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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 13. Mai 1913, Seite 156

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vereinigung 5

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Sachlage klar auffassen. Die wirkliche Sachlage ist diese: Es
gab allerdings eine Zeit in der Ohiosynode, wo diese Synode in
übereinstimmung mit Gottes Wort und dem lutherischen Bekennt—
nis keine Antwort wußte auf die Frage, „warum nicht
alle Menschen glauben, da doch Gott alle Menschen ernstlich selig
machen will, und unter den Menschen kein Unterschied ist, son—
dern von Natur allesamt nichts taugen und dem Heiligen Geist
widerstreben“. Zu jener Zeit erklärte die Ohiosynode mit uns
und der ganzen Synodalkonferenz: „Die Ursache unserer Selig⸗
keit liegt ganz allein in Gottes Gnade, die Ursache der Verdamm⸗
nis dagegen im Widerstreben des Menschen gegen Gottes Gnaden—⸗
wirkungen“ und: „Es wird dem Menschenverstand ein uner⸗
forschliches Geheimnis bleiben, warum Gott so viele verloren
gehen lasse, da er doch ernstlich wolle, daß alle Menschen selig
werden.“ Das war im Jahre 1875. Seit 1881 aber haben die
öffentlichen Lehrer der Ohiosynode gelehrt, ihnen sei der
Erklärungsgrund bekannt, weshalb unter den Men—
schen die einen zum Glauben kommen, die andern nicht. Der
Erklärungsgrund sei das bessere Verhalten derer, die zum
Glauben kommen. Noch kürzlich ist in der Ohiosynode geschrieben
worden: „Also richtet sich die bekehrende und seligmachende Gnade
nach dem Verhalten des Menschen ihr gegenüber“ und: „Also
erklärt sich das verschiedene Wirken der bekehrenden und selig—
machenden Gnade wohl aus dem verschiedenen Verhalten der
Menschen ihr gegenüber“ und früher schon: Es ist „unwider⸗
sprechlich, daß in gewisser Hinsicht Bekehrung und Seligkeit auch
vom Menschen und nicht allein von Gott abhängig ist't. Wenn
die Ohiosynode zum früheren Nichtwissen zurückkehrt, das heißt,
wenn sie das gute menschliche Verhalten als „Erklärungsgrund“
für die Bekehrung und Seligkeit fahren läßt und zu ihrem herr⸗
lichen Bekenntnis vom Jahre 1875 zurückkehrt, so können wir
vielleicht noch vor 1917 ein gemeinschaftliches Jubelfest feiern.
Dies alles ist ausführlicher dargelegt in einer Schrift, die kürzlich
erschienen ist unter dem Titel: „Zur Einigung der amerikanisch—
lutherischen Kirche in der Lehre von der Bekehrung und Gnaden—
wahl.“ F. P.

über die einzige Art und Weise, wie Einigkeit in der Kirche
hergestellt werden kann, sagt der Lutñeran: „Gib den geoffen—
barten Wahrheiten des Wortes Gottes Zeugnis in aller Freund—
lichkeit und Liebe, aber auch mit unnachgiebiger Festigkeit, unter
Vermeidung auch selbst des Scheins des Kompromisses oder Nach⸗
lassens (von der Wahrheit). Schließlich muß die Wahrheit den
Sieg gewinnen. Und inzwischen wagen wir nicht, uns an einer
Verbindung oder Vereinigung zu beteiligen, die die Wahrheit des
Bekenntnisses der Kirche in Frage stellt.“ Diese Weise entspricht
der Heiligen Schrift. Die Kirche hat nicht die Aufgabe, den Ver-
such zu machen, iwieviel vonr Goltes Wort sie elwa in der Welt
zur Anerkennung bringen kann, sondern sie hat den Befehl: „Pre—
diget das Evangelium aller Kreatur!“ und: „Lehret sie halten
alles, was ich euch befohlen habe.“ Für den Erfolg zu sorgen,
hat Gott übernommen. Es ist wahr, wir werden nicht jedermann
für die Wahrheit gewinnen. Auch Christo und seinen Aposteln ist
das nicht gelungen. Aber wahr ist auch das: Viel Uneinigkeit
in der Kirche kommt auch daher, daß man die göttliche Wahrheit
nicht entschieden zu bezeugen wagt. Man tut dies in der guten
Meinung, mehr Leute zu gewinnen.
hat keine Verheißung. F. P.

Die Einbringung einer schönen Ernte der Stadtmission war
es, als am Sonntag Rogate in der Kirche zum Heiligen Kreuz in
St. Louis von P. Herzberger 6 größere Kinder getauft und
10 konfirmiert wurden. Die voraufgehenden Prüfungen zeigten,
daß die Kinder nicht etwa nur für die Gelegenheit dressiert, son⸗
dern gründlich in Gottes Wort unterrichtet worden waren. Gott
erhalte die Kinder, die infolge ihrer äußerlichen Verhältnisse jeden—
falls in besonderer Gefahr sind, das Kleinod zu verlieren, in

S er V„TuthsranesS

Aber diese gute Meinung

rechter Treue, in der Liebe zum Heiland und in der gattlichen
Wahrheit! Seine Treue ist ja selbstverständlich. Und unsern
Missionaren, die teils an den Geringsten und Armisten, an Ver⸗
kommenen und Verbrechern arbeiten, teils als Reiseprediger ein⸗
samne, beschwerliche und gefährliche Gänge und Fahrten machen,
teils unter Negern wirken, teils fern von Vaterhaus und Vater⸗
land den fernen Heiden das Evangelium zu ihrer Seligkeit
bringen, denen gebe und erhalte Gott allezeit heiligen Mut,
rechten Eifer und Begeisterung zu ihrem seligen Rettungswerk
und segne ihr Werk, das ja sein Werk ist; denn sein ist das
Reich. Und wenn uns von solchem Segen berichtet wird, dann
wollen wir uns desselben freuen und immer zunehmen im Werk
des HErrn und je länger, je mehr tun. E. P.

Ein Missionsgottesdienst von ganz besonderem Interesse
wurde am Sonntagabend, den 20. April, in der Bethlehemskirche
zu Milwaukee (P. O. Kaiser) abgehalten. Herr Samuel Miller,
ein Stockbridge-Indianer aus unserer Indianermission in Wis—
consin, redete in englischer Sprache vor einer großen und an⸗
dächtigen Zuhörerschaft über die geistige und geistliche Not der
Indianer. Seine Rede machte einen tiefen Eindruck. Der Stu—
dentenchor des Concordia⸗College trug mehrere herrliche Lieder
vor. Die Kollekte in diesem Gottesdienst (nachdem morgens eine
Kollekte von über §370.00 für die notleidenden Lutheraner in
den heimgesuchten Staaten erhoben worden war) ergab §75.00.
Die Indianer sind nicht im Aussterben, wie man oft meint. Nach
den neuesten statistischen Angaben gab es in den Vereinigten
Staaten im Jahre 1890 243,000 Indianer, im Jahre 1900
270,000 und im Jahre 1910 305,000. Von diesen befinden
sich mehr als ein Drittel (117,000) im Staate Oklahoma. Zwei
lutherische Missionare, zur Synodalkonferenz gehörend, arbeiten
unter den Indianern: P. J. Larsen von der Missourisynode in
Wisconsin und P. J. Harders von der Wisconsinsynode in Arizona.
„Die Ernte ist groß; aber wenig sind der Arbeiter. Darum bittet
den HErrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende!“
Matth. 9, 37. O. K.

Zwei ungleiche Reiche. Zwei reiche Amerikaner haben kürz⸗—
lich die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Der
eine ist der kürzlich gestorbene IJ. Pierpont Morgan. Morgans
Testament beginnt also: „Ich befehle meine Seele in die Hände
meines Heilandes in der vollen Zuversicht, daß er, der sie erlöst
und mit seinem allerteuersten Blut gewaschen hat, sie auch unbe—
fleckt darstellen wird vor dem Thron meines himinlischen Vaters.“
Daran schließt sich die folgende Ermahnung an seine Kinder: „Ich
ermahne meine Kinder dringend (entreat), unter allen Umständen
und um jeden Preis persönlicher Entsagung die herrliche (blessed)
Lehre von der vollkommenen Versöhnung für die Sünde, die durch
das einmal dargebrachte Blut Christi, und dadurch allein, be⸗
wirkt ist, festzuhalten und zu verteidigen.“
reiche Mann, von dem man eine Zeitlang sagte, daß er durch
seinen ungeheuren Reichtum den Umlauf des Geldes in der ganzen
Welt beherrsche. Wenn Pierpont Morgan auf den Glauben, den
er in seinem Testament bekennt, gestorben ist — und wir haben
keine Ursache, daran zu zweifeln —, so ist er selig gestorben.
Unser Heiland sagt zwar: „Wie schwerlich werden die Reichen in
das Reich Gottes kommen!“ Luk. 18, 24. Aber er fügt auf die
entsetzte Frage seiner Jünger: „Wer kann dann selig werden?“
auch hinzu: „Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott
möglich.“ Pierpont Morgan ist das, was Menschen unmöglich
ist, durch Gottes Gnadenwirkung im Evangelium widerfahren.
Es ist jetzt erst allgemein bekannt geworden, daß Morgan nicht
nur ein regelmäßiger Besucher der Gottesdienste war, sondern
auch von der unchristlichen Morallehre nichts wissen wollte, die
so viele Prediger der Episkopalkirche in unserer Zeit an die Stelle
des alten Evangeliums vom Seligwerden allein durch Christi
Versöhnungsblut setzen wollen. Es ist ganz köstlich, wie Morgan

Das ist der eine

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