werden. Ein
Abgesandter des hiesigen Erzbischofs mußte eine Weihrede halten
und seinen Segen spenden.“ E. P.
über das Verhalten der Papstknechte in Südamerika der
Vibel gegenüber meldet dasselbe Blatt: „Der Erzbischof von
Bogota hat verfügt, daß alle, die eine Bibel im Besitz haben,
diese ihrem Priester ausliefern sollen; und der Priester in
Chillan hat sich öffentlich damit gerühnit, sieben Bibeln ver⸗
brannt zu haben. Kein Wunder deshalb, wenn Dr. Robert Spelz
kürzlich über die katholische Kirche folgendes Urteil fällte: Die
religiösen Lehrer Südamerikas haben die Männer des Kontinents
religionslos gemacht.“ Es ist allein das Verdienst der Bibel⸗
gesellschaften, daß die vierzig Millionen Einwohner Südamerikas
nicht gänzlich ohne das Wort Gottes sind. Sie verbreiten un⸗
gemein großen Segen.“ E. P.
Stürme und verheerende Wasserfluten haben in letzter Zeit
einen solchen Schaden an Eigentum und einen solchen Verlust
an Menschenleben verursacht, daß man es mit Recht ein nationales ö
Unglück genannt hat. Da werden dann wieder, wie das bei großen
Unglücksfällen immer zu geschehen pflegt, allerlei Fragen erhoben.
Da fragt man: Geschieht das von ungefähr, oder hat Gott dabei
seine Hand im Spiele? Wir Christen wissen: von ungefähr ge⸗
schieht gar nichts. Der HErr, unser Gott, ist kein Götze, der kein
Leben hat, oder der schläft und schnarcht, während es in der Welt
IN
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