Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 23 › Seite 357

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. November 1913, Seite 357

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*

Und ich sahe tinen Engel 12
iegen mitten durch den IEE.
Himmel, der halte ein ewig 4
ö Evangelium, zu verkündigen

denen, die auf Erden sißen
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Seschlechtern, und
Sprachen, und Völkern, und

sprach mit großer Stinme:
Lürchter Gott, und gebet
ihm die Chre; denn die Zeit
stines Gerichts ist kommen,
und hetel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Acer, und die Wasser⸗

brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7.

2 —2+:.—8

*

— f * —

1
———

9

Herausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.

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59. Zahrgang.

St. Louis, Mo., den 11. November 1913.

NUr. 23.

Unsere Missionen.

13. Schlußbetrachtungen.
Zählen wir nun alle einzelnen Summen zusammen, die

für die Bedürfnisse aller Missionen unserer Allgemeinen Syn⸗

ode, soweit sie sich im voraus berechnen lassen, auf dieses Jahr
angesetzt werden mußten, so ergibt sich eine Gesamtsumme von

5144,000, nämlich:

Für die Innere Mission in Nordamerika..... § 25,000
Für die Innere Mission in Südamerika. 25,000
Für die Mission in London, England. 700
Für die europäische Freikirchhh 8,000
Für die Mission in (Australien und) Neuseeland... 1500
Für die Heidenmission in Indiinn 30,000
Für die Emigrantenmissiuunnnssss. 3,000
Für die Judenmisfioounnn 2,200
Für die Indianermissioaoonnnn 6,000
Für die Taubstummenmissisnnnns. 6,000
Für die fremdsprachigen Missionen im Inland... 8,000
Für die Negermissinnnnnnnn 28,600

5144,000

Also wieder eine große Summe, noch etwas größer sogar
als voriges Jahr! Aber soll es denn nicht so sein, daß wir
immer zunehmen im Werke des HErrn, und daß wir je länger,
je mehr tun, damit wir mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllt
werden, wie Bäume, die, gepflanzt an den Wasserbächen, mit

reifender Frucht von oben bis unten schwer beladen sind? Ge—

wiß, eine große Summe, viel zu groß für den alten Adam, der
am liebsten der Faulheit pflegt und gar nichts tut, ja der sogar
zu allem, was andere für Gottes Wort und Reich opfern, noch
ärgerlich bemerkt: „Wozu dient dieser Unrat?“ — nicht zu
groß aber für den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen
ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit und der sich
darum herzlich gern in einem Stande guter Werke erfinden
läßt, wo man seiner bedarf.

Ja, eine große Summe! Aber nicht zu groß für einen so
hroßen Haufen lutherischen Christenvolks, für eine so große

Synode von mehr als 565,000 kommunizierenden Gliedern, die
doch alle wenigstens etwas beitragen möchten, damit das
seligmachende Evangelium immer reichlicher in der ganzen Welt
verkündigt werde, und also in das selige Reich ihres herzlich
geliebten und hochgelobten Heilandes JEsu Christi immer mehr
Menschen gesammelt werden mögen, ehe die große Ernte zum
Abschluß kommt. Eine große Summe! Aber nicht zu groß
für uns, die wir nicht nur aus Gottes milder Güte mit aller
Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und
täglich versorgt werden, sondern über das alles auch mit allerlei
geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum ge—
segnet, ja durch ihn an allen Stücken reich gemacht sind an aller
Lehre und in aller Erkenntnis, also daß wir keinen Mangel
haben an irgendeiner Gabe und nur noch warten auf die Offen⸗
barung unsers HErrn JEsu Christi, wenn es heißen wird:
„Siehe, der HErr HErr kommt gewaltiglich, und sein Arm
wird herrschen. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Ver⸗
geltung ist vor ihm!“

Es hat sich ja in unserer Synode unter denen, die vor
andern mit irdischen Glücksgütern von Gott besonders reichlich
gesegnet sind, Gott sei Dank, in den letzten Jahren niehr als
zuvor ein recht opferwilliger Eifer für kirchliche Zwecke gezeigt.
Mögen sie in dem genommenen Anlauf nicht stillstehen, und
möge ihr gutes Beispiel noch viele andere zur löblichen Nach—
ahmung reizen, „daß sie nicht stolz seien und nicht hoffen auf
den ungewissen Reichtum, sondern auf den lebendigen Gott, der
uns dargibt reichlich, allerlei zu genießen, daß sie Gutes tun,
reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich seien,
Schätze sammeln, ihnen selbst einen guten Grund auf das Zu—
künftige, daß sie ergreifen das ewige Leben“, 1 Tim. 6, 17— 19.
Wir andern alle wollen aber auch bedenken, ob wir nicht manche
umnütze Ausgaben lieber unterlassen sollten, um desto mehr
durch Missionsgaben helfen zu können, daß die Tugenden un⸗
sers Gottes und Heilandes verkündigt werden, der uns von der
Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen und uns tüch⸗
tig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.

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