Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 23 › Seite 364

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. November 1913, Seite 364

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Sozialismus 6

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364 WDer „Lutberanetss

den Kleinen Katechismus Luthers in die jiddische Sprache zu
übersetzen, besonders zum Unterricht derer, die keine andere
Sprache verstehen. Die Neuen Testamente, die in der Mission
verteilt werden, sind in jiddischer Sprache gedruckt. Möge
auch dieses Unternehmen der übersetzung von Luthers Kleinem
Katechismus zum Segen für die Mission gereichen!

Im Auftrage der Judenmissionskommission
P. Rösener.

Zur kirchlichen Chronik.

Unser Lehrerseminar in River Forest hat eine große Auf—-
nahme gehabt. Es ist eine Schar von 70 neuen Schülern ein—
getreten. Die Schülerzahl ist jetzt 188. Direktor Kohn fügt
diesem Berichte noch hinzu: „Leider sind die Oberklassen recht
klein. Wie gern möchten wir den lieben Gemeinden und Pasto—
ren helfen, die um Aushilfe angefragt haben — es waren ihrer
an 35 —, aber wir hatten nicht genug Schüler in den Ober—
klassen.“ — In der Vorbereitungsanstalt zu Oakland, Cal., sind
37 Schüler, davon 7 neueingetretene. Prof. Th. Brohm sen.,
der seine Stelle als Direktor unsers Lehrerseminars in Addison
im Frühjahr niederlegte, leistet auf Bitte der Aufsichtsbehörde der
Anstalt in Oakland Aushilfedienst im Unterricht. — Die Gesamt—
zahl aller derer, die in den Anstalten unserer Synode sich auf das
Predigt- und Schulamt vorbereiten, ist 1876. Neueingetretene
sind hiervon 550. 6.

Zu unsern Artikeln. Eine Reihe von Artikeln über die
Missionen unserer Synode findet in dieser Nummer des
„Lutheraner“ ihren Abschluß. Wer den ersten Artikel gelesen
hat, wird es nicht haben unterlassen können, auch die folgenden,
bis zum letzten, durchzulesen, so interessant waren sie geschrieben,
so schön ist in ihnen, trotz gedrängter Kürze, das Werk, das unsere
Synode zur Ausbreitung des Evangeliums tut, dargestellt worden.
Sollte beim Lesen dieses Schlußwortes nicht hier oder da in einem
Leser der Entschluß reif werden, nicht nur selber im neuen Jahre
regelmäßig dieses Werk durch seine Gaben zu unterstützen, son⸗
dern auch in seiner Gemeinde dahin zu wirken, daß sie dei Bei—
spiel so vieler anderer Gemeinden folgt und eine bestimmte
Ordnung einführt in der Sammlung von Gaben für Synodal—
zwecke? Dem Verfasser, P. Fr. Sievers, schulden wir die Be—
merkung, daß die Verzögerungen dieser Artikelreihe sich nicht etwa
durch Saumseligkeit in der Einsendung derselben, sondern aus
dem Andrang von anderm Material an die Spalten des „Luthe—
raner“ erklären. Damit anderes nicht veralte, mußten die Artikel
öfters zurückgestellt werden. — Eine andere Artikelreihe bean—
sprucht jetzt das Interesse der Leser, die Artikel über den Sozia⸗
bismus. Diese werden sich, will's Gott, in den nächsten Num⸗—
mern und dann weiter im nächsten Jahrgang des „Lutheraner“
sortsetzen. Sie verdienen es, von jung und alt gelesen, ja studiert
zu werden; denn wir haben hier eine Reihe von Aufsätzen, in
denen unsers Wissens zum erstenmal der Sozialismus, wie er
hier in Amerika auftritt, im Lichte des Wortes Gottes eingehend
und doch populär behandelt wird. Es verhält sich wirklich so, wie
der Verfasser, Präses L. Schulze, uns schreibt: „Der Kampf gegen
den Sozialismus ist viel nötiger, als man gewöhnlich meint.
Jährlich werden ganze Scharen von Christen verführt von den
Licht zur Finsternis. Der Sozialismus ist eine der allerstärksten
Verführungen der letzten Zeit.“ In den folgenden Artikeln soll
gezeigt werden, wie der Sozialismus steht zum Glauben an Gott,
zur Obrigkeit, zur Ehe usw. Allein dieser Artikel wegen wäre
es schon zu wünschen, daß der „Lutheraner“ im nächsten Jahre
eine größere Verbreitung fände als je zuvor. G.

Schöne Erfahrungen werden aus Gemeinden gemeldet, in
denen man mit der Sammlung zur Tilgung der Schuld in der
Synodalkasse den Anfang gemacht hat. In Nord-⸗Illinois schreibt
ein Pastor an seinen Präses: „Bei mir und in der Nachbar—
gemeinde geht das Kollektieren schön voran. Ehe ich mich sonder⸗
lich angestrengt habe, habe ich mein Ziel beinahe erreicht.“ Ein
anderer schreibt: „Ich habe das Ziel, das ich bei der Kollektion
im Auge hatte, bereits überschritten und bin noch nicht ganz
fertig.“ Von dem Pastor einer Gemeinde, die gerade eine große
Kollekte für Mission erhoben hatte, wird gemeldet: „Ich wollte
erst in den nächsten Wochen damit anfangen, doch in der Vor—
standsversammlung wurde die Sache von den Vorstehern selber
angeregt und beschlossen, gleich ans Werk zu gehen. In der
Gemeindeversammlung legte ich die Sache dar, und obwohl die
Versammlung schwach besucht war, hatte ich in zehn Minuten
§170.00. Ich habe noch 580.00 aufzubringen, aber nach diesem
Vorgang ist es ganz leicht. Ich habe da wieder gelernt, man
braucht es unsern Christen nur zu sagen, wo die Not ist, dann
kommen sie willig und gern mit ihren Gaben. Die Pastoren sind
oft zu verzagt zu fragen. Die Leute sind oft williger zu geben,
als wir zu fragen.“ Ein alter, emeritierter Pastor, der nichts
übrig hat, liest den „Lutheraner“ und spricht zu seiner Frau:
„Uns geht es wohl auch knapp, aber da müssen wir doch auch
mithelfen“, macht sich auf und bringt seinem Pastor eine Gabe
für Schuldentilgung. Ein Pastor berichtet an das Komitee: „Ich
bin ganz kurze Zeit auf einem Kollektengang gewesen. habe
8275.00 bekommen, und 575.00 sind mir versprochen worden.“
Ein Visitator schreibt: „Der Plan zur Tilgung der Schulden in
der Synodalkasse arbeitet fein. Ich habe keine einzige abschlägige
Antwort aus meinem Visitationsdistrikt erhalten, aber schon einige
sehr günstige Nachrichten. Gestern legte ich es meinem Kirchen—
vorstand vor und sagte ihm, daß ich 30 Mann mit je §10.00
suchen müßte. Gleich redete einer recht begeistert dafür und
sagte: ‚Wie viele? Dreißig Mann? Setzen Sie gleich meinen
Namen auf Ihre Liste; ich gebe aber §20.00. Die andern
Vorsteher wollen mir beim Sammeln helfen. P. W. mochte ich
erst gar nicht den Brief senden, da ich wußte, daß seine Gemeinde
schon im Sommer besondere Anstrengungen für diese Kasse gemacht

hatte. Ich tat es aber doch und schrieb dazu noch einige Be—
merkungen. Gestern abend hörte ich, daß die Gemeinde dieses

Jahr schon §500.00 dafür aufgebracht hat und jetzt nur mit
§120.00 berechnet war, aber beschlossen hat, doch noch §8300.00
aufzubringen.“ Ein Pastor des Jowa-Distrikts schreibt: „Ich
stehe an einer kleinen Landgemeinde. Wir haben seit langer Zeit
verregnete Sonntage und Gottesdienste. Es sah für die Kollekte
trübe aus. Ich sagte aber meiner Gemeinde von der großen Not
in der Synodalkasse, und wie wir doch alle helfen sollten, die
Schuld zu tilgen. Ich selbst und auch die ‚Pastorsmutter“ wollten
zu den Zehndollarmännern gehören. Und was war der Erfolg?
Obwohl ich nur 850.00 aufzubringen hatte, habe ich jetzt schon
§139.00 und hoffe, noch mehr zu bekommen. Wir sollten doch
gewiß dem braven Kassierer Schuricht zu Hilfe kommen.“ 0

Von einem Freudentag auf der Isle of Pines berichtet Mis⸗
sionar Srtel. Er schreibt: „Am 28. September wurde frohe
Schulweihe in Santa Barbara gefeiert. über hundert nahmen
an der Feier teil; nicht nur die Glieder der Santa Barbara—
Gemeinde, sondern auch die Brüder aus Santa Fe, die zum Bau
mit beigesteuert hatten, und einige aus Nueva Gerona, aber auch
viele der amerikanischen Ansiedler, so daß wir die größte kirch—
liche Versammlung hatten, die bis jetzt auf unserer Insel zu
verzeichnen gewesen ist. Gegen 10 Uhr vormittags begann die
Feier vor der verschlossenen Tür nach unserm alten schönen Ge—
brauch. In der Schule wurde deutsch und englisch gepredigt.
Nur ein Teil der Zuhörer fand Raum im Gebäude. Freudige

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