Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 10 › Seite 155
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 13. Mai 1913, Seite 155
Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner69_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vereinigung 5
SEE utheranet8
155
im Geist und Glauben und in der Hoffmung, einst mit euch zu
erscheinen vor Gottes Thron, wenn des Menschen Sohn „wird
seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden sam—
meln seine Auserwählten von den vier Winden und von einem
Ende des Himmels zu dem andern“, Matth. 24, 31. Bürger
mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen sind ja hier schon
alle, die Christo angehören. „Die sehn hinauf und Gott herab,
an Tren' und Lieb' geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen—
kommen.“ Fr. S.
Unsere Emigrantenmission.
Unsere Emigrantenmission hat in den letzten Jahren einen
erfreulichen Fortschritt zu verzeichnen. Nicht nur wird sie in
New York und Baltimore betrieben, sondern auch in andern
Häfen ist sie in Angriff genommen. Gegenwärtig befindet sich
unser Missionar Eirich in den canadischen Häfen an der Atlan⸗
tischen Küste, um auf Wunsch unserer Brüder im westlichen
Canada sich der vielen Einwanderer bei ihrer Landung anzu—
nehmen und sie unsern Gemeinden zuzuweisen. Die Emi—
grantenmissionskommission in Baltimore hat sich willig finden
lassen, P. Eirich auf einige Monate leihweise an Canada abzu—
treten und für seine Ausgaben zu sorgen, bittet nun aber auch
unsere Gemeinden, sie mit einer Kollekte zu unterstützen. Die
nächste Allgemeine Synode wird dann zu entscheiden haben, ob
und in welcher Weise die Missionsarbeit in Canada betrieben
werden soll. —
Wie es um unsere Arbeit in Philadelphia steht, zeigt bei—
folgendes Bittgesuch, das ich hiermit warm befürworte:
Eine herzliche Bitte
ergeht hiermit an alle unsere lieben Gemeinden, die Kasse für
Emigranten- und Seemannsmission in Philadelphia doch bald
mit einer Gabe bedenken zu wollen, da sie leer ist. Unsere Emi—
grantenmission hat ja einen gewaltigen Aufschwung genommen,
wie der neulich im „Lutheraner“ erschienene Artikel darüber
ausweist; aber es kommt doch an Kommissionen für Schiffs⸗
karten nicht genug ein, um das Gehalt unsers Missionars zu
decken. Und an Kollekten haben wir seit Monaten wenig be—
koummen. Bedenkt anch, unser Missionar treibt neben der von
der Synode ihm aufgetragenen Emigrantenmission auch noch
Seemannsmission. Dieses Jahr hat er bereits 23 Schiffs—
gottesdienste gehalten und Hunderte von Testamenten, Evan⸗
gelien und Traktaten unter Schiffsleute ausgeteilt. Er tut
also doppelte Arbeit. Nun hat die Synode leider versäumt zu
bestimmen, aus welcher Kasse der Missionar besoldet werden
soll. Wir müssen darnm, sooft wir Mangel in der Kasse haben,
an die Liebe unserer Gemeinden appellieren und sie bitten:
Gebt uns das Nötige zur Besoldung unsers — oder vielmehr
eures — Missionars! Und wir hegen die fröhliche Zuversicht,
daß ihr uns nicht vergeblich bitten lassen werdet. Es ist aber
nicht genug, daß ihr einfach eine Kollekte oder Gabe für Emi—
grantenmission erhebt und einsendet, sondern ihr müßt eurem
Distriktskassierer mitteilen, daß eure Gabe für die Emigranten—
mission in Philadelphia ist. Nur so helft ihr uns.
Im Namen und Auftrag der Kommission für Emi—
grantenmission in Philadelphia, Pa.,
deren Sekretär
H. Brauns.
sion.
Aus Südamerika wird uns mitgeteilt, daß unser Brasi—
lianischer Distrikt beschlossen hat, eine Emigrantenmission in
der großen Hafenstadt Buenos Aires ins Leben zu rufen, um
den dortigen Einwanderern mit Rat und Tat beizustehen. —
Unsere Emigrantenmissionen dienen unserer Inneren Mis—
Die Missionare sehen es als ihre Hauptaufgabe an, die
Neueingewanderten an unsere Pastoren zu verweisen, und in
vielen Fällen gelingt ihnen das auch. So wurde mir neulich
ein Bild zugeschickt. Es stellte eine lutherische Schule von
50 Kindern in Nebraska dar, und darunter stand: „Alle diese
Kinder ohne Ausnahme erhalten durch unsere Emigranten—
mission in New Nork, Baltimore und Philadelphia.“
So wollen wir fortfahren, auch diese Mission zu pflegen.
Die Ansprüche, die sie an uns stellt, sind ja gering und würden
noch geringer sein, wenn man alle Schiffskarten und über⸗
seeischen Geldgeschäfte durch unsere Missionare besorgen ließe.
F. Pfotenhauer.
—— —
1
Zur kirchlichen Chronik.
Zur Einigung der lutherischen Kirche Amerikas. Im „Luthe—
raner“ vom 15. April dieses Jahres hieß es in der Antwort auf
eine Frage: „Der Frager möchte aber noch Antwort haben auf
die Frage, warum nicht alle Menschen glauben, da doch Gott
alle Menschen ernstlich selig machen will, und unter den Menschen
kein Unterschied ist, sondern von Natur allesamt nichts taugen
und dem Heiligen Geist widerstreben. Auf diese Frage weiß
niemand in der Missourisynode eine Antwort. Die Synode weiß
nur so viel aus Gottes Wort: Wer glaubt, glaubt allein durch
Gottes Gnade, wie die Schrift bezeugt: Wir glauben nach der
Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Christo,
da er ihn von den Toten auferwecket hat‘, Eph. 1, 19. 20. Wer
nicht glaubt, glaubt deshalb nicht, weil er der Wirkung des
Heiligen Geistes widerstrebt hat. Wie die Schrift abermals be—
zeugt: „Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und
Ohren, ühr widerstrebet allezeit dem Heiligen Geist“, Apost. 7. 51.
So lehrt auch unser lutherisches Bekenntnis, indem es bezeugt:
Wenn wir so fern in diesem Artikel gehen, so bleiben wir auf
der rechten Bahn, wie geschrieben stehet Hos. 13: „JIsrael, daß
du verdirbest, die Schuld ist dein; daß dir aber geholfen wird,
das ist lauter meine Gnade.“ Was aber in dieser Disputation
zu hoch und aus diesen Schranken laufen will, da sollen wir mit
Paulo den Finger auf den Mund legen, gedenken und sagen:
„Wer bist du. Mensch, der du mit Gott rechten willst?“‘ „Denn
denen geschieht nicht unrecht, so gestrafet werden und ihrer Sün—
den Sold empfangen; an den andern aber, da Gott sein Wort
gibt und erhält und dadurch die Leute erleuchtet, bekehret und
erhalten werden, preiset Gott seine lautere Gnade und Barm—
herzigkeit ohne ihr Verdienst..“ — Dazu bemierkt ein Schreiber
im Lutheran Staundurd von der Ohiosynode, es scheine ihm sehr
vernünftig geredet zu sein, daß niemand in der Missourisynode
wisse, warum einige zum Glauben kommen und andere nicht. Auch
in der Ohiosynode wisse das niemand. Der Schreiber fügt dann
hinzu: „Haben sich die Dinge geändert? Ist die Zeit da, daß
man einander besser versteht? Können wir vielleicht das vier—
hundertjährige Jubiläum der Reformation damit feiern, daß wir
zu einer Vereinbarung kommen und eine Versöhnung zustande
bringen? Was für eine Feier könnte das werden!“ Gewiß, das
wäre die schönste Feier des vierhundertjährigen Jubiläums der
Reformation im Jahre 1917, die man sich nur denken könnte.
Um dies herrliche Ziel zu erreichen, müssen wir aber die wirkliche
English translation
Not yet translated.